“Thank You Economy”:
Ein erster Blick auf Flattr

Flattr weitet seine geschlossene Beta-Phase aus. Wir werfen einen Blick auf den neuen Micropaymentservice für Blogger und andere Inhaltenanbieter.

Flattr
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Rund zwei Monate nach seiner ersten Ankündigung hat der neue Micropaymentservice Flattr vor wenigen Tagen die bisher sehr restriktiv gehandhabte Beta-Phase ausgeweitet. Für einige Stunden konnten am Freitag interessierte Nutzer auf der Website einen Einladungscode generieren, und dank des Hinweises von Twitter-Nutzer Matthias Jakel gelang es mir, einen Zugang zu ergattern.

Mit Hilfe von Flattr können sich Nutzer in Form einer kleinen Gabe für digitale Inhalte bedanken. User laden ihr Flattr-Konto mit einem monatlichen Betrag ab zwei Euro aufwärts auf und klicken anschließend im Web fleißig auf Flattr-Buttons, sofern ihnen ein Artikel, ein Bild, ein Video, eine Audiodatei oder eine Software-Anwendung gut gefällt. Am Monatsende wird der von ihnen investierte Betrag zwischen allen “geflatterten” Anbietern aufgeteilt.


Das System setzt voraus, dass möglichst viele Anwender und Ersteller von Inhalten gleichzeitig mit der Nutzung von Flattr beginnen. Um das daraus resultierende Henne-Ei-Problem etwas zu lindern, aggregiert Flattr im Mitgliederbereich alle Objekte, für die bereits ein Flattr-Eintrag angelegt wurde, ungeachtet davon, ob der dabei generierte Flattr-Button bereits auf der jeweiligen Site eingebaut wurde.

Wer also bei Flattr sein Konto mit beispielsweise zwei Euro befüllt und anschließend nirgends im Web auf Inhalte stößt, die sich flattern lassen, hat dann immer noch Gelegenheit, sein Investment an fleißige Content-Ersteller zu verteilen.

Um Flattr als Betreiber einer Webpräsenz ausprobieren zu können, gibt es nach erfolgreicher Registrierung zwei Optionen: Entweder kann auf der Flattr-Website ein neues Objekt mit der URL des zu flatternden Inhalts angelegt werden, woraufhin man einen Code zur Integration des Flattr-Buttons erhält.

Oder man integriert einen mehrzeiligen Code auf der eigenen Site, der immer dann automatisch ein neues Flattr-Objekt anlegt, wenn zum ersten Mal von einem Besucher auf den Button geklickt wurde. Mit dieser Methode lassen sich für einzelne Unterseiten oder Blogartikel getrennte, eindeutig identifizierbare Flattr-Objekte erstellen.

Für WordPress-Blogs existiert bereits ein Flattr-Plugin. Eine Funktion zur Verwaltung von mehreren Autoren oder Kreativen für eine übergeordnete Site fehlt aktuell jedoch noch.

Flattr erlaubt nur das Anlegen von Flattr-Objekten für Inhalte, die man selbst erstellt hat. Ansonsten droht die Sperrung des Zugangs.

Ich habe mein Flattr-Konto zum Start mit zwei Euro aufgeladen (1,58 Euro nach Abzug der PayPal-Gebühren) und werde den Dienst nun einmal ausprobieren. Natürlich hoffe ich, dass sich das unter anderem von PirateBay-Gründer Peter Sunde betriebene Startup aus Schweden schnell weiter öffnet und möglichst viele Blogger, Musiker, Fotografen und Künstler – die primäre Zielgruppe von Flattr – den Service einsetzen werden.

Große Medienhäuser brauchen sich übrigens keine Hoffnungen machen. In der aktuellen Ausbaustufe richtet sich Flattr eindeutig an Blogs und den Long Tail des Web.

Leider geizt das Flattr-Team momentan noch mit dem Verteilen von Einladungen, da noch immer grundlegende Entwicklungsarbeiten durchgeführt werden.

Update: Nun hat uns Flattr doch neun Invites zur Verfügung gestellt. Geht bei Interesse folgendermaßen vor: Hinterlasst einen Kommentar unter Angabe eurer E-Mail-Adresse im dafür vorgesehen Feld, verlinkt als URL zu eurem Twitter-Konto UND twittert den Link zu diesem Artikel. Nur wer genau so vorgeht, erhält anschließend eine Einladung per Mail.

Update 2: Die Invites sind weg. Wer Flattr ausprobieren möchte, kann seine E-Mail-Adresse in eine Warteliste eintragen.

Zwei Services mit ähnlichem Konzept heißen Kachingle und PayMeCredit.

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52 Kommentare

  1. Thomas
    schrieb am 26. April 2010 um 17:11 Uhr (#)

    21% Abzug für PayPal Gebühren, happig.

  2. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 26. April 2010 um 17:20 Uhr (#)

    Ja Flattr weist deshalb auch darauf hin, dass es am Ende günstiger ist, einmalig einen größeren Betrag ins Flattr-Konto zu laden und diesen dann über mehrere Monate zu verteilen.

    PayPal berechnet Zahlungsempfängern pauschal 0,35 Euro sowie eine Provision von 1,9 Prozent. Lädt man lediglich 2 Euro auf sein Flattr-Konto, schmälert die 35 Cent-Pauschalgebühr diesen Betrag natürlich beträchtlich.

  3. suvi
    schrieb am 26. April 2010 um 18:55 Uhr (#)

    Wenn ihr mich fragt ist flattr ein flop. Ich seh schon bei all den donat software sachen, da spendet kaum jemand was.

    Das einzige was daran toll ist, ist das Flattr eine Hitparade mit tollen Sachen herausbringen kann. Das zeigt wieder mal das nur ein paar Hits gefördert werden.

  4. Daniel Niklaus
    schrieb am 26. April 2010 um 19:45 Uhr (#)

    Hast mich. Werde es bei zwei Kunden zum Test einbauen.

  5. mc_o
    schrieb am 26. April 2010 um 20:13 Uhr (#)

    Ich probiere das auch gern mal aus!

  6. Stephan
    schrieb am 26. April 2010 um 20:34 Uhr (#)

    Warum macht ihr nen Twitterlink zur Vorraussetzung? Das ist sowas von Zwanghaft, das geht gar nicht.

    Manche Menschen haben einfach keine Zeit sich neben ihrem Blog auch noch um Twitter zu kümmern…

  7. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 26. April 2010 um 20:36 Uhr (#)

    Weil uns die Tweets eben auch was bringen.

    Wird aber nicht zur Gewohnheit, versprochen. Die nächsten Invites gibt’s wieder ohne Twitter-Zwang.

  8. sprain
    schrieb am 26. April 2010 um 20:51 Uhr (#)

    Ich finde die Flattr-Idee super. Und Flattr verteilt im Moment grad Einladungen:
    http://flattr.com/invites-orange.php

    So konnte ich mich auch anmelden und man darf mich nun auch beflattern, falls jemand mal testen will ;-)

  9. Stefan
    schrieb am 26. April 2010 um 21:25 Uhr (#)

    Große Medienhäuser brauchen sich übrigens keine Hoffnungen machen.

    Das stimmt so nicht, Peter Sunde hat im Interview zwar gesagt, dass die primäre Zielgruppe kleine Blogs und so sind, aber er hat meines Wissens zu keinem Zeitpunkt explizit ausgeschlossen, dass auch ein Verlag Flattr einsetzen darf.

  10. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 26. April 2010 um 21:30 Uhr (#)

    @
    Stefan
    Klar dürfen Verlage mitmachen. Aber viel Geld werden sie wohl vorerst nicht verdienen. Und dafür fehlt auch einfach eine Funktionsvielfalt wie z.B. eine Verwaltung von Autoren usw. Aber deshalb schrieb ich ja auch “in der aktuellen Ausbauphase”. Später kann sich das alles verändern.

    @sprain
    Danke für den Link!

  11. egghat
    schrieb am 26. April 2010 um 22:37 Uhr (#)

    Warum wollen denn alle bei Flattr mitmachen, aber bei Kachingle nicht? achingle ist doch viel praktischer. 5 Dollar im Monat und dann wird automatisch auf die Blogs verteilt, die man mag. Nach Anzahl der Visits. Ich habe keine Lust nach jedem Artikel zu überlegen, ob ich dafür jetzt 10, 12 oder 25 Cent bezahle. Ich habe mich und carta kachingelt und dann verteilt sich das Geld automatisch. Weil ich dauernd bei mir bin (logisch), landet das Geld meistens bei mir ;-) (aber damit kann man mal testen, ob die auch zahlen …).

    1. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
      schrieb am 26. April 2010 um 22:53 Uhr (#)

      Ist bei Flattr genauso. Das Geld wird automatisch verteilt.

      Für mich hat Kachingle, das es schon eine Weile gibt, aber kaum genutzt wird, versagt. Wer es nicht schafft, irgendeine nennenswerte Aufmerksamkeit zu generieren, der wird in diesem Bereich nicht groß. Flattr macht das besser, ist in den Medien präsent, stellt sich auf der re:publica vor usw. Jeder beteiligte Nutzer profitiert davon. Es klingt vielleicht hart, aber ich unterstütze den Micropaymentservice, von dem ich am ehesten glaube, dass er sich durchsetzen könnte. Und da sehe ich Flattr eindeutig vorne.

    2. egghat
      schrieb am 26. April 2010 um 23:12 Uhr (#)

      Immer nur auf das nächste Ding zu warten, bringt’s auch nicht … Der Clou an Kachingle ist doch

      a) der Automatismus (5 Euro als Abo, dann automatische Verteilung nach Visits) und
      b) dass es schon da ist und
      c) dass das ganze sozial und total transparent ist (jeder kann sehen, was das Blog verdient und wer dafür gezahlt hat).

      Mir als Blogbetreiber ist es Wurscht, was sich durchsetzt, so lange sich überhaupt was durchsetzt. Aber mit als Blogleser ist das automatische Verteilen der Gelder lieber (weil praktischer) als sich dauernd überlegen zu müssen, wann ich wem wieviel zahle …

    3. Schreibt hier auf dem Blog Florian Steglich
      schrieb am 27. April 2010 um 08:46 Uhr (#)

      » egghat: Es gibt einen ganz wesentlichen Unterschied zwischen Flattr und Kachingle: Flattr setzt auf der Ebene eines einzelnen Artikels (oder Songs, oder Fotos, oder Kommentars, …) an, mit Kachingle kann ich immer nur eine ganze Website gut finden. Auch deshalb finde ich Flattr viel besser. Wenn das spontane Danke-für-diesen-Text funktionieren soll, muss es direkt beim Text geschehen.

    4. egghat
      schrieb am 27. April 2010 um 10:24 Uhr (#)

      Ich sehe das nicht als soo großen Nachteil. Immerhin besuche ich in einem Monat doch die Blogs relativ häufig, die ich mag. Über die Anzahl der Besuche verteilt sich das Geld automatisch. Wenn ich dreimal im Monat bei netzwertig bin und zweimal bei carta, dann bekommt netzwertig 60% und carta 40%. Und ich muss mir nicht dauernd überlegen, ob ich jetzt für diesen oder jeden Artikel 10, 20 oder 45 Cent bezahle. Klar, bei Kachingle bleiben die Blogs, die selten Content schreiben, irgendwie unter dem Radar. Aber wenn ich das vermeiden will, kachingle ich als User eben nur Qualitätsblogs, und nicht die Quantitätsblogs (Basic Thinking). Das ist ja transparent. Ich kann auch schauen, was Basic Thinking denn so im Monat schon über Kachingle bekommt und wenn ich denke, dass das reicht, lass ich das kachinglen dort.

      Kachingle müsste etwas anderes machen. Aber ich weiss nicht, ob die Idee nicht so gut ist, dass ich da selber ein Business raus mache …

  12. Sanni
    schrieb am 26. April 2010 um 22:58 Uhr (#)

    @egghat wie man an deiner auswahl merkt, kommt kachingle einfach nicht gut genug an bei den nutzern/blogbetriebern. siehe auch bei carta: http://carta.info/26320/d…quo-vadis-kachingle/
    die hoffnung liegt jetzt glaub ich erstmal bei flattr.

  13. Sven Drieling
    schrieb am 26. April 2010 um 23:13 Uhr (#)

    Flattr ist hier im Artikel per JavaScript eingebunden. Irgendwie bekannt, ob Flattr oder ein anderer Paymentdienst die Möglichkeit bietet(n) (wird), dass er optional ohne JavaScript nutzbar ist und nur eine Datenspur auf dem Server des Anbieters hinterläßt, wenn man selbst aktiv auf den Button klickt?

    1. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
      schrieb am 27. April 2010 um 06:46 Uhr (#)

      Siehe hier
      https://flattr.com/support/integrate

  14. tanalahy
    schrieb am 27. April 2010 um 02:12 Uhr (#)

    Die Hemmschwelle für Inhalte im Web zu bezahlen ist aus guten Gründen immer noch sehr hoch. Wir wollen so schnell wie möglich auch bald die Flattr machen.

  15. Marcel Widmer
    schrieb am 27. April 2010 um 07:54 Uhr (#)

    Habe ich das jetzt richtig verstanden: den Kommentar für Invites muss ich hier bei Euch schreiben? Let’s try it …

  16. Jan C: Rode
    schrieb am 27. April 2010 um 08:05 Uhr (#)

    In Kombination mit dem “Like”-Button von Facebook könnte die von Flattr angetoßene Diskussion um die “Thank You”-Economy tatsächlich die Entwicklung hin zu Paid Content im Netz (allerdings auf niedrigem Niveau) entscheidend voranbringen.

    Der “Like”-Button von FB hat sich bereits rasend schnell im Netz verbreitet und kann durch die “Open Graph”-Technik bereits jetzt mit Flattr-Funktionen hinterlegt werden. Auch denkbar: Facebook wird zu einer normalen Firma, hört mit dem organischen Wachstum auf und kauft Kachingle oder Flattr. Ähnlich wie eBay, könnte sich FB dann einen Teil der Gebühren einstecken.

    Viel wichtiger finde ich jedoch, dass die Kombination aus Facebook, Thank You Economy und Mini-Paid Content das Potenzial hat, die “Closed Shops” von Apple zu durchbrechen. Was, wenn Musiker und App-Designer nicht mehr über iTunes anbieten müssen? Was, wenn das iPad doch nicht der große Wurf ist?

  17. adrian
    schrieb am 27. April 2010 um 08:34 Uhr (#)

    Wie @marcelwidmer möchte ich das hiermit auch gleich testen – und freu’ mich auf die Einladung :)

  18. Björn
    schrieb am 27. April 2010 um 09:42 Uhr (#)

    Ich würde mich über einen Invite zu Flattr freuen.

  19. Alper Iseri
    schrieb am 27. April 2010 um 11:28 Uhr (#)

    Wirklich sehr interessant. Ob sich Flattr hier in Deutschland durchsetzen wird, bleibt abzuwarten. In andern Ländern wie Schweden oder USA ist das Miteinander doch viel größer als in Deutschland. Hier kämpfen die Meisten für sich alleine.

    Ich würde es gerne mal auf meniem Blog meetinx testen wollen und bitte um einen Code :-) Twittern werde ich sofort machen :D

    Viele Grüße, Alper

  20. Florian
    schrieb am 27. April 2010 um 11:41 Uhr (#)

    die präsi auf der re:publica war schon interessant, leider war ich da zu langsam ;-) also: lets try flattr!
    gruß, florian

  21. Florian
    schrieb am 27. April 2010 um 13:10 Uhr (#)

    http://twitter.com/ftwo/status/12939191697

    Wäre dankbar für einen Invite Code! =)

  22. Mario
    schrieb am 27. April 2010 um 13:15 Uhr (#)

    Probiere ich doch auch gleich mal aus und würde mich über eine Einladung freuen.

    Gruß

  23. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 27. April 2010 um 13:22 Uhr (#)

    Sorry Mario, die Invites sind jetzt leider weg.

    1. cmi
      schrieb am 28. April 2010 um 16:37 Uhr (#)

      ich sehe das nicht so drastisch: flattr ist derzeit in der betaphase. weitere zahlungssysteme lassen sich jederzeit integrieren. ebenso weitere einstellmöglichkeiten usw.

    2. cmi
      schrieb am 28. April 2010 um 16:42 Uhr (#)

      Ach sorry, das richtete sich an BNB. Hab die Position des Antworten-Links verpeilt.

    3. BNB
      schrieb am 28. April 2010 um 17:05 Uhr (#)

      (Ich antworte mal hier, damit es zusammen bleibt. Evtl. kann der Admin ja etwas schieben)

      Mit den “weiteren Zahlungssystemen” muss ich Dich enttäuschen. Der flattr-Support hat mir auf Anfrage eindeutig zu verstehen gegeben, dass in Zukunft auch weiterhin nur Paypal angeboten wird.

      Was die flattr-Verwaltung angeht, so hoffe ich das Beste.

  24. BNB
    schrieb am 27. April 2010 um 17:32 Uhr (#)

    Hallo,

    ich sehe für flattr wenig Chancen.
    Und: Nein, das liegt nicht daran, dass keiner Spenden mag.

    Die Idee hinter flattr ist prinzipiell bestechend und kann funktionieren. Ich war schwer begeistert, als ich davon gehört habe, machte Werbung dafür in meinem Blog und in einem Online-Journal.

    Und dann konnte ich sogar eine Einladung erhalten und damit herumspielen… Ernüchterung folgte!

    Ohne Paypal geht nichts. Und damit verkommt flattr zur erweiterten Paypal-Kontenverwaltung. Warum also soll ich flattr verwenden, wenn Paypal alleine bereits über Spendenbuttons verfügt, mit denen ich Gutes tun kann? Zumal ich persönlich nicht einmal ein Paypal-Konto besitze und es nicht zu eröffnen plane?

    Desweiteren geht der komplette monatliche flattr-Betrag für Spenden drauf, egal, ob ich geklickt habe oder nicht… inklusive der flattr-Gebühr (nicht geklickt: Der monatliche Beitrag wird auf flattr-weit geklickte Artikel verteilt). Der Benutzer hat keine Kontrolle über zum Beispiel maximal pro Artikel zu spendende Beträge etc.

    Die Informationspolitik der flattr-Jungens gibt dem Ganzen den Rest: Sinnfreie, gehaltlose Postings in ihrem Blog, keine Fehlerdatenbank für Betatester, kein Forum. Selbst für einen Closed-Betatest eine ziemliche Schlappe.

    Ich wünsche flattr, dass es ein Erfolg wird. Alleine schon, um wieder Wertschätzung im Netz salonfähig zu machen. Dafür müssen Herr Sunde und seine Crew allerdings noch viel nachbessern!

    1. Schreibt hier auf dem Blog Florian Steglich
      schrieb am 28. April 2010 um 09:17 Uhr (#)

      » BNB:

      Der Benutzer hat keine Kontrolle über zum Beispiel maximal pro Artikel zu spendende Beträge etc.

      Und genau das ist der Vorteil von Flattr. Bei einem Paypal-Spendenbutton ist entweder schon ein gewünschter Betrag vorgegeben (mit dem ich ggf. überhaupt nicht einverstanden bin), oder ich muss überlegen, was mir das Ganze nun wert war. Klingt wie ein Klacks, ist aber in der Praxis eine Hürde zu viel. Es muss mit einem Klick gehen, ohne Nachdenken und Abwägen und Eintragen der Summe und “Wollen Sie diese Zahlung jetzt durchführen?” etcetera, man darf sich nicht damit beschäftigen müssen; ein Klick, mehr nicht. Und zugleich habe ich die beruhigende Gewissheit, dass meine monatlichen Dankeschön-Zahlungen eine vorher festgelegte Summe nicht übersteigen.

      (Wenn in einem Monat überhaupt nicht geklickt wurde, geht der Monatsbeitrag laut Flattr übrigens an Gemeinnütziges.)

  25. Ulrike Langer
    schrieb am 27. April 2010 um 17:51 Uhr (#)

    Warum denn diese entweder-oder Sichtweise auf flattr und Kachingle? Warten wir’s doch einfach ab, ob und was sich eventuell durchsetzt. Ich habe Kachingle vor drei Wochen installiert und stehe mit 18 Unterstützern auf Platz 2 hinter Carta in den “Deutschen Kachingle-Charts” ;-) ( http://carta.info/26320/d…quo-vadis-kachingle/ ) So schlecht finde ich das für den Anfang schon mal nicht. flattr habe ich vorhin auch noch installiert. Je mehr Möglichkeiten für Micropayments man dem Nutzer anbietet, um so besser. Bei eBay und Co. wird ja auch für eine Vielfalt von Zahlungswegen plädiert. Jetzt wäre allerdings ein zusätzlicher Anbieter wünschenswert, der ohne Paypal auskommt. Paypal ist ja wohl der Buhmann in Deutschland, was ich allerdings nicht verstehe.

  26. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 27. April 2010 um 18:15 Uhr (#)

    @ BNB
    Weitere Zahlungswege sollten helfen, ja.

    @ Ulrike Langer
    Ich glaube, Konkurrenz belebt in diesem Fall nicht das Geschäft, sondern schwächt es. Statt dass jetzt alle möglichen Lösungen um die Gunst der Publisher buhlen, halte ich eine Konzentration auf den stärksten Anbieter, der zudem am meisten mediale Öffentlichkeit erhält, für sinnvoll. Und das ist derzeit Flattr.

    1. Ansgar Warner
      schrieb am 29. April 2010 um 22:28 Uhr (#)

      Man sollte Kachingle und Flattr wirklich nicht gegeneinander ausspielen – dazu sind sie einfach zu unterschiedlich. Gerade deswegen lassen sich beide Konzepte auch gut kombinieren: das Kachingle-Medaillon passt sehr gut auf die Startseite eines Blogs, dort können sich häufige Leser dann nach dem Motto “Klick Gutes und sprich darüber” registrieren.

      Wer diese Transparenz nicht wünscht (und/oder nicht möchte, dass jeder Blog-Besuch gezählt wird – Kachingle wirkt da ja eher wie ein Abo) kann bei einem bestimmten Blogpost auf den Flattr-Button klicken. Ich denke in Zukunft könnte es sogar zur Netiquette gehören, dass man beide Möglichkeiten anbietet.

  27. Ulrike Langer
    schrieb am 27. April 2010 um 18:42 Uhr (#)

    @Martin Weigert

    Da muss ich Dir widersprechen. Schon deshalb, weil Kachingle simpler zu installieren und zu begreifen ist. Sowohl für Anbieter als auch für Spender. Die Komplexität (relativ betrachtet!) von flattr könnte für einige Mitmach-Bereitwillige schon zu hoch sein. Ich denke, die Nutzer werden sich für ein System entscheiden, als Spendenbutton-Anbieter wird man mehr Spenden erhalten, wenn man mehrere verfügbare System zur Auswahl stellt.

    1. Schreibt hier auf dem Blog Florian Steglich
      schrieb am 28. April 2010 um 09:20 Uhr (#)

      Das sehe ich gerade andersherum; Flattr setzt auf dem gelernten Mechanismus auf, Buttons zu drücken, um etwas zu “liken”, “diggen”, “yiggen” etcetera, darum (aber nicht mal nur darum) ist es viel simpler zu begreifen als Kachingle.

  28. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 27. April 2010 um 18:54 Uhr (#)

    Zwei Menschen, zwei unterschiedliche Ansichten ;)

  29. egghat
    schrieb am 27. April 2010 um 18:56 Uhr (#)

    @Martin Weigert:

    Ich verstehe das “Pushen” eines Dienstes nicht, der noch in der Closed Beta steckt. Hier wird die nächste Sau durch’s Dorf getrieben. Das scheint mir etwas arg voreilig zu sein. “Wir Blogger” stürzen uns jedes Mal auf das nächste heisse Ding, erklären das heisse Ding von letztem Jahr für tot, statt uns mal zusammenzutun und uns zusammen um EIN Ding zu kümmern. Die Argumente, der Buzz würde für Flattr sprechen, sind zwar nachvollziehbar und du magst da auch Recht haben. ABER jetzt alle in einen Dienst zu treiben, der noch Closed Beta ist (also in den gar nicht jeder rein KANN), ist dann am Ende doch etwas sehr widersprüchlich …

  30. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 27. April 2010 um 19:02 Uhr (#)

    Och ich treib doch jetzt nicht alle da rein. Ich sag nur, dass ich Flattr mehr Chancen gebe.

    Es ist ungemein wichtig, sich nicht nur in die Publisher-Perspektive zu versetzen, sondern auch in die des “normalen” Users, der selbst kein Geld mit Flattr verdienen will, aber andere flattern will. Und für die ist es sehr viel attraktiver, wenn möglichst viele Blogs ein und den selben “Belohnungsanbieter” verwenden. Oder sollen sie gleich bei Kachingle und Flattr ihr Konto mit Geld aufladen?

    Wenn am Ende sich die paar Blogger nur gegenseitig flattrn, dann kriegt am Ende jeder zurück, was er eingezahlt hat. Wow. Deshalb halte ich die Konzentration der Kräfte hier für so wichtig. Nur dann wird es tatsächlich Nutzer geben, die nur flattrn, aber nicht geflattert werden wollen.

    Und da hat Ulrike natürlich recht – hier ist eine geringe Komplexität wichtig. Flattr hat da sicher auch noch Arbeit vor sich. Aber ich glaube einfach, dass Peter Sunde genug Erfahrung und Connections hat (bzw das weiß ich), um das hinzubekommen.

  31. tanalahy
    schrieb am 28. April 2010 um 02:01 Uhr (#)

    @Martin Weigert

    Vielen Dank für den Invite-Code. Sehr schön. So konnte ich http://www.planet.vaovaoweb.de mit Flattr Buttons ausrüsten. Aber ich muss sagen, das von Flattr empfohlene WordPress-Plugin hat es in sich. So schaltet es z.B. einige WordPress excerpt Funktionen glatt ab. Zudem schreibt das Plugin die Post noch nicht automatisiert in die Flattr Datenbank. Handarbeit unumgänglich. Man hat also wirklich das Gefühl, an einer Beta teilzunehmen. Das Konzept selbst überzeugt.

  32. Ulrike Langer
    schrieb am 28. April 2010 um 08:52 Uhr (#)

    @tanalahy

    In der Tat. Zum Beispiel das WordPress-Plugin “add to any” wird von flattr einfach abgeschaltet. Die Plattform ist momentan noch eher alpha als beta.

  33. vera
    schrieb am 28. April 2010 um 13:41 Uhr (#)

    Würde es sehr gerne ausprobieren, weil die Idee wirklich überzeugt. Sehe als Nicht-Techie allerdings keine Möglichkeit, mein WP.com-Blog zu verlinken, geschweige denn finde ich eine Erklärung, wie man einzelne Artikel marken kann.

    Womöglich liegt der Fehler zwischen meinen Ohren, aber WP.com ist ja auch irgendwer, da könnte man schon drauf eingehen. WP selbst hält sich anscheinend noch vornehm zurück…

  34. Daniel
    schrieb am 30. April 2010 um 22:58 Uhr (#)

    “…Nur wer genau so vorgeht, erhält anschließend eine Einladung per Mail.”

    Ihr habt nen Schatten, echt.

    1. Daniel
      schrieb am 18. Mai 2010 um 00:04 Uhr (#)

      Hat sich aber (natürlich) gelohnt.

      Dieser Eintrag ist (wahrscheinlich auch zu Recht), derzeit immer noch in den Top-5 der geflatterten Sachen – nett :)

  35. sksound
    schrieb am 1. Mai 2010 um 12:55 Uhr (#)

    Another “alpha” platform is Rewrd. It is simpler. It says it in the title. Dead simple.

    1. Manuel
      schrieb am 1. Mai 2010 um 16:48 Uhr (#)

      Kann auf den ersten Blick keinen funktionalen Unterschied zu flattr erkennen. Martin, Vergleichstest? ;-)

  36. Walter
    schrieb am 13. Mai 2010 um 12:32 Uhr (#)

    Gratuliere zu diesem Post und der Diskussion! Die ist zig Mal konstruktiver als auf amerikanischen Blogs. Es ist auch erstaunlich, wie zahlreich die deutschsprachigen Einträge bei Flattr vertreten sind.

    Ich sehe gerade eine neue Welle solcher Micropayment-Dienste auf uns überschwappen: Rewrd.com sieht auch noch interessant aus und wahrscheinlich kommen noch weitere Anbieter auf uns zu. Bis sich daraus dann einer oder zwei etablieren, dürfte es noch ein gutes Weilchen dauern. Falls sich das Konzept überhaupt durchsetzt.

  37. Walter
    schrieb am 18. Mai 2010 um 19:31 Uhr (#)

    @ Manuel
    Bei Rewrd.com bezahlt man per Kreditkarte zwischen 50 Cents und 5 Dollar und kann dann 15 Tage lang Seiten “rewarden” (in Übersee ist ja alle 15 Tage Zahltag…).

    Weil Rewrd.com an Anamo hängt, einem grossen Retailer, können sie so kleine Kreditkartenbeträge kosteneffizient abwickeln. Mir als User ist aber das Flattr-Konzept viel lieber (einmal grossen Betrag hochladen, dann monatlich davon abbuchen).

    Meines Wissens ist mein E-Business Blog aktuell der einzige, den man im deutschsprachigen Raum “rewarden” kann. Das heisst die Jungs sind wirklich noch am Anfang ;-)

  38. Michael
    schrieb am 29. Juli 2010 um 14:24 Uhr (#)

    Hi, ich würde mich auch über einen Flattr Invite Code freuen!
    VG
    Michael

  39. egghat
    schrieb am 29. Juli 2010 um 16:56 Uhr (#)

    @Michael:

    c55f0c8941c9794e5

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