PowerPoint, erstarre in Ehrfurcht:
Prezi revolutioniert Präsentationen

Präsentationen müssen nicht trocken und langweilig sein. Das beweist Prezi, ein neues Onlinetool aus Budapest, das PowerPoint so altbacken aussehen lässt wie einen Schwarz-Weiß-Fernseher.

Seit vielen Jahren ist Microsofts PowerPoint-Format der unangefochtene Standard für Präsentationen. Selbst wenn sich mit Onlinetools wie Google Docs, Zoho, SlideRocket oder Live Documents einige Services anschicken, die Dominanz des Microsoft-Klassikers anzugreifen, folgen auch diese Webalternativen dem bekannten Muster: Chart für Chart klickt man sich durch starre Darstellungen, die den Betrachter gelegentlich durch begrenzt gelungene Übergänge und Animationen zu beeindrucken versuchen – in der Regel vergeblich.

Prezi, ein kürzlich gestarteter Dienst aus Budapest, möchte das Image von Präsentationen gründlich entstauben und privaten sowie beruflichen Anwendern dabei helfen, die Zuhörer ihrer Vorträge durch eine anspruchsvolle visuelle Unterstützung ordentlich zu beeindrucken.

Statt auf eine Aneinanderreihung von mit Inhalten befüllten Charts setzt Prezi auf eine in ihren Ausmaßen unbeschränkte Freifläche, auf der User Text, Symbole, Bilder, Videos sowie PDF-Dateien beliebig positionieren können. Über den Webeditor lassen sich sämtliche Objekte verschieben, anordnen, in ihrer Größe verändern, rotieren und gruppieren.

Die fertige Präsentation wird mit der Maus oder über Tastenkombinationen gesteuert. Mit einem Klick auf ein Objekt zoomt man auf selbiges. Navigiert wird mit gedrückter Maustaste oder über die Pfeiltasten der Tastatur. Betätigt man die Leertaste, erhält man eine Gesamtübersicht der Präsentation und kann mit einem anderen Element fortfahren.

Webeditor von Prezi
Webeditor von Prezi

Wer den Verlauf der Visualisierung lieber vorbestimmten möchte, kann dazu die Pfad-Funktion verwenden. Nachdem diese aktiviert wurde, wählt man die Objekte, die später in einer festgelegten Reihenfolge angezeigt werden sollen. Im Präsentationsmodus zoomt und schwenkt Prezi dann elegant per Knopfdruck von Objekt zu Objekt, ohne aber Usern die Freiheit zu nehmen, spontan doch andere Elemente ins Rampenlicht zu befördern.

Präsentationen können mit anderen Prezi-Nutzern geteilt und bearbeitet werden. Wer will, kann seine Kreationen auch über einen frei zugänglichen Link der Öffentlichkeit präsentieren (hier einige Beispiele). Zudem ist es möglich, Präsentationen lokal zu speichern und zu betrachten.

Prezi beeindruckt nicht nur durch seine innovativen Präsentationen, sondern auch durch die unkonventionelle und intuitive Art, wie diese direkt im Browser zusammengebaut werden. Zwar dauert es 15 bis 30 Minuten, bis man sich mit den unterschiedlichen Funktionen und Werkzeugen vertraut gemacht hat. Das aber sollte es einem Wert sein, anschließend stylische Präsentationen anfertigen zu können, die die Betrachter vom Hocker reißen.

Prezi befindet sich in der geschlossenen Beta-Phase und plant seinen offiziellen Launch für das Frühjahr. Augenscheinliche Begrenzungen gibt es derzeit, außer dass die maximale Größe einer Präsentation 100 Megabyte nicht überschreiten darf, keine. Monetarisieren wollen die Prezi-Macher ihr Angebot über einen noch nicht gestarteten Premiumservice, der unter anderem einen Desktop-Editor beinhalten wird.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass Prezi in den nächsten Monaten viele Fans finden wird. Die flashigen Präsentationen des ungarischen Startups dürften in Kürze bei vielen Konferenzen und Meetings auftauchen und selbst dem schlechtesten Vortrag noch einen Hauch Glamour verleihen.

Wir haben 25 Einladungen zur Beta-Phase von Prezi. Besucht die Site und registriert euch unter Angabe des Textes “invited by netzwertig.com” im Feld “Where did you hear about us?”. Ihr solltet dann zeitnah eure Einladung zu Prezi erhalten.

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20 Kommentare

  1. Nico
    schrieb am 19. Februar 2009 um 18:27 Uhr (#)

    hmm, ich habe mir vor paar tagen mal die beispiele angeguckt und nach anfänglicher verzückung ist mit dieses rein- und rausgezoome doch eher auf die nerven gegangen.

  2. Chriz
    schrieb am 19. Februar 2009 um 18:40 Uhr (#)

    Naja diese Präsentationsweise ist vielversprechend, verführt aber noch stärker als PowerPoint zu Effektspielereien. Aber hat definitiv Potential, vor allem weils keine computergestützte Präsentationsalternative wirklich gibt.

    Ich könnte mir eigentlich eine Art “Fließbandpräsentation” vorstellen. wie ein Abspann läuft eine urlange Folie herunter. So könnte man geschickt
    A
    B
    C
    erst nur “AB”, dann “BC” anzeigen lassen. Oder hat z.B. für Biografien oder Zeitverläufe eine enorm gute Visualisierung, um mal eine spontane Idee hier zu nennen.
    Auf dem fast schon innovationsarmen Markt der computergestützten Präsentation lässt sich meiner Meinung nach noch viel machen.

  3. Basti Schwiecker
    schrieb am 19. Februar 2009 um 18:47 Uhr (#)

    Ne Ahnung warum es unter http://www.prezi.de/ schon kostenpflichtige Accounts gibt, http://www.prezi.com aber offensichtlich noch in der geschlossenen Beta-Phase ist?

  4. Trendschau
    schrieb am 19. Februar 2009 um 19:22 Uhr (#)

    Suuper Ding, mit dem rumgezoome find ich zwar auf Dauer auch ein bissle nervig, aber “Fließbandpräsentation” war auch das erste, woran ich dachte – nur nicht vertikal sondern horizontal, eher wie ein Clip. Gab vor Zeiten mal einen Recruiting-Clip im Nintendo-Stil von einem kanadischen Unternehmen. Das bietet auf jeden Fall die Chance, eine “Geschichte” zu erzählen, statt Folien-Terror. Auf jeden Fall ein schönes Experiment, werd das Tool bei der nächsten Präsentation mal testen…

  5. Felix A.
    schrieb am 19. Februar 2009 um 20:39 Uhr (#)

    Ich muss zum Beispiel morgen wieder eine Präsentation halten und ich habe nicht eine einzige Animation drin ;)

    Braucht man wirklich Eye-Candy? Kommt wohl auf den Anlass an…

  6. hathead
    schrieb am 19. Februar 2009 um 21:49 Uhr (#)

    Das kann doch mal was. Endlich kein Powerpoint-Zwang mehr. Schön im Browser alles. Jetzt brauche ich nur noch ein anstädniges SLA für den UMTS vertrag…

  7. Nils Bluhm
    schrieb am 19. Februar 2009 um 23:40 Uhr (#)

    Ein klasse Teil! Ich bin begeistert! Zwar musste ich in letzter Zeit nicht oft auf Präsenationen zurückgreifen, aber sobald es wieder soweit ist hoffe ich, dass die Betaphase beendet ist und ich das Tool einsetzen kann.

  8. Justin Stolzenberg
    schrieb am 20. Februar 2009 um 10:13 Uhr (#)

    Die Benutzerführung (und das meint auch das Tutorial!) ist wahnsinnig intuitiv, das macht es so viel versprechend. Endlich ein Präsentationstool, das WIRKLICH das “being digital” ausnutzt.
    Bin ein großer Animationsvermeider in Powerpoint, weil der Mehrwert von reinfliegenden Bulletpoints meistens 0 ist – Sinn machen die Animationen meist nur, wenn man aufwändig Grafiken filetiert und dann in ein Slide zwängt. Nachdem letzteres bei Prezi nicht mehr notwendig ist, könnten selbst Animationen endlich sinnvoll werden.

  9. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 20. Februar 2009 um 10:32 Uhr (#)

    Man muss einfach darauf achten, dass man mit einem Pfad verbundene Elemente nicht zu weit auf der Fläche verteilt, damit das Hin- und Herschwenken nicht zu sehr einer Achterbahnfahrt gleicht und zu Übelkeit führt.

    Ich hab Prezi kürzlich auf einer größeren Konferenz im Live-Einsatz auf einem Großbildschirm gesehen und fand das beeindruckend. Es ist definitiv für größere Events geeignet, vermutlich sogar besser als für kleinere Vorträge vor einer Handvoll Personen.

    @ Basti Schwiecker
    Ja das hat mich auch etwas verwirrt. Ich glaube, das ist auf der de-Site nur falsch dargestellt. Kostenpflichtige Accounts gibt es meines Wissens nach noch nicht. Das Kernfeature der Premiumversion wird übrigens ein Desktop-Editor sein, mit dem sich die Präsentationen auch offline erstellen lassen.

  10. Markus
    schrieb am 20. Februar 2009 um 11:38 Uhr (#)

    Wow, das sieht wirklich mal klasse aus.

  11. Daniel Niklaus
    schrieb am 20. Februar 2009 um 11:52 Uhr (#)

    Auch ein schöner Effekt zum Präsentieren hat cooliris.

  12. Philipp
    schrieb am 20. Februar 2009 um 12:35 Uhr (#)

    Die Bedienung ist leider nicht sehr intuititv. Da gefällt mir SlideRocket viel besser.

  13. sven
    schrieb am 20. Februar 2009 um 21:08 Uhr (#)

    Ich habe mir Prezi auch schon vor einer Weile näher angesehen und bin, nach anfänglicher Begeisterung, eher Zwiespalten.

    Nix für mich.
    Aber ich genieße die paar wirklich bemerkenswert gut gebauten Präsentationen auf Prezi.

  14. paulinepauline
    schrieb am 20. Februar 2009 um 22:15 Uhr (#)

    ich glaube, das ist ähnlich wie bei powerpoint. am anfang haben wir alle die dollsten animationen gebastelt … bis es irgendwann als peinlich galt. wer hat schon heute noch nen folienübergang drin?
    bei prezi kann man sich wahrscheinlich auch überverausgaben, bis man sich irgendwann auf ein schickes maß an animation reduziert. und dann kommen bestimmt tolle sachen bei raus.
    also: endlich mal was neues! ppt ging ja auch schon nicht mehr als “retro” durch.

  15. Bastian Nutzinger
    schrieb am 23. Februar 2009 um 12:08 Uhr (#)

    Erinnert mich schwer an ein Konzept das Microsoft im August 08 vorgestellt hat: pptPlex

    Gibt auch einen TechCrunch-Artikel dazu

  16. Frikke
    schrieb am 26. Februar 2009 um 13:53 Uhr (#)

    Es ist sicher eine neue Art zu präsentieren. Man sollte sich damit beschäftigen, da sich viele gute Ideen durch schlechte Präsentationen nicht verkaufen. Man darf jedoch nicht ausschließlich den Designaspekt berücksichtigen sondern auch den Inhalt. Was ich gesehen habe war diesbezüglich “mangelhaft”. Ein “Chart” sollte nicht mehr als sieben Worte haben. Wer jetzt stutzt sollte es ausprobieren oder auf youtube die Präsentation von “Garr Reynolds” anschauen.

  17. Chris
    schrieb am 15. April 2009 um 15:18 Uhr (#)

    Sieht ganz nett aus. Ich habe dieses Prinzip einmal in einer Flashpräsentation umgesetzt, was natürlich ziemlich arbeitsintensiv war. Mich hatte damals ein Website inspiriert, die diese Form der Präsentation als Webauftritt realisiert hat. Leider fällt mir die URL nicht mehr ein, da es schon ein paar Jährchen her ist.

    Wie auch immer: Ich stimme meinen Vorrednern zu, dass der Markt für Alternativen zu PowerPoint sehr dürftig ist. Ich fände es z.B. spannend meine Inhalte in einer 3D-Umgebung zu präsentieren. Klar kommt es letztlich immer auf den Inhalt an… sollte es zumindest. Aber um die Aufmerksamkeit seines Publikums zu erlangen, sind ein paar erfrischende Alternativen wie Prezi sicherlich nicht verkehrt.

  18. mds
    schrieb am 4. Mai 2009 um 17:51 Uhr (#)

    Ich bin mir ziemlich sicher, dass Prezi in den nächsten Monaten viele Fans finden wird. Die flashigen Präsentationen des ungarischen Startups dürften in Kürze bei vielen Konferenzen und Meetings auftauchen und selbst dem schlechtesten Vortrag noch einen Hauch Glamour verleihen.

    Heute dürfte Prezi viele Fans verloren haben – seit Stunden ist Prezi nicht erreichbar … was den Glamour betrifft, so lassen sich schlechte Vorträge meiner Erfahrung nach durch «Flashiges» nicht retten, im Gegenteil, schlechte Vorträge zeichnen sich häufig gerade dadurch aus.

  19. Alisa
    schrieb am 15. September 2010 um 11:18 Uhr (#)

    Hallo ;)

    Ich muss am Freitag ein Referat über das Programm Prezi halten.
    Kann mir jemand sagen, wie ich dort eine Präsentation gut aufbaue ?
    Ist ja alles auf Englisch.

    Danke schonmal (:
    Lg

  20. Leser
    schrieb am 27. November 2011 um 19:29 Uhr (#)

    Möchte ich allerdings meine Präsentationen abrufen dort wo es keinen Internetzugang gibt auch keinen mobilen (UMTS/4G) kann ich die Präsentation nicht präsentieren. Und eine Offline Version kostet 119 Euro dafür bekomme ich im Ladengeschäft das Komplette Officepaket (Home and Student) von Microsoft oder iWorks von Apple und dann habe ich Textverarbeitung und Tabellenkalkulation neben einer Präsentationssoftware.

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