Social Web:
11 Maßnahmen, um das
Rauschen zu verringern

Wer in den Sommermonaten oder auf Dauer das Hintergrundrauschen seiner Social-Web-Nutzung verringern möchte, hat dafür diverse Ansätze. Hier sind 11 Vorschläge.

Gestern fragten wir in unserer Sonntagsumfrage, ob ihr euch nach mehr Offline-Zeit sehnt, das Web also gerne etwas häufiger links liegen lassen würdet. Die Umfrage läuft noch, aber von den bisher über 200 teilnehmenden Lesern bejahen dies immerhin fast 40 Prozent.

Bevor man nun zu drastischen Mitteln greift und sich gezwungen fühlt, die persönliche Webnutzung auf ein Minimum zu reduzieren, um einen digitalen Burnout zu verhindern, gibt es eine ganze Reihe von Kniffen und Tricks, um das Hintergrundrauschen und störende Nebeneffekte der bunten Onlinewelt zu verringern, ohne dabei auf die relevanten, informativen und unterhaltsamen Aspekte des Webs verzichten zu müssen.

Passend zum Sommer und Urlaub sind hier 11 Maßnahmen in loser Reihenfolge, um den persönlichen Internetalltag effizienter zu gestalten und ablenkende Faktoren zu eliminieren. Wahrscheinlich haben viele von euch weitere Tipps, wie sich die Webnutzung konsolidieren lässt, ohne dass dabei all das verloren geht, was uns am Netz so viel Spaß bereitet! Über Ergänzungen in den Kommentaren freuen wir uns.

1. Benachrichtigungen deaktivieren
Viele Social-Web-Dienste versenden E-Mail-Benachrichtigungen bei unterschiedlichen Aktivitäten. Ein Großteil dürfte sich problemlos abbestellen lassen.

2. Newsletter abbestellen
Newsletter verstopfen den Posteingang. Eine Entrümpelung kann sinnvoll sein – was wirklich wichtig ist, lässt sich womöglich effizienter per RSS verfolgen.

3. Kurze Antworten schreiben
“In der Kürze liegt die Würze” ist mehr als ein blödes Sprichwort. Kurze, prägnante Mails und Nachrichten bei sozialen Netzwerken sparen viel Zeit. Wichtig ist nur, nicht wie Steve Jobs zu klingen.

4. Mitgliedschaften konsolidieren
Wer mit dem Aktualisieren seiner Social Networks nicht mehr hinterherkommt, sollte vielleicht darüber nachdenken, einige Konten zu schließen und sich auf die wichtigsten Anbieter zu konzentrieren. Eine alternative Lösung sind Services, um mehrere Profile gleichzeitig mit Inhalten zu versorgen, wie Ping.fm oder Pixelpipe.

5. Abonnierte Blogs konsolidieren
Ein Tipp gerade für User, die durch die Anzahl ungelesener RSS-Elemente in Stress gerät: Blogs, die täglich Dutzende Beiträge veröffentlichen, wovon nur wenige tatsächlich gelesen werden, aus dem RSS-Reader streichen. Eine alternative Lösung ist der Einsatz von Postrank, das nur die populärsten Beiträge eines RSS-Feeds darstellt.

6. Die eigene Twitter-Nutzung hinterfragen
Wer den Eindruck bekommt, einen signifikanten Anteil seines Alltags mit dem Verfassen, Publizieren und Lesen von Tweets zu verbringen, gleichzeitig aber einen Posteingang voller ungelesener E-Mails und eine lange To-Do-Liste vor sich hat, könnte hier durch eine neue Prioritätensetzung neue Freiräume erhalten.

7. Wichtige Twitter-User seperat verfolgen
Twitter-Clients wie TweetDeck erlauben das separate Anzeigen von ausgewählten Twitter-Nutzern. Gleiches gilt für Twitters eigenes Listen-Feature. Wer diesen Weg geht, muss sich nicht ärgern, wenn mal weniger Zeit für Twitter vorhanden ist. Ein schneller Blick auf die Lieblings-User ist dann trotzdem möglich.

8. Link-Aggregatoren für Twitter nutzen
Wer den richtigen Usern folgt, findet über Twitter zahlreiche Verweise zu lesenswerten Artikeln. Dienste wie The Twitter Times, paper.li und Rivva Social (geschlossene Beta) sammeln diese und geben einen schnellen Überblick über die Links, die den persönlichen Twitterstream momentan dominieren.

9. Ein Check-In für verschiedene mobile Dienste
Manche netzwertig.com-Leser verwenden gleich mehrere Location Based Services wie foursquare, Gowalla oder Brightkite. Tools wie check.in oder Footfeed ermöglichen das gleichzeitige “Einchecken” bei verschiedenen mobilen Netzwerken.

10. Social Networks und E-Mail gemeinsam verwalten
Mitunter lässt sich Zeit dadurch sparen, Nachrichten aus sozialen Netzwerken sowie E-Mails innerhalb der selbe Oberfläche zu verwalten. Inbox2 (Review) und Threadsy (Review) erlauben genau das.

11. Browser-Addons gegen Zeitverschwendung
Wer sich leicht ablenken lässt und gerne Zeit bei YouTube oder mit FarmVille verbring, kann Browser-Addons installieren, die derartiges Abschweifen dokumentieren und verhindern.

Welche Maßnahmen schlagt ihr vor?

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16 Kommentare

  1. Frank Hamm
    schrieb am 12. Juli 2010 um 14:59 Uhr (#)

    1) Etwa alle 6 bis 8 Wochen bereinige ich meine RSS-Feeds
    2) Bewusst offline gehen – egal ob unter der Woche oder am Wochenende. Am Anfang brauchte ich ziemliche Konzentration dafür :-)
    3) Kein hektisches Versuchen, alle Nachrichten, Feeds und Tweets nachzulesen. Wenn eine Nachricht wichtig für Dich ist, dann findet sie Dich.

    1. smeiko
      schrieb am 13. Juli 2010 um 13:12 Uhr (#)

      Das sind zwar alles gute Tipps von dir Martin, aber an vielen Dingen sehe ich, dass es bei dir und vielen anderen wohl eher darum geht effizienter statt effektiver zu arbeiten.

      Mal klar ausgedrückt:
      Du gibst Tipps und Tools an die Hand wie man Twitter, Facebook & co effizienter nutzen kann. Aber sind denn Twitter und Facebook überhaupt so wichtig dass man es nutzen sollte?

      Du sagst man sollte check.in nutzen statt einzelne Dienste wie Foursquare, Gowalla & Co. Aber ist es denn wichtig überhaupt einen dieser LB-Services zu nutzen?

      Deine Vorgehensweise kann man mit einem falschen Weg vergleichen den man eingeschlagen hat, und nun aber trotzdem auf diesem Weg bleibt weil man jetzt perfekte Tools und Hilfmittel entdeckt hat die auf diesem Weg hilfreich sind.

      Gruß, smeiko

    2. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
      schrieb am 13. Juli 2010 um 13:16 Uhr (#)

      Da pickt sich natürlich jeder das Relevante raus. Wir sehen nun einmal die Entwicklung des Social Web grundsätzlich positiv, insofern sollte es nicht verwundern, dass wir nicht dazu aufrufen, die Dinge gar nicht mehr zu nutzen.

      Sie machen einfach zu viel Spaß.

      Die Frage, was wichtig ist und was nicht, muss jeder für sich selbst entscheiden.

      Ich mag irgendwie den Vergleich mit einer Site über Hunde von Hundeliebhabern. Dort wirst du auch keine Empfehlung finden, lieber keinen Hund anzuschaffen. Aber dir wird dort bei der Wahl des für dich richtigen Hundes geholfen ;)

  2. MacMacken
    schrieb am 12. Juli 2010 um 15:18 Uhr (#)

    1. Benachrichtigungen deaktivieren

    Gibt es eigentlich bei Facebook eine Möglichkeit, Benachrichtigungen nach Bedarf zu deaktivieren, das heisst nicht generell, sondern für einzelne «Likes», etc.?

  3. Sascha Assbach
    schrieb am 12. Juli 2010 um 16:41 Uhr (#)

    Ich mache es mittlerweile ähnlich wie Frank. Hin und wieder bewusst aufräumen, Accounts und Feeds löschen, Pausen machen, mindestens ein paar Tage z.b. kein twitter und kein Facebook. Es ist wirklich so, wenn etwas wichtig ist, kommt es auch an. Vielleicht ist man nicht mehr der Erste, der es gefunden hat, aber ist das wirklich wichtig? Für mich nicht mehr. Und für mich ist mittlerweile klar, dass es keine Frage der Tools ist, der Infoflut Herr zu werden. Man muss selbst herausfinden wieviel man verträgt…

    Für mich heißt das z.b.

    - so wenig wie möglich Newsletter und notifications per eMail, einige filter ich und lese sie 1x in der Woche
    - mailclient nicht rund um die Uhr aufhaben (auch am iPhone nicht ständig mails abrufen, vor allem nicht mehr nachts)
    - mehrere Twitteraccounts für unterschiedliche Interessen (public, job, private zb)
    - mehrere Twitter- und Facebook-Freundelisten für unterschiedliche Themen oder Nutzergruppen
    - Bilduploads und -Bookmarks diverser Netzwerke (flickr, zootool…) auch im Googlereader ansehen, hier kann man die thumbs häufig schneller durchklicken als auf den unterschiedlichen Einzelseiten (j/k FTW).
    - Videos nur abends und am Wochenende (mit Ausnahmen), kostet zwischendurch zuviel Zeit
    - LBS wie Gowalla nutze ich kaum noch – Zeitgewinn, aber kein Verlust spürbar
    - Skype und Adium sind an harten Tagen nicht mehr an und wenn nur für die Arbeit

    Ich bin auch ein Fan von “kurzen, knackigen Antworten per Mail”, in der Jobwelt kann das aber schnell mal falsch verstanden werden. Da sollte man vorsichtig sein, grade bei Kollegen und Kunden, die nicht sehr web-affin sind.

  4. DocGoy
    schrieb am 12. Juli 2010 um 16:48 Uhr (#)

    Moin!
    Wir befinden uns im Informationszeitalter und das ist inflationär!
    Da sind die oben genannten Maßnahmen überlebenswichtig, um nicht in der Datenflut unter zu gehen.
    Vielleicht sollte auch der Bereich “Chatten” angesprochen werden. Skype, ICQ, Microsoft-Chat, Google-Chat, Yahoo-Chat, Facebook-Chat und und und.
    Auch hier gibt es einige “All-in-one” Programme oder man legt für sich fest eben nur ein Chatsystem zu nutzen.

    Auch die Foren, in denen man / frau aktiv oder passiv ist, sollte regelmäßig überdacht werden.

    Liebe Grüße an das ganze Team und Danke für die tollen Artikel
    DocGoy

  5. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 12. Juli 2010 um 17:15 Uhr (#)

    Schöne Ergänzungen! Dass IM gar nicht aufgeführt ist, sagt eigentlich alles: Persönlich versuche ich Instant Messaging und Chats auf ein einem Minimum zu halten. Es kostet einfach viel zu viel Zeit.

    @ Sascha
    Ja das mit kurzen Mails darf man nicht zu weit treiben. Es ist vermutlich eine Kunst, das richtige Maß zu finden. Nicht zu lang, nicht zu kurz.

  6. Marc Marius Müller
    schrieb am 12. Juli 2010 um 17:47 Uhr (#)

    Schöner Artikel. In Kombination mit dem Artikel bei der Karrierebibel über effektiveres Zeitmanagement, den ich direkt danach entdeckt habe ist das ein richtig guter Denkanstoß.

    Kleine Randnotiz: Hast du Footfeed mal getestet? Kannte das bisher überhaupt nicht, bzw hatte nicht einmal davon gehört. Nachdem ich Dank dir check.in testen konnte wäre ich natürlich gespannt, insbesondere da Check.in irgendwie nicht immer wirklich performant war.

    1. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
      schrieb am 12. Juli 2010 um 20:33 Uhr (#)

      Danke. Installiert hab ich es, bei der Registrierungsaufforderung dann aber erst einmal abgebrochen. Momentan denke ich ohnehin darüber nach, zukünftig nur noch mit einer Location-App einzuchecken. Vielleicht jedenfalls ;)

  7. Stefan
    schrieb am 12. Juli 2010 um 17:53 Uhr (#)

    4. Kann auch sehr gut via Twitter übernommen werden.
    Hashtags (z.B. #vz, #fb und Co.) machen es möglich.
    Man muss nur wissen wie man sie mit den Social Media-Prolfilen verlinkt.

    http://twitter.com/stelten

  8. Ralph
    schrieb am 12. Juli 2010 um 22:52 Uhr (#)

    Sich nicht dazu hinreißen lassen, Kommentare zu verfassen – es sei denn, man kann damit gezielt die eigene Arbeit promoten.

  9. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 12. Juli 2010 um 22:53 Uhr (#)

    Guter Tipp ;)

  10. rp
    schrieb am 13. Juli 2010 um 01:11 Uhr (#)

    Folgenden Satz ausdrucken und an den Schirm kleben:
    “Du sollst bei Wikipedia-Artikeln nie, nie, nimmer auf die Diskussions-Seite schauen!” (Einer meiner fiesesten Zeitkiller, ein Tool dagegen wäre die Rettung.)

    1. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
      schrieb am 13. Juli 2010 um 06:50 Uhr (#)

      Da bin ich noch nie drauf gekommen, dies zu tun ;)

    2. BlackJack
      schrieb am 13. Juli 2010 um 10:47 Uhr (#)

      Wenn man nicht auf die Diskussionseite schaut, entgehen einem allerdings auch wichtige Hinweise, was man an dem Artikel nicht einfach unkritisch glauben/übernehmen sollte. Für mich gehört zur Medienkompetenz dazu, dass man *mindestens* auf die Diskussionsseite schaut, wenn man nicht sowieso noch ausserhalb von Wikipedia nach dem Thema sucht, über das man sich informieren möchte.

  11. Brigitte Hagedorn
    schrieb am 13. Juli 2010 um 10:33 Uhr (#)

    Nach dem Motto “eine Sache dauert so lange, wie Zeit dafür zur Verfügung steht” plane ich einen festen Zeitraum ein um Mails, XING usw.zu prüfen. Alles was schnell erledigt werden kann, wird direkt gemacht – anderes kommt auf die todo-Liste.

    Vielen Dank für die anderen tollen Tipps!

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