Blackbird Pie:
Twitter schwächt die Kraft von Zitaten
Twitter bietet mit der neuen Funktion “Blackbird Pie” die Möglichkeit, Zitate von Tweets in beliebige Seiten einzubauen. Doch statt Twitter-Zitate so zum Standard zu machen, schädigt es deren Glaubwürdigkeit.
Bisher haben wir uns mit einem Link zum jeweiligen Tweet begnügt oder das entsprechende Zitat 1:1 kopiert. Gerade bei pikanten oder besonders prägnanten Aussagen wäre es jedoch schön, die gesamte Twitter-Nachricht im Original in einen Artikel einfügen zu können. Screenshots schaffen zwar Abhilfe, aber wirklich optimal ist diese Lösung auch nicht.
Mit einem neuen Feature namens “Blackbird Pie”, das soeben veröffentlicht wurde, will der Dienst aus San Francisco das Zitieren vereinfachen. Wer ein exaktes Abbild eines Tweets auf einer beliebigen externen Seite integrieren möchte, kopiert dazu die URL der betreffenden Twitter-Nachricht in das Formular auf dieser Seite.
Daraufhin erscheint der zu kopierenden Code, der anschließend im eigenen Blog oder sonstwo eingefügt werden kann. Voraussetzung ist lediglich, dass die Zielseite simplen HTML-Code unterstützt. Das Resultat sieht dann in meinem Fall so aus:
simfy: Deutschlands erste iPhone-App für On-Demand-Musik http://bit.ly/ckaT9E #netzwertig
Twitter blendet das Hintergrundbild des Nutzers ein, einige Stilelemente hingegen werden von der jeweiligen Zielseite übernommen.
Die neue Funktion ist unspektakulärer, als gestern erste Ankündigungen zum Zitat-Feature vermuten ließen. Denn Twitter erlaubt nicht etwa die tatsächliche Integration von Original-Tweets, sondern generiert lediglich einen HTML-Code, der den Tweet nachbildet.
Damit erleichtert Twitter Bloggern und Journalisten zwar die Visualisierung von Twitter-Zitaten, aber hilft in keiner Weise dabei, die Echtheit und Glaubwürdigkeit von zitierten Tweets zu erhöhen. Im Gegenteil: Jeder kann den von Twitter bereitgestellten Code vor dem Einbau in die eigene Seite beliebig modifizieren, so z.B. den Text oder den Namen des Twitter-Nutzers ändern.
Das neue Feature soll also Nutzer an scheinbar direkt von Twitter entnommene Zitate gewöhnen, die in Wirklichkeit lediglich ein Nachbau des Originaltweets sind und damit überhaupt keine Aussage über die Echtheit des Zitats machen. Das nenne ich eine Enttäuschung.
Irgendwo wurde gestern schon gemutmaßt, ob Twitter nun das YouTube für Zitate werden würde. Die klare Antwort ist “nein”. Denn dazu wäre eine waschechte “Embed”-Funktion erforderlich, die den Tweet deutlich erkennbar direkt von den Twitter-Servern aus anzeigt – Manipulation ausgeschlossen.
Stattdessen animiert Twitter seine Nutzer, Tweet-Zitate einfach nachzubauen und öffnet Modifizierungen Tür und Tor. Wer da nicht auf der Hut ist, kann leicht hinters Licht geführt werden, wie folgender “Tweet” illustriert.
netzwertig.com kauft TechCrunch http://bit.ly/defcon #netzwertig



















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naja, die Echtheit des Tweets kann man schnell verifizieren, der Tweet ist ja verlinkt. Wer da regelmässig die kriminelle Energie der Verfälschung demonstriert, der schiesst sich bzgl. seiner Glaubwürdigkeit wohl selbst ins Bein.
Die Art ist zwar unspektakulär, gefällt mir aber gar nicht schlecht. Ein “waschechter Embed” hätte zudem den Nachteil der Koppelung an Twitter (inkl. Privacy-Problemen, Downtimes, usw.)
Ich finde die Kritik ungerechtfertigt. Denn in dem “Zitat”-Html-Fragment befindet sich ja immerhin auch der Link zum Originaltweet. Mir jedenfalls reicht das als Verifikation vollkommen.
Zweitens kann ich die Entscheidung von Twitter voll und ganz nachvollziehen und begrüße sie als Twitkritter. Denn wir hatten intern schon die Frage ob wir diesen Service für Twitkrit nutzen wollen. Wir waren skeptisch, denn wir fürchteten, dass gelöschte Tweets – das kommt häufiger vor als man denkt – dann nicht mehr erscheinen würden.
Dadurch, dass das Fragment eine zeitpunktuelle snapshotartige Nachbildung des Tweets ist, hat sich das Problem wohl erübrigt.
Verifizierung durch einen Klick auf die durch einen URL-Shortener getarnte URL. Ja, das ist natürlich möglich… :P
Ja alles hat Vor- und Nachteile. Ich finde diese Lösung dennoch äußerst sinnlos. Da halte ich einen Screenshot für deutlich besser.
Twitter-Zitate würden dann ihre größte Tragweite im Netz erhalten, wenn ihnen auch weniger versierte Nutzer fast blind vertrauen könnten. Das ist bei der gewählten Variante nicht möglich. Insofern frage ich mich, wozu Blackbird Pie eigentlich gut sein soll.
Nein, ich glaube, das ist ein Missverständnis. Unter “less than a minute ago” (was witziger weise hardwired drinsteht) steht in deinem eingebauten Tweet ein unvershortender Link zum Originaltweet als Einzelansicht auf Twitter. Ja, das ist Verifikation genug.
Jetzt nicht mehr. Wie im Beitrag erwähnt – das ganze Ding ist beliebig veränderbar. Es ist nichts weiter als HTML-Code, ohne das außer ein paar Grafiken etwas extern geladen wird.
Ja, und JETZT ist das Zitat unglaubwürdig ;)
Ach Quark, das wird bei Twitter schon fleißig rumgeschickt :D
Ich habe mal davon gehört, dass man ein Bildschirmfoto verändern kann. Bin mir aber nicht sicher, ob das stimmt. Wenn ja, würde das ganz schön das Zitat schwächen.
1) Einen Screenshot zu modifizieren, ist etwas aufwendiger.
2) Ein Screenshot enthält keine modifizierten Links
3) Ein Screenshot wird als solcher erkannt. Ein mit Blackbird Pie nachgebauter Tweet gibt vor, ein eingebetteter Tweet zu sein. Ist er aber nicht.