Das neue Skype:
Ein Blick auf die Facebook-Integration

Skype hat eine neue Version seines VoIP-Clients zum Download gestellt. Die entscheidende Neuerung ist wie erwartet eine Integration von Facebook.

Im April, als Facebook gerade sein Open-Graph-Protokoll vorgestellt und damit deutlich gemacht hatte, dass es nicht weniger möchte als an jedem Ort dieses Internets verankert zu sein, sinnierte ich in einem Artikel über das Potenzial des VoIP-Clients Skype, sich als alternatives und vor allem dezentrales Social Network zu positionieren. Mit einer P2P-Technologie und mehreren hundert Millionen Benutzerkonten im Rücken (davon allerdings “nur” rund 124 Millionen aktiv) wären die Voraussetzungen gar nicht so schlecht gewesen.

Doch spätestens seit gestern ist klar, dass diese Idee wohl für immer ein Wunschtraum bleiben wird. Denn die seitdem verfügbare Skype-Version 5.0 beinhaltet, wie schon vor einigen Wochen vermutet wurde und wie eben in Linkwertig berichtet, als entscheidende Neuerung (neben Gruppen-Videochats mit bis zu zehn Personen) eine Integration von Facebook. Skype reiht sich damit in die Schar von Webanbietern ein, die sich dafür entscheiden, auf den Facebook-Zug aufzuspringen, statt ihren eigenen Zug zu fahren.

Sieht man von der Tatsache ab, dass durch jede Implementierung des blau-weißen Social Networks in einen führenden Onlinedienst (wie Skype es ist) Facebook seinem Ziel einen Schritt näher kommt und seine dominierende Marktstellung in Stein meißelt, so ist der Einbau von Facebook in den jüngsten, auch optisch überarbeiteten Skype-Client durchaus gelungen:

Der über den Klick auf den eigenen Namen erreichbare Facebook-Reiter in Skype 5.0 beinhaltet zwei Bereiche: “Neuigkeiten” zeigt den Newsfeed mit den Highlights aus dem persönlichen Kontaktnetzwerk bei Facebook an. Neben jedem Facebook-Freund, der eine Telefonnummer in seinem Profil hinterlegt hat, erscheinen Schaltflächen zum direkten Einleiten eines Telefonats oder zum Versenden einer SMS.

Besonders hilfreich ist der zweite Bereich der Facebook-Implementierung, das “Telefonbuch”. Hier listet Skype sämtliche Facebook-Freunde in alphabetischer Reihenfolge mitsamt der bei Facebook hinterlegten Telefonnummern auf, die ebenfalls mit einem Klick angerufen werden können. Auch ein Durchsuchen der Kontakte ist möglich. Freunde, die keine Nummer hinterlassen haben, werden mit dem Hinweis “Kontaktnummern anfordern” aufgelistet.

Skype 5.0 mit Facebook-Integration
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Ein Klick auf diesen Aufruf bringt die Meldung “Warten auf angeforderte Kontaktnummern” hervor – ohne dass mir jedoch klar ist, auf welchem Weg diese eingeholt werden (vielleicht per automatisch versendeter Facebook-Nachricht?).

Etwas missverständlich ist die Formulierung im Skype-Blog, was Skype-zu-Skype-Gespräche mit Facebook-Kontakten betrifft: “make a free Skype-to-Skype call if your Facebook friend is also a Skype contact” Eigentlich sagt dies nur, dass ich Facebook-Freunde, die ebenfalls Skype-Kontakte von mir sind, über Skype anrufen kann. Das ging jedoch auch zuvor, dafür benötige ich nicht extra eine Verknüpfung mit dem sozialen Netzwerk.

Viel besser wäre, wenn es so funktioniert, wie ReadWriteWeb es beschreibt: “For friends who include their phone number in their Facebook profile, you will see two buttons. One lets you call either their Skype number or their home/mobile phone…” Momentan erscheint in meinem Telefonbuch jedoch nicht einziger Facebook-Kontakt, den ich direkt über Skype anrufen könnte – selbst bei Nutzern, die sowohl ihren Skype-Anwendernamen in ihr Facebook-Profil eingetragen haben, als auch zeitgleich mit mir online sind. Über Leserhinweise mit diesbezüglichen Lösungsvorschlägen freuen wir uns!

Fazit: Die Integration von Facebook in Skype ist keineswegs so bahnbrechend, wie man es nach der Berichterstattung zu entsprechenden Plänen neulich hätte annehmen können. Nein, sie ist überhaupt nicht bahnbrechend. Für aktive Skype-Anwender, die gleichzeitig ein großes Facebook-Netzwerk besitzen, stellt sie aber dennoch eine sehr willkommene Erweiterung dar. Nicht wegen dem integrierten Newsfeed, sondern wegen dem Facebook-gestützten Telefonbuch.

Skype 5.0 kann hier heruntergeladen werden (vorerst nur für Windows).

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3 Kommentare

  1. Juergen
    schrieb am 15. Oktober 2010 um 07:37 Uhr (#)

    Sehr gute Idee! Facebook ist eben gerade das größte Social Network, warum soll man dann nicht andere Dienste anbinden? Bei ICQ wars ja auch schon der Fall. Die Userzahl ist gesunken also hat man einfach Facebook eingebettet, und so hat man wieder viele “Freunde” zum chatten.

  2. Oliver Springer
    schrieb am 15. Oktober 2010 um 12:21 Uhr (#)

    Ja, ein eigenes Soziales Netzwerk auf Skype basierend aufzubauen, wäre vielversprechend. Die Vorteile des dezentralen Ansatzes dürften dem durchschnittlichen Nutzer schwer zu vermitteln sein.

    Aber dort ein Netzwerk aufzubauen, wo man eh schon mit anderen Menschen verbunden ist und mit ihnen kommuniziert, leuchtet sofort ein.

    Kurzfristig gesehen ist die Facebook-Integration in Skype die bessere Wahl, aber langfristig besteht die Gefahr, dass Skype überflüssig oder durch einen Konkurrenten verdrängt wird.

  3. Chron2
    schrieb am 15. Oktober 2010 um 13:30 Uhr (#)

    Es lebe Skype! ;-)

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