High-Tech-Marketing:
Warum Apple
in einer anderen Liga spielt

Wird das iPad zum Erfolg? Die Experten sind eher skeptisch. In Geek-Kreisen dominiert die Enttäuschung über fehlende Features. Aber Tech-Blogger und Leute, die immer das neuste Smartphone kaufen, sind gar nicht Apples Zielgruppe. Steve Jobs’ Firma macht Produkte für die Massen. Und das mit einem einzigartigen Marketingansatz.

Steve JobsEs war im Januar 2007. Eine langerwartete Produktankündigung aus dem Silicon Valley wurde in Technologiekreisen mit allgemeiner Enttäuschung aufgenommen. Das sollte nun alles sein? Diese magere Featureliste für ein als revolutionär angekündigtes Produkt? Schönes Design, OK, aber so viele technische Einschränkungen? Das konnte nur zum gigantischen Flop werden.

Natürlich wurde Apples iPhone trotzdem zum Erfolg. Genauer gesagt revolutionierte es die Mobiltelefonbranche. Heute traut sich kein Anbieter mehr ohne Modelle mit grossen Touchscreens, einer hübschen Benutzeroberfläche und einem reichhaltigen App-Store auf den Markt.

Die Kritik zum eben vorgestellten iPad klingt verdächtig ähnlich. Wiederum sind die Geeks enttäuscht, die Experten kritisch und die DRM-Gegner revolutionär gestimmt. Nur: Vermutlich wird das wieder keine Rolle spielen. Das iPad hat es heute auf die Titelseite der meisten amerikanischen Zeitungen geschafft. Ganz normale Leute, die sich sonst nie mit neuen Gadgets beschäftigen, haben darum fast garantiert davon gehört, werden sich das Ding in zwei Monaten im Apple-Store ihrer lokalen Mall anschauen, und viele werden es kaufen, fehlendes Multitasking hin oder her.

Apple spielt nicht das gleiche Spiel wie der Rest der Gadget-Branche. Um das zu verstehen, muss man sich etwas mit dem üblichen Prinzip auseinandersetzen, mit dem sonst High-Tech-Produkte vermarktet werden.

Das Standardwerk dazu ist das Buch “Crossing the Chasm” von Geoffrey Moore (Affiliate-Link). Darin wird erklärt, wie neue Produkte im Markt stückweise aufgenommen werden und welche Hürden sie zu überspringen haben.

Neue Technologien werden typischerweise zuerst von den “Innovators” gekauft. Das ist eine sehr kleine Gruppe, die einfach Spass an der Technik hat und bereit ist, sich mit teuren und unreifen Produkten herumzuschlagen, so lange sie nur neu und interessant sind. In der nächsten Phase sind die “Early Adopters” dran. Das sind Leute, die schon einen gewissen Nutzen in neuen Produkten sehen wollen, aber auch eine hohe Zahlungsbereitschaft und Problemtoleranz haben. Praktisch alle Leser dieses Blogs dürften wohl zu einer dieser zwei Gruppen gehören.

Danach kommt laut Moore der grosse Graben, ein “Chasm”, der erst einmal übersprungen werden muss. Denn die nächste Zielgruppe, die “Early Majority”, ist nicht technologiebegeistert, sondern kauft nur, was wirklich funktioniert und nützlich erscheint. Diese Leute wollen erst einmal bei ihren Bekannten sehen, dass ein Blu-Ray-Player wirklich besser ist als der alte DVD-Player, dass ein neues Smartphone wirklich Vorteile bringt oder dass ein WLAN zu Hause tatsächlich nützlich sein könnte.

Technologiefirmen zielen darum ihr Marketing für neue Produkte praktisch immer auf die Innovator- und Early-Adopter-Grupppen, in der Hoffnung, nach ein paar Jahren auch die Early Majority erreichen zu können (und noch später die Late Majority, dann nach Dekaden auch noch die Laggards). Die Early-Adopter dienen als Marketingbotschafter, die ihren weniger technologieaffinen Freunden die neusten Gadgets empfehlen. Auch ökonomisch macht dieses Vorgehen Sinn, denn die frühen Zielgruppen haben eine höhere Zahlungsbereitschaft für neue Produkte und sind darum wichtig, um Entwicklungskosten zu finanzieren, selbst wenn ein Produkt kein Renner werden sollte.

Es gibt viele Technologien, die den “Chasm” längst übersprungen haben: MP3, WLAN, Smartphones, digitale Videorekorder, IPTV, Navigationssysteme. Andere warten noch auf den Durchbruch, etwa Netbooks, Internet-Appliances wie der Chumby oder Home-Server. Unzählige Produkte sind am Chasm gescheitert und haben nie die Mehrheit erreicht. UMPCs, der Segway oder das immer wieder neu aufgelegte Bildtelefon gehören dazu. Aber praktisch allen ist gemein, dass sie brav durch diese verschiedenen Adoptionsstufen durchgegangen sind.

Apple hält sich spätestens seit der Einführung des iPods nicht mehr an diese Spielregeln, und das iPad ist das extremste Beispiel dafür. Steve Jobs und Kollegen machen keine Produkte für die Technikfans, sondern zielen direkt auf den nicht technologieaffinen Massenmarkt.

Natürlich war der iPod bei seiner Einführung bei weitem nicht der erste MP3-Player, und er bot nichts, was Early Adopters besonders hätte interessieren können. Im Gegenteil: Durch seine Geschlossenheit war er relativ unattraktiv für ernsthafte MP3-Freunde. Stattdessen machte er aber den Stand der Technik direkt für Normaluser verfügbar und sprach dank gezieltem und massivem Marketing die Early Majority direkt an. Ebenso beim iPhone: Kein technisches Feature stach besonders hervor im Vergleich zur Konkurrenz. Aber die entscheidende Verbesserung, die überlegene Benutzerfreundlichkeit des iPhone, zielte auf die Early Majority, die frustriert war von der Komplexität der damals üblichen Smartphones.

Apples Vermarktungsansatz funktioniert natürlich nicht für jede Firma. Erstens sind dafür massive Werbeausgaben in teuren Massenmedien nötig. Apple investiert zum Beispiel viel in Fernsehwerbung, aber fast nichts in neue Kanäle wie Social-Media-Marketing (weil das heute immer noch primär Early Adopters anspricht). Steve Jobs’ legendärer Ruf als Gadget-Magier und “bester CEO des Jahrzehnts” ist ein essentieller Zusatzfaktor, denn personifiziertes Marketing funktioniert im Massenmarkt besonders gut.

Zweitens braucht man für diesen Ansatz klare Differenzierungsfaktoren, die für die eigentliche Zielgruppe relevant sind. Und das sind eben gerade nicht die coolsten neuen Technik-Features, sondern Dinge wie schönes Design und überlegene Benutzerfreundlichkeit. Einfachheit ist entscheidend, und darum ist Apples geschlossener Ansatz mit iTunes genau richtig für diese Strategie. Early-Majority-Kunden wollen so einfach wie möglich Musik oder Filme kaufen. Ob sie durch auf iTunes gekaufte Inhalte langfristig Nachteile erleiden, ist diesen Leuten ziemlich egal, denn die allermeisten haben keine Ahnung, was DRM ist und wollen das auch nicht wissen.

Drittens sind massenkompatible Vertriebskanäle essentiell. Mit seinen Apple Stores an bester Lage hat Apple genau den richtigen Mix gefunden, um ein relativ teures Produkt an nicht-technische Leute zu verkaufen. Denn normale Konsumenten wollen ein Produkt anfassen und werden vom schön gestalteten Laden und vom freundlichen Personal sehr viel stärker in ihrer Kaufentscheidung beeinflusst als von langen Featurelisten.

Mit dem iPad treibt Apple seinen strategischen Ansatz auf neue Extreme. Die bewährten Rezepte sind alle da, aber eins ist neu: Apple versucht zum ersten Mal nicht einfach, eine bei den Early Adopters steckengebliebene, aber relativ wohldefinierte Produktkategorie massenkompatibel zu machen, sondern definiert eine neue Kategorie aus Versatzstücken verschiedener Nischenmärkte.

Das iPad ist ein bisschen wie ein portabler Media-Player, ein bisschen wie ein Netbook, ein bisschen wie ein e-Book-Reader und ein bisschen wie ein Tablet-PC. Das sind alles Geräte, die ihre Nischenmärkte gefunden haben, aber noch auf den grossen Durchbruch warten. Apple versucht nun, mit dieser Neukombination direkt in den Massenmarkt einzusteigen.

Ein wagemutiger Schritt, der durchaus ins Auge gehen könnte. Aber Apple ist eine der ganz wenigen Firmen auf der Welt, die die Marketingpower und Alleinstellungsmerkmale haben, eine neue Produktkategorie definieren zu können.

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108 Kommentare

  1. Sense of interesting!

  2. interessanter ansatz den du da verfolgst.

  3. Großartig! Darf ich die zweite Grafik auf meinem Blog verwenden? Ich würde gerne hierauf verweisen – und das geht besser mit ‘nem Bild…

  4. Das iPhone wurde von “Techbloggern” schlecht aufgenommen? Da habe ich anderes im Kopf. Im Gegenteil; das iPhone wurde sofort als etwas besonderes erkannt, wo hingegen das iPad allen “Slates” von der CES nicht das Wasser reichen kann. Ja, sollte das ein Verkaufsschlager werden, so liegt das an Apples Marketingfähigkeiten.

    • In Bezug auf die vermeintlich fehlenden Features (Kamera, Flash, Multitasking, etc.) gab es von den Techs schon viel Kritik – natürlich auf hohem Level. Letztlich liegt es dann auch am Produkt, als an den Marketingmöglich- und fähigkeiten. Microsoft hat/hätte die auch, wenn das Produkt wenig taugt, hilft auch alles werben, aufmerksam machen und einreden nichts.

    • wo hingegen das iPad allen “Slates” von der CES nicht das Wasser reichen kann

      Hmm, ist das so? Hast Du da auch ein Beispiel?
      Ich neige zu der Ansicht, dass das krasse Gegenteil der Fall ist bzw. sein wird. Mir ist keine Präsentation bekannt, in der man sehen konnte, wie ein Win7-Tablet wirklich funktionieren sollte und welche Vorteile es bringen wird (von angepasster Software ganz zu schweigen. Vom “Courier”-Gerät gibts bislang nur eine animierte Studie. Android/Chrome OS Tablets (z.B. das Freestyle Referenzdesign) sind ebenfalls erst in der Entwicklung. eInk-Tablets wie Skiff oder Que werden es ob technischer Einschränkungen und des Preises(!!) imho kaum eine Chance haben.

      Ja, sollte das ein Verkaufsschlager werden, so liegt das an Apples Marketingfähigkeiten.

      Wenn Du damit das “crossing the chasm” meinst, ja. Konventionelle Werbung wird den erfolgreichen Verkauf höchstens unterstützen, aber nicht begründen.
      Was das iPad von allen Alternativen, die bisher gesehen habe, unterscheidet, ist die Software. Die macht das Gerät und nicht Feature XYZ, so sieht es zumindest die Mehrheit der Konsumenten. Das iPad ist das einzige Gerät, bei dem (mir) glaubhaft vermittelt wurde, dass es tatsächlich nur mit den Fingern bedient werden könnte.

  5. Klasse Beitrag. Bringt alles genau aufn Punkt. Interessant fand ich auch die Berichterstattung unserer regionalen Zeitung. Gestern haben die das iPad noch in den höchsten Tönen gelobt wie innovativ das sei usw. und heute lese noch mal einen Artikel darüber, wie enttäuscht doch die Technikleute von dem iPad sind…

    Aber alleine das Steve Jobs es immer wieder schafft in allen – auch noch so kleinen Medien – mit seinen Produkten zu landen, ist einfach Wahnsinn und wie schon in anderen Medien beschrieben, ist das iPad ein Frauenspielzeug oder eins das man seiner Oma kaufen würde. Und damit erreichen sie genau die Kundschaft, die sie haben wollen bzw. die auch das Geld dafür ausgibt.

  6. Sehe ich ähnlich, das iPad & iPhone sind Geräte für den “einfachen” Mann der keine Ahnung von Technik hat und auch keine Lust hat, etwas dazuzulernen. Aber man sollte es auch nicht immer nur vom technischen Aspekt sehen, habe heute morgen folgendes gelesen und gehe auch damit dakor. http://mobiflip.de/2010/0…mal-meiner-freundin/

    • *klugscheissmodusan*
      D’accord bitte.
      *klugscheissmodusaus*

    • Der interessanteste Ausschnitt aus dem verlinkten Artikel ist m.E.

      ich muss verrückt sein. Ich denke einfach noch zu sehr in Computer-Strukturen. Ich habe doch tatsächlich gedacht, ein Tablet, ist etwas computerähnliches, irgendwie ein Netbook ohne Hardwaretastatur mit schicker Oberfläche

      Diese Worte sind vermutlich ironisch gemeint, beschreiben aber sehr schön den der aktuellen Diskussion innewohnenden Denkfehler und das, was das iPad nicht sein soll: “ein Netbook mit abgesägter Tastatur”. Um so etwas zu entwickeln braucht es keine Firma wie Apple.

    • Oh, ja stimmt, ich habe auch vergessen umzudenken. Ein Ipod ist kein Mp3-player, ein Iphone kein Smartphone, das Ipad ist ja auch kein Tablet -jetzt wo du es sagst. Das ist revolutionär! Ich komme da nicht mit. Was ist es denn?

    • habe jetzt minutenlang gesucht, aber nichts gefunden. Wo steht, dass das iPad kein tablet ist?

    • Also, ich bin der “einfache Mann, der von Technik keine Ahnung hat”.

      Und ich werde mir das iPad kaufen. Es ist genau das Teil, auf das ich gewartet habe. Ich mag keine Winztechnik mit Bedienkonzepten, denen ich mich anpassen muß, anstatt andersherum.

      (mac4ever, Dipomingenieur für Informationstechnik, Musiker, Lehrer, Studio, Technik bis unters Dach. Ich programmiere u.a. und entwickele Software für µController. Ich bin Apple-User seit 11 Jahren))

      Nein, Apple ist nicht nur für den Personenkreis, den du meinst. In den Apple-Foren des Usenets tummeln sich viele IT-Profis, die privat auf den Mac setzen.

      Warum wohl? Weil bei Profis Technik kein Selbstzweck und Befriedigung des Basteltriebs ist. Sondern Usability dafür sorgt, daß genügend Spielraum für eigene Kreativität bleibt.

      Wenn ich z.B. eine Diashow mache, habe ich keine Lust, stundenlang Übergänge zu editieren, um eine präsentable Präsentation zu erstellen. Das mache ich in iPhoto mit ein paar Mausklicks. Und mein Photoshop brauche ich für die Korrektur erst gar nicht anzuwerfen.

      iTunes verwaltet meine Musiksammlung optimal und nimmt nicht mehr zeit in Anspruch, als ich habe.

      In Apple Logic kann ich eine musikalische Idee in kürzester Zeit realisieren, habe aber auch die Möglichkeit, feinste Details zu editieren.

      Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen.

  7. Das hat meiner Meinung nach mit Marketing nicht allzuviel zu tun. Es ist einfach die Erkenntnis, dass man der grossen Masse nur ein Produkt verkaufen kann, wenn es funktioniert und bedienbar ist. Ich glaube nicht, dass andere Firmen bewusst auf die Early Adopters abzielen. Die sind einfach nicht in der Lage, solche Produkte zu entwickeln (solange es ihnen nicht jemand wie Apple vormacht). Der Grund dafür sind Manager, die nur ihren Quartalsprofit sehen und keine Begeisterung für ihre eigenen Produkte haben. Die Leute verwenden ihre eigenen Produkte nicht und sind auch nicht bereit, Geld zu investieren, um sie zu verbessern. Es fehlt die nötige Portion Perfektionismus und der Mut für echte Innovation, weil sich das ja erst viel später auszahlt (oder vielleicht auch nicht). Nur Unternehmer mit Leib und Seele (wie Steve Jobs) sind in der Lage soche Produkte herzustellen. Standard-Manager haben davon keine Ahnung.

    • @ roli “.. sprach der hörige Apple-Sklave.” Oder der gekaufete Social Media Berater. Oder einfach der unkritische Kunde. Kann man jetzt beurteilen wie man will.

      @ Quartarlsprofit .. damit magst du sogar recht haben.

      Cheers
      M.

  8. super Beitrag. Und auch Roli hat durchaus recht, wobei es natürlich etwas mit Marketing zu tun hat. Jeder andere Chef einer Tech-Bude ist nicht so Komunikationsstark und wird dermaßen hofiert.

  9. Geniale Analyse von Apples schaffen. Die Fokussierung auf den Massenmarkt und die Entwicklung eines Gerätes auf genau diesen Markt ist genial. Spätestens seit der zweiten Generation iPhone hat Apple gezeigt dass nicht alles was möglich wäre in einem neuen Gerät vorhanden sein muss sondern alles was funktioniert. Die Massen werden auch das iPad lieben weil sie damit abends auf dem Sofa ein wenig entspannen, rumsurfen und Videos schauen können. Die brauchen keinen ftp client und texteditor um in Blogs rumzuhacken.

  10. nach den in den vergangen tagen imo etwas “kükigen” Artikeln von marcel bin ich heute total begeistert: super Artikel, meffert hätte es nicht besser und anschaulicher beschreiben können!

  11. Klasse Artikel! Und kommt genau zur richtigen Zeit – nach dem gestern und vorgestern die Techblogger die Deutungshoheit übernommen hatten. Schön zu wissen dass Robert Scooble oder wie er heißt das iPad nicht toll findet, aber das hat eben nichts mit dem Erfolg dieses Produktes zu tun.

    Zum Beispiel das ständig wiederholte Argument, der iPad könne kein Multitasking, was ein großer Nachteil sei. Soweit ich das verstanden habe, gibt es eben einen Zielkonflikt zwischen langer Akkulaufzeit und Multitasking. Und die Akkulaufzeit ist bei meinem iPhone für mich als Kunde der Early Majority (habe es seit Weihnachten) mit der größte gefühlte Nachteil. Ich würde sofort noch ein paar technische Features weglassen, wenn ich das Ding dafür nicht ständig aufladen müsste.

    Und Apple weiß eben genau: würde man so ein Feature anbieten (kann ja wohl technisch von der Software her keine große Aktion sein), gäbe es natürlich sofort Anwendungen die das dringend brauchen und dann will man es natürlich auch nutzen, und kurz danach würden Berichte durchs Netz schwirren der Kategorie “mein iPhone/iPad hält ja genau genommen nur 1 Stunde 16 Minuten etc.” Das wiederrum würde Käufer der Early/Late Majority sofort vom Kauf zurückschrecken lassen.

    Ich werde mir das iPad erst kaufen, nachdem ich es einmal in der Hand gehabt habe. Meine größten Bedenken dabei wären:

    - wie schwer fühlt es sich an? “700 Gramm” ist erstmal nur eine Zahl. Kann ich es wie eine Zeitschrift in der Hand halten im Sitzen auch ne Stunde lang? Oder eher wie ein Buch?

    - wie gut ist der Bildschirm lesbar bei Sonnenlicht

    Das wären meine offenen Punkte. Ansonsten hat das Gerät genug Features, um einen “haben wollen” Reflex bei mir auszulösen.

    P.S.: Da hier ja viele Innovators mitlesen: kann mir mal jemand erklären, warum “das iPad hat keine Kamera” allen Ernstes ein Nachteil sein soll? Ich meine haben die Innovators und Early Adopters tatsächlich keine Digicam? Will den jemand allen ernstes mit einem Din A4 großen Gerät Bilder oder Videos aufnehmen?

    • @matthias: der nachteil der fehlenden kamera liegt, wie du schon richtig sagst, natürlich nicht im fehlen klassischer photoanwendungen, oder videotelefonie, oder dem spontanen spreaden von schnappschüssen via pushmail. das können andere, handlichere geräte, eh besser. man würde es also nicht missen.
      der nachteil liegt darin, dass apple das teil ja auch als mit als mobile gamingmaschine vermarkten will, und da geht der trend gerade in richtung “mehr interaktion”. dazu gehören bei mobilen geräten auf jeden fall eine kamera (vorne, also wie bei einer webcam) und ein micro. Am erfolg der aktuellen nintendo DS variante lässt sich das festmachen: man kann z.B. in ein Micro sprechen um eine Tür zu öffnen, oder reinpusten um dadurch im spiel wind zu erzeugen, und dadurch ein rätsel zu lösen, oder eine aufgabe zu bewältigen. zukünftig wird es auch spiele geben, die die kamera nutzen, so dass man über gesten aufgaben erledigen kann.
      das hört sich vielleicht nach “gigsgacks” an, wenn du es aber mal ausprobierst, wirst du dich wundern wieviel
      spass das machen kann. die besten beispiele sind der unglaubliche erfolg der nintendogs-reihe auf dem DS bzw. die zelda-spiele in denen zumindest die mikrofon-features sehr gut genutzt werden. sehr einfach, sehr intuitiv. eigentlich würde sowas genau in das konzept des Ipad passen…
      leider haben sie das nicht gemacht, ist imo deshalb wirklich ein nachteil, da ein mobiles gaminggerät sowas mitbringen sollte.
      Ich denke mal, dass -je nachdem, wie sich die nachfrage nach spielen im lauf der zeit entwickelt- in einer weiteren version des geräts kamera und micro verbaut werden werden. das potenzial an spielideen, die damit verwirklicht werden könnten ist immens und wrid gerade erst erschlossen, und zu dem konzept der einfachen handhabung würde es wunderbar passen.

    • Matthias: Ich finde, Du greifst exakt das falsche Beispiel raus. All die Punkte wie “keine Kamera” und “kein HDMI-Anschluss” sind tatsächlich Geekzeug, das Normalanwender nicht vermissen werden. Aber Multitasking ist, wie Flash, einfach inzwischen etwas, was auch Meine Mutter (82 Jahre) in gewissen Grenzen erwartet.

      Hier gibt’s zwei Punkte, die Andreas’ schöne Analyse durchaus stützen: Jobs verzichtet auf sehr viel Technik nicht etwa, um die Geräte stabil zu halten, sondern aus weiterführenden Marketingüberlegungen. Wo Nokia Geeks wie mir alles an technischen Möglichkeiten bietet, um mich zu überzeugen, denkt Jobs über den Anwender hinaus und stellt sicher, dass jede Option auch von allen im Wertschöpfungsstrom der Gerätenutzung involvierten Partner akzeptiert wird. Flash etwa greift auf Hardware zurück und kann für Webbasierte Videokonferenzen oder -Telefonate genutzt werden. Multitasking erlaubt Skype und IM im Dauereinsatz, killt den Goldesel SMS und macht aus dem Handy ein Gratistelefon – beides lag nicht im Interesse von Apple, weil man den Telkos garantieren musste, dass trotz Flatrate im Datenverkehr nicht auch noch die Minutengebühren und die SMS-Einnahmen wegbrechen.
      Der Multitasking-Energieverbrauch-Unsinn hat mich schon immer genervt, nachdem auf meinem Nokia E71 permanent Voip, Fring, Google Latitude und mehr liefen und das Handy zwei Tage problemlos überstand, während die iPhones kaum einen Arbeitstag durchhalten. Warum? Android hat eine Stromverbrauchsmessung, und das Nexus One – wiederum mit ständigem Voipaccount, G-Talk, GMail, Facebook- und Twitter-Widgets und Wetter- und Newsabfragen beweist mir, was die Akkulaufzeit-Multitasking-Ausrede für ein Quark ist: Wenn der Akku sich geleert hat, ist der Hauptverbraucher IMMER das Display mit 80%, kein einziger Programmprozess (ausser der schrecklich schlechten Beta von Skype) verbraucht daneben mehr als 5-10 Prozent des Stroms – auch nicht Pandora, wenn ich mal zwei Stunden via Wifi gestreamte Musik höre.

  12. Vielen Dank! Einer der wenigen Artikel zum Thema iPad, die es meiner Meinung nach auf den Punkt bringen.

  13. Ich schliesse mich dem Urteil an: Klasse Artikel.

    @Matthias Ich finde für die Möglichkeit einer Videokonferenz wäre eine Kamera auf der Bildschirmseite wünschenswert. Insofern, da ja durch die fehlenden USB Ports keine Webcam angeschlossen werden kann. Ansonsten stelle ich mir das auch ziemlich speziell vor, mit diesem Teil auf Schnappschussjagd zu gehen.

  14. Just hab ich erfahren, dass der Ibook-Store in Deutschland zum Launch fehlen wird. Ob das so bleibt, scheint noch nicht raus. DAS ist wirklich enttäuschend.

  15. Alle Welt regt sich nun über das IPad auf. Die Erwartungen waren riesig und nun sind die Pro Anwender enttäuscht. Aber was habt ihr alle erwartet? Mir war klar…egal wie günstig das Teil wird…ich benötige es einfach nicht. Ich glaube der Markt, den Apple damit abgrasen kann, wenn sie es clever anstellen, ist einer an den die wenigsten vielleicht denken. Silversurfer. Leute wie mein Papa. 67 Jahre alt. Keine Muße mehr sich mit einem “normalen” Rechner auseinanderzusetzen. Leute, die einfach mal easy im Netz rumsurfen wollen ohne sich mit dem lästigen PC Virenshizzleproblem auseinanderzusetzen. Einfach mal Fotos gucken…einfach mal seinem Sohnemann ne Mail schreiben. OK. In diesem Zusammenhang stösst mir die fehlende Kamera in Bezug auf Skype Videochats auf…aber ansonsten? Der ideale Rechner für meinen Papa…und glaubt mir…Leute wie meinen Papa gibt es viiiiieeele :-) Das stichwort lautet EINFACH…und das kann das IPad.

  16. @Andre
    Stimmt, das iPad werde ich meinen Eltern zu Weihnachten schenken. Dann müssen sie nichts mehr am PC machen, können Bilder rumschicken, E-Mails lesen und schreiben. Eine coole Idee. Danke.

  17. Bitte :-)

    Ich meine…vielen Apple Addicts hängen immer noch in der Gedankenwelt fest das Apple was für Pros und eine kleine Schar ganz spezieller und toller Leute ist….aber seit dem IPod drängt Apple konsequent in den Massenmarkt. Die ursprüngliche Ausrichtung ist nur noch Beiwerk. Geld verdient Apple mit der Masse. Stichwort 50Mrd $ Company :-)

  18. darf man hier verlinken? egal ich machs mal, denn techchrunch bringt es auch sehr schön auf einen nenner, mwarum das ding ein erfolg wird:

    “leute, die den ganzen tag vor einem pc arbeiten, wollen nicht nach hause kommen, und sich wieder an einen pc setzen.”

    http://eu.techcrunch.com/…ple-for-mum-not-you/

    • So isses. Vor Jahren schrieb jemand in einem Mac-Forum des Usenets:

      “Ich verdiene mein Geld mit PCs und freue mich abends auf meinen Mac.”

  19. klickfehler

  20. “Praktisch alle Leser dieses Blogs dürften wohl zu einer dieser zwei Gruppen gehören.”

    Das darf bezweifelt werden.
    Wenn die Leserschaft dieses Blogs ähnlich gestrickt ist, wie jene der diversen IT-Portale, dann betrachtet man Dinge wie das iPad kritisch, trotz Technikbegeisterung.

    Sollte ich mich aber täuschen und bloß der Wunsch Vater meines Gedankens sein, dann bemitleide ich den Blogbetreiber für seine Leserschaft und deren intellektuelle Trägheit.
    Ich persönlich wäre zumindest wenig stolz darauf, bloß zur seelischen Erbauung der fünften Kolone des Konsumismus zu schreiben.

    • Die Aussage des Satzes war ja auch nicht, dass alle Innovators und Early Adopters (zu denen ich mich übrigens nicht zähle), das iPad unkritisch betrachten.

      Dann noch recht unscharf umrissenen Gruppen “intellektuelle Trägheit” anzukreiden, ist schon eine reichlich dumme Bemerkung.

    • @Wolf:
      Dumm sind wohl eher jene intellektuellen Borderliner, die dem Konsumporno in der Endlosschleife, den Apple da seit Jahren zelebriert, mit erstaunlicher Beharrlichkeit auf den Leim gehen. Wie der Triebtäter oder der geile Zuchthengst, denken diese Konsum-Lemminge ebenfalls nicht mit dem Hirn, sondern mit anderen Körperregionen.
      Konrad Lorenz, der Verhaltensforscher und Nobelpreisträger, sprach von “künstlich stimulierten Bedürfnissen.”
      Gerade so, als ob er einer seherischen Eingebung gleich, jenes tragikomische Stück vor Augen hatte, das rund um Apple und die von dieser Firma feilgebotenen Produkte, gegenwärtig zum Besten gegeben wird.

      Ich weiß nicht, ob ich Menschen für ihre Ehrlichkeit bewundern soll, die öffentlich zugeben zur intellektuellen Tieffliegerstaffel der Fanboys zu gehören, oder aber ob ich sie dafür bemitleiden soll, dass sie trotz offensichtlich weitestgehend erfolgreicher Selbstreflexion, nicht in der Lage sind sich selbst zu
      heilen.

      Aber wie sagte ein Kommentator, die teils hunderte Meter langen Schlangen vor Augen, die sich bei der Einführung des iPhones vor (Ver-)Äppl-Läden bildeten: Diese Leute, die da bereit sind 500 Dollar für ein Telefon hinzublättern, sollten alle ein T-Shirt tragen mit der Aufschrift, “Eure Armut kotzt uns an!”.
      Besser kann man es nicht auf den Punkt bringen.

    • jetzt sind sie schon “wie Triebtäter”? Aber sei es drum, Dein nächstes Posting wird sicherlich auch inhaltlich nicht das geringste mit meinem zu tun haben.

  21. Toller Beitrag, den ich iPad Kritikern wärmstens empfehlen kann!

    @Andre und @Christian Leu bin vollkommen eurer Meinung, meine Mum war und ist vom iPad begeistert:
    Sie zockt Online-Flash Spiele (Im Appstore kann sie sich nun austoben), schreibt E-Mails, surft im Web nach do-it-yourself Artikeln und zeigt Freundinnen Fotos von Ihrer letzten Kur.
    Mehr will sie gar nicht von einem PC! Ach ja, doch: Gemütlich auf der Couch ihren Roman lesen ;)

  22. Ein ausgereiftes Produkt auf den Markt zu bringen, das von Anfang an funktioniert und unkompliziert zu bedienen ist, sollten sich andere Firmen zum Vorbild nehmen.

    Klar können Produkte davon profitieren, dass sie erst “beim Benutzer reifen”, aber bei den wenigsten Firmen dürfte das zur Firmenphilosophie gehören.

    Das ist ein interessanter Artikel, aber dass Apple Produkte für die Massen machen soll, überzeugt mich nicht. Nokia produziert für die Masse, das iPhone dagegen ist ein Nischenprodukt.

    Das iPad wird meiner Einschätzung nach ebenfalls kein Produkt für die Masse werden. Der größte Verdienst in dieser Hinsicht könnte eher darin liegen, den Massenmarkt vorzubereiten, das iPad könnte den Weg bereiten für Geräte mit ähnlichen Funktionen, die von echten Massenanbietern günstiger angeboten werden.

  23. Letztlich kann sich Apple seine kurzen aber heftigen Produktlebenszyklen nur erlauben, weil viel andere Hersteller die Pionierarbeit leisten und noch mehr Käufer Apple als Religion ansehen. Ob es langfristig weiterhin ausreicht (frei nach Homer Simpson) an etwas bereits vorhandenes ein Touchscreen anzubauen, um als innovativ zu gelten und neuen Käuferschichten zu generieren, bleibt abzuwarten. Das Produkt sieht toll aus, das Marketing ist super, keine Frage, ob das ganze Sinn macht jedoch schon, denn Lifestyl ist eben nicht alles. Ich werde jedenfalls nicht so schnell in den sauren Apfel beißen und trendy meine Texte mit gesenktem Kopf in einen Bildschirm touchen. Alles andere kann mein Notebook nämlich auch, vielleicht sogar besser. Manchmal sollte ein Nischenprodukt auch in der Nische bleiben.

    • Nix Religion, nix Lifestyle.

      Für längere Texte habe ich mein MacBook Pro, für umfangreiche, stationäre Arbeiten von der Musikproduktion über die Programmentwicklung bis zur Sprachverarbeitung mit ViaVoice meine Powermacs, einen beruflich, einen privat.

      Das iPad kann ich unterwegs gut verwenden, es kann meinen in die Jahre gekommenen Newton Message Pad 2100 ersetzen (den ich z.Zt. noch fast jeden Tag nutze) und meinen Unterricht bereichern (mal schnell zeigen, wie der Graph X^3 -3x^2+5x aussieht oder den Beweis der Kettenregel aufrufen). Das MacBook Pro dafür mitzuschleppen, ist mir zu aufwendig.

  24. Letztlich kann sich Apple seine kurzen aber heftigen Produktlebenszyklen nur erlauben, weil viel andere Hersteller die Pionierarbeit leisten und noch mehr Käufer Apple als Religion ansehen.
    Ob es langfristig weiterhin ausreicht(frei nach Homer Simpson)an etwas bereits vorhandenes ein Touchscreen anzubauen, um als innovativ zu gelten und neuen Käuferschichten zu generieren, bleibt abzuwarten.
    Das Produkt sieht toll aus, das Marketing ist super, keine Frage, ob das ganze Sinn macht jedoch schon, denn Lifestyl ist eben nicht alles. Ich werde jedenfalls nicht so schnell in den sauren Apfel beißen und trendy meine Texte mit gesenktem Kopf in einen Bildschirm touchen. Alles andere kann mein Notebook nämlich auch, vielleicht sogar besser. Manchmal sollte ein Nischenprodukt auch in der Nische bleiben.

  25. Super Artikel, jetzt verstehe ich ein bisschen besser wieso Apple mit seinen Produkten so viel Erfolg hat obwohl die meistens technisch sogar der Konkurrenz unterlegen sind.

    • Nope – “technisch unterlegen” ist ein MacPro keiner anderen Maschine in derselben Preisregion. Und ein MacBook Pro auch nicht. Und der iMac hat überhaupt keine Konkurrenz.

      Der Mac Mini ist zwar teurer als die Konkurrenz, aber das energiesparendste Modell überhaupt und damit als Homeserver ideal.

      Was Apple macht: Sie konzentrieren sich auf das, was der User wirklich braucht. Wie viele PCs haben Features, die die User gar nicht nutzen.

      Dazu kommt die Erfahrung der einheitlichen Bedienung auf Macs: Hier macht eben nicht jedes Programm seinen eigenen Stiefel, sondern die Apple GUI Guidelines sorgen dafür, daß man selten ein Handbuch oder die Hilfe braucht.

      Ich vergleiche das etwa mit den Kontrastangaben für Heimkinodisplays oder Beamer. Ein angegebener Kontrast von 3000:1 gegenüber einem von 1.000.000:1 sagt rein gar nichts über den In-Bild-Kontrast, die Durchzeichnung dunkler Bildinhalte, das Verhalten bei Low-Key-Bildern (kontrastarm, dunkel) und die Bildqualität insgesamt aus – viele Leute kaufen aber übers Netz und fallen auf solche Angaben, die unter unrealistischen Voraussetzungen gemessen werden, herein. Genauso der Megapixelwahn bei Digicams.

      Apple untertunnelt diese Featuritis – zum Glück.

  26. hm, ich weiß nicht, was ihr für eltern habt. meine sind mit dem fernseher ausgelastet (und schauen natürlich darüber ihre bilder an!) – bzw. schätzen die vielfältigen funktionen eines computers (videoschnitt, etc). windows ist ja nun kein buch mit sieben siegeln und auch die software (und darauf kommt es an) vereinfacht die bedienung immer mehr. für ein iPadPhoneWasweißich besteht da absolut kein bedarf. und wenn sich das design an die masse richten soll, dann weiß ich ehrlich gesagt nicht, warum die elitären “fanboys” dem dann hinterherrennen sollten. meine eltern spricht das design nicht an, mich langweilt es mittlerweile auch aber man bekommt ja leider kaum mehr technische produkte, die heute nicht auf hochglanz und klickibunti getrimmt sind.

    • “Klickibunti” ist eine Windows-Domäne. Apple-Produkte sind einfach nur gut und elegant gestaltet. Wer mal einen MacPro aufgemacht hat, weiß, wovon ich rede. Dagegen sind die meisten PCs klobige Plastikklötze.

      Erst recht gilt das für MacOSX: schnell, praktisch, elegant.

      Windows kommt mir dagegen häßlich vor (ich habe es hier für Sonderfälle virtuell als ganz normales Mac-Programm unter Sun Virtual Box zu laufen).

      Das LED-Hochglanzdisplay meines MacBook Pro läßt sich auch noch gut bei bewölktem Himmel im sommerlichen Garten ablesen – erst recht unter der überdachten Terrasse.

  27. @Segestes
    Also ich versuch mal gerade Zugang zu deinem Soziologie-Erstsemester-Mindset zu bekommen und fasse mich deshalb kurz: kauf dir mal ein gutes Marketingbuch und blätter ein wenig drin rum. Das hilft dir zu verstehen wie ein Unternehmen tickt. Evtl. kann es dir dabei helfen dein dogmatisches Gutmenschenparadigma-zumindest in Bezug auf Unternehmensstrategien- zu überwinden, oder wenistens dessen radikale Züge etwas abzumildern.
    Denn spätestens wenn du erwachsen wirst, wirst du feststellen müssen, dass überzogene Verunglimpfungen und boshafte Spitzen kein adäquates Stilmittel darstellen um einen Anspruch auf Meinungs/Deutungshoheit einzufordern: ab einer gewissen Reife wirkt das auf andere Diskussionsteilnehmer leider nur noch “fremdschämig”:

    • überzogene Verunglimpfungen und boshafte Spitzen kein adäquates Stilmittel darstellen um einen Anspruch auf Meinungs/Deutungshoheit einzufordern: ab einer gewissen Reife wirkt das auf andere Diskussionsteilnehmer leider nur noch “fremdschämig”

      Das ist so wahr! Und so gut, dass jemand das einfach mal sagt :)

  28. Coole Analyse, Andreas. Da ist viel Wahres dran. Und die These, dass Apple seine Kunden ganz bewußt von Anfang an jenseits des Chasms sucht, scheint mir wirklich neu.

    Ob das so stimmt, da bin ich mir nicht ganz sicher. So wie ich das beobachtet habe, haben sowohl iPod als auch iPod ihre Kundschaft zu Anfang durchaus bei den early adoptern gefunden – das waren nicht unbedingt Techies aber Leute, die prinzipiell Freude an Technologie, an innovativen Ansätzen UND gutem Design haben. iPod und iPhone wurden erst 1 bis 2 Jahre später von der early majority akzeptiert. Man muss allerdings zugeben, dass selbst das rekordverdächtig kurze Zeiträume wären.

  29. Was mich an der öffentlichen Kontroverse um die Vorstellung des iPads – so kann man das Medienrauschen momentan ja wohl nennen – so besonders wundert, ist der gelegentlich bebende Zorn derjenigen, die Apple’s Produktstrategie ablehnen. Das halte ich für sehr ungewöhnlich.

    Woher stammt die Energie sich öffentlich wutschnaubend über ein Produkt zu äußern, das diese Menschen nie kaufen wollen – und wozu sie ja auch niemand nötigt.

    Das ist ein bisschen so, als würde ein VW-Fahrer einen langen, zornigen Blogartikel schreiben, wenn Mercedes eine neue A-Klasse herausbringt und sich persönliche Beleidigungen gegenüber anderen ausdenken, die sich positiv über die neue A-Klasse geäußert haben. Komische Vorstellung, oder? ;-)

    • @Markus: Sehr interessante Frage. Allerdings bedarf das, was Du als “bebenden Zorn” bezeichnest, einer noch genaueren Betrachtung. Sehen wir mal von den Fanboys ab, die auch in der Arena “Nikon/Canon” oder eben “Mercedes/BMW” aus Markenloyalität auf den “Gegner” einprügeln: Was bleibt dann als Beweggrund für die Frustration einiger Leute, ihre Kritik lauter werden lassen? Ich denke, es ist die Aufsplittung einer Sachdiskussion, deren Kriterien bis dahin einheitlich waren, auf zwei inkompatible Ebenen: Die einen argumentieren streng sachlich, sezieren technische und praktische Aspekte eines Geräts, die andern urteilen aus dem Bauch heraus, emotional und ästhetisch. Für ersteres braucht man Sachkompetenz (Nische), für das zweite Passion und Geschmack (Allgemeingut).
      Eine “Diskussion” über die Grenzen dieser beiden Annäherungsweisen (und, bitte, beachten: Die meisten Menschen sind durchaus im Stande, beide Perspektiven einzunehmen) ist fast nicht möglich, weil “man kann auf dem iPad nicht mit einer Hand Seiten umblättern” und “Es ist das schönste elektronische Buch-Erlebnis, das möglich ist” einfach nicht in eine Gleichung gebracht werden können.
      Das Genie von Apple besteht darin, mit ihren Produkten die Grenzen der Nische zu durchbrechen: Kein Dell-, HP- oder sogar Sony-Produkt spricht die Konsumenten auf der zweiten Ebene an – weil es das bisher vemeintlich gar nicht sollte.
      Dass Apple mehr emotionalisiert als Firmen in anderen Branchen, die diesen Ansatz verfolgt haben, liegt am Ursprung des Produkts: Computer waren explizit die Domäne der wissenschaftlich, rational, mathematisch denkenden Mode-Verachter.
      Andere technische Produktklassen wie etwa Autos sind sehr viel früher schon emotionalisiert und ästhetisiert worden als Computer, und deswegen gibt es dort diese Verständnisbarriere zwischen den Vertretern der beiden Hirnhälften viel weniger: Selbst der grösste PS- und Obenliegende-Nockenwelle-Fan kapiert, dass das Design einer Karosse eine wichtige Eigenschaft ist.
      Bei Computern und namentlich Notebooks lief der Trend aber lange ausdrücklich in die Gegenrichtung: Der Verzicht auf Designaspekte war Kalkül und signalisierte (Rechen-) Power und Kompetenz: IT-Machismo, sozusagen.
      Apple nimmt den Nerds und Geeks die Kriterien für ihr Statussymbol weg und setzt sie neu auch beim Gerätedesign, das jenseits der Nische liegt und im Massenmarkt von allem Anfang an verständlich ist – und das sorgt für einen Hegemoniestreit. Darin liegt das Risiko für Apple – denn wenn der Prozess zu schnell vonstatten geht, sind die (technischen) Fanboys schneller frustriert als die Masse begeistert – und das wäre fatal fürs Produkt.

    • Danke für diesen Erklärungsversuch.

      ich muss zugeben, dass es wirklich nicht Teil meiner Erfahrungswelt ist, dass Menschen sich öffentlich beschimpfen, die geistige Gesundheit oder ihre moralischen Prinzipien anzweifeln, weil sie die Kaufentscheidungen des Anderen bezweifeln.

      Vermutlich verkehre ich – online? – in den falschen Kreisen. ;-)

      Was die Theorie der zwei Ebenen angeht, habe ich zumindest Zweifel – jedenfalls, sofern Du tatsächlich meinst, dass diese zwei Ebenen objektiv bestehen und nicht nur so von den Kontrahenten empfunden werden.

      Ich glaube nicht, das für ein “Sezieren technischer Aspekte” Sachkompetenz notwendig ist, oder diese gar selten wäre. Wenn ich Kameras nach Pixelzahl, Autos nach Motorleistung oder PCs nach Megahertz bewerte, zeige ich wenig Sachkompetenz sondern mehr naive Leichtgläubigkeit :) Diese Aspekte tragen nur in den seltensten Fällen zum Gebrauchsnutzen der entsprechenden Produkte in einer ganzheitlichen Betrachtung bei oder spiegel eine sinnvolle Kosten/Nutzen-Betrachtung wieder. Tatsächlich erinnert mich das eher an die Quartett-Spiele aus meiner Jugend. Objektiv betrachtet, ist, glaube ich, Marketing mit solchen vorgeblich sachlichen Produkt-Attributen oft ein deutlich ausgeprägterer Betrug am Verbraucher als eine Aussage wie “das passt gut zu Ihrer Inneneinrichtung” ;-)

      Unternehmen wie Sony – und teilweise auch HP – sprechen diese Ebene, die man oft böswillig mit “Lifestyle” bezeichnet, durchaus an. Oder besser: sie versuchen es halbherzig. Am Ende stehen aber dann doch wieder dpi, Megapixel, Megahertz und Zoll im Vordergrund. Die Befriedigung, die Käufer aus Produkten aufgrund dieser Attribute ziehen (zu einem großen Teil Prestige) ist genauso “sachlich” wie die Freude, ein entsprechend dem persönlichen Geschmack gestyltes Gerät sein eigen zu nennen.

      Aber ich befürchte, wir bewegen uns mit diesem Thema jetzt ein bisschen off-topic. Das möchte ich Andreas nicht antun. :

    • Markus – Du erlaubst, dass ich dennoch weitermache im Glauben, dass Andreas nichts dagegen hat – ich finde den Ansatz spannend.
      Wenn Du die bisweilen sehr lächerlichen flamewars verschiedener Fanboy-Gruppen nicht kennst, hast Du nichts verpasst, aber sie finden überall und immer statt.
      Ich sehe die beiden Ebenen aber nicht dort, und vielleicht war das Wort “sezieren” falsch gewählt. Ich zähle Leute, die Megapixel und X-Fachzoom zum Ausschliesslichen Kriterium beim Kamerakauf machen, eben just nicht zu den Geeks und Nerds, sondern wie Du sagst zu den vom Marketing bewusst verwirrten Normalkonsumenten, die eigentlich lieber eine Kamera nach Aussehen kaufen würden. Ich habe oft genug Freunde beraten, die wohl wie Experten klangen, aber ausser Marketingsprech-Zahlen nichts wussten und sich vor allem nicht gefragt hatten, wozu sie das Gerät brauchten. (Ganz frustrierend wird’s übrigens, wenn man jemandem erklärt, dass die vielen Megapixel und das 20fach Zoom schlechtere Bildqualität bedeuten und für seinen Haupteinsatzzweck vollkommen ungeeignet sind – und er am Ende dennoch genau das Modell kauft, weil “es so cool aussieht”).
      Apple macht die Kompromisse – meistens die richtigen – für die Konsumenten, und deswegen haben die Geräte den Ruf, “einfach” und “zuverlässig” zu sein. Für die Geeks geht damit aber neben einem Funktions- ein Statusverlust einher: Erstens werden sie für die Kaufberatung nicht mehr gebraucht, und zweitens stehen sie mit ihren wunderlichen Aparaten nicht mehr als Elite, sondern als Aussenseiter da.
      Auch darauf hat das Marketing reagiert – die Droid-Kampagne von Motorola in den USA, die das Android-Telefon als Roboter mit unendlichen Fähigkeiten und das iPhone als blondierte Barbiepuppe darstellt, drückt es so deutlich aus wie nichts anderes.

    • Wenn ich Dich richtig versehe würde das heissen, dass Geeks und Nerds leistungsfähige, aber hässliche Computer besitzen, während Otto Normalverbraucher mit einem gestylten aber weniger leistungsfähigen Macbook rumläuft. Ich beobachte aber in meinem Umfeld eher, dass die Geeks und Nerds mit den Macbooks rumlaufen, während die normalen Konsumenten beim Discounter ein billiges Windows Notebook kaufen. Apple Produkte haben m.E. im Umfeld der IT-Branche und bei Studis überproportional viele Kunden, während sie im effektiven Massenmarkt wahrscheinlich nach wie vor um die 10% Marktanteil haben.

    • @Philipp: Macbooks bei den Hardcore-Geeks sind eine *relativ* neue Erscheinung (ich bin ein alter Mann) und wahrscheinlich für den verdoppelten Marktanteil von Apple in den letzten drei Jahren verantwortlich ;-). Und meines Wissens arbeitest Du mit einem Thinkpad und hast meinen Treo übernommen, weil der eine Tastatur hat…?

    • @Peter: Nachdem mir immer noch die jüngsten Updates dieser Kommentare hier zugemailt werden, muss ich doch noch mal etwas zu diesem Nebenthema sagen:
      .
      Meinst Du wirklich, dass es “normal” (bzw. üblich) ist, dass in Online-Diskussionen Zorn bis regelrechter Hass aufkommt, sobald einer der Mitwirkenden etwas positives (oder manchmal nur neutrales) zu Apple sagt? Schau Dir doch mal die letzten Beiträge hier an! :)
      .
      Tut mir leid, ich habe so etwas noch bei keinem anderen Thema erlebt. Interessant sind in diesem Zusammenhang auch die Kommentarspalten von Engadget an. Die haben da ja die durchaus nette Funktion, das man andere Kommentare mit [+] oder [-] be-voten kann. Dabei werden Kommentare, ab einem gewissen Negativ-Saldo gar nicht dargestellt – ihre Existenz aber erwähnt.
      .
      Wenn Du Dir dann mal die Artikel anschaust, die unter anderem das Thema Tablet-PCs tangieren und dir dann die ausgeblendeten Kommentare ansiehst (das kann man manuell immer noch machen), wirst du feststellen, das es reicht, irgendetwas Positives zu Apple zu sagen – oder auch nur die Meinung zu äußern, dass ein anderer Kommentar vielleicht übermäßig kritisch war – und dein Beitrag wird innerhalb von wenigen Minuten ins Nirvana gevotet ;-) In einer physischen Diskussion würde man das “Niederschreien” nennen.
      .
      Das ist in den letzten Tagen so extrem geworden, dass Engadget seine Kommentarfunktion abgeschaltet hat. Siehe hier: http://engadget.com/2010/…ments-off-for-a-bit/ Und das will was heißen. Das ist in etwa das Selbe, als würde in Deutschland Heise eine Foren lahmlegen. Das gäbe eine Revolution in allen IT-Abteilungen deutscher Unternehmen.
      .
      Ich denke nicht, dass das nur damit zu tun haben kann, dass Apple seine Kunden “emotional” anspricht (also auch auf Design, Lifestyle etc. setzt). Das tun Nike, Ikea, Mercedes und nahezu alle Modemarken auch. Aber ich habe noch nie miterlebt, dass Käufern dieser Marken von Konsumenten andere Hersteller die geistige Gesundheit oder Befühigung am sozialen Miteinander abgesprochen wurde, sobald sie sagen “also ich kaufe meine Anzüge am liebsten von Dressler”. Irgendetwas merkwürdiger geht hier ab. Irgendwelche Urängste müssen bei diesem Menschen angesprochen werden.

    • @Markus: Ich glaube dass das etwas damit zu tun hat, dass technologieaffine Menschen die Wahl ihrer Computerplattform zu einem Teil ihrer Identität machen. Man benutzt nicht einfach irgendeinen Rechner, sondern definiert sich als PC-/Mac-/Linux-User. Und weil wir alle so viel Zeit vor diesen Kisten verbringen, ist das scheinbar eine wichtigere Wahl als die der Auto- oder Schuhmarke. Die Industrie trägt mit ihrem “I’m a PC/I’m a Mac”-Humbug natürlich noch dazu bei.
      .
      Wenn Menschen etwas als Teil ihrer Identität sehen, wird die Diskussion darum immer sehr schnell heftig, gehässig und polarisierend, weil man sich recht bald mal im Kern seines Selbstverständnisses angegriffen fühlt. Das ist auch bei Religion oder Politik nicht anders.
      .
      Siehe dazu auch: http://paulgraham.com/identity.html

    • Was mir an den Artikel von Graham auf Anhieb am besten gefallen hat:

      Politics, like religion, is a topic where there’s no threshold of expertise for expressing an opinion. All you need is strong convictions.

      Das wird aber der eine oder andere in diesem Zusammenhang gar nicht gerne hören ;-)

  30. Für die Differenz, die man beim Premium-Modell mehr zahlt als in den USA $829/829€=ca.250€ bekommt man des öfteren schon Flüge ab Frankfurt nach NY/La Guardia… (www.expedia.fr) Das Abholen ist also fast genauso teuer, wie der Kauf in D ;-))

    http://ftd.de/it-medien/i…-i-pad/50067554.html

    • Meines Wissens bezahlst Du aber bei der Rückreise nach Deutschland die volle MwSt (oder machst Dich unter Androhung einer happigen Geldstrafe und Einzug des Geräts strafbar) plus in New York rund 10% in Form der dortigen Salestax. Also alles in allem rund 30% auf den Dollarpreis oder rund 250 Dollar.

  31. Eine völlige Nebensache, aber die Grafik ist in ihrer Suggestivkraft gepaart mit Unwissenschaftlichkeit irgendwie typisch für vieles was mit “Marketing” zu hat. Sie suggeriert eine Normalverteilung, scheint aber gleichzeitig eine Zeitachse zu haben. Ich vermute Zahl der Käufe pro Zeiteinheit (verkaufte Geräte wohl kaum) über Zeit? Macht doch mal wenigstens eine Achsenbeschriftung!

    • Tja, Wissenschaft und Marketing vertragen sich meistens eh nur schlecht… Suggestion ist da tatsächlich eher die Kernkompetenz.

      Die Grafik ist angelehnt an die übliche Darstellung von Technologieadoptionszyklen, siehe http://en.wikipedia.org/w…y_adoption_lifecycle.

      Und das soll wirklich mehr illustrativer Natur sein.

    • Um noch mehr wissenschaftliche Trennschärfe zu bekommen, -es handelt sich im Artikel und eine Grafik eines Produktlebens und nicht einer Technologie. Die Normalverteilung ist bei beiden Standard. Das Leben des Ipad könnte übermorgen schon vorbei sein, wobei das Internet als Technologie wahrscheinlich weiterleben wird ;)

  32. @roli: Sehr wahre Worte … ich glaube, das trifft es sehr gut. Das muss ich mir merken. Auch in unserer Firma springen solche Manager rum, die alle nur kurzfristig denken und jede Menge Mist verzapfen, den ihre Nachfolger ernten …. und die Mitarbeiter. Da ist keiner dabei, der Fehlentscheidungen, wenn sie auch Geld gekostet haben einfach mal deckeln. Anschaffungen die Grütze waren, werden Jahre lang rumgeschleppt (“Das war doch mal so teuer, … ” Bla Bla … aber das das weiter Geld verschlingt und eine Abschaffung, trotz Verlust langfristig ab diesem Zeitpunkt die besserer Entscheidung wäre … nö, denn auch das killt die Quartalszahlen.

  33. “Crossing the chasm” handelt von der Karriere technischer *Innovationen*.

    Apple verkauft keine Innovationen, sondern *consumer electronics* an eine bestimmte Klientel (oder besser: an humanoide “clients”, das trifft es auch im IT-Sinn genauer).

    Es gibt also für Apple keinen riskanten “Chasm”, ebenso wenig wie z.B. für Bang & Olufsen oder die FDP (nicht, dass das zwingend dieselbe Klientel wäre). Auch die Marktanteile von Apple sind mit denen der vorgenannten durchaus vergleichbar: am weltweiten Smartphonemarkt gut 5% (http://www.gartner.com/it/page.jsp?id=985912), bei Musikplayern ca. 12% (http://www.businessweek.com/technology/content/may2004/tc20040527_8900_tc056.htm), bei Betriebssystemen ca. 5% (http://macwelt.de/artikel…marktanteil_steigt/1).

    Ganz im Gegensatz dazu steht in der Wahrnehmung natürlich das massive Getöse, mit dem jedes neue Apfeltamagotchi angekündigt wird. Die clients jammern zuerst, kauft aber trotzdem. Der größte Teil der Welt eben nicht. Die Käufer rationalisieren nachträglich ihren Kauf, auch kein neues Phänomen.

    Deine Analyse ist deswegen nur teilweise richtig, die Grafiken zum Chasm kannst Du in die Tonne treten.

    • Richtig. Es sind eben nur Variationen und keine Innovationen, häufig genug auch designorientierte Imitationen. Regelmäßige CeBit-Besucher können ein Lied davon singen. Apple springt auf einen vorhandenen Trend auf, sobald der Markt groß genug ist, das zugegebenermaßen sehr erfolgreich. Die Pionierarbeit und die Markterschließungskosten bezahlen jedoch andere. Kein schlechter Ansatz, da der first mover (innovator) langfristig nicht unbedingt erfolgreich sein muss. Dafür gibt es zahlreiche Beispiele, siehe Telefunken etc. Im Übrigen wirklich nichts neues, danke Nobody!

    • “Crossing the Chasm” passt sehr genau auf diesen Fall. Kein Mensch sagt, dass Innovationen nur von einer Firma vom Anfang bis zum Ende gemacht werden dürfen. Im Gegenteil, es ist üblich, dass die einen zwar den technischen Durchbruch schaffen, aber es eben nie schaffen, ein Produkt hinzukriegen, das bei den Kunden ankommt.

      Das ist auch eine (sehr essentielle) Form von Innovation. Amerikaner verstehen das und sind darum in Technologiemärkten sehr viel erfolgreicher als Europäer. Die meisten Leute in Europa verwechseln immer Invention (technische Erfindung) mit Innovation, und das ist falsch.

      Die Innovation, um die es hier geht, ist Tablet Computing. Daran haben sich schon viele versucht (inkl. Apple mit dem Newton), aber noch niemand hat die richtige Formel gefunden, um das Prinzip in der breiten Masse zu etablieren. Wenn Apple das schafft, ist es ein sehr wesentlicher Innovationsschritt.

      Noch was: Wenn Du Marktstatistiken zitierst, würde ich neuere nehmen als solche von 2004…

    • @Andreas: Ich muss widersprechen, es handelt sich nicht um eine Innovation, weder um eine Marktinnovation noch um eine Produktinnovation, dabei spielt der kommerzielle Erfolg keine Rolle, zumal dieser auch beim Ipad nicht sicher ist! Wie wäre sonst so etwas zu erklären: HP Compaq Tablet PC TC1100, nur als Beispiel. Es könnte sich einzig und allein um eine Innovation aus Sich von Apple handeln, da sie dies noch nicht produziert haben. Wenn ich jedoch morgen anfange, was ich noch nie tat, meine Briefe mit Schreibmaschine zu tippen, wird kein Mensch von einer Innovation sprechen, nur weil es für mich neu ist. Bei Apple ist es anscheinend anders.

    • http://www.gartner.com/it/page.jsp?id=1224645

      Nope. Ich ärgere mich nicht über abweichende Meinungen, aber über falsche Zahlen:

      ….”am weltweiten Smartphonemarkt gut 5% ” – LOL

      Gartner gibt eine Steigerung des Apple-Anteils am weltweiten Smartphone-Markt von 12.9% im 3.Quartal 2008 zu 17,1% im 3. Quartal 2009 an.

      Das ist ein *ziemlicher* Unterschied. Da müssen dann schon 17% ihren Kauf “nachträglich rationalisieren”.

      Wie wäre es mit der Erkenntnis, daß die einfach Spaß an ihren iPhones haben?

    • @ Andreas Göldi

      Da ich einen Apple Newton Message Pad 2100 gegenwärtig noch jeden Tag benutze und die Vor- und Nachteile des Geräts gut kenne, kann ich zum Mißerfolg der Produktlinie Stellung nehmen:
      -
      1. Die Linie kam insgesamt zu früh für den privaten Massenmarkt. Die Displays waren noch zu schlecht, um einen großen Appeal zu entwickeln.
      -
      2. Die Produkte waren zu teuer.
      -
      3. Das Teil war zu groß und schwer für die Business- “Hemdtaschen-Benutzer”. Silver-Surfer wie ich, die lieber größere Geräte wollen, sind eine zu keine Minderheit für den PDA-Markt.
      -
      4. Die ersten Generationen waren zu langsam. Erst das letzte Gerät war gut genug (v.a. Handschrifterkennung).
      -
      Mich hat der Newton zum Mac gebracht: die Software hat mich überzeugt, nicht die Hardware.

  34. Wenn mich die wutschnaubende Lust überkommt im Zusammenhang mit neuen Apple-Produkten, dann nicht ausgelöst von der effektiven Produktqualität oder den Mängeln. Sondern als reiner Widerspruchsgeist gegen den Hype. Wenn das neue Pad in unseren Frühnachrichten auf Radio DRS auftaucht zum Beispiel, und mehr noch, wenn es dort relevantere Themen verdrängt. Damit ist aber auch klar: Hype entsteht erst durch positive und negative Emotionalisierung. Apple braucht die Wüteriche jeder Couleur noch nötiger als seine Evangelisten und Fanboys. Nicht wirtschaftsgehypte Sekten kommen nämlich nur in die News, wenn sie Leute umbringen oder massiv abzocken, wie die Tom-Cruiser-Sc.

    • Zorn ist in weiten Teilen unserer Kultur eine eher negativ besetzte Emotion (von wenigen Ausnahmen abgesehen). Ich kann es deshalb sehr gut verstehen, wenn diejenigen, die Zorn empfinden, und dem auch öffentlich Ausdruck verleihen, ein starkes Bedürfnis verspüren, dies (1.) zu rationalisieren und (2) Positives darin zu identifizieren. :)

      Ich kann auch sehr gut verstehen, wenn jemand das Gefühl hat, dass die Berichterstattung in öffentlichen Medien “Relevanteres” verdrängt. Relevanz ist allerdings etwas zutiefst Subjektives. Ich habe zum Beispiel das Gefühl, dass mehr als 95% der Beiträge in Radionachrichten (speziell auf, sagen wir mal “Konsumentenorientierten Sendern”) keinerlei Relevanz für mich haben. Das trifft zum Beispiel auf die Berichterstattung über Sport, Celebrities und den größten Teil der politischen Berichterstattung zu.

      Das ist sicherlich einer der Gründe, warum ich sehr selten diese Sendungen verfolge. :) Das ist ja das Schöne am Internet. Da kann man sich seinen eigenen Mix an Nachrichten zusammenstellen. ich kann das nur wärmsten empfehlen und werde sicherlich meinen iPad dazu verwenden, dies noch mehr als in der Vergangenheit zu tun. Die Vorstellung, nach jeder zufällig angehörten Radiosendung wutschnaubende Lust zu empfinden, weil viele der Beiträge für mich irrelevant sind, würde mich erschrecken.

    • So, erst mal will ich mich vorstellen, ich bin ein Apple-Fan-Opa (mit 49 wohl eher nicht FanBoy) und mit Zorn kenne ich mich aus. Es hat schon Zeiten gegeben, da habe ich aus reinem Spass an der Freud in irgendwelchen Foren erwähnt, dass ich Apple-Produkte gut (nicht mal besser) finde, und dann die Flame-Orgien abgewartet und archiviert. Man glaubt ja gar nicht, WIE beleidigend Leute werden können. Da interessierte gar kein Argument, alles was von Apple kam, war grundsätzlich Sch….., MacUser geistig tieffliegende Vollpfosten, man hat mir sogar schon Prügel angedroht, nur weil ich mal erwähnt hatte, dass IPhoto ein prima Bildbearbeitungsprogramm ist. Und das auf einem DB-Intranet-Server!!! Ich nutze Apple-Produkte seit 1992, beruflich habe ich ausschliesslich mit Windoof-Kram zu tun, von Win98 über 2000 bis XP (weiter ist die Bahn noch nicht), also weiss ich schon, wovon ich rede. Ich habe schon Office-Dateien auf meinem MacBook bearbeitet und wieder an die Kollegen zurückgeschickt, weil die das mit ihren Win-Maschinen nicht hinbekamen. Und das ist kein Flame, sondern Erfahrung. Mir ist meine funktionierende Mac-Kiste erheblich lieber als das angeblich bessere, aber schwer bedienbare Inno-Variationen auf anderen Plattformen. Wie schärfte Steve Jobs seinen Mitarbeitern immer wieder ein: “Don´t make me think! (auf gut Deutsch mit Erklärungen: Ich will nicht darüber nachdenken müssen, wie das Ding funktioniert, also macht das Ding so, dass ich nicht darüber nachdenken muss, wie es funktioniert!). DAS ist Apples Trick!!!

  35. @Andreas Göldi: Das sehe ich anders. Marketing ist neben Bauchgefühl ebenfalls Wirtschaft und auch ein gutes Stück Psychologie, eben die von Dir genannte Suggestion, beides sind durchaus Wissenschaften. Wo du recht hast, die Produktlebenszyklustheorie ist nun wirklich ein alter Hut der VWL und der Verlauf bei neueren Appleprodukten durchaus typisch für einen sog. follower. Sie hilft jedoch die Dinge besser zu verstehen. Da man nicht innoviert, kann man direkt bei der kritischen Masse ansetzen. Sollten jedoch die Verkaufszahlen im Zeitverlauf in der Grafik stimmen, dann gleicht der Lebenszyklus eher einem Modeartikel als einem langlebigen Gebrauchsgut, was sehr selten ist bei technisch anspruchsvollen Produkten. Nichtsdestotrotz ist das Marketing toll, wir schreiben, die Medien senden und die Lemminge werden es kaufen. Welche andere Firma mit so geringem Marktanteil schafft eine solche Öffentlichkeit für ein Produkt, welches es noch nicht zu kaufen gibt.

  36. super artikel… bringt es auf den punkt

  37. @Andreas Göldi: zwei der Statistiken sind vom letzten Jahr, zum iPod kenne ich keine neuere als die zitierte. Wenn Du für den iPod eine aktuelle hast: her damit. Auch die wird aus Apple allerdings kaum einen Goliath machen.

    Zum Deiner Bemerkung “verwechseln immer Invention (technische Erfindung) mit Innovation, und das ist falsch” schlage ich vor, Du browst etwas *langsamer* durch die Wikipedia. Dort steht “Im engeren Sinne resultieren Innovationen erst dann aus Ideen, wenn diese in neue Produkte, Dienstleistungen oder Verfahren umgesetzt werden (Invention)”. Eventuell wird dieser Text allerdings auf einem iPad ganz anders dargestellt? Dann wäre das Gerät wirklich eine Innovation.

    • @Nobody: Mit Verlaub, wenn Du schon Wikipedia zitierst, dann doch bitte vollständig. Der ganze Satz heisst: “Im engeren Sinne resultieren Innovationen erst dann aus Ideen, wenn diese in neue Produkte, Dienstleistungen oder Verfahren umgesetzt werden (Invention), die tatsächlich erfolgreiche Anwendung finden und den Markt durchdringen (Diffusion)”.

      Genau mein Punkt. Andere haben Tablet-Computing erfunden (Invention), aber Apple ist gut darin, diese Technologie in den breiten Konsumentenmarkt zu bringen (Diffusion). Beides sind essentielle Teile des Innovationsprozesses, und sehr häufig gewinnen diejenigen Firmen, die stark in der Diffusion sind (Beispiele: Microsoft, Dell, Google, Facebook, …).

      Zum iPod-Marktanteil: In den USA hat der iPod je nach Quelle zwischen 61 und 70% Marktanteil, s. z.B.:
      http://marketwatch.com/st…-struggle-2009-07-29

      Aus anderen Quellen kann man berechnen, dass Apple vom globalen Medienplayer-Markt etwa 25% in Bezug auf Stückzahlen und 42% (2008) in Bezug auf erzielte Umsätze hat. Das ist ein Vielfaches grösser als der nächstplatzierte Anbieter.

      http://en.wikipedia.org/wiki/IPod
      http://instat.com/abstrac…#038;SKU=IN0904511ID
      http://thefreelibrary.com…th+Skids+Due+to+Weak…-a0193876233
      http://sec.gov/Archives/e…12509214859/d10k.htm

  38. ich kann mit der Theorie wenig anfangen. Ausserdem stimmt die Theorie nicht, dass Netbooks noch ein Nischendasein haben. Netbooks haben mittlerweile einen Massenmarkt erreicht und haben in jedem grossen Elektronikmarkt wie Media-Markt/Saturn den klassischen Notebook einiges an Platz weggenommen.
    ich glaube, man muss das iPad innerhalb des Tablet PC Marktes beobachten. Apple hat unter anderem einen Vorteil gegenüber anderen Hardware Herstellern: sie produzieren die Hardware, die passende Software wie iworks und itunes, und bieten ausserdem mit ihrem Appmarket, itunes und ibooks auch noch die entsprechenden Inhalte und Anwendungen, die von Fremdanbietern wie Plattenfirmen, Verlage und Softwareschmieden angeboten werden. Das macht kein anderer. Das muss man auch Apple lassen. Trotzdem hängt der Erfolg der Tablets auch von der Konkurrenz ab, und es lässt sich ja auch feststellen, das z.B. das MacBook Air nur deshalb ein Flop wurde, weil es jetzt unählige Netbooks auf dem Markt gibt. Ich glaube, dass es auch bald bessere und andere Tablets gibt, und zwar mit Android, Chrome OS oder Win7. Die werden funktioneller, praktischer und vor allem noch günstiger. Deren Erfolg liegt dann unter anderem an den Mängeln des ipads, welches weder Flash, USB, SD noch Multitasking hat.
    Der Einstiegs Preis für das Tablet mit 16 GB ist zwar nicht schlecht, aber 16 GB sind wirklich nicht viel und auf Dauer sört das.

    • @Medienexperte: 2009 wurden weltweit ca. 300 Mio. PCs verkauft, davon je nach Quelle 29-35 Mio. Netbooks. Der Marktanteil von Netbooks beträgt also ca. 10-12%, was so ziemlich die Definition einer Nische ist.

      Quellen:
      http://www.gartner.com/it/page.jsp?id=1233213
      http://computerworld.com/…sagging_says_analyst

    • Es gibt ja nicht nur das 16-Gb-Modell, sondern auch das 32- und das 64er Modell. Es gibt Leute, denen reichen 16 völlig, warum sollen die für ein grösseres Modell zahlen, das sie gar nicht benötigen? Genauso wie die angeblich so dringend nötigen Punkte Flash, USB, SD und Multitasking. Flash will ich mal nicht weiter kommentieren, das tun andere zur Genüge. Aber meine Kamera zum Beispiel arbeitet nicht mit SD-Karte, sondern noch mit CF. Was sollte ich da mit SD-Slot? Und MuTa: solang ich neben dem surfen noch Musik hören kann, reicht mir das völlig. Und zum surfen oder mailen auf dem Sofa, einen Film sehen, während meine Frau den Fernseher für eine Kochshow in Beschlag hat, da ist das IPad das Nonplusomega, für solche Momente hat mich die Tastatur am Notebook immer genervt!

  39. Die Netbooks haben für einen extremen Preisverfall bei klassischen Notebooks gesorgt und für ein Umdenken bei vielen Firmen z.B. Microsoft, bei dem Vista nicht auf Netbooks lief. Normale Notebooks gibt es mittlerweile auch für +/- 400 €. Ausserdem haben sie dafür gesorgt, dass das Segment der Mittelgrossen Notebooks d.h mit Monitoren zwischen 11 Zoll und 14 Zoll sehr viel grösser und billiger geworden ist. Konkurrenz für Netbooks sind natürlich Smartphones und immer mehr Leute steigen von einem Handy auf ein Smartphone um. Trotzdem sehe ich dieses Segment nicht als Nische, da sie mehr als 10% ausmachen, und keine Notebookgröße schafft es auf mehr als 50%. Es gibt immer mehr Sparten und unterschiedliche Internetendgeräte(z.B. Widescreen 16 Zoll statt 15,4).
    Zum iPad noch folgendes: ohne Flash ist es nicht zu gebrauchen, da sehr viele Internetinhalte, auch hochwertige wie Hulu oder Videostreams nicht zu gebrauchen sind. Beim iPhone oder normalen Smartphones ist kein Flash noch zu verschmerzen, da man eh nur auf abgespeckten Mobilen Internetseiten (z.B. m.spiegel.de) surft. Beim Ipad soll man aber auch ins klassische Internet gehen können. Und da man es auch auf der Couch benutzen soll, wo man bestimmt gutes W-Lan hat, kann man viele Inhalte nicht sehen. Sehr ärgerlich. Der Erfolg des iPad hängt auch von der weiteren Drangsalierungspolitik von Apple und der Offenheit der Konkurrenzangebote zusammen. Ich kenne viele Leute, die sich von Apple wieder lösen wollen z.B. auf Android, da sie eine Bevormundung durch Apple nicht mehr mögen, und offene Plattformen wie Android bevorzugen, da diese in vielen Fällen innovativer und offener sind. Siehe auch Video vom Elektronischen Reporter.

    • “Zum iPad noch folgendes: ohne Flash ist es nicht zu gebrauchen, da sehr viele Internetinhalte, auch hochwertige wie Hulu oder Videostreams nicht zu gebrauchen sind. ”

      YouTube wird ja unterstützt, wenn auch vimeo.com funktioniert, reicht mir das z.B. völlig. Flash-Videospiele interessieren mich nicht.

      “Beim iPhone oder normalen Smartphones ist kein Flash noch zu verschmerzen, da man eh nur auf abgespeckten Mobilen Internetseiten (z.B. m.spiegel.de) surft.”

      Die Innovation beim iPhone bestand u.a. darin, daß auch normale, nicht für Smartphones optimierte Webseiten komfortabel betrachtet werden können.

      Flash ist buggy, was ich als Mac-User bestätigen kann. Das hat Jobs zu recht bemängelt. Wenn Safari mal abstürzt, dann liegt das fast immer an Flash. Aber auch ohne Absturz bleibt schon mal ein performancefressender Hintergrundprozeß “hängen”, den man killen muß oder Safari beenden und neu starten.

  40. Bei Apple lässt sich folgendes Entwicklung feststellen, was in früheren Jahren auch schon Microsoft oder anderen Anbietern angelastet wurde: Sie bauen ein geschlossenes Internet auf, welches immer mehr von Apps und eigenen Inhalten dominiert ist. Dadurch verdienen sie zwar mehr, aber sie schaffen auch Misstrauen und viel Frust. Ich stehe eher auf ein offenes Internet, bei dem es eine klare Trennung zwischen Softwarehersteller, Hardwarehersteller und Inhaltelieferant gibt, ohne technische Barrieren wie ein fehlendes Flash Plug In. Ich finde jedem Internetnutzer sollte das gesamte Internet zur Verfügung stehen, und man muss von jedem neuen Internetendgerät verlangen können, dass es alles zeigen und abspielen kann. Barrierefrei. Dass man z.B. auf Smartphone nicht alles zeigen kann, ist eine Ausnahme.
    Viele Menschen wie z.B. im Iran kämpfen für ein offenes , barrierefreies Internet. Deshalb kaufe ich mir aus Prinzip kein Apple, weil ich mir nicht vorschreiben lassen will, was ich kann oder nicht. Man sollte z.B. auch Skype auf dem Handy benutzen dürfen.

  41. Bei Apple lässt sich folgendes Entwicklung feststellen, was in früheren Jahren auch schon anderen Anbietern angelastet wurde: Sie bauen ein geschlossenes Internet auf, welches immer mehr von Apps und eigenen Inhalten dominiert ist. Dadurch verdienen sie zwar mehr, aber sie schaffen auch Misstrauen, Intransparenz und bauen Barrieren auf. Ich stehe eher auf ein offenes Internet, bei dem es eine klare Trennung zwischen Softwarehersteller, Hardwarehersteller und Inhaltelieferant gibt, ohne technische Barrieren wie ein fehlendes Flash Plug In. Ich finde jedem Internetnutzer sollte das gesamte Internet zur Verfügung stehen, und man muss von jedem neuen Internetendgerät verlangen können, dass es alles zeigen und abspielen kann. Barrierefrei. Dass man z.B. auf einem Smartphone nicht alles zeigen kann, ist eine Ausnahme.
    Viele Menschen wie z.B. im Iran kämpfen für ein offenes , barrierefreies Internet. Deshalb kaufe ich mir aus Prinzip kein Apple, weil ich mir nicht vorschreiben lassen will, was ich machen kann oder nicht, und bei allem Bedienungskomfort eines iPhones ich nicht immer eine App kaufen will. Man sollte z.B. auch Skype auf dem Handy benutzen dürfen.

  42. @Andreas Göldi: Der Artikel schien ganz ordentlich recherchiert, vor allem der Aufhänger mit der Lebenszyklustheorie hat mir zunächst gefallen, nunmehr bin ich überzeugt, dass du keine Ahnung hast, wovon du da sprichst. Wenn es schon ein Lebenszyklusmodell sein soll, dann wenigstens richtig wiedergebe. Der Unterschied zwischen Produkt und Technologie sei geschenkt. In deinen Kommentaren widersprichst du nämlich vehement den Aussagen, die dein grafisches Modell beinhaltet und beharrst auf eine nebulöse Innovation, die deine Zeichnung nicht hergibt. Dann wiederum wechselst du das Modell und sprichst von der Diffusion eines Produktes vielleicht auch einer Technologie, -wer weiß. Da du auf wikis stehst, hier nochmals der Unterschied: http://de.wikipedia.org/wiki/Diffusionstheorie . Ich empfehle jedoch dringend ein paar Semester VWL oder auch nur ein gutes Buch zum Thema, dann wäre das Neo-Marketing-Ding mit dem “Chasm”, “Gap” oder wie auch immer, jedenfalls in der guten deutschen Ökonomie auch kritische Masse genannt, gegessen. Zurück zu deinem Modell, du gehst ich der Grafik von der Nachfrageseite aus. Im Idealfall entspricht die Nachfrage (N) im Zeitverlauf (t=0, t=1,…, t=n) dem Angebot(A) nach einem Produkt, womit die beiden Funktionen deckungsgleich wären, also N=A,zu jedem Zeitpunkt t, alles anderer lasse ich mal außen vor. Wenn nun ein Markt oder ein Produkt zum Zeitpunkt t=1 durch eine Innovation entstanden ist, dann kann es zu keinem weiteren Zeitpunkt so etwas geben. Das impliziert ja allen schon allein der Begriff. In deiner Grafik hätte die Apfelkurve bei den “Innovators” anfangen müssen, damit es eine Innovation ist. Auch mit dem atypischen Verlauf, das tut nichts zu Sache, ich kenne auch nur idealisierte Märkte, die eine Standartnormalverteilung aufweisen. Die Phasen sind relativ klar gegliedert, innovator bei(N)= first mover/innovator bei(A), early adaptor bei (N)= early mover bei (A), usw. Du behauptest wider besserer Grafik im Kommentar jedoch was anderes. Da aber der Apfel auf dem Markt der Tablets nun mal nicht der erste ist, passt die Grafik und er wird sicherlich zu dem Markt der Tablets gezählt werden. Wenn Apple jedoch einen neuen Markt oder auch nur ein objektiv neues Produkt geschaffen hat, lass es mich wissen. Vielleicht wird der neue Markt/ die neuen Produkte auch Applets heißen, hmmm?!

  43. Hmmmmm …
    Zwei Dinge fallen mir bei dieser Diskussion einmal wieder auf:

    1:) Online scheinen die Teilnehmer einer Diskussion noch weniger Wert auf höflichen Umgang miteinander zu legen, als sie dies in einer F2F Diskussion tun würden. Das ist keine neue Erkenntnis aber immer wieder enttäuschend zu erleben.

    2:) Vertreter der “Offenheit” können sich keinen anderen Grund für den tatsächlich großen Erfolg geschlossener Systeme vorstellen, als sinistre Machenschaften und Zwang. Tatsächlich haben geschlossene System Vor- und Nachteile. Es gibt eine Menge Vorteile speziell auch für Konsumenten, weshalb diese in vielen Marktsegmenten geschlossene Systeme bevorzugen. Ein kleines Beispiel: ich kaufe meinem Sohn lieber ein Spiel für seinen Nintendo DS oder die Playstation als für den PC, weil ich dann sicher bin, dass es funktioniert.

    Vertreter offener Systems “wiederlegen” solche Argumente typischerweise damit, indem sie sagen, dass diese “marginalen” Vorteile durch gewaltige Nachteile negiert würden und dass es nur die Lügen der Hersteller wären (kombiniert mit der Dummheit der Verbraucher – was meist höflich umschrieben wird), die dazu führen, dass sich geschlossene Systeme halten. (Das war im wesentlichen die Essenz des oben erwähnten Features des Elektrischen Reporters, in dem ich die Rolle des dümmlich naiven Hersteller-Sklaven spielen dürfte ;-)

    Das ist eine mögliche Interpretation der Dinge. Man kann sie begründen – aber nicht beweisen. Andere Erklärungsmodelle existieren und sind – meines Erachtens – plausibler.

    Interessant finde ich, dass immer wieder über lange Zeit hinweg eine Ko-Existenz beider Modelle existierte – speziell in der digitalen Welt – ohne, dass es zu dramatischen Verschiebungen gekommen wäre (Fans des einen oder andere Modells sehen das naturgemäß anders ;-) Der lange erwartete Durchbruch von Linux hat zum Beispiel auf dem Desktop niemals stattgefunden (und es gibt gute, sachliche Gründe dafür). Dafür setzen heute in anderen Bereichen Hersteller auf quelloffene Produkte, denen man das vor 10 Jahren niemals zugetraut hätte. Parallell dazu haben die Hersteller mobiler Systeme (Apple sehr erfolgreich) erneut einen Grad an Kontrolle in einigen Bereichen des Internets eingeführt, den viele Internet-Auguren vor 10 Jahren nicht möglich gefunden hätten.

    Und das wird immer wieder passieren. Auch die Herrschaft der Mobilgerätehersteller über ihre Plattformen wird nicht ewig andauern. Tatsächlich sehe ich aktuell schon ein paar interessante Trends, wie Content-Inhaber die Abhängigkeit von Plattformbetreibern in den nächsten Jahren deutlich verringern können. Und diese Trends kommen nicht nur aus der Android-Ecke (eine Ecke, die von anderen Aktivisten allein schon dadurch diskreditiert erscheint, da dort “die böse Datenkrake” Google steht.)

    Das iPad (und iPod, iPhones sowie Konsorten) ist eine hochspannende Plattform – und die Infrastruktur, die Apple drumherum aufbaut, ist integraler Bestandteil dieser Plattform. iPod und iPhone hätten nicht ein Zehntel ihres Erfolgs ohne diese Infrastruktur. Diese bietet für Konsumenten viele Vorteile abseits des Lifestyle-Faktors und hat schon heute neue Marktstrukturen geschaffen, von denen beileibe nicht nur Apple profitiert. Vermutlich gibt es bessere Strukturen im Sinne des einen oder anderen Marktteilnehmers (gibt es immer). Aber die muss erst einmal jemand aufbauen. Dafür genügt es nicht, sie vorzuschlagen. Geschäftsideen und Vorschläge für eine bessere Welt gibt es wie Sand am Meer. …

    • Exakt.

      Die meisten Leute vergessen, dass Offenheit/Geschlossenheit keine binäre Angelegenheit ist, sondern ein Kontinuum, auf dem sich selbst einzelne Hersteller laufend hin- und herbewegen. Beispielsweise bewegt sich Android mit dem Google-Phone jetzt wieder eifrig in Richtung Geschlossenheit. Und warum? Weil der völlig offene Ansatz für Google nicht gut genug funktioniert hat.

      Letztlich ist Offenheit und Geschlossenheit ein Produktattribut. Wie andere Produktattribute bietet eine solche Eigenschaft Vor- und Nachteile, über die man sich als Konsument informieren sollte. Aber diese ständigen Religionskriege helfen nun wirklich niemandem.

  44. Sorry! Der Erfolg von Apple ist mit einem anderen Ansatz wesentlich besser zu erklären. Nachzulesen bei den weltweit führenden Marketing-Gurus aus den USA:

    Prof. Robert Lusch und Prof. Stephen Vargo liefern eine neue Marketing-Philosophie: Service-dominant Logic. Darin geht es eben nicht um Technologie, sondern Kundennutzen.

    Prof. Venkat Ramaswamy und der Strategie-Guru Prof. Prahalad verfolgen den Ansatz “Value Co-creation” und zeigen das Einzigartige an Apple. Unternehmen und Kunden schöpfen gemeinsam Mehrwert…

  45. @Andreas Göldi: du musst wirklich etwas länger über das nachdenken, was du auf Wikipedia nachschaust. Nochmal, zum Mitdenken, meinetwegen auch der ganze Satz: “Im engeren Sinne resultieren Innovationen erst dann aus Ideen, wenn diese in neue Produkte, Dienstleistungen oder Verfahren umgesetzt werden (Invention), die tatsächlich erfolgreiche Anwendung finden und den Markt durchdringen (Diffusion)”.

    Davon hast Du nur die Hälfte verstanden, die dir in den Kram passt, nämlich dass Invention noch nicht *hinreichend* für Innovation ist. Schade nur, dass niemand das hier bestritten hat.

    Nicht verstanden hast du die andere Hälfte, dass Invention die *notwendige* Bedingung für Innovation ist. Einige andere Kommentare haben dich bereits darauf hingewiesen, wie “innovativ” Apple ist – wenn es ums Abkupfern geht. Hardware, Software, Design, Werbespots – die Anzahl der Artikel, die Apples “innovative” Beiträge Seite an Seite mit den originalen Werken zeigen, ist Legion.

    Alles an dir vorbeigegangen? Ein paar Beispiele für Apples “innovative” Selbstbedienung bei anderen:

    Jobs besuch Xerox im PARC und lernt Bildschirmfenster kennen: “I was so blinded by the first thing they showed me, which was the graphical user interface. I thought it was the best thing I’d ever seen in my life.” (http://mac-history.net/th…apple-and-xerox-parc).
    Jobs liebt das Design von Braun aus den 60ern und bedient sich für Apples Hardware so offensichtlich daran, dass einem schon beim Ansehen der Fotostrecke die Spucke weg bleibt (gizmodo.com/343641/1960s-braun-products-hold-the-secrets-to-apples-future). Geht auch bei Software, kann ja nicht schaden (http://core77.com/blog/te…ourse_it_is_6929.asp).
    Der iPod braucht ein Benutzerinterface? Kein Problem, Apple bedient sich an fremden Patenten und “einigt” sich schließlich mit einem Konkurrenten, ihm dafür 100 Mio $ zu zahlen (http://futurezone.orf.at/stories/131678/).
    Auch Werbung anderer Firmen gefallen Jobs so gut, dass er gleich die Regisseure für einen Abklatsch einkauft (http://gattacainc.typepad.com/my_weblog/2006/01/applejack.html); solch “inspiriertes” Kopieren hat bei Apple Methode (http://engadget.com/2007/…ripping-off-artists/).

    Schnee von gestern? Nicht doch. Es geht munter weiter beim iPad: iBook ist auch “inspiriert” (http://www.upvery.com/6793-plagiarism-apple-ibooks-or-application-is-inspiration.html). Vorsorglich macht man auch den iPhone- (und bald auch iPad-)Entwicklern generell schon mal per “Developer Agreement” klar, dass man sich “for any purpose” von ihnen “inspirieren” lassen wird: “Apple will be free to use any information, suggestions or recommendations you provide to Apple pursuant to this Agreement for any purpose, subject to any applicable patents or copyrights.” (http://appslawblog.com/ca…nd-get-away-with-it/).

    Für die Claqeure unter Apples Klientel alles natürlich “geniale Innovation”.

    Zu Deinen statistischen Anmerkungen:

    Dein erster Link spricht vom Marktanteil in den USA, während ich vom weltweiten sprach. Kann man unter dem Einfluß von Jobs’ Reality Distortion Field schon mal verwechseln, geschenkt.

    Der zweite Link (iPod auf Wikipedia) ist eine Nebelkerze ohne Zahlen zu Marktanteilen.

    Die Statistiken im dritten Link kann man nur im Volltext lesen, wenn man dafür bezahlt, die geforderten $3,495 möchte ich begreiflicher Weise nicht investieren. Der Link ist also auch eine Nebelkerze, oder hast Du bezahlt und gelesen? Nein? Na also.

    Der vierte Link verweist auf die Studie aus dem dritten und nennt auch keine Marktanteile. Auch eine Nebelkerze. Immerhin erfahren wir, dass 2008 nach Meinung von In-Statfür 21,6 Mrd $ MP3-Player verkauft wurden.

    Der fünfte Link ist ein Geschäftsbericht von Apple und sagt, dass Apple 2008 für knapp 9,2 Mrd $ iPods verkauft hat. Auch hier keine Zahlen über Marktanteile.

    Vermutlich hast Du also locker Zahlen aus verschiedenen Reports gemixt und einfach mal die Apple-Zahlen durch die In-Stat-Zahlen geteilt, à la 9,2/21,6 macht 42% Marktanteil nach Umsatz.

    So kann man sich auch seine gefühlte Wahrheit basteln und andere mit zusammenhanglosen Links beschäftigen, damit es nicht so auffällt. Mach mal Schreibpause für eine Weile, zum Nachdenken.

  46. Natürlich gibt es verschiedene Modelle, um die Entwicklung eines Produktes, eins Marktes oder sonst was zu erklären. Mann kann jedoch nicht so tun als sein diese beliebig, obendrein sich noch irgend einen Quatsch bei wikipedia zusammensuchen und behaupten, dies würde die Wissenschaft hergeben. Manchmal findet ein blindes Huhn ein Korn, verliert es dann wieder, weil es den Schnabel zu weit aufreißt.

    Also nochmal,Diffusionsmodelle versuchen die Verbreitung eines Produkts, einer Technologie oder auch der
    Schweinegrippe nachzuzeichnen. Hierbei geht es um schnell, langsam oder auch garnicht. Haben es vielleicht irgendwann alle, dann wachsen diese im Idealfall mit dem Bevölkerungswachstum und wenn sie nicht gestorben sind, dann wachsen sie noch heute.

    Die Lebenszyklustheorie zielt auf was vollkommen anderes, hierin wird versucht klare Phasen einer Entwicklung zu bestimmen – und obwohl wikipedia etwas anders behauptet, bleibt es ein Modell der Mikroökonomie. Im wesentlichen geht es hierbei um den Zeitpunkt wann etwas passiert und wie lange es dauert, daher so beliebt im angewandten Marketing. Die SWOT-Analyse ist im Grunde auch nur ein Ausfluss dessen, erweitert um eine sog. Potentialgröße, um Marketing-Gurus Raum für Spekulation und Meinungsmache zu lassen. Aber zurück zum Modell und bleiben wir zunächst bei Märkten. Es wurden Bobachtungen gemacht, die JEDEN Markt kennzeichnen und werden in Theorie und Praxis folgendermaßen gegliedert:
    1)Einführungsphase/Innovationsphase(echte Innovation)
    2)Ausreifungsphase
    3)Niedergangsphase

    Diese Phasen sind im obigen Graphen der Nachfragestruktur im Zeitverlauf analog:
    1)innovators
    2)early adoptors bis late majority
    3)leggards

    Wieso ist das für die Hersteller nun so wichtig. Nun, Technikentwicklung kostet die Hersteller sehr viel Geld. Eine technologische Innovation kostet um so mehr, zumal der Markt nicht da ist und das Bedürfnis nach dem Produkt erstmal geweckt werden will, was ebenfalls teurer ist. Es ist also eine Investition, die mit Risiko behaftet ist. Unter Umständen kann ein teurer Flop auch das Ende des Lebenszyklus eines Unternehmens bedeuten.

    Daher gibt es verschieden Strategien des Markteintritts, um das Risiko zu minimieren. Man kann natürlich ganz klassisch etwas neues Erfinden, es vermarkten (Innovation), Marketing betreiben und hoffen, dass die Kunden den Pioniergeist in der Ausreifungsphase durch massenhafte Käufe honorieren und man sein F&E- und Markterschließungskosten zurückbekommt samt eines fetten return on investment.
    Häufig bleiben solche Bemühungen jedoch fruchtlos und der innovator auch first mover genannt erleidet Schiffsbruch. Oft ist es eine Sache des Timing oder anderer Innovationen, die auf das selbe Bedürfnis abzielen, ob die Sache gut geht oder nicht. (Bsp.: Sonys MiniDisk vs. CD-Rom; in der Literatur auch als Standard Wars bezeichnet, wenn Netzwerk oder Bandwagoneffekte auch eine Rolle spielen, -das würde aber jetzt zu weit führen, selber lesen bildet!)

    Eine anderer Strategie ist es abzuwarten wie und ob sich ein Markt entwickelt, um dann als follower oder second mover gezielt auf einen reifen Markt zu treten. Dies ist laut Artikel und Modellaussage offenbar der Fall, man bemüht sich um die breite Masse. Die Vorteile liegen klar auf der Hand, man muss keinen Markt für viel Geld schaffen, er ist ja bereits da, keine Fehlinnovationen fürchten und vor allem ist die Technologie deutlich günstiger herzustellen als am Anfang einer Entwicklung. Sog. economies of scope und scale können besser realisiert werden.

    Auch hier ist ein scheitern am Markt nicht ausgeschlossen, auch das Timing des Markteintritts bleibt wichtig, sonst tummeln sich vielleicht zu viel auf dem Markt und man bekommt nicht genug vom Kuchen ab, oder man ist zu früh dran und die Entwicklung geht eine anderen Weg. Gutes Beispiel ist vielleicht Geräte-Franjo mit seinem mp3-player, der imho zu spät am Markt war, obwohl Champusparties natürlich auch teuer sind. ;)
    Nachteil: Pioniergeist wird häufig vom Kunden belohnt, also Reputation durch Innovation, aber das ist wiederum ein anderes Modell.

    Dies alles gilt natürlich auch für co, re und contra.

    Ich würde mich freuen, wenn jemand mal wirklich ein neues Modelle oder ähnliches bringt. Vielleicht ein bundling Modell, oder so?! Wer jedoch weiterhin behauptet das Ipad sei eine Innovation der ist Fanboy und/oder geisteskrank, -im Sinne von starkem Mangel von geisteswissenschaftlicher Bildung ;)

    • Ich wollte ja eigentlich nicht mehr antworten, aber vermutlich ist es doch sinnvoll.

      Mit Verlaub:

      a) Allen Leuten mangelnde Bildung vorzuwerfen, die nicht mit Deiner Weltsicht übereinstimmen, zeugt nicht gerade von, äh, grosser Bildung :-)

      b) Du verwendest einen sehr engen (und für die deutsche VWL/BWL leider recht typischen) Innovationsbegriff. Im englischen Sprachraum (wo ich das Thema am MIT studiert habe), fasst man das wesentlich breiter auf. Und unter dieser Perspektive ist ein Produkt wie das iPad, das eine Invention (Tablet-Computing) durch Vereinfachung und Bundling mit Content zu einem massenkompatiblen Produkt macht, sehr wohl eine sehr relevante Innovation. Auch eine Markteinführungsstrategie wie die von Apple, die eben nicht die üblichen frühen Zielgruppen anspricht, ist sehr innovativ — und war offensichtlich schon mehrmals erfolgreich.

      Interessante neue Modelle für Bundling und ähnliche Phänomene gibt es durchaus. Ich hatte das Vergnügen, das Thema bei Erik Brynjolfsson zu studieren, dem ursprünglichen Erfinder des Long-Tail-Konzepts.
      Apple verwendet eine ganze Reihe von sehr hochentwickelten Bundling-Strategien, aber verzichtet auch auf welche, die kurzfristig den Profit steigern, aber langfristig vermutlich das Ökosystem zerstören würden. Das würde jetzt hier zu weit führen, die alle auseinanderzudividieren (Material für einen weiteren Artikel…), aber es ist natürlich ein zentraler Aspekt von Apples Vorgehen. Und gerade darin liegt wiederum eine Innovation.

    • Wenn ich mir die Diskussion bis hierhin anschaue, kommen mir zwei Gedanken:

      (1) die Diskussion hier – und andernorts – wäre fruchtbarer und für diejenigen, die daran interessiert sind, mitzudenken, einfacher, wenn man auf persönliche Beleidigungen einfach verzichten würde. Sie sind keine wirklich triftigen Argumente und forcieren Emotionen, die dem klaren Denken abträglich sind.

      (2) Eine Diskussion, die in einen Disput über die Semantik bestimmter Begriffe abgleitet, befindet sich selten auf einem guten Weg.

      Zum Thema “Apple und Innovation”:

      Ich habe keine Ahnung, wie die verschiedenen dafür zuständigen Autoritäten “Innovation” genau definieren. Ich denke aber, Andreas wollte mit der Verwendung dieses Begriffs nicht behaupten – und hat das meines Erachtens auch nicht getan – dass die Innovation daraus bestünde, das Apple den ersten MP3-Player auf den Markt gebracht hätte, oder das erste Smartphone oder den ersten Tablet-PC.

      Wie hier schon an anderer Stellen geschrieben wurde, ist es durchaus nicht selbstverständlich oder gar üblich, dass die erste “Inkarnation” einer neuen Produktklasse ein Riesenerfolg am Markt wird oder dieser Produktklasse den “Durchbruch” beschert.

      Worin meines Erachtens aber die bis dahin einzigartige und “neue” Leistung von Apple im Falle des iPod bestand – unabhängig mit welchem Begriff man diese belegt – war es, ein komplettes, perfekt verzahntes System zu erschaffen, das es für die interessierten Konsumenten möglich machte, mit höchstmöglicher Bequemlichkeit die gewünschte Musik aus einer hinreichend großen Angebotsvielfalt auszuwählen und dann problemlos und mühelos “hörbereit” zu bekommen. Anders formuliert: der Weg von “Diesen Titel will ich haben” zum Hören eben dieses Titels auf einem persönlichen Wiedergabegerät war so einfach, sicher und bequem, wie es die Mehrzahl der Konsumenten brauchte. (Dazu gehörte übrigens nicht nur Hardware und Software sondern ein mühselig ausgehandeltes Konglomerat von Vertragen mit vielen Playern in der Musikindustrie.) Das – und nicht das Design des Geräts war die Ursache für Apples Erfolg im Musikmarkt. Das hatte bis dahin niemand geschafft. Es geht nicht um ein Gerät sondern um eine komplexe Systemplattform.

      Ähnliches – nicht Identisches – passierte später beim iPhone. Die Leistung von Apple bestand wieder nicht darin, das erste Smartphone zu entwickeln, das auch Musik wiedergeben kann. Aber das iPhone war das erste Smartphone, das Telephon-Funktionalität, Medienwiedergabe und Zugang zum Internet auf eine Weise miteinander kombinierte, dass auch meine Frau – die nicht wirklich technikaffin ist, um es liebevoll auszudrücken – damit umgehen kann. Dafür sind eine Reihe technischer Attribute verantwortlich – es gab beispielsweise bis vor einem Jahr keinen mobilen Browser, der Safari auch nur ansatzweise das Wasser reichen konnte. Aber vor allem basierten viele der Aspekte, die den Erfolg des iPhones ausmachen auf der Infrastruktur, die Apple mit dem iPod, iTunes und dem iTunes-Store schon aufgebaut hatte. Dazu tragen u.a. die Apps bei, die heute so erfolgreich sind, das jeder Hersteller den AppStore nachempfinden will – und die in diese Bedeutsamkeit selbst Apple bei Launch des iPhones nicht vorhergesehen hat.

      Ähnliches – nicht Identisches – passiert meines Erachtens nun wieder mit dem iPad. Dieses ist – soweit ich das aktuell beurteilen kann – des erste touchbasierte Tablet-PC, der nicht ein verkrüppelter Laptop ist sondern die technischen Features erfolgreich, intelligent und stellenweise auf völlig neue Art dazu nutzt, dem Anwender ein einzigartiges Benutzungserlebnis beim Zugang zum Internet und lokal gespeicherten Medien zu verschaffen. Zugleich ist das iPad aber auch eines der ersten Geräte, die tief in Der Cloud verwurzelt sind, was einen völligen Paradigmen-Wechsel zum klassischen Personal-Computing darstellt (Google ist Apple hier aber dicht auf den Fersen und teilweise schon weiter). Auch hier ist (wird) ein entscheidender Erfolgsfaktor die Verankerung in einer bestehenden, aber nun Zug um Zug weiterentwickelten Infrastruktur. Wieder ist es ein neues und einzigartiges Gesamtsystem, von dem der Verbraucher mit der jeweiligen Hardware quasi nur die Spitze des Eisbergs in der Hand hält.

      Auch hier wird der Erfolg (oder Misserfolg) wieder entscheidend von Third-Party-Entwicklern und Partnern abhängen, die durch die von ihnen entwickelten Applikationen letztdendlich definieren werden, wie diese Plattform wirklich aussieht. Das kann heute niemand – weder Apple noch seine Kritiker voraussehen.

      Ob man die Erschaffung dieser Systemplattform(en) als “Innovation” gemäß einer bestimmten Definition bezeichnet oder nicht; es ist eine unternehmerische Meisterleistung und hat ganze Märkte, die viel größer sind als Apples eigenes “Reich” entscheidend geformt. Das war neu und – meines Erachtens – innovativ. Ich bestehe aber nicht auf diesem Wort.

    • Naja, schlechten Stil kann man mir vorwerfen, das ist Geschmackssache. Ich werfe dir (Andreas Göldi) jedoch vor, dass du nicht mal in der Lage bist ein klassisches Modell richtig zu interpretieren oder es wenigstens so zu drehen, dass die Aussagen, die du machen willst, sich darin wiederfinden. Mach deine Zeichnungen besser, dann passt es schon und dafür muss man nicht am MIT studiert haben. Zumal ich nicht glaube, dass Brynjolfsson dir das in deiner Studienzeit hätten durchgehen lassen.

      In Bezug auf Bundling, geschlossenes System, etc. ist es sicherlich richtig, dass der Appstore durchaus etwas innovatives war. Hierbei könnte man auch von einer sog. Marketinginnovation sprechen, wobei der Begriff auch im englischsprachigen Raum sehr umstritten ist. Diesen gibt es jedoch auch nicht gerade seid gestern und ebenso wenig Amazone. Mit dem Ipad kommt einfach nur ein zusätzliches Gerät, mit dem man den Appstore nutzen kann/muss.

      Dein Ökoansatz ist Batteriesäure. Komm nicht mit Lead-Free-Design oder sonst einem Blödsinn um die Ecke, wahrscheinlich fährst du deinen Elektroschrot CO2-neutral mit dem Fahrrad nach Indien, um ihn zu 6% recyceln zu lassen.

      Wenn du von Long-Tail sprichst, weiß ich nicht, wie das nun auf Apples Ipad passen soll. Soweit ich weiß, geht es dabei um den Verkauf vieler einzelner immaterieller “Ladenhüter” anstatt weniger “Schlager” über das Internet. Leute wie Brynjolfsson oder auch MacKie beschäftigen sich hauptsächlich mit der Internettechnologie und dessen Auswirkungen auf dem Markt, nicht mit Geräten einzelner Hersteller. Für mich sieht deine Kurve aus, -und das gibt dein Modell her, wie die Nachfrage nach einem neuen Lippenstift, dessen Verkaufszahlen, wenn die Farbe nicht mehr in Mode ist, stark fallen. Damit wäre die Frage, nach der anderen Liga auch beantwortet.

  47. Ich glaube ja es gibt einen Unterschied zwischen Erfindung und Innovation. Zum Beispiel ist ein Wiki eine Erfindung, aber das Wiki im eigenen Unternehmen einzusetzen die Innovation.

    Apple ist einfach gut darin, eine gute Infrastruktur zu schaffen, damit Erfindungen auch zu Innovationen für den Massenmarkt werden.

  48. Provokation bringt ja doch was.

  49. Ich oute mich einmal als zufriedener Apple User. Als ich meinen ersten Mac bekam, war ich begeistert von der Einfachheit und alles was ich machen wollte hat funktioniert. Es hat mich höchstens einen halben Tag lang gestört, dass es Windows PCs gab die technisch weiter waren. Es gabe einfach keine Meldungen mehr dass neue Hardware gefunden wurde und dass man irgendwelche zusätzlichen Treiber bräuchte. Eingesteckt und genutzt – so simple. Noch nie hatte ich ein so einfaches und vielfach nutzbares Telefon als das iPhone. Es funktioniert und macht genau das was ich möchte und brauche. Noch nie war eine Syncronisation mit dem Desktop so simple. Und schön ist es zudem noch. Ähnlich wird es mit dem iPad sein. Ich weiß jetzt noch nicht nicht ob ich es unbedingt für die Couch brauche. Mein Macbook Pro hat mich auf der Couch noch nie gestört. Aber für unterwegs kann ich es mir sehr gut vorstellen. Und wenn dann noch wie angekündigt Pages und Numbers zur Verfügung stehen und dann ähnlich simple mit dem Desktop abgeglichen werden können dann ist das mehr als mir jedes andere Tablet bieten könnte. Ich brauche unterwegs kein Multitasking und auch kein Gaming Schnickschnack. Wenn ich meine Mails beantworten kann während ich im Zug sitze und bei der Antwort auch noch ein PDF generieren kann oder eine kleine Präsentation – was will man eigentlich mehr? Für die wirklichen Poweranwendungen habe ich dann mein sehr gutes Macbook oder den iMac. Es interessiert mich herzlich wenig was Technikfreaks da vermissen oder erwartet haben. Es funktioniert und tut das was es kann ohne wenn und aber und das ist entscheidend. Es interessiert mich auch herzlich wenig in welche Schublade mich die ganzen Betriebswirtschaftler stecken. Und nein, ich bin kein religiöser Applefanatiker aber trotzdem hat es mich als User nie gestört, dass Apple die Hard- und Software kontrolliert. Ich bin auch froh darum, dass wir in Deutschland einen strengen TÜV haben und die Autos auf der Strasse zuverlässig funktionieren. Zugegeben dieses Beispiel ist etwas dünn aber da ist was dran. Technisch sind wir zu Vielem in der Lage aber es sollte auch funktionieren ohne dass ich ständig den guten Freund brauche der mir beim Installieren helfen muss.

    • D’accord – “alles unterschreib”

      Und damit ist wieder gezeigt, daß die wenig technikaffinen Leute nur ein Teil von Apples Zielgruppe sind. Der andere Teil ist sehr technikaffin, schätzt aber einfach die gute Funktionalität und die unübertroffene Ergonomie bei Computerprodukten, also Produkten, die per se komplizierter als andere Technik sind.

    • Könnte ich unterschreiben, trifft aber den Kern der Kritik nicht.

      Um in deinem Autobild zu bleiben: problematisch ist nicht, dass ein Auto einfach ist oder dass so gut wie niemand ständig unter die Haube gucken will.

      Problematisch ist, dass Apples Motorhaube seit dem iPhone absichtlich zugeschweißt und das Öffnen unter Strafe gestellt ist.

      Problematisch ist, dass Nachhaltigkeit für Apple keine Rolle mehr spielt – ex und hopp lautet die Devise. Standards sind für Doofe, und bevor ich den Akku meines Apple-Geräts für 150 € austauschen lasse (kann und darf ich ja nicht selber), werfe ich’s lieber weg und kauf ein neues, wir haben ja schließlich noch eine andere Welt im Kofferraum.

      Problematisch ist, dass nahezu alles, was du früher kostenlos “einfach so” konntest und durftest unterbunden wird: du darfst nicht Gas geben, hupen oder abbiegen, sondern “benötigst” die Gasgeben-App, die Hup-App und die Abbiegen-App, alles Sonderausstattung. Es gibt übrigens auch die Denk-App, die hat aber keine Zulassung für den App-Store bekommen.

      Problematisch ist, dass dir auch der von dir angeführte gute Freund nicht mehr helfen kann, sollte es tatsächlich mal etwas geben, was du nicht alleine schaffst. Denn du sollst keine anderen Freunde außer Apple haben (ich verwende das Wort im traditionellen Sinn, nicht bezogen auf social networks).

      Es ist die Bejubelung dieser kostenpflichtigen Entmündigung und Ressourcenverschwendung, die kritisiert wird, nicht der Wunsch, einfache Geräte zu besitzen. Den habe ich auch.

  50. Apple macht KEINE Produkte für die Masse. Sicherlich, der Graben ist überquert (wobei RIM, NOKIA und Co. geholfen haben), aber bei gerade einmal 625.000 ((0.5%) verkaufen iPhones in BRD – im Vergleich zu 108.000.000 Mobilefunkverträgen – kann man beim besten Willen nicht von Masse sprechen. Weiter oben beschreibt Andreas die Niche mit ca 10-12%.
    Die Sexyness, welche der Marke Apple anhaftet, erarbeiteen sich Firmen NICHT mit Massenprodukten!!

    • “Admob” schätzt die Zahl der iPhones in D im Juni 2009 auf 1,9 Millionen. (Quelle: http://metrics.admob.com/…-metrics-june-09.pdf)

      Welteit liegt die Zahl der Smartphones im Vergleich zur Gesamtzahl der Handys bei 13,5 % (lt. Gartner im 1. Q 2009). Für D gibt es keine Extra-Zahlen, aber das wird hier nicht grundlegend anders sein.

      13,5% von 108 Millionen =14,6 Mio Smartphones in D, d.h. der iPhone Anteil liegt bei 13% und nicht bei 0,5%! Und die Tendenz geht weiter nach oben. Denn inzwischen ist das 3GS schon länger auf dem Markt, das noch besser läuft als das 3G.

      Das bedeutet: Der iPhone-Anteil an den Smartphones liegt in derselben Größenordnung wie in den USA – gar nicht so weit darunter.

  51. Mir gings vor allem um die Meinung, dass Apple Produkte für die Masse herstellt. Was nicht der Fall ist. An der Kante, an welcher Apple im Bezug auf Technik und Design wandert, lassen sich einfach keine Massenprodukte (iPod sicherlich ausgeklammt) herstellen. Diese sind für die Masse einfach zu teuer (wenn nicht subventioniert).
    Bzgl der 13,5%, aufgrund der weltweiten Daten wird der Schnitt in den westlichen Ländern wohl noch höher liegen. Wir kommen mit 1.900.000 iPhones auf einen Marktanteil von 1.76%, wohl eher kleine Nische als Masse. Wie dem auch sei, geschätzte Wächtsumraten für Android Geräte liegen bei 890%, das iPhones wächst mit 142%. Da liegt der Massenmarkt wohl eher bei Android. Dieses Jahr steht mobil in diesem Zeichen.

    • 1,76 % in Bezug auf alle 108 Millionen Handys in D, ja. Das ist aber irreführend, man muß mit den Smartphones insgesamt vergleichen – da sind es dann 13%, in den USA 17%.

    • Apples Produkte sind für die Masse nicht zu teuer, ihr Preis wird an der Schmerzgrenze kalkuliert. Die Apple-Klientel findet den Preis “angemessen” und hält den Schmerz entweder für eingebildet, das notwendige Übel oder die eigene Schuld.

      Nahezu jedes “Marken”-Produkt funktioniert so, völlig unabhängig davon, wo es billigst hergestellt wird und ebenso unabhängig davon, ob z.B. Nachgucken bei Stiftung Warentest regelmäßig zeigt, dass ein Kaufpreis nicht zwingend mit Qualität korreliert.

      Ob der hohe Preis über einen sofortigen Kredit oder versteckt über bemerkenswerte “Grundgebühren” oder “Flatrates” gezahlt wird, egal.

  52. Aber das iPad bringt schon einige Einschränkungen mit sich, die auch für Laien nervig sein könnten. Dieser Artikel bringt das schön auf den Punkt: http://heise.de/mobil/new…53/msg-18017289/read

    • Eine arg bemühte Geschichte, wie ein Antwortgeber schrieb, die besser zu einem Schulhof-Dateientauscher, als zu “Mutti” paßt. Außerdem enthält sie Fehler: Ganz sicher wird man vom iPad aus drucken können.

      Für den Nutzer, ob “Mutti” oder “Onkel”, ist es entscheidend, ob das, was das Gerät kann, seinen bereits vorhandenen oder durch das Gerät erst geweckten Bedürfnissen entspricht, und nicht, ob Anwendungssituationen denkbar sind, die das Gerät nicht abdeckt – die gibt es bei jedem technischen Gerät zuhauf.
      -
      Langfristig entscheidet der Spaß an der Benutzung.

  53. besser als der ganze artikel, bezieht sich allerdings auf eine technologie: http://cata.ca/files/PDF/…aponthehypecycle.pdf

  54. Was hier beim Thema Markterfolg zu kurz kommt in der Diskussion , istz meiner Meinung nach die Tatsache, dass
    viele IT-Hardwareproduzenten, die produkte wie das I-Pad erfinden könnten, gar keien Entwickler dafür beschäftigen.

    Der Grund ist simpel :
    ich beschäftige meine Entwickler dort, wo ich langfristig (>5-10 Jahre) sicheren Umsatz bzw. Gewinn mit seicheren verträgen und SLA´s machen kann und nicht vom Modedenken der omis abhängig bin.
    Und das sind für Firmen wie Microsoft/HP/DEll/Fujitsu/Acer/Tosshiba/Cisco etc.

    Die denken zu 90% nicht Privatkunden, sondern an Geschäftskunden und verdienen damit mindestens dasslebe Geld wie Apple – aber sicherer.

    Wenn Apple etwas laucht was absolut failed – sind die im A… weil die keiene Businessgeschäöfte in der Hinterhand haben.
    Wenn Jobs Ruf ruiniert ist oder er unter der erde liegt und als Guru ausfällt, was kommt dann ?

    Geschäftskunden benötigen dagegen massenweise Serversysteme/Pushmails/schnelle Netzwerkleitungen/Pads für den Matsch auf der Baustelleund die Produktion etc etc. etc. und das steht un fällt nicht mit einer Kult-Person oder einem Produkt.

    Was benötigen die aber definitiv nicht :
    Smarte, cool aussehende Dinger für Foddo angucken und Internetsurfen

    Wie gesagt :
    Nur EIN Fehler, nur ein todkrnker Jobs (wie pervers) und Apples Aktien (deren kapital) sinkt ins bodenlose.

    Die Handybranche ist eine Ausnahme, da zu 90% Privatuser orientiert.

    Hier zeigta ber das Motorola RazrV3 von ca. 2005 wie schnell sich Mode gut verkauft aber wie schnell ein hype auch vorbei ist.

    Sollte es HTC schaffen das Android Überphone (3D Display, Gedankensteuerung ;-) zu bauen und billig anzubieten ohne Knebelvetrag, ist Apple definitiv in Schwierigkeiten.

    Aber wir Geeks könen uns garantiert ztu Weihnachten auf ein Win7 (x86) kompatibles Pad mit USB, HDMI, Touchscreen + Stiftfähigleit, mit WLAN-n und allen BT-Profilen + Cam vorne und hinten freuen und dann zu Hause und in der Fabrik, auffe Baustelle oder bei der Präsentation im Büro auch sinnvoll nutzen ohne kastriert zu sein.

    Einzig Handys werden Geräte bleiben, die für ALLE einfach aber innovativ sein müssen.
    Da haben Nokia und co geschlafen, den die verdienen mit privatkunden.

    MS, HP, Dell und co – nicht.

    Gruss

    P.

    ich vergleich mich nicht mit Omis

  55. ehrlich gesagt ich käme persönlich nie auf die Idee mir ein MacBook Ipad o.ä. zu kaufen, bei solch einem Preis/Leistungs Verhältnis kann ich das nicht nachvollziehen.

  56. Großen Respekt an den Autor für die kluge Vorraussicht und perfekte Analyse des Marktes. Genau so wie beschrieben ist es gekommen. Massenmarkt angezielt und getroffen, das Ipad ist direkt in die Mitte der Gesellschaft gelandet. Respekt für diese Analyse.

  57. was hast du dafür bekommen dass dieser Artikel im diesjährigen Wirtschaftsabi kam ;-)?

22 Pingbacks

  1. [...] interessanten Artikel zu diesem Thema habe ich auf netzwertig.com entdeckt, der zeigt, warum Apple in einer ganz anderen Liga spielt und wo das Geheimnis um den [...]

  2. iPad - fime sagt:

    [...] Netzwertig liefert noch ein wenig Marketing-Hintergrundwissen welches in diesem Thema auch betrachtet werden muss. [...]

  3. [...] den Anwendern) nicht erwünscht ist. Zu den Marketing-Strategien von Apple gibt’s übrigens auf netzwertig.com eine sehr einleuchtende Analyse von Andreas [...]

  4. [...] High-Tech-Marketing: Warum Apple in einer anderen Liga spielt » netzwertig.com [...]

  5. [...] Apple II: Apple spielt in einer eigenen  Marketingliga…Netzwertig [...]

  6. [...] im Rampenlicht, und viele werden es ausprobieren wollen. Sehr lesenswert ist in diesem Bezug dieser Artikel von netzwertig.com [...]

  7. [...] Analyse, die ich bisher zum Rummel um den iPad gelesen habe, stammt von Andreas Göldi und ist auf Netzwertig zu lesen. Er macht darin deutlich, dass Apple mit seinen Geräten weder auf die technikverrückten [...]

  8. [...] Likes Alex Payne — On the iPad The online writing of Alex Payne 4 Likes High-Tech-Marketing: Warum Apple in einer anderen Liga spielt » netzwertig.com Wird das iPad zum Erfolg? Die Experten sind eher skeptisch. In Geek-Kreisen dominiert die [...]

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  13. [...] Paid Content und des Unternehmens selbst. Foto: clevercupcakes / flickr cc Weitere Links: http://netzwertig.com/201…anderen-liga-spielt/ [...]

  14. [...] High-Tech-Marketing: Warum Apple in einer anderen Liga spielt Wird das iPad zum Erfolg? Die Experten sind eher skeptisch. In Geek-Kreisen dominiert die Enttäuschung über fehlende Features. Aber Tech-Blogger und Leute, die immer das neuste Smartphone kaufen, sind gar nicht Apples Zielgruppe. Steve Jobs’ Firma macht Produkte für die Massen. Und das mit einem einzigartigen Marketingansatz. [...]

  15. [...] High-Tech-Marketing: Warum Apple in einer anderen Liga spieltWarum sind die Geeks enttäuscht? weil Steve Jobs’ Firma Produkte für die Massen macht, nicht für Early Adopters. Und das mit einem einzigartigen Marketingansatz. (28. Januar 2010) [...]

  16. [...] Göldi hat mich in einem Kommentar zu seinem sehr lesenswerten Beitrag Warum Apple in einer anderen Liga spielt auf den Artikel von Paul Graham aufmerksam gemacht: Keep Your Identity Small Dort wird die These [...]