Digitale Musik:
Last.fm stellt
On-Demand-Streaming ein

Last.fm, eines der weltweit führenden Social Networks für Musikfreunde, fokussiert sich auf seine Kernkompetenz der personalisierten Empfehlung von Musik. Das kostenlose On-Demand-Streaming wird eingestellt.

Last.fmEinen kostenlosen Dienst zum Streaming von On-Demand-Musik anzubieten, ist kein Zuckerschlecken. Die Lizenzzahlungen an die Plattenfirmen gehen besonders bei einer großen Zahl von Streams schnell ins Geld, und die Refinanzierungsmöglichkeiten sind begrenzt. Selbst populäre Dienste wie Spotify sind trotz zusätzlichem Premium-Angebot noch weit von der Profitablität entfernt.

Insofern kommt es nicht überraschend, dass Last.fm, eines der führenden globalen sozialen Musiknetzwerke, soeben in einem Blogartikel bekannt gegeben hat, ab sofort seine in den USA, Großbritannien und Deutschland angebotenen On-Demand-Streams einzustellen. Auch Musikvideos werden nicht mehr selbst gehostet sondern von externen Sites wie YouTube oder dem nur in den US und Kanada verfügbaren VEVO eingebettet.

Als “Entschädigung” integriert Last.fm bei den Millionen in seiner Datenbank befindlichen Titeln nun direkte Links zu externen Streaming-Angeboten, um den jeweiligen Song dann von dort abzuspielen. Startpartner sind Spotify (in den Ländern, in denen es bereits verfügbar ist), MOG (in den USA) sowie The Hype Machine. Für Last.fm-Besucher aus dem deutschsprachigen Raum bedeutet das im Klartext, dass es vorerst nur dann On-Demand-Streaming über Last.fm gibt, wenn ein Song bei The Hype Machine verfügbar ist, einem beliebten Aggregator für Musikblogs, dessen Fokus jedoch auf Musik abseits des Mainstreams liegt.

Integration von externen Songs und Videos

Last.fm hatte das On-Demand-Streaming vor gut zwei Jahren gestartet. In der heutigen Meldung verweist es auf eine angeblich im Vergleich zu anderen Funktionen der Site geringe Nutzung des Angebots. Das zum US-Medienkonzern CBS gehörende Unternehmen mit Sitz in London unterstreicht gleichzeitig, sich in Zukunft auf seine Kernkompetenz der Musikempfehlung konzentrieren zu wollen.

Fast 40 Milliarden Musikstücke haben Last.fm-Nutzer seit dem Start des Dienstes im Jahr 2005 2002 über Desktop-Musikplayer wie Winamp sowie über externe Anwendungen wie Spotify “gescrobbelt”. Aus dieser enormen Datenbank generiert Last.fm seine personalisierten Musikempfehlungen.

Die Last.fm-Radiostreams bleiben weiterhin bestehen, sind jedoch seit vorigem Jahr außerhalb der USA, Großbritannien und Deutschland kostenpflichtig.

Usern in Deutschland, die auf der Suche nach einem neuen Service für kostenloses Musikstreaming sind, ist ein Blick auf simfy oder steereo zu empfehlen.

via Twitter

 

Martin Weigert

Martin Weigert ist der leitende Redakteur von netzwertig.com.

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21 Kommentare

  1. Ohje, keine Titel in voller Länge.
    Schade, ich werde Last.FM vermissen.

  2. In ein paar Monaten gibts wahrscheinlich nur noch YouTube weil sich sonst keiner mehr On-demand Musikstreams leisten kann ;)

  3. Nunja, ich habe die On Demand-Streams von last.fm in letzter Zeit in der Tat kaum noch genutzt – Alternativen wie die Hypemachine oder auch Grooveshark waren einfach komfortabler. Insofern ein für mich akzeptabler Schritt, wenn auch bei Lichte besehen ein Rückschritt. Ich frage mich seit geraumer Zeit, wohin sich dieser von mir wohl meistgenutzte und -geschätzte Webdienst noch hinentwickeln könnte. Und ob er es muss.

  4. @Wolf an den Katalog von Last.FM kommt bis jetzt aber kein anderer Dienst ran. Vorallem gibt es viele unbekannte, sehr gute Bands.

    Ich kann sagen, dass ich ca. 75 % meiner Musik über Last.FM entdeckt habe. Schade. Ich finds traurig, die hätten lieber ein gutes Premiumangebot erstellen sollen. Für 5-10 € würde ich für volle Streams auf Last.FM sicher pro Monat zahlen.

    • an den Katalog von Last.FM kommt bis jetzt aber kein anderer Dienst ran.

      Ist was dran, jedenfalls in Deutschland. Meinte auch, dass ich vorwiegend die Radios nutze – da muss man nicht jeden Track einzeln starten :)

  5. Ich finde es gut! On Demand war eh nur ein Beta Test und außerdem nur in DE / US / UK verfügbar. So ist es wieder gerechter, weltweit gesehen, und Last.fm hat wesentlich mehr zu bieten als On Demand Play. Dafür bezahle ich gerne NUR 3 € pro Monat…

  6. Schade, denn das war wirklich praktisch, wenn man einzelne Songs hören wollte. Für ganze Alben war das nicht so gut, weil man jeden Song einzeln starten musste.

    Aber ich habe eine Frage: werden die Links zu den Streamingdiensten länderspezifisch angezeigt (wie z.B. die Kauflinks) oder wird einfach alles angezeigt und der Nutzer muss dann entscheiden, ob das sinnvoll ist? Ich habe nämlich einen deutschen Spotify-Account und würde das Streamingangebot entsprechend nutzen können.

    • Ich denke, die werden länderspezifisch angezeigt – entweder basierend auf den von dir im Profil gemachten angaben, was bedeutet, dass du z.B. dein Land auf Schweden ändern könntest – oder basierend auf deiner IP-Adresse, was blöd für dich wäre.

      Ist aber nur eine Vermutung. Teste du es mal.

  7. Huch, das ist ja schon live! Gestern habe ich noch normal den Player benutzt.
    Jedenfalls scheint es tatsächlich nur die Hypemachine zu geben. Es gibt einen Anspiel-Button (der bei mir aber auch nach ewiger Laderei nicht zu funktionieren scheint) und – wo möglich – einen Link zu Hypemachine, der aber kryptisch mit “Mehr Infos findest du auf Hype Machine” betitelt ist. Das wird hoffentlich noch verbessert.

  8. hört sich erstmal nicht gut an. Aber solange das Radio noch funktioniert, geht es ja.

    @Pablo @Wolf
    “an den Katalog von Last.FM kommt bis jetzt aber kein anderer Dienst ran. Vorallem gibt es viele unbekannte, sehr gute Bands.”
    –> auch, weil viele unsigned, non-gema Künstler eigenhändig Musik hochgeladen haben, um ihren Nutzen aus last.fm zu ziehen. Schade, wenn diese Stücke nun nur noch im Radio zu hören sind.

    Sollte last.fm das Abspielen der Musik nicht in die Künstlerprofile integrieren, sehe ich die Zukunft gefährdet

    • Immerhin: die Free Downloads gibt es noch. Wurden bislang von Künstlerseite allerdings seltenst genutzt.

  9. Es ist wirklich vor allem wegen der Independent Acts schade, die man dort gefunden hat. Um die Mainstream Acts dort trauer ich nicht, weil es dafür jede Menge Alternativen gibt, die oben schon genannt wurden. Ich möchte mit Muziic noch eine ergänzen. Ich denke Last.FM hatte ein großes Problem mit Rippern gehabt, denn immer mehr Tools konnten die Seite rippen. Gut, es hat sich nicht gelohnt, weil es nur 128 kbits Mp3′s waren, die aus dem Cache gezogen wurden, aber trotzdem haben es mit Sicherheit viele gemacht.

  10. Für Last.fm-Besucher aus dem deutschsprachigen Raum bedeutet das im Klartext, dass es vorerst nur dann On-Demand-Streaming über Last.fm gibt, wenn ein Song bei The Hype Machine verfügbar ist…

    Aber YouTube haben sie jetzt besser eingebunden, das ist für mich auch On-Demand-Streaming und da gibt es sehr viel mehr Songs als bei Hype Machine.

  11. Wie Petar oben sagte: Irgendwann gibt’s dann nur noch YouTube…

  12. Wenn man bereits ist, monatlich etwas Geld zu investieren, dann gibt es noch wesentlich mehr Alternativen als Youtube. Dazu sind aber heutzutage offensichtlich die Wenigsten bereit, aber dann hört wenigstens auf zu jammern, wenn ein Für-Lau-Service irgendwann wieder eingestellt wird!

  13. Vevo ist auch in der Schweiz verfügbar

  14. Hier wird als Alternative mal wieder auf Simfy oder Steereo verwiesen – bei denen der User genauso in die Röhre schaut, wenn diese irgendwann auf die Idee kommen, dass Streaming Premium-Kunden vorbehalten bleibt oder Streaming mit offensiven Werbeeinblendungen garnieren.

    Ergebnis: User hat massenhaft Zeit aufgewendet, sich Playlisten zusammenzustellen, die ihm dann nichts mehr bringen…

    Da lobe ich mir den Dienst ciiju.de (Disclaimer: Ich bin mit einem Ciiju-Mitarbeiter befreundet), bei dem ich mir die Musik auch runterladen kann (= kann sie auch weiterhören, wenn Ciiju mal verschwinden sollte). Nur zunächst etwas aufwändiger, weil Ciiju von der Verknüpfung mit Freunden lebt, die ähnliche Musik hören. Dann aber unendlich mächtiger!!

    Jojo

    • Du beschreibst es ja selbst: Ciiju ist nicht direkt mit simfy oder steereo zu vergleichen. Wer keine Musik hat und auch keine Freunde findet, die ihr Zeug dort hochladen, kann nichts hören. Das ist der Unterschied zu simfy und steereo.

  15. werden auch die tracks, die in voller laenge und zum download angeboten werden, auch nicht mehr gespielt?
    da sind doch eine menge netlabels, die dort ihre musik anbieten.

7 Pingbacks

  1. [...] hohen Gebühren und wird sich nun wieder auf sein Kerngeschäft konzentrieren. Wie es bei netzwertig.com ganz richtig heißt, ist es "kein Zuckerschlecken" eine kostenlosen Dienst von [...]

  2. [...] Digitale Musik: Last.fm stellt On-Demand-Streaming ein [...]

  3. [...] von Songs in der Cloud ermöglichen. Nachdem roccatune im Vorjahr dicht machen musste und Last.fm gerade sein On-Demand-Streaming eingestellt hat, buhlen noch zwei Steamingdienste um die Gunst der Hörer in Deutschland: simfy und steereo. Und [...]

  4. [...] Quelle: Digitale Musik: Last.fm stellt On-Demand-Streaming ein (netzwertig.com) [...]

  5. [...] Bewegung im Bereich digitaler Musik. Die schlechte Nachricht von Last.fm, das On-Demand-Streaming einzustellen, dürfte mittlerweile verdaut und durch die zahlreichen positiven Neuigkeiten fast vergessen [...]

  6. [...] diesem Anwenderverhalten repräsentativ bin, weiß ich nicht. Klar is jedoch, dass der Musikdienst mit dem Abschaffen des On-Demand-Streamings im April seinen Schwerpunkt vollständig auf Empfehlungs- und Analyseservices rund um Musik gelegt hat. Der [...]

  7. [...] USA, Großbritannien und Deutschland kostenfrei möglich war, wurde aufgrund zu hoher Lizenzkosten eingestellt.Zehn Monate danach war es wieder Zeit für eine Hiobsbotschaft: Sei dem 15. Februar 2011 ist die [...]