Yahoo:
Auf den Spuren von
Facebook Connect

Markus Spath, 5. März 2009 15:22 Uhr, 6 Kommentare Kommentare

Yahoo und JS-Kit kooperieren. Mehr als 600.000 Publisher können nun ihr Angebot mit Yahoo verknüpfen.

Um Yahoos Open Strategy war es in den letzten Monaten eher ruhig. Das vielversprechende Projekt wurde vor mittlerweile doch schon fast einem Jahr angekündigt. Im November wurden dann die APIs vorgestellt, die eigentliche Integration in die Kerndienste von Yahoo blieb aber aus.

In der gleichen Zeit waren vor allem Facebook mit Facebook Connect und Google mit OpenSocial bzw. Friend Connect emsigst damit beschäftigt, das ‘Soziale’ an sich zu binden und sich möglichst große Teile des Kuchens zu sichern.

Nun scheint aber auch Yahoo ernst zu machen. Durch eine gestern verkündete Partnerschaft mit JS-Kit verknüpfen sie mehr als 600.000 Webseiten mit Yahoo Updates.

JS-Kit hat einen leicht irreführenden Namen, ist aber einer der Marktführer im Bereich der Bereitstellung von gehosteten Funktionen wie Kommentare, Ratings oder Umfragen, mit denen ein existierendes Angebot interaktiv gemacht werden kann.

Durch die Integration beider Dienste können nun Daten in beide Richtungen strömen. Publisher, die JS-Kit verwenden, bekommen Zugriff auf die Profil-Daten eines Users bei Yahoo. Aktivitäten werden in den Newsfeed des Users eingefügt und können an anderen Stellen aggregiert werden. Idealerweise werden dadurch auch die Freunde des Benutzers auf das Angebot aufmerksam und es kommt zu einer viralen Schleife, von der alle profitieren.

Das erinnert natürlich an Facebook Connect, welches übrigens auch von JS-Kit unterstützt wird. Doch für die Positionierung von Yahoo ist es ein wichtiger Schritt, weil sie sich quasi im Huckepack eine enorme Sichtbarkeit ausserhalb des eigenen Kosmos verschaffen.

Einloggen via Yahoo
Einloggen via Yahoo

Für uns User sind diese Entwicklungen rund um portable Identitäten einerseits positiv, weil die Verzahnung der Dienste zu einem reicheren Web führt. Es wird immer leichter, an den Aktivitäten unserer Freunde teilzunehmen und diese an unseren Lifestreams teilnehmen zu lassen.

Andererseits wird ehemals Einfaches mitunter kompliziert. Wollte man früher irgendwas kommentieren, dann hat man Name, URL, Email und das Kommentar angegeben und abgeschickt. Oder man war beim Dienst Mitglied und hat eben kommentiert.

Bald müssen wir uns zwischen OpenID, Facebook Connect, Yahoo, Google und einer Vielzahl an anderen Mechanismen entscheiden. Alle werden um unsere Aufmerksamkeit buhlen und bei jeder Gelegenheit ein Verkaufsgespräch führen, warum wir sie verwenden sollen und nicht die anderen. Aber nicht alle Mechanismen werden überall unterstützt werden. Da den Überblick zu behalten, wird eine Herausforderung.

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6 Kommentare

  1. Carsten Pötter
    schrieb am 5. März 2009 um 19:17 Uhr (#)

    Das Problem verschiedener Login Möglichkeiten wird m.E. eher temporärer Natur sein. Ich gehe davon aus, dass es im Laufe des nächsten Jahres zum größten Teil egal sein wird, was man in so eine Login Box eingibt, Email, FB Connect, OpenID,… Alles wird möglich sein, weil die Webdienste automatisch erkennen werden, wo sie nach den richtigen Daten suchen müssen. Die zugrunde liegende Technologie wird wohl OpenID + ein Discovery Protocol (XRD oder was auch immer) sein.

    Ich bitte, mich Ende 2010 noch einmal mit diesem Kommentar zu zitieren. ;)

  2. Schreibt hier auf dem Blog Markus Spath
    schrieb am 5. März 2009 um 19:41 Uhr (#)

    Ist notiert ;)

  3. Martin
    schrieb am 6. März 2009 um 08:59 Uhr (#)

    Sehe ich ganz ähnlich wie Carsten. Auch wenn ich kein Geek bin hat sich über die Jahre ja gezeigt, daß sich die Dienste, die am wenigsten Know-How vom User fordern die erfolgreichsten sind. Es wird sich also zwangsweise nur über einen möglichst simples Login lösen lassen. OpenID als Basis klingt ebenfalls realistisch.

  4. Oliver Springer
    schrieb am 6. März 2009 um 16:59 Uhr (#)

    Die verschiedenen Dienste werden sicher darum kämpfen, dass sich die User gerade für sie entscheiden.

    Doch dass man sich für einen einzigen entscheiden müsste, sehe ich nicht. Sollte man etwa drei verschiedene Dienste dieser Art als User nutzen, wäre das gegenüber den unzähligen Passwörtern, die uns jetzt begleiten, ein ganz großer Sprung hin zu mehr Bequemlichkeit.

    Der Schaden, der mit einem erbeuteten Passwort angerichtet werden kann, vergrößert sich jedoch ebenfalls stark. Die Datensicherheit bei den Diensten ist natürlich ebenfalls ein Thema, dass weiter an Bedeutung gewinnt, je mehr ein solcher Dienst im Zentrum der eigenen Aktivitäten steht.

    Mal eine ganz praktische Frage: Wie steht es eigentlich mit Informationen dazu, welche Informationen zum Datenschutz man seinen Usern als Betreiber einer Website liefern muss, wenn man einen dieser Dienste einsetzen möchte? Wo gibt es dazu kompetente Informationen, die halbwegs Rechtssicherheit bieten?

  5. Schreibt hier auf dem Blog Markus Spath
    schrieb am 6. März 2009 um 19:58 Uhr (#)

    @Oliver Das ist jetzt keine Rechtsauskunft, aber ich glaube für Seitenbetreiber ist die Sache unproblematischer, als wenn man etwa Google Analytics einbettet, was gwm. ohne proaktive Zustimmung der User geschieht. Bietet man als Betreiber OpenID oder Facebook Connect oder Yahoo via JS-Kit etc. an und der User verwendet es als Anmeldemechanismus, dann hat der User schon davor die Nutzungsbedingungen des jeweiligen Dienstes akzeptiert. Ist aber eine gute Frage.

  6. Oliver Springer
    schrieb am 10. März 2009 um 16:49 Uhr (#)

    Was JS-Kit angeht, ist das einleuchtend. Das ist vermutlich wirklich kein so heikler Punkt für den Betreiber der Website. So ganz beruhigt bin ich allerdings noch nicht.

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