Deutsches Social Network für Wissenschaftler:
ResearchGATE erhält Millionen
aus dem Silicon Valley

ResearchGATE aus Berlin ist das weltweit größte Social Network für Forscher und Wissenschaftler. Jetzt erhält das zwei Jahre alte Unternehmen eine umfangreiche Kapitalspritze von namhaften Investoren aus dem Silicon Valley.

Wusstet ihr, dass das weltweit größte soziale Netzwerk aus Deutschland kommt? Ok, betrachtet man den durchschnittlichen Internetnutzer, stimmt dies nicht. Schaut man jedoch ausschließlich auf die Zielgruppe ínternationaler Wissenschaftler, dann ist die Aussage korrekt: ResearchGATE heißt der 2008 von drei deutschen Forschern entwickelte Dienst, der mittlerweile das virtuelle Zuhause für über 500.000 Forscher und Wissenschaftler darstellt.

Das mit Büros in Berlin und Boston vertretene und als GmbH in Hannover registrierte Startup lässt sich am besten mit LinkedIn oder Facebook vergleichen, leiht sich auch die ein oder andere Funktionalität von den populären Social Networks, kombiniert diese jedoch mit allerlei Features rund um Networking und Kollaboration, um den spezifischen Ansprüchen seiner rund um den Globus vertretenen forschenden Nutzerschaft gerecht zu werden.

Eine Besonderheit ist zum Beispiel, dass ResearchGATE-Mitglieder andere Nutzer entweder als Kontakte hinzufügen oder ihnen im Twitter-Stil folgen können. Der Dienst trägt damit der Tatsache Rechnung, dass Wissenschaftler einerseits ein persönliches Netzwerk besitzen, andererseits aber auch an den Arbeiten und Aktivitäten anderer Forscher interessiert sein könnten, mit denen sie bisher noch nicht in Verbindung standen. In letzer Zeit wurden verstärkt Forderungen an Facebook laut, sein System der Vernetzung zu überarbeiten. Falls Mark Zuckerberg Inspiration benötigt, wie man es machen könnte, wäre ihm ein Blick auf ResearchGATE zu empfehlen.

Ein rasant wachsendes Mitgliederwachstum (im Juli wurde die Nutzerzahl erst mit “mehr als 300.000″ angegeben) belegt, dass die zwei Mediziner Dr. Ijad Madisch und Sören Hofmayer sowie der Informatiker Horst Fickenscher den richtigen Riecher hatten, als sie vor zwei Jahren den Grundstein für das Vorhaben legten. Die harte Arbeit scheint sich auszuzahlen, wie eine für hiesige Startups extrem seltene Neuigkeit verdeutlicht:

Das Unternehmen hat heute bekannt gegeben, eine “Series A”-Finanzierungsrunde mit namhaften Geldgebern aus dem Silicon Valley abgeschlossen zu haben. Die Finanzspritze kommt von Benchmark Capital, das sich auch schon bei eBay und Twitter engagiert hat, sowie von Accel Partners, einem der ersten Facebook-Investoren. Begleitet werden die zwei VC-Firmen von einer Reihe internationaler Business Angels. Die Höhe des Investments wurde nicht bekannt gegeben, Ijad Madisch wies jedoch darauf hin, dass es sich um eine “übliche Series-A-Runde” handele. Insofern ist von einem Betrag im siebenstelligen Bereich auszugehen.

Erst am Montag berichteten wir, dass die Leipziger Fachbuchplattform PaperC eine Series-A-Runde mit einem internationalen Investor anstrebt. ResearchGATE, das sich primär über eine kostenpflichtige Jobbörse zu refinanzieren versucht, macht nun vor, wie es geht, und DASS dies auch für junge Webunternehmen aus Deutschland möglich ist. Laut Ijad Madisch, der einige Zeit an der Harvard Medical School studiert hat, war es nicht die US-Niederlassung, die zu dem Engagement der zwei VC-Schwergewichte führte, sondern “das richtige Produkt sowie das richtige Networking”.

Die Nachricht von researchGATE ist eine Ermuterung für alle hiesigen Jungunternehmer mit internationalen Ambitionen und kommt zu einem Zeitpunkt, an dem ohnehin ein zunehmender Optimismus in der deutschsprachigen Gründerszene zu verspüren ist. Erfolgsstories wie die von researchGATE zeigen, dass eine positive Erwartungshaltung gerechtfertig ist. Und Deutschland hat nun womöglich ein neues Vorzeige-Startup.

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1 Kommentar

  1. Lars Heinemann
    schrieb am 21. September 2010 um 15:22 Uhr (#)

    ResearchGATE ist ein gutes Fallbeispiel, wie man ein Netzwerk aufbaut. Sehr gute Leistung.
    Lars

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