Sonntagsfrage:
Was haltet ihr von
Facebooks Entwicklung?

Facebook erhitzt die Gemüter. Technischer und funktioneller Innovation steht ein progressiver Umgang mit der Privatsphäre und den Daten der Nutzer gegenüber. Wie beurteilen die Leserinnen und Leser von netzwertig.com die jüngste Entwicklung?

Spätestens seit der Ankündigung weitreichender Neuerungen vor knapp zwei Wochen diskutiert die Netzgemeinde intensiv über Facebooks zunehmenden Einfluss auf das Web.

Neue Features wie Social Plugins sowie das automatische Personalisieren externer Websites machen das Netz deutlich sozialer, werfen aber gleichzeitig Fragen darüber auf, ob Facebook mit der seinen Anwendern aufgezwungenen Offenheit nicht etwas weit geht.

Wir wollen wissen, wie ihr zu Facebook steht! Wie beurteilen Internetunternehmer und -beobachter, Blogger sowie aktive und bewusste Anwender die jüngsten Vorstöße des sozialen Netzwerks? Bitte beantwortet die folgende Frage und helft uns, ein Stimmungsbild zu zeichnen:

Hier geht’s zum Zwischenstand.

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(Illustration: stock.xchng)

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17 Kommentare

  1. David Eicher
    schrieb am 2. Mai 2010 um 10:24 Uhr (#)

    Ich vermute fast, dass die Lieblinge (facebook, Apple) gerade ihren Kredit in der Öffentlichkeit verspielen und vermeintliche Bad Guys (z. B. Microsoft) wie ein Phönix aus der Asche steigen werden …

  2. Daniel Niklaus
    schrieb am 2. Mai 2010 um 11:41 Uhr (#)

    Was jetzt passiert, sahen wir doch schon zig-mal. IBM war mal cool, bevor sie zum grossen Moloch wurden und die coole Firma plötzlich Microsoft hiess, bevor sie zum grossen Moloch wurden und die coole Firma plötzlich Google hiess, bevor sie zum grossen Moloch wurden und die coole Firma plötzlich Facebook hiess, bevor sie zum grossen Moloch wurden…

    Man könnte versucht sein, zu sagen: Mit dem Erfolg kommt die Paranoia ;-)

    Was bedeutet diese Entwicklung für uns Internetunternehmer? Wenn wir damit den Usern ein besseres Erlebnis bieten können, dann bieten wir es.

    1. thorsten
      schrieb am 2. Mai 2010 um 13:27 Uhr (#)

      Allerdings habe ich das Gefühl, als ob Google versucht diesen Fehler nicht zu wiederholen. Natürlich sind solche Entscheidungen wirtschaftlich erstmal unklug. Damit meine ich die Produkte auf OpenSource-Basis zu veröffentlichen, oder China den Rücken zu kehren. Langfristig kann aber dadurch genau das Reputationsproblem, welchem große Firmen gegenüberstehen umgangen werde. Ich glaube Micrososft ist da das beste Negativbeispiel.

      Ich persönlich hatte aber noch nie ein positives Gefühl bei Facebook. Vielleicht kommt das jetzt Google sogar zugute, gerade was das “Datenkrake”-Argument betrifft sind sie im öffentlichen Auge überrundet worden. Ich persönlich halte es grundsätzlich für Gefährlich, dem Internet die Anonymität zu nehmen und ich sehe das Internt lieber bei Google als bei Facebook.

      Was viel zu selten angesprochen wird, Facebook geht damit ein massives Risiko ein. Es gibt schon einen Grund warum, warum große Unternehmen keinen 25-Jährigen CEO einstellen.

    2. Daniel Niklaus
      schrieb am 2. Mai 2010 um 23:21 Uhr (#)

      Wirtschaftlich sehr klug. Allgemein glaubt man, dass Opensource etwas “idelles” sei. Da liegt aber der Grossteil der Leute falsch. Wenn IBM auf Linux setzt, dann geht es weniger um Opensource, als darum, Microsoft im Servermarkt zu blocken. Wenn Sun Openoffice frei gibt, dann will man Microsoft eines ans Bein kicken. Wenn Google einen Opensource-Browser macht, dann ging es nicht um Ideale, sondern um banale Geschäftsinteressen. Browser verschnellern, druck auf den Gegner aufbauen.

    3. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
      schrieb am 3. Mai 2010 um 19:01 Uhr (#)

      Den Aspekt mit dem Alter finde ich sehr interessant. Ist Zuckerberg vielleicht einfach zu unerfahren, um das Facebook-Schiff verantwortlich zu führen? Andererseits – wie viel Entscheidungsmacht hat er eigentlich (noch) und wie viel die Investoren…

  3. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 2. Mai 2010 um 11:51 Uhr (#)

    Was bedeutet diese Entwicklung für uns Internetunternehmer?

    Am besten gar nicht erst anfangen, denn am Ende wird man ohnehin zum Buhmann :P

    1. Daniel Niklaus
      schrieb am 2. Mai 2010 um 11:55 Uhr (#)

      Es ist ein wenig wie Bayern München. Wenn du Meister bist, ist es dir S****egal ;-)

  4. Martin
    schrieb am 2. Mai 2010 um 12:51 Uhr (#)

    Manche Ärgernisse mit Facebook sind ganz praktisch – so wurde bei der Umstellung auf das neue Profil-Format mein halbes Profil gelöscht und die neue Darstellung ist höchst unbefriedigend … :(

  5. Martin
    schrieb am 2. Mai 2010 um 12:54 Uhr (#)

    Eher amüsant, solange man nicht selbst davon betroffen ist:

    http://en.wikipedia.org/w…e%27s_Birthday_Party
    http://encyclopediadramatica.com/Kate%27s_Party

  6. Bits of Freedom
    schrieb am 2. Mai 2010 um 14:31 Uhr (#)

    Ich bewege mich jedenfalls lieber in einem Google-Internet als in einem Apple- oder Facebook-Internet.

    Viele Google-Dienste (Suche, Maps) lassen sich auch mit geringen oder gar keinen Datenspuren nutzen. Außerdem kann man für viele Anwendungsfälle (z.B. Mail und Kalender) einzeln auswählen, ob man einen Google-Dienst nutzt, oder einen der Konkurrenz.

    Facebook muss hingegen mindestens wissen, wer meine Freunde sind, damit ich irgendeinen Nutzen davon habe.

    Und Apple ist nicht in Sachen Datenschutz bedenklich, sondern weil sie Teile des Webs durch ein geschlosseneres System ersetzen wollen (Apps statt Webseiten), und mich nicht mit einem rechtmäßig erworbenen Gerät das machen lassen, was ich will.

  7. ubuntubru
    schrieb am 2. Mai 2010 um 18:10 Uhr (#)

    Interessant bei Apple und Facebook ist:

    Beide Unternehmen wirken auf mich wie eine Technosekte. Beide verfügen über einen Guru, beide über eine über das Normalmass hinaus begeisterte Anhängerschar. Wer nicht drin ist, ist draussen. Wer nicht für uns ist, ist gegen uns.

    Spätestens wenn der Guru stirbt, wirds lustig. Bei FB könnte das noch lange dauern ;-D

  8. Das Wort
    schrieb am 2. Mai 2010 um 19:00 Uhr (#)

    Ich denke das Facebook nur solange im Gespräch sein wird, solange sie derartige zum Teil peinliche Entwicklungen produzieren, wenn dies mal vorbei ist und diese Phase geht mal vorbei, dann wird es sehr schnell ruhig um Facebook.
    Klarer Nachteil ist eben das es ein geschlossenen System ist und daher nur begrenzt sinnvoll ist dort dabei zu sein – im Gegenteil zu Google, deren Service und Dienstleistungen kann man zum grossen TEil auch ohne verpflichtende Registrierung nutzen und gerade deshalb wird es so intensiv genutzt.
    Facebook ist und bleibt ne Modeerscheinung, die früher oder später auch wieder in Vergessenheit geraten wird.

  9. Martin
    schrieb am 3. Mai 2010 um 12:01 Uhr (#)

    Interessant wäre, wer es negativ einstuft und daraus seine persönlichen Konsequenzen zieht – und wer eben einfach so weitermacht, trotz Bedenken.

  10. Daniel Niklaus
    schrieb am 3. Mai 2010 um 12:34 Uhr (#)

    In der Psychologie geht man davon aus, dass am Arbeitsplatz immer etwas “nerven” muss. Dass kann zum Beispiel die Kaffemaschine sein, welche nicht ordentlich entsorgt wird. Stellt man den Reinigungsdienst an und das Problem ist erledigt, hält der Frieden nur kurz und die Leute nerven sich an etwas neuem. Zum Beispiel dem Signalton der gegenüberliegenden Bahn…

  11. Meeresbiologe
    schrieb am 3. Mai 2010 um 15:57 Uhr (#)

    Facebook ist für mich bisher uninteressant. Zu ungeordnet, unstrukturiert, Kraut und Rüben von Textmassen und Privatgelaber, die man nicht braucht, zu hohe Einstiegshürden. Habe mit meinen Feeds und Twitter genug zu tun.

  12. Oliver Springer
    schrieb am 3. Mai 2010 um 23:37 Uhr (#)

    Ich sehe das mit dem Datenschutz bei Facebook zwar locker, aber “progressiver Umgang” würde ich da nicht sagen. Das passt nun auch nicht!

    Beim Voting habe ich mich eben für “tendenziell positiv” entschieden. Gerade die jüngsten Entwicklungen gehen ja dahin, dass das Online-Leben nicht zu großem Teil auf der Facebook Website stattfinden muss, sondern Facebook sozusagen mitkommt, wenn man im Netz unterwegs ist. Ist das keine wichtige Öffnung?

    Ja, vergleichen mit Facebook ist Google harmlos, falls man das ganze Thema mit Sorge betrachtet.

    Ich neige mehr und mehr der Ansicht zu, dass man von diesem Ansatz her nicht gewinnen kann. Privatsphäre, wie wir sie früher kannten, hat keine Zukunft.

    Wir sollten unsere Anstrengungen darauf konzentrieren, wie wir in unserer Gesellschaft mit Informationen über andere Menschen umgehen, anstatt zu versuchen, “Informationsverhinderung” (bei dem Begriff denke ich etwa an Initiativen gegen Google Street View) zu betreiben.

  13. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 4. Mai 2010 um 06:49 Uhr (#)

    Privatsphäre, wie wir sie früher kannten, hat keine Zukunft.

    Dem stimme ich zu. Für mich ist es größtenteils die Art, WIE Facebook agiert, und nicht, was es macht. Siehe auch hier.

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