Aupeo:
Personalisiertes Radio ohne Firlefanz

Der Berliner Dienst Aupeo bietet personalisierte Radiostreams. Gab es zum Start Anfang 2009 durchaus Zweifel an dem Service, macht er mittlerweile einen sehr soliden Eindruck.

Während wir in regelmäßigen Abständen die Entwicklung bei simfy und steereo im Blick behalten, haben wir über Aupeo, einen weiteren Musikstreamingdienst aus Deutschland, bisher nicht so häufig berichtet. Markus hatte den Service, der ein personalisiertes Radio im Stile von Last.fm oder Pandora anbietet, zum Launch Anfang Januar 2009 hier vorgestellt.

Im Gegensatz zu den eingangs erwähnten Musik-on-Demand-Anbietern scheint man von Aupeo eher weniger zu hören (das ist natürlich nur ein subjektiver Eindruck), was ein Grund dafür sein könnte, dass sich das Berliner Startup bisher nicht ganz oben auf unserem Radar befand. Doch womöglich wird sich das in Zukunft ändern.

Denn während ich mich erinnere, zum Start nicht von der Site überzeugt gewesen zu sein und angesichts des Fehlens von Informationen zur Funktionsweise und zum Geschäftsmodell auch an der Seriosität von Aupeo gezweifelt zu haben (einigen Lesern ging es ähnlich), sind diese Bedenken mittlerweile verflogen. Stattdessen war ich bei einem neuerlichen Besuch auf der Site überrascht, wie ansprechend und vor allem benutzerfreundlich sich Aupeo anderthalb Jahre nach seinen Launch präsentiert.

Der Berliner Dienst erlaubt kein direktes Ansteuern einzelner Titel oder Alben, wie es bei simfy und steereo der Fall ist, sondern ermöglicht das kostenlose Streamen von personalisierten Radiostationen. User besitzen mehrere Wahlmöglichkeiten, um einen passenden Kanal zu finden: Sie können durch die Eingabe eines Interpreten einen Stream mit verwandten Titeln anhören, direkt ein Genre auswählen oder eine Radiostation starten, die zur aktuellen Stimmungslage passt.

Aupeo stellt dann aus rund einer Million Titeln einen passenden Mix zusammen. Jeden gespielten Track kann man favorisieren oder verbannen. Davon ausgehend erlernt Aupeo die persönlichen Musikpräferenzen (im Aupeo-Slang “musikalische DNA” genannt), was es zur Verbesserung der zukünftigen Songauswahl nutzt.

Um dieses Feature verwenden zu können, muss man jedoch angemeldet sein. Um aber spontan einen Aupeo-Radiostream zu genießen, ist keine Registrierung notwendig, und erfeulich ist auch, dass Aupeo selbst im Ausland funktioniert und nicht auf Geoblocking setzt.

Aupeo bietet eine kostenlose iPhone- und Android-Applikation und ist bei einer Reihe weiterer Hardware-Geräte wie TV-Apparaten von Loewe sowie WiFi-Radios von Terratec verfügbar. Erwähnenswert ist zudem eine Kooperation mit der zu BMW gehörenden Automarke Mini. Mini-Käufer, die sich gegen einen Aufpreis für das In-Car-Entertainment-System Mini Connected entscheiden, erhalten über die Mittelkonsole unter anderem Zugriff auf vier von Aupeo bereitgestellte Webradiostreams.

Neben Partnerschaften mit Herstellern basiert das Geschäftsmodell des Berliner Unternehmens auf einer Werbevermarktung sowie auf einem werbefreien Premiumangebot, das für 4,95 Euro pro Monat eine bessere Soundqualität sowie mehr Stationen bietet.

Aupeo ist in der aktuellen Ausbauphase sicherlich kein revolutionärer Dienst. Die eine Aufgabe, die sich der Service verschrieben hat, scheint er jedoch gekonnt zu meistern, und gerade die Möglichkeit, spontan und mit wenigen Klicks einen stimmungs- und geschmacksabhängigen Musikstream abspielen zu können, gefällt mir gut.

Link: Aupeo

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1 Kommentar

  1. Daniel Bracht
    schrieb am 20. August 2010 um 13:54 Uhr (#)

    Ob die direkte Konkurrenz zu last.fm so einem Dienst gut tut wage ich ein wenig zu bezweifeln. Aber Konkurrenz belebt das Geschäft und die Idee mit dem Stimmungsradio finde ich gar nicht mal so schlecht. Habs auch direkt über unseren Firmentwitter gejagt. twitter.com/resultmafo

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