Businessnetzwerke:
LinkedIn startet deutsche Version

Konkurrenz für Xing: Das weltweit größte Businessnetzwerk LinkedIn startet seine deutsche Version.

Das 2003 gegründete Business-Netzwerk LinkedIn, das weltweit über 35 Millionen Nutzer vorweisen kann, startet heute mit einer eigenen deutschen Version.

Der FAZ gegenüber spricht LinkedIns Europa-Chef Kevin Eyres von einer halben Million deutscher Nutzer, die bereits auf LinkedIn angemeldet sind. In ganz Europa seien es neun Millionen LinkedIn-Mitglieder, wie der LinkedIn-CEO auch im Interview mit Arrington (siehe unten) erwähnt.

Focus Online hat Kevin Eyres außerdem erzählt, dass man Zweigstellen in Deutschland plant.

Danach gefragt, schließt Kevin Eyres einen Kauf des Konkurrenten Xing rigoros aus. Warum? Eyres dazu:

Weil ein Kauf unserer Meinung nach nichts bringt. Xing ist das beste Beispiel. Sie haben in Spanien zwei kleinere Businessplattformen aufgekauft. Doch viel hat es ihnen nicht gebracht. Wir sind dort das größte Business-Netzwerk, obwohl wir nur eine spanischsprachige Version gelauncht haben.

Autsch.

LinkedIn – Eine globale Größe

LinkedIn ist wie Xing seit einigen Jahren profitabel (nach eigener Aussage). Im Gegensatz zum deutschen Platzhirsch ist LinkedIn allerdings nicht an der Börse. In US-Techblogs wird immer wieder spekuliert, wann LinkedIn den Gang an die Börse wagen wird. LinkedIn generiert seine Einkünfte über kostenpflichtige Premium-Accounts, Werbung und zusätzliche Angebote, etwa für die Jobsuche.

Über 100 Millionen Dollar hat LinkedIn in Finanzierungsrunden erhalten, ungefähr 75 Millionen davon allein 2008.

LinkedIn hat im Business-Sektor in vielen Ländern längst eine Größe erreicht, die es aufgrund des Netzwerkeffekts in weiten Teilen zu einem Selbstläufer macht:

Aktuell wächst das Businessnetzwerk um eine Million Mitglieder alle 17 Tage. 12 Millionen besuchen die Site jeden Monat.

Xing vs. LinkedIn

Xing, das letzten November sein fünfjähriges Jubiläum feiern konnte, braucht sich mit allein 500.000 zahlenden Premium-Mitgliedern nicht zu verstecken. Insgesamt hat Xing 6,5 Millionen Mitglieder. Allein die Größenordnungen zeigen aber hier das Gefälle zwischen beiden Netzwerken auf.

Während Xing mit dem Kauf von SocialMedian Mitte Dezember noch mitten in der Vorbereitung seiner App-Plattform steckt, hat LinkedIn seine Entwicklerplattform bereits im Oktober letzten Jahres gestartet.

Auf der Habenseite kann Xing dagegen eine hervorragende Penetration des lokalen Marktes für sich verbuchen. Dagegen anzukommen, dürfte LinkedIn anfänglich schwer fallen. Mit der Zeit könnte aber, besonders im Business-Kontext, der Sog des internationalen Netzwerkes für LinkedIn arbeiten.

Letztes Jahr im August haben wir LinkedIn und Xing ausführlich verglichen.

Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos hat Michael Arrington LinkedIn-CEO Reid Hoffman interviewt (21:15 Min.):

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10 Kommentare

  1. hathead
    schrieb am 4. Februar 2009 um 07:50 Uhr (#)

    Schlage Titeländerung des Artikels vor: “LinkedIn tanzt den Facebook”. Also erstmal nichts tun mit Features glänzen und dann sehen was passiert, bis die Netzwerkeffekte Studivz, bzw. in diesem Falle Xing aushebeln.

    Natürlich kommt ein Kauf in Frage. Ich gehe sogar davon aus, dass er zwingend notwendig sein wird. Es ist eine Sache einen Webaffinen, potentiell Jungen Menschen, zum Wechsel von Studivz nach Facebook zu animieren. Eine ganz andere Sache wird es sein das den Business Kontakten klar zu machen. Zumal viele Xing Mitglieder ja eigentlich gar nicht in der Webszene tätig sind, sondern in allem möglichen. Die müssten erstmal zur Kenntnis nehmen, dass es etwas neues gibt und dann auch noch finden, dass sich der Umstieg bzw. die doppelte Profilpflege lohnt.

  2. hathead
    schrieb am 4. Februar 2009 um 07:53 Uhr (#)

    Konsequenterweise müsste eigentlich Facebook LinkedIn kaufen, dass ganze in FacebookBusiness umbenennen, anschließend Xing übernehmen und der rest der SocialNetworking Szene einfach mal sterben lassen, oder alle Portale so miteinander vernetzen, dass ich Global über alle Plattformen hinweg meine Kontakte managen kann. Das noch als kleine Ergänzung.

  3. FFD
    schrieb am 4. Februar 2009 um 11:33 Uhr (#)

    Xing-LinkedIn illustriert sehr gut die Skalenvorteile amerikanischer Unternehmen gegenüber deutschen. Xing, ein tolles Produkt, absolute Weltklasse, LinkedIn ein Haufen Schrott solange ich mich erinnern kann. Trotzdem steht jetzt LinkedIn als Gorilla vor der Tür.

    Schön wäre: LinkedIn kauft Xing, mergt die Datenbanken, und ersetzt die eigene Website und das eigene Management durch Xing-Technologie und Xing-Leute.

  4. Britta Stahl
    schrieb am 4. Februar 2009 um 16:36 Uhr (#)

    Wenigstens rüttelt jetzt mal jemand an der Tür des großen Monopolisten XING – Konkurrenz belebt das Geschäft und das trifft auch hier zu!

  5. lammbard
    schrieb am 4. Februar 2009 um 19:25 Uhr (#)

    Wieso verdienen Businessnetzwerke Geld und Soziale nicht? Könnte man dieses eher kommerziellen Herangehen auch bei sozialen Communities erzielen, gibt es Beispiele dafür?

    Warum hat Xing so “wenige” Mitglieder? Wenn ein Konkurrent derartig schnell im gleichen Segment wächst, dann hat Xing fundamentale Fehler begangen. Welche sind das außer dem verspäteten Start eine App-Plattform?

  6. Felix A.
    schrieb am 4. Februar 2009 um 20:59 Uhr (#)

    LinkedIn sollte einen Import-Service des Xing-Profils anbieten. Dann bin ich Ruck Zuck auch bei denen.

  7. Malte Landwehr
    schrieb am 5. Februar 2009 um 17:44 Uhr (#)

    Ich hoffe Xing wird sich in Deutschland halten können. Vom Design und der Usability sind sie LinkedIn weit überlegen. Aber wenn ich schon diesen Mist von Apps lese, dann werden beide Plattformen vermutlich bald so zugemüllt wie FaceBook sein :(

  8. Oliver Springer
    schrieb am 6. Februar 2009 um 18:03 Uhr (#)

    Es ist eine Sache, die Menüs etc. in einer zusätzlichen Sprache anzubieten, aber für die Nutzer stellt sich dann das Problem, in welcher Sprache sie eigentlich ihr Profil pflegen sollen.

    Hier vermisse (oder übersehe) ich bei Facebook bisher eine sinnvolle Lösung. Wenn man vor der deutschen Sprachversion ein Profil angelegt hat, dann hat man das vermutlich in Englisch gemacht. Aber wenn die meisten Kontakte aus Deutschland sind, ist es dann sinnvoll, sein Profil in englischer Sprache zu pflegen?

    Für Basisdaten ließe sich das ja technisch regeln, so dass z. B. Berufsbezeichnungen den Besuchern in der aktuell eingestellten Sprache angezeigt würden – und wenn man es selbst doppelt eintragen müsste.

    Aber in welcher Sprache schreibt man Statusmeldungen? Ist es sinnvoll, Blog-Feeds aus einem Blog in deutscher Sprache in ein Profil einzubauen, das man in Englisch pflegt?

    Eigentlich bräuchte man zwei Profil-Versionen…oder ist es vielleicht gar nicht sinnvoll, alle Bedürfnisse über ein einziges Social Network abdecken zu wollen?

  9. Juliane I.
    schrieb am 6. Februar 2009 um 18:44 Uhr (#)

    @ Oliver: bei LinkedIn kann man sein Profil in mehreren Sprachen anlegen und soweit ich weiß, wird das Profil entsprechend in der Sprache angezeigt, auf die der Anseher des Profils sein Interface eingestellt hat, d.h. einem Mitglied in den USA, das sein Interface auf English eingestellt hat, würde Dein englisches Profil angezeigt.

    Ansonsten stimme ich Britta zu, dass Konkurrenz das Geschäft belebt. Ich bin Mitglied bei beiden Netzwerken, nutze aber LinkedIn weit mehr, da ich es nicht einsehe, bei XING eine Gebühr für Services zu bezahlen, die ich bei LinkedIn umsonst bekomme.

  10. Peter
    schrieb am 23. Februar 2011 um 10:23 Uhr (#)

    Hallo,

    als Ergänzung möchte ich das im Mai 2010 gestartete Existenzgründung & Buisness Netzwerk http://www.XanXi.de erwähnen. Dieses soziale Netzwerk hat sich auf die Belange von Existenzgründer spezialisiert, welches sich einer ständig wachsenden Beliebtheit erfreut. Meiner Meinung nach für Existenzgründer sowie für Hersteller Dienstleister und Entscheider ein unbedingtes Muss. Desweiteren ist das XanXi-Netzwerk komplett kostenlos. Ich möchte Sie dort auch gerne zu einladen. Wir sind schon über 400 Mitglieder mit sehr guten Kontakten aus Business und Industrie.

    Beste Grüße
    Peter

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