Open Library:
Wikipedia für Bücher

Open Library ist eine gemeinnützige Bücherdatenbank, an der jeder mitarbeiten kann. Ziel ist, jedes jemals erschienene Buch zu indizieren.

Das unter der Domain www.archive.org erreichbare “Internet Archive” dürfte den meisten Nutzern bekannt sein, die schon einmal ein Abbild einer früheren Website benötigten. Mit der “WayBackMachine” des gemeinnützigen Internetarchiv-Projekts ist genau dies möglich.

Vielleicht nicht jedem bewusst ist jedoch die Tatsache, dass im Jahr 2007 als Teilprojekt des Internet Archives Open Library ins Leben gerufen wurde. Open Library, zu deutsch offene Bibliothek, hat sich zum Ziel gesetzt, für jedes jemals erschienene Buch eine eigene Infoseite mit den wichtigsten Meta-Angaben rund um den Titel vorzuhalten. Am Mittwoch ging eine neue Version der Plattform online.

Jeder kann bei dem nicht gewinnorientierten Projekt Bücher hinzufügen oder bestehende Informationen bearbeiten, ganz wie man es von Wikipedia kennt. Laut eigenen Angaben befinden sich derzeit ungefähr 30 Millionen Datensätze in der Datenbank, die nach unterschiedlichen Kritierien durchsucht werden können. Rund eine Million eingescannte Bücher sind im Volltext verfügbar.

Als offene Datenbank mit dem Ziel, alle Bücher dieser Welt zu indizieren, ist Open Library daran interessiert, eine so starke Verbreitung wie möglich zu erzielen. Zu diesem Zweck bietet die Site diverse Schnittstellen (API), mit der externe Dienste und Applikationen auf Open Library zugreifen können.

So erlaubt beispielsweise das WordPress-Plugin OpenBook das automatische Anzeigen von Buchcovern und anderen Angaben zum Titel, sobald eine ISBN-Nummer oder eine Open Library-Kennung in einen Blogbeitrag eingefügt wird. Mit einem FireFox-Plugin ist außerdem das direkte Durchsuchen der Open Library-Datenbank aus dem Mozilla-Browser möglich.

Eingesetzt wird Open Library unter anderem von der australischen Nationalbibliothek, die über ihre experimentelle Suchmaschine Trove via API auf die offene Buchdatenbank zugreift.

Ich muss gestehen, dass mir Open Library bisher nicht bekannt war. Stattdessen zog es mich stets zu Amazon, wenn ich Informationen zu einem Buch benötigte. In Zukunft kann ich bei Open Library nachschauen, das auf den Profilseiten (Beispiel) zu den Onlineshops verlinkt, die das jeweilige Werk im Angebot haben und sich somit ein paar Affiliate-Cents verdient.

Open Library erinnert mich stark an Discogs, eine – allerdings kommerzielle – kollaborative Datenbank für Musikveröffentlichungen. Gewissermaßen im Wettbewerb steht das Projekt nicht nur mit Online-Buchläden und Buchcommunities wie weRead.com oder lovelybooks, sondern auch mit Google Books. Googles Büchersuchmaschine folgt der Vision der Unternehmensgründer Larry Page und Sergey Brin, dass Menschen auf der ganzen Welt Bücher durchsuchen und finden können.

Open Librarys offener, kollaborativer Ansatz sowie das auch langfristig nicht bestehende Streben nach Gewinn sind jedoch Alleinstellungsmerkmal genug und werden zukünftig sicher noch viele Bücherfreunde zur Mitarbeit an Open Library animieren.

via twitter.com/hemartin

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3 Kommentare

  1. Noz
    schrieb am 7. Mai 2010 um 15:14 Uhr (#)

    Schon mal was von LibraryThing.com gehoert? Deren Datensammlung ist auch nicht zu verachten.

  2. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 7. Mai 2010 um 15:18 Uhr (#)

    Der Unterschied scheint zu sein, dass es da eher um persönliche Bücherarchive geht: “LibraryThing ist dein eigener Bücherkatalog auf Bibliotheksniveau.”

    Aber thematisch sicherlich sehr relevant, ja. Danke.

  3. Noz
    schrieb am 30. Mai 2010 um 16:32 Uhr (#)

    sorry, ist bisschen spaet, dass ich jetzt erst darauf antworte :)

    “eher um persönliche Bücherarchive”: stimmt, so hat die seite angefangen und ich denke das macht einen grossteil der datensammlung aus.
    allerdings gibt es mittlerweile immer mehr bibliotheken deren bestaende bei LT eingetragen werden, nicht zuletzt wegen der unterstuetzung von LT speziell fuer bibliotheken:
    http://www.librarything.com/forlibraries/

    und noch zur menge der katalogisierten buecher, laut LT sind das mittlerweile knapp 52 millionen:
    http://www.librarything.com/zeitgeist

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