Suchmaschinen:
Facebook ärgert Google

Facebook integriert Websites in die Ergebnisse seiner Suchefunktion, die den Like-Button eingebaut haben. Ein Vorstoß auf Google-Territorium.

Facebook und Google gelten schon seit einiger Zeit als Konkurrenten. Dabei ging es bisher jedoch weniger um die tatsächlichen Aktivitäten der beiden Internetunternehmen sondern eher um die Aufmerksamkeit der Nutzer. So zog das soziale Netzwerk im März in den USA an Google vorbei, was den Anteil an allen Visits betraf. Weniger (anteilige) Aufmerksamkeit für Google könnte zu sinkenden Werbeeinnahmen führen, so die Befürchtung.

Doch zum eigentlichen Showdown zwischen den beiden Weltfirmen aus Kalifornien kommt es erst, wenn der eine mit voller Wucht in das Territorium des anderen vorstößt – wenn also Google eine echte Alternative zu Facebook präsentieren (Orkut ist dies nicht) oder Facebook seine Suchanstrengungen verstärken würde. Genau Letzteres passiert gerade!

Facebook hat bestätigt, dass es derzeit sukzessive Websites, die den Facebook Like-Button einsetzen, in die Ergebnisse der hauseigenen Suchmaschine integriert. Beteiligte Sites erhalten dadurch die Möglichkeit, über die Facebook-Suche gefunden zu werden. Ein Beispiel gibt es hier.

Zu den jeweiligen Suchergebnissen zeigt das Netzwerk die Anzahl an Likes an. Das könnte sich langfristig nicht nur zu einem extrem aussagekräftigen Qualitätsmesser für Websites entwickeln, sondern auch neue Rahmenbedingungen für die Suchmaschinenoptimierung von Websites schaffen.

Auch Google experimentiert seit einiger Zeit mit “sozialen” Suchergebnissen, um von Freunden und Kontakten über verschiedene Social-Web-Kanäle empfohlene Sites in die Suche einfließen zu lassen. Allerdings kann sich der Such- und Werberiese hier noch so sehr anstrengen – es ist Facebook, das den Social Graph von fast 500 Millionen Nutzern weltweit am besten abbildet und somit gegenüber Google einen enormen Vorteil besitzt.

Bis Facebook tatsächlich als ernstzunehmende Google-Alternative wahrgenommen wird, dürfte noch einige Zeit vergehen. Dennoch kann man davon ausgehen, dass sich auf der Stirn von Google-CEO Eric Schmidt angesichts des Vorgehens von Facebook die ein oder andere Sorgenfalte abzeichnet. Schon allein deshalb, weil Google eben nicht einfach zum Gegenschlag ausholen und mit einem Fingerschnipp seine Social-Web-Präsenz stärken kann. Dafür müssen die User mitziehen. Doch die sind bei Facebook.

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5 Kommentare

  1. Martin
    schrieb am 26. Juni 2010 um 01:20 Uhr (#)

    Wieso verschläft Google eigentlich das soziale Web?

    Allein mit den ganzen Google-Profilseiten könnte Google wesentlich aktiver werden …

  2. Sergiu (Einrichtungsblog)
    schrieb am 26. Juni 2010 um 09:28 Uhr (#)

    Google verschläft nichts. Google bleibt seiner Linie treu, es ist Informationsdienstleister. Es versorgt die Nutzer mit Informationen (websites, Kartendaten, Bücher, Videos, etc.).

    Facebook ist ein Quatchclub, wo Laien sich wichtig machen. Das hat keine Qualität. Was bringts wenn 14-jährige irgendwelche Artikel, Produkte, Meinungen, etc. für “gut befindet” und diese Seiten in facebook´s Index haut?
    So Seiten zu bewerten, hat keine Qualität, keine Qualitätskontrolle,… da ist google mit der neutralen Text-Analyse viieeel besser dran. Oder findest du irgendwas in google nicht, dass du es auf facebook suchen müsstest?

    Dieses Netzwerk ist nicht sozial, es sagt nur über sich selbst er wäre sozial. Außer man bezeichnet selbst “sozial” in einer Traumwelt zu sein, wo man sich selbst als wichtig plakatieren kann und das was man mag ebenfalls.

  3. xconroy
    schrieb am 26. Juni 2010 um 18:06 Uhr (#)

    Ich glaube kaum, daß es Facebook um “echtes” “Sozialsein” geht oder darum, was du oder ich unter “Qualität” verstehen. Abgesehen davon, daß das alles Definitionen sind, die nur jeweils aus einer bestimmten Perspektive heraus sinnvoll sind, hat Facebook augenscheinlich genau den Erfolg, den es haben will: Marktdurchdringung, Datenzugriff und Kunden, die sich freiwillig dran binden, weil ihre ganzen Freunde dort sind (geht mir ja nicht anders, auch wenn ich den Laden durchaus kritisch sehe).

    Bei Google habe ich ab und an und in letzter Zeit öfters den Eindruck, daß dort entweder aneinander vorbeikommuniziert oder aber der Wald vor lauter Bäumen nicht gesehen wird.
    Man schaue sich mal an, was die da alles für Bauklötzchen stehen haben: allein aus den Grundelementen Orkut, Buzz und Groups ließe sich mit etwas Geschick ein brauchbares Dingens zimmern. Mit FriendConnect ist zumindest eine Crossover-Loginmöglichkeit gegeben (sowas wie “Like” fehlt noch). Wave und Knol ließen sich prima kombinieren, wenn auch nicht unbedingt auf den ersten Blick in irgendwas “social”mäßiges einbinden (der Versuch von Wikikrams kombiniert mit Socialkrams ging bisher immer schief, möglicherweise kriegt auch hier wieder Facebook den besseren Dreh hin). Mail, Reader, YouTube sind alles Dienste, die viel und oft genutzt werden. Für Locationzeugs gibts Maps, GTalk könnte vom Potenzial her Skype Konkurrenz machen, nen eigenen Browser gibts auch…

    Das steht aber alles nebeneinander rum, so wie sehr kleine Kinder, die noch eher neben- als miteinander spielen. Der Krempel interagiert nicht, ist nicht integriert, jedenfalls nicht so, daß mehr als die Summe der Teile entsteht (im Gegensatz zu Facebook, das “rund” erscheint). Die Zutaten sind alle da – es scheint nur jemand zu fehlen, der sie so mixt, daß was wirklich Großes bei rauskommt. Vielleicht sollten sie Paul Buchheit zurückkaufen…

  4. Basti
    schrieb am 24. Juli 2011 um 16:56 Uhr (#)

    Jetzt ärgert Google Facebook… ;)

  5. Tomm
    schrieb am 24. Juli 2011 um 21:49 Uhr (#)

    Google ist die Nummer 1 unter den Suchmaschinen und das wird auch so bleiben und wenn Facebook jetzt auch eine Suche anbietet,dann werde ich trotzdem weiterhin über Google suchen, ganz einfach weil ich mich daran gewöhnt habe.

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