Paperboy:
Mit iPhone-Anwendung
Printmedien digitalisieren

Wer gerne die gedruckte Tagespresse oder Magazine liest, hatte es bisher schwer, Inhalte weiterzuempfehlen. Das Schweizer Startup kooaba will dieses Problem mit seiner iPhone-Applikation Paperboy lösen.

kooaba
kooaba

Stellt euch vor, ihr lest einen Printtitel und stoßt auf einen interessanten Artikel, den ihr gerne mit anderen teilen möchtet. Oder der Beitrag erwähnt ein bestimmtes Video oder einen speziellen Song. Bisher waren die Möglichkeiten zum Weiterempfehlen der Lektüre oder zum schnellen “Weitersurfen” zur angegebenen Quellen begrenzt. Das Schweizer Startup kooaba hat sich diesem Problem angenommen und eine spannende Lösung gefunden: Paperboy.

Bei Paperboy handelt es sich um eine iPhone-Applikation auf Basis der von kooaba entwickelten Bilderkennungstechnologie Smart Visuals. Nutzer können mit Hilfe ihrer iPhone-Kamera einen Schnappschuss des Printartikels machen, den sie weiterempfehlen oder zu dem sie weiterführende Informationen haben möchten, und sich anschließend von der Paperboy-Anwendung die digitale Version des jeweiligen Texts servieren lassen.

Im Paperboy-Archiv befindliche Beiträge können über die mobile Software per E-Mail, Facebook oder Twitter weiterempfohlen werden. Der Empfänger erhält dann einen Link zum von kooaba bereitgestellten Artikel. Auch bietet die Anwendung eine Funktion zum Entdecken zusätzlicher Inhalte rund um einen Printtext wie Videos, Bilder oder Links. Eine drittes Feature erlaubt das Archivieren von Artikeln im persönlichen kooaba-Mitgliederbereich. Eine Exportmöglichkeit zum Allround-Tool Evernote ist in Arbeit.

iPhone-Anwendung Paperboy von kooaba
Fotostrecke starten: Klick auf ein Bild (4 Bilder)

Natürlich kann ein Artikel von kooaba nicht einfach aus dem Hut gezaubert werden. Die Bereitstellung der digitalen Version setzt eine Kooperaton des jeweiligen Printprodukts mit kooaba voraus. Zu den bisherigen Partnern gehören unter anderem die Schweizer Titel Blick, Die Weltwoche, 20 Minuten sowie die deutschen Magazine FOCUS und CHIP.

Von den beteiligen Verlagen erhält kooaba je nach Titel täglich/wöchentlich/monatlich vor Drucklegung die entsprechenden PDFs, die anschießend in die kooaba-Datenbank eingepflegt werden und fortan als Referenzbilder dienen. Die Funktionen “Weiterempfehlen” und “Aufbewahren” sind per Standardeinstellung für jede Seite aktiviert, wogegen die Entdecken-Funktion von den Inhaltelieferanten entweder manuell über kooabas Content Management System oder via XML-Links für einzelne Seiten freigeschaltet werden kann.

Beteiligte Verlage haben die Wahl, ob sie ihre Inhalte gratis oder gegen Entgelt über Paperboy verfügbar machen wollen. Der Einsatz von Paperboy für CHIP oder das Schweizer Magazin Sportwoche beispielsweise kostet derzeit nichts, Zugriff auf die Schweizer Weltwoche gibt’s über die Applikation für 9 CHF per Quartal.

Neben der Bezahl-Option bietet kooaba Paperboy-Partnern auch den Einsatz so genannter “Smart Ads”. Dabei handelt es sich um digitale Erweiterungen von Print-Anzeigen über die Paperboy-Applikation. Auf der Unternehmenssite werden als Beispiele digitale Gutscheine oder die Suche nach der nächsten Filiale genannt. Auch das direkte Bestellen von im Print-Titel beworbenen Produkten ist vorstellbar. Mit Smart Ads besteht für Printtitel also zumindest theoretisch die Möglichkeit, für via Paperboy erweiterte Anzeigen vom Werbekunden mehr Geld zu bekommen.

Auch wenn die Zukunft für Print nicht rosig aussieht, werden mit Sicherheit noch ein paar Jährchen vergehen, bis niemand mehr Druckerschwärze an seinen Händen kleben hat. Und bis zu diesem Tag X werden Leser ab und an Bedarf daran haben, Freunden und Bekannten online über einen auf der Fahrt zur Arbeit gesichteten Artikel zu berichten. kooabas iPhone-Applikation Paperboy macht dies möglich und könnte bei weiterhin fleißiger Partner-Akquise durchaus viele Fans finden.

Hier ein kurzes Video von kooaba zur Paperboy-Applikation:

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