Lesetipp:
Die Mediatheken-Misere
Es geht nicht nur um Urheberrechte – sondern auch um Quote: Zeit Online erklärt, warum in den Online-Mediatheken der öffentlichen-rechtlichen Sender so vieles fehlt.
Öffentlich-rechtliches Fernsehen und Internet, das passt immer noch nicht zusammen. Die ganze Misere der Online-Mediatheken in Deutschland beschreibt Daniel Bouhs auf Zeit Online. Denn die Netzangebote der öffentlich-rechtlichen Sender sparen ausgerechnet erfolgreiche Sendungen aus. Aushängeschilder mit Millionenpublikum wie “Tatort” oder auch Nischensendungen mit Kultstatus wie “Dittsche” – Fehlanzeige. Gibt’s nicht (offiziell) online.
Einer der Gründe ist die vermaledeite Einschaltquote. Nicht nur am Sonntagabend schalten mehrere Millionen die aufwendige Krimi-Produktion ein, auch Wiederholungen unter Woche werden weggesehen wie sonst nur Schlagerparaden. Weil die erneute Ausstrahlung eines “Tatorts” auf einem der Dritten Programme ein Garant für Traum-Einschaltquoten ist, sträuben sich Sendeanstalten gegen den Internet-”Tatort”. “Einige Landessender wollen nicht, dass der ‘Tatort’ für jedermann abrufbar in der Mediathek steht”, schreibt Zeit Online.
Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.


















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Dabei könnten gerade die öffentlich-rechtlichen Sender hier wegweisend vorangehen. Erst einmal wäre es nützlich herauszufinden, ob die Quoten überhaupt so schlimm einbrechen würden oder ob sich über das Netz nicht vor allem Zuschauer erreichen ließen, die eh nicht den Fernseher für diese Sendungen eingeschaltet hätten.
Das wäre ein spannendes Experiment.
Noch viel wichtiger aber: Wenn die Quoten tatsächlich einbrechen, aber insgesamt (TV plus Online) mehr Menschen erreicht würden – darauf tippe ich – könnten die öffentlich-rechtlichen damit eigentlich prima leben.
Für die privaten Free-TV-Sender könnte eine völlige Freigabe (meinetwegen 24 h nach Erstausstrahlung im TV) allen Materials für den Abruf online sogar existenzbedrohend werden.
Die Quote ist für die Werbeeinnahmen entscheidend, aber die öffentlich-rechtlichen Sender haben dafür ja ein recht enges Zeitfenster mit wenigen Sendungen. Eigentlich also kein Problem für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, sondern für die Privatsender.