Semantisches Web:
Google kauft
Freebase-Macher Metaweb

Google kauft das US-Unternehmen Metaweb, Betreiber des semantischen Datenbankdienstes Freebase. Auch Facebook experimentiert mit dem Semantischen Web. Nun wird es spannend!

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Das Semantische Web ist die Zukunft für die Suche im Netz. Diese Annahme gilt seit vielen Jahren. Wirklich geschehen ist in diesem hochkomplizierten Feld bisher wenig. Während Menschen bei der Frage “Wo kaufe ich einen Jaguar” aus dem Kontext heraus verstehen, dass es sich um das Automobil und nicht um das Tier handelt, stellen sich Suchmaschinen hier bisher gezwungenermaßen dumm.

Mit semantischen Suchfunktionen soll sich das ändern. Und eine aktuelle Akquisition von Google könnte die Entwicklung der semantischen Suche weit voranbringen. Der Internetriese gab gestern Abend bekannt, das US-Unternehmen Metaweb übernommen zu haben. Eine Summe wurde nicht genannt, könnte aber angesichts von 57,5 Millionen Dollar Venturekapital, die in Metaweb gepumpt wurden, durchaus im dreistelligen Millionenbereich liegen. Metaweb betreibt die semantische Datenbank Freebase, deren Ziel es ist, das Wissen der Welt in geordneter und strukturierter Form zu sammeln.

Bei Freebase geht es weniger um enzyklopisches Wissen, das in erster Linie für den menschlichen Leser gedacht ist, sondern vielmehr um eine Sammlung von Listen, Referenzen und Datensätzen. Freebase ist quasi ein Wikipedia für Maschinen. Und ab sofort Teil des Google-Imperiums. Mein ehemaliger Blog-Kollege Michael Osl hat vor drei Jahren einen ausführlichen Blick auf Freebase geworfen.

Google will das Know-how von Metaweb dafür nutzen, die Inhalte auf Milliarden von gescannten Websites besser zu verstehen und die Suchergebnisse entsprechend zu verfeinern. Freebase soll weiterhin als offene Datenbank existieren, an deren Ausbau jeder partizipieren kann.

Dieser Schritt von Google ist in sofern relevant, als dass der große Konkurrent Facebook ebenfalls verstärkt mit dem Semantischen Web experimentiert: Im Rahmen der Open Graph-Plattform können beliebige Websites mit Facebooks Social Graph verknüpft werden. Betreiber von Websites definieren im Quelltext verborgen für Besucher die Art des dargebotenen Inhalts, was Facebook für die Interpretation und Kategorisierung der “Objekte” einsetzt. Auf diesem Weg ist es für Facebook beispielsweise möglich, zu verstehen, dass bei der Erwähnung des Wortes “Jaguar” das Automobil und nicht die Raubkatze gemeint ist.

Zu oft wurde schon verkündet, das Semantische Web sei endlich da. Und dann war dem doch nicht so. Von daher soll an dieser Stelle das Fazit genügen, dass sich mit Google und Facebook die zwei global führenden Internetfirmen mit dem Thema beschäftigen. Was das Semantische Web für seinen Durchbruch benötigt, ist ein Wettbewerb zweier ebenbürtiger, ehrgeiziger Anbieter. Voilà!

Es folgt ein beeindruckendes Video von Metaweb, in dem das Unternehmen aus San Francisco erklärt, wie es den Kontext aus digitalen Wörtern für Maschinen verständlich macht.

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1 Kommentar

  1. Meeresbiologe
    schrieb am 17. Juli 2010 um 19:11 Uhr (#)

    “Wirklich geschehen ist in diesem hochkomplizierten Feld bisher wenig.”
    So sehr ich mir das wünschen würde – ich fürchte, es wird auch in Zukunft auf diesem Feld wenig passieren. Weil Maschinen leider schlicht nicht denken und werten können, sondern nur ausführen können, was Menschen ihnen eingeben. Das mag in einem eng begrenzten Funktionsfeld wie einem Schachspiel noch zu guten Ergebnissen führen. Im riesigen Feld der unzähligen menschlichen Sachbereiche, Ziele und MOtive halte ich es eigentlich für weitgehend unmöglich.
    Mensch wird wohl auch in Zukunft dieses mannigfaltige Feld menschlicher Bereiche auch im Internet nur selbst ordnen und eintüten können. Maschinen können zwar ne ganze Menge algorithmischer Aufgaben lösen, aber die im Internet abgelegte Gesamtheit des Menschlichen übersteigt wohl die Möglichkeiten von Algorithmen bei weitem.

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