TxtBear:
Dokumentenplattform
auch für mobile Geräte

TxtBear aus der Schweiz ermöglicht das browserbasierte Teilen von PDFs und anderen Dokumenten. Da kein Flash-Plugin benötigt wird, funktioniert dies auch auf iPhone und iPad.

Wer Dokumente im Web veröffentlichen oder bequem auf seiner eigenen Site publizieren möchte, kann dazu aus einer Reihe von Services auswählen. So ermöglichen dies unter anderem die US-Dienste Scribd und Docstoc, aber auch Issuu aus Dänemark (Review) oder die mutmaßliche Samwer-Gründung Doktus.

Gemein haben alle Anbieter, dass sie Sharing-Werkzeug und Publikationsplattform für Dokumente in einem sein wollen. Entsprechend komplex und umfangreich wirken ihre Sites.

TxtBear, ein junges Startup aus der Schweiz, scheint diesen Spagat vermeiden zu wollen und konzentriert sich auf das Anbieten von innovativen Funktionen zum Upload und Teilen von Dokumenten an beliebiger Stelle im Netz.

Entsprechend zentral platziert der Dienst auf seiner Website die Upload-Funktionalität, die das Hochladen von Dokumenten-Typen wie PDF, HTML, DOC, ODT oder PPT erlaubt. Alternativ lässt sich auch die URL einer bereits im Netz befindlichen Datei angeben. Vor dem Upload können User auswählen, ob die finale Datei über einen öffentlichen Link erreichbar oder auf privat gestellt sein soll.

Anschließend konvertiert TxtBear das jeweilige Dokument in ein vom Browser lesbares Webdokument, das sich vergrößern und verkleinern, im Format drehen und durchsuchen lässt (Beispiel). Im Gegensatz zu den eingangs erwähnten Services (mit Ausnahme von Scribd, das seit kurzem sämtliche Dokumente in HTML5 angezeit) erfordert TxtBear kein Flash-Plugin.

Ob es sich um HTML5 handelt, ist mir persönlich nicht ersichtlich (was sagen die Webdesigner und -programmierer unter den netzwertig.com-Lesern?). Es scheint fast so, als wandele der Dienst Dokumente lediglich in Grafiken um. Andererseits verweist er in seiner Pressemitteilung auf die Tatsache, dass Texte als strukturiertes HTML hinterlegt sind und somit von Suchmaschinen indexiert werden können.

In jedem Fall bedeutet der Flash-Verzicht, dass sich TxtBear-Dokumente auch auf iPhone, iPad und anderen nicht Flash-fähigen Smartphones anzeigen lassen. Jedes Dokument besitzt eine txt.li-Kurz-URL und lässt sich mit Hilfe eines HTML-Codes auf externen Sites einbetten. Auch das Sharing über zahlreiche Social-Web-Plattformen (Facebook, Twitter, LinkedIn usw.) ist mit einem Klick möglich.

TxtBear stellt Entwicklern zwei offene Schnittstellen zur Verfügung, eine zur Integration der Features in externe Apps und eine für das Programmieren von Plugins. Eine WordPress-Erweiterung existiert bereits.

Der Schweizer Dienst trägt im Logo noch einen Beta-Tag, und das zu Recht: Während das englischsprachige Angebot auf den ersten Blick einen guten Eindruck hinterlässt, offenbaren sich beim genaueren Hinschauen noch zahlreiche Bugs und Fehlfunktionen, die behoben werden müssen.

So scheinen derzeit sämtliche Dokumente eine öffentliche URL zu erhalten, eine Registrierung führt zu keinerlei zusätzlicher Funktionalität, der Upload von .txt-Dateien misslingt, die Seite mit den Geschäftsbedingungen ist noch leer und auch das Feature zum Einbetten von Dokumenten scheint noch nicht ganz ausgereift zu sein.

Dennoch könnte TxtBear, das mit seinem Angebot auch professionelle Contentproduzenten und Verlage ansprechen möchte, zu einem nützlichen Helfer für viele User werden. Die guten Ansätze sind da, die Schnittstellen ein ausgezeichnete Idee und auch eine Plan zur Monetarisierung existiert: Hochgeladene Dokumente werden von Werbung flankiert, außerdem will man später auch ein Modell zur Umsatzbeteiligung aus Werbung in hochgeladenen Texten anbieten.

Schaut’s euch mal an, aber denkt dran: Testen auf eigene Gefahr!

Link: TxtBear

Update: Leser ToMi weist darauf hin, dass TxtBear bereits von der größten Schweizer Gratiszeitung 20 Minuten für deren E-Paper-Version genutzt wird.

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6 Kommentare

  1. ToMi
    schrieb am 7. Juli 2010 um 15:39 Uhr (#)

    Die grösste Tageszeitung der Schweiz benutzt bereits TxtBear für Ihr E-Paper (http://www.20min.ch/epaper/).

    Ich denke das ist schon mal eine gute Referenz für das Unternehmen um weitere Entwickler und Partner anzulocken.

  2. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 7. Juli 2010 um 15:43 Uhr (#)

    Ah, danke für den Hinweis! Etwas seltsam finde ich das zwar angesichts der Bugs, aber andererseits benötigt 20 Minuten ja auch lediglich die Kernfunktion des PDF-Viewers, und der scheint gut zu funktionieren.

    Ist das vielleicht auch ein Beleg dafür, dass in der Schweiz Startups frühzeitig Unterstützung durch und Aufmerksamkeit von Medien bekommen? Oder kann man das nicht so pauschal sagen?

  3. OleS
    schrieb am 7. Juli 2010 um 18:00 Uhr (#)

    Ohne jetzt ein besseres Verb sagen zu können, finde ich “Teilen” im Sinne von “sharen” nach wie vor äußerst unglücklich gewählt .. :o

  4. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 7. Juli 2010 um 18:05 Uhr (#)

    Ich weiß ;)

  5. maik
    schrieb am 11. Juli 2010 um 14:19 Uhr (#)

    Eine Bitte, könnt ihr die Verwendung von “teilen” als Übersetzung von “share” bitte wieder einstellen, danke

  6. Frederick
    schrieb am 31. März 2011 um 12:21 Uhr (#)

    Leider ist es nicht möglich eigene Dokumente auch wieder von txtbear.com zu löschen.
    Das Problem besteht bei mir schon ~1 Monat!
    Somit kommt der Dienst für mich zur Zeit nicht in Frage!

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