iTunes-Konkurrent:
Musikstartup mufin launcht cleveres Desktop-Tool
Die Musikentdeckungsmaschine mufin hat heute eine kostenlose Desktop-Software veröffentlicht. Die eng mit der Site verknüpfte Anwendung ermöglicht das Abspielen, Organisieren und Sortieren der eigenen Musiksammlung anhand klanglicher Gemeinsamkeiten.
Apples Musiksoftware iTunes ist für Millionen User das Standardtool zum Abspielen von Musik. Das populäre Programm profitiert dabei nicht zuletzt von der engen Integration mit anderen Apple-Produkten wie dem iPod und iPhone, die ausschließlich über iTunes mit Songs befüllt werden können.
In letzter Zeit machen sich jedoch immer mehr Dienste daran, der iTunes-Dominanz zumindest als reine Abspielsoftware für Musik ein Ende zu bereiten. So z.B. Spotify, das wir als eine Art “cloudbasierte iTunes” bezeichnet haben. Oder Songbird, ein Open-Source-Projekt, welches über Addons und den Import von Inhalten nahezu beliebig erweiterbar ist.
mufin, die vor einigen Monaten gestartete Musikempfehlungsmaschine aus Berlin, schickt heute mit der Beta-Version des mufin player einen eigenen Kandidaten ins Rennen, der es mit Apples Erfolgsprodukt aufnehmen soll. Die Anwendung ist gewissermaßen der Nachfolger des mufin MusicFinder, hat mit diesem jedoch außer dem “mufin” im Namen nicht viel gemeinsam.
Der derzeit nur für Windows erhältliche mufin player bietet die für eine desktopbasierte Musiksoftware üblichen Features, um Songs und Alben zu verwalten, zu filtern und zu suchen, abzuspielen, in Playlisten abzulegen, Titelinformationen automatisch zu vervollständigen und Stücke direkt auf CD zu brennen.
Das Herzstück der Applikation ist jedoch die Funktion, die eigene Musiksammlung nach Klangmerkmalen zu sortieren. Dazu verwendet mufin seine zusammen mit dem Fraunhofer Institut entwickelte Technologie, um anhand von rund 40 klanglichen Charaktermerkmalen Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Songs zu erkennen.
Nachdem User ein Stück aus ihrer Musiksammlung ausgewählt haben, dessen klangliche Verwandten sie anhören möchten, genügt ein Klick auf die Schaltfläche “Titel als Ausgangstitel aktivieren”. Anschließend sortiert der mufin player das komplette, zuvor indexierte MP3-Archiv des Nutzers (andere Formate wie WAV, AAC oder OGG Vorbis werden auch unterstützt) nach Ähnlichkeit – je näher diese an 100 Prozent heranreicht, desto mehr Merkmale haben beide Tracks gemeinsam.

Zum schnellen (Wieder)entdecken der ähnlichsten Titel zeigt der mufin player diese zudem in einer Art Thumbnail-Gallerie an. Mit einem Klick kann über ein beliebiges Stück eine klanglich übereinstimmende Playlist erstellt werden. Ebenfalls nützlich ist die Option, sich direkt im mufin player Klangverwandte aus den derzeit fünf Millionen bei mufin archivierten Titeln anzeigen zu lassen. Wie auf der Site können diese aber nur kurz angespielt und direkt über Amazon bestellt werden. Ein vollständiges On-Demand-Streaming ist aus rechtlichen Gründen bisher nicht möglich.

Mit dem mufin player bringen die Berliner ihre clevere Technologie auf den Desktop und eröffnen Musikfreunden einen zusätzlichen Weg abseits der gängigen Mechanismen, um zu ihrer Stimmung und zu ihren Vorlieben passende Titel zu finden und zu organisieren. Der mufin player, der wie Songbird über einen eingebauten Browser verfügt (worauf ich auch verzichten könnte), gibt sich funktionell und ist weitgehend intuitiv.
Geplant ist, dem kostenlosen Programm zukünftig eine kostenpflichtige Premium-Version an die Seite zu stellen. Welche Features diese beinhalten würde, wollte man uns jedoch noch nicht verraten. Auf der Agenda steht zudem eine Verknüpfung mit Amazons MP3-Downloadangebot, um von mufin empfohlene Titel direkt kaufen und herunterladen zu können. Dazu muss das entsprechende Angebot von Amazon jedoch erst einmal in Deutschland starten.
Die Beta des mufin player hinterlässt einen positiven Eindruck und wird bei mir in den nächsten Tagen und Wochen ausgiebig die Möglichkeit bekommen, mich als permanenten Nutzer zu gewinnen. Bereits jetzt stehen auf meiner Wunschliste zwei Dinge: zum einen die Fähigkeit, die Software im System-Tray von Windows verstauen zu können, und zum anderen (natürlich) der Wunsch, passende Songempfehlungen in ganzer Länge streamen zu können. Das Unternehmen befindet sich in Gesprächen mit Labels und Contentaggregatoren, doch wir alle wissen ja, wie komplex und kompliziert dieser Bereich ist.
Der mufin player steht auf der Website zum Download bereit. Eine Registrierung bei mufin ist dafür nicht erforderlich.

















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Bleibt abzuwarten, ob man hiermit dem schon soweit verbreiteten I-Tunes etwas an Rang und Namen abgraben kann. Die haben schon einen Sonderstatus in diesem Bereich.
Und wie alles bei mufin nur für Windoof. Und dabei sollte man vorallem auf junge, kreative und Musikaffine Leute setzen, von denen halt nunmal viele Macs benutzen :D
Das Feature mit der Suche nach ähnlicher Musik, basierend auf dem persönlichen Geschmack, klingt sehr interessant. Ich werde den Mufin Player sicher antesten, sobald der verfügbar ist.
@ Andy
Wohl wahr!
@Michael
Das Programm kann nun bei mufin heruntergeladen werden.
Im Prinzip eine gute Idee, aber ich hätte das ganze viel eher als ein Songbird-Addon realisiert. Man installiert viel eher ein Plugin als gleich nen ganzen neuen Audioplayer, zumal es anscheinend ohnehin schon viele Überschneidungen gibt (Browsen, iTunes angenähertes Interface, etc.)
Außerdem müsste ich als User mich nicht je nach Feature für einen Audioplayer entscheiden und daher auf die Features anderer Audioplayer verzichten…
Firefox machts doch mit seinem Addonprinzip wunderbar vor.
Hört sich ganz gut an. Aber auch die Software wird nur Erfolg haben, wenn das Ähnlichkeitsmaß von mufin gut ist. Ich kann das noch nicht ganz beurteilen, aber zu vielen Songs liefert mufin mir Empfehlungen, die überhaupt nicht ähnlich sind.
@ Chris
Stimmt, logischer Gedanke. Ich frag mich nur, ob das so einfach mit einem Songbird-Addon zu realisieren ist. Immerhin baut ja mufin sein Business auf dieser eigens entwickelten Technologie auf. Das klingt zumindest so, als wäre das ein komplexes System.
@ Marco
Hängt sicherlich vom Musikstil ab. Ich bin schon recht verwundert, wie gut es teilweise funktioniert.
Natürlich nur für Windows… Einige Entwickler scheinen es immer noch nicht zu verstehen, dass die Welt nicht mehr nur aus Windows besteht.
Übrigens kann man iPod und iPhone auch mit anderen Programmen als iTunes befüllen (amarok, songbird).
Petar hier von mufin. Auch wenn die Beta jetzt erstmal für Windows erschienen ist, bedeutet das nicht, dass es nie eine Mac Version geben wird. Unser iTunes-Plugin befindet sich derzeit für Mac in Entwicklung, wird sind also nicht nur ne Windows-Bude :-)
@Stefan: Das mit dem iPod-Support ist so ne Sache. Der mufin player unterstützt auch das Syncen mit iPods bis iTunes 8.0. Das Problem ist, dass Apple bei jeder iTunes Version die Datenbank so ändert, dass Drittanbieter in die Röhre schauen. Wenn jemand irgendwo groß iPod Support draufschreibt ist das immer so ne Sache weil es letztendlich keine offizielle Schnittstelle von Apple gibt.
Schön, dass sie sich hier melden. Das ist doch ein sehr gutes Zeichen.
Ich dachte aber wohl eher an Linux, ist da auch was in Planung?
Wie sieht es mit einer Last.fm Unterstützung für den mufin-Player aus? Kann man irgendwann mit diesem Player die gespielten Songs nach Last.fm scrobbeln?
@Stefan: Für die finalen Version haben wir die Plattformen noch nicht festgelegt.
@Andreas: Reiche ich mal so als Featurewunsch weiter :)