46.902 Euro für Basic Thinking:
Robert Basic macht Kasse

Ole Reißmann, 15. Januar 2009 19:51 Uhr, 19 Kommentare Kommentare

Robert Basic hat sein Blog “Basic Thinking” auf eBay verkauft – für 46.902 Euro. Es ist ein mageres Ergebnis, ein gutes Geschäft, eine realistische Summe und ein Bärendienst an der Blogosphäre.

“Alles zwischen 10-100k ist denkbar”, “und wenn ich damit zwei Millionen mache” – zuletzt klang es so, als glaube Robert Basic selber an einen satten Erlös. Vor sieben Tagen hat er sein Blog Basic Thinking bei eBay eingestellt. Zu verkaufen: Ein Sammelsurium von Texten, ein Blog ohne Blogger, eine Resterampe. Damit begann ein beeindruckender wie sinnentleerter Hype:

Maximale Aufmerksamkeit in den Medien, ein Branchendienst macht’s groß und in den Redaktionen wird gewirbelt. Vom Fernsehen über FAZ.net bis zur Bild-Zeitung: Alle berichteten über Basics Blog.

Die nun erzielte Summe mutet angesichts dessen enttäuschend an. Ist etwa der merkwürdige Mindestpreis daran Schuld? Oder die Inhaltsleere der Schnapsidee?

Doch selbstredend wird Basic über die Summe nicht unglücklich sein – der Blogosphäre hat er hingegen einen Bärendienst erwiesen, wenn nun die enttäuschten Medien keine satte Summe berichten können und das Thema Blogs mal wieder abhaken. Aber das ist natürlich auch nicht seine Schuld.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

Weiterempfehlen

Mehr lesen

Blogroll: Wir haben ein Herz für Blogs

21.4.2009, 3 KommentareBlogroll:
Wir haben ein Herz für Blogs

Es sind tolle Blogs dort draußen: Der Stylespion bittet zum Linktausch – und wir machen mit bei der Aktion "Ein Herz für Blogs"!

Bloggen: Wenn das Zitat zur Kopie wird

20.4.2009, 27 KommentareBloggen:
Wenn das Zitat zur Kopie wird

Ein langes Zitat, ein kurzer Link und fertig ist der Blogeintrag: Ein aktuelles Beispiel aus der deutschen Blogosphäre zeigt, wo aus einem Quote ein Rip-off wird.

Sechsmal um den Blog: Sechs zum Klicken

16.2.2009, 3 KommentareSechsmal um den Blog:
Sechs zum Klicken

Die regelmäßige Blogschau auf medienlese.com – diesmal mit Zettelkästen, Wort-Schnitzeln, einer Gesprächszentrale und schwarzweißer Untergangssucht.

11.5.2009, 2 KommentareLong Hello and Short Goodbye

Was für ein Spaß. Fast zwei Jahre habe ich, die eckige schwarze Hornimitatbrille auf der Nase, was mit Medien gemacht. Gegen Geld aus der Schweiz.

7.5.2009, 30 KommentareG wie Google:
"Wenn wir nur noch die Hälfte der Journalisten hätten, wären es immer noch zu viele"

Das Magazin der Süddeutschen Zeitung widmet sich am 8. Mai 2009 der Zukunft der Medien. In Kooperation mit dem SZ-Magazin stellen wir hier ein Interview mit Jeff Jarvis zur Diskussion.

5.5.2009, 14 KommentareJournalismus 2.0:
Die Diskussion mitgestalten

Die Digitalisierung verändert mehr als das Medium. Was Journalisten tun können.

11.5.2009, 2 KommentareLong Hello and Short Goodbye

Was für ein Spaß. Fast zwei Jahre habe ich, die eckige schwarze Hornimitatbrille auf der Nase, was mit Medien gemacht. Gegen Geld aus der Schweiz.

1.5.2009, 19 KommentareUnd noch'n Gedicht:
Als Dank an meine Leser

30.4.2009, 8 Kommentaremedienlese.com:
Eine vorläufige Bilanz

Nach fast drei Jahren eingestellt, die Rubrik “6 vor 9” mit 2000 Euro Spenden in drei Tagen gerettet. Was soll dieses Blog? Wie hat sich die Medienlandschaft verändert in der Zeit?

19 Kommentare

  1. Patrick C. Price
    schrieb am 15. Januar 2009 um 20:14 Uhr (#)

    Nun, Betrag hin, Betrag her. Da gingen die Meinungen von anfang an auseinander. Frage ist, wer hat das Ding gekauft, mit welchem Ziel? Denn beim Käufer muss ja die Idee vorhanden sein, damit ein lohnendes Invest getätigt zu haben.

    Interessant wird zu sehen, was daraus wird.

  2. Frank
    schrieb am 15. Januar 2009 um 20:18 Uhr (#)

    “…der Blogosphäre hat er hingegen einen Bärendienst erwiesen, wenn nun die enttäuschten Medien keine satte Summe berichten können…”

    Ach, die Medien können ruhig enttäuscht sein, das kratzt doch keinen Blogger. Und Bädendienst? Schon gar nicht. Wenn die Medien auf Hypes stehen, dann ist es deren Bier!

  3. bugsierer
    schrieb am 15. Januar 2009 um 20:26 Uhr (#)

    “sinnentleerter hype” ist genau der richtige ausdruck. diese aktion ist einfach nur peinlich, ein einziger egotripp eines durchgeknallten a-bloggers. für sich in anspruch zu nehmen, er tue das für die steigerung der bekanntheit von blogs, hat was anmassend messianisches. er macht mit seinem spektakel die blogszene zum kasperlitheater und fährt das ganze auch noch auf der höchst unzeitgemässen kasinoschiene “dem meistbietenden”. und 90% der blogosphäre nimmt das auch noch ernst. wie schräg ist das denn?

  4. r3lite
    schrieb am 15. Januar 2009 um 22:38 Uhr (#)

    “der Blogosphäre hat er hingegen einen Bärendienst erwiesen, wenn nun die enttäuschten Medien keine satte Summe berichten können und das Thema Blogs mal wieder abhaken. Aber das ist natürlich auch nicht seine Schuld.”

    Ich übersetze diesen in der Logik wohl nicht für jeden nachvollziehbaren Absatz: “Mit seiner Dummheit hat XY uns einen Bärendienst erwiesen. Aber er kann ja nix dafür.”

  5. mikel
    schrieb am 15. Januar 2009 um 22:58 Uhr (#)

    Nun, der Berliner Verlag wird doch auch dauernd verkauft, zum Beispiel oder die FTD eingestellt, oder andere Medienveranstalter finanziell umgruppiert.

    Da hatte einer was zu verkaufen und hat es verkauft. Und?

    Es gibt übrigens keine Blogsphäre. Die meisten Katzenblogger wissen nocht nicht einmal von der Aktion, so wenig wie die Strickblogger, auch die Feuerwehrblogger scheien wenig tangiert, die Lit-Blogger widmen sich auch anderen Dingen.

    Die Sache ist ein Beispiel für eine Sinn entleerte Medienlandschaft, vielleicht und alles nicht Roberts Problem.

    Nur meine 2 Pfennig.

    Es war halt einmal was anderes, als die Neue vom Bobbelsche oder die Nippel des Obama. oder von was berichtet die Medienwelt sonst?

  6. Schreibt hier auf dem Blog Ole Reißmann
    schrieb am 16. Januar 2009 um 08:57 Uhr (#)

    @ 4: Naja, “dumm” ist der Verkauf von etwas, das man nicht mehr bracht, nicht gerade. Die Summe soll ihm erstmal jemand nachmachen …

  7. emzo
    schrieb am 16. Januar 2009 um 10:36 Uhr (#)

    Mit Verlaub, dieser #robgreen Ausverkauf und alle, die mitmachen würden doch auch auf RTL Würmer fressen. Hauptsache dabei. #tsis
    (mein tweet)

    Der einzige Gewinner ist der Robert selbst. Er hat was verkauft, was er nicht mehr braucht und als solches (ohne ihn) wenig Wert hat.

  8. Felix
    schrieb am 16. Januar 2009 um 10:54 Uhr (#)

    meine rede. und wer wissen will, wer`s gekauft hat: http://meedia.de/nc/detai…-euro_100015342.html

  9. MJ
    schrieb am 16. Januar 2009 um 11:54 Uhr (#)

    Die hatten ne Schmerzgrenze von 100.000€. Dann sind sie mit ihrem letzten Gebot aber gut weggekommen. Hätte mal jemand mit hochbieten sollen, damit Robert den höchstmöglichen Preis für sein Blog erzielt.
    Aber wer weiß schon vorher dass die so hoch mitgeboten hätten.

  10. Holger
    schrieb am 16. Januar 2009 um 15:23 Uhr (#)

    Knapp 50.000 Euro sind ja nun auch nicht gleich wenig für einen Blog. Klar – in den USA wäre vermutlich ein Vielfaches dafür gezahlt worden … warum auch immer. So wirklich beantworten konnte mir die Gründe dafür aber auch noch niemand. Am Inhalt der Blogs liegt es denke ich mal nicht – vielleicht sind die Deutschen einfach noch nicht bereit für gute Blogs (?)

  11. Matthias Schumacher
    schrieb am 17. Januar 2009 um 02:53 Uhr (#)

    also ich verkaufe meinen Blog billiger 46.901,99… einer Interesse??

  12. Patricia
    schrieb am 17. Januar 2009 um 15:27 Uhr (#)

    Die Reaktionen in den Medien fand ich recht verhalten. Oder vertue ich mich? Ich hatte mehr erwartet. Aber irgendwie habe ich immer noch das Gefühl, man bleibt in der Blogosphäre unter sich. Die Frage ist, wie bringt man Menschen, die nicht selbst einen Blog haben, dazu Blogs zu lesen? Durchs Versteigern bekannter Blogs?

  13. Felix
    schrieb am 17. Januar 2009 um 16:04 Uhr (#)

    Immerhin hat das ZDF darüber berichtet: http://www.youtube.com/watch?v=AUXPZSgMdag

  14. Holger
    schrieb am 17. Januar 2009 um 16:18 Uhr (#)

    Das ZDF war trocken wie immer bei dem Report. Hier mal eine wie ich meine wirklich gelungene Darstellung des Themas: Rober Basic und Basic Thinking ;-) Die Robert Basic Story http://de.youtube.com/watch?v=-Pci-yfv8Kc

  15. Thinkabout
    schrieb am 18. Januar 2009 um 22:18 Uhr (#)

    @Patricia #12:
    Genau das ist die spannendste Frage, der wir Blogger uns mehr stellen sollten! Blogverzeichnisse reichen dazu sicher nicht aus.

  16. Holger
    schrieb am 18. Januar 2009 um 22:41 Uhr (#)

    Das stimmt wohl Patricia & Thinkabout. Nach dem Verkauf von BasicThinking wird jetzt ja viel spekuliert wie es mit BT weiter geht. Die Kommentare auf der ehemaligen Website von Robert sprechen Bände … wenn auch aus meiner Sicht dort zuviel propagandiert wird und die Gerüchteküche kocht. Ich finde dies sehr schade und ich denke man sollte den neuen Betreibern des bislang sehr erfolgreichen Blogs eine Chance geben.

  17. MJ
    schrieb am 19. Januar 2009 um 13:51 Uhr (#)

    Ich denke auch dass man Serverloft eine Chance geben sollte. Es kann doch wirklich sein dass die neuen Artikel genauso gut werden wie die von Robert. Schließlich war doch der Blog ansich klasse und nicht nur die Person die dahinter steckte oder?

  18. marc
    schrieb am 20. Januar 2009 um 20:48 Uhr (#)

    der blogverkauf scheint derzeit seinen höhepunkt zu haben. das nächste erfolgreiche blog steht aktuell bei ebay zum verkauf: http://cgi.ebay.de/itsyst…C39%3A1%7C240%3A1308

  19. Schreibt hier auf dem Blog Ole Reißmann
    schrieb am 20. Januar 2009 um 21:39 Uhr (#)

    @18 häh? was hat denn eine seo-linkschleuder mit dem verkauf von basic thinking zu tun? gibt es da irgendeinen zusammenhang – außer den wörtern ebay und blog? nein.

Pingbacks

Pingbacks anzeigen...

Diesen Artikel kommentieren

Wir sind sehr an einer offenen Diskussion interessiert, behalten uns aber vor, beleidigende Kommentare sowie solche, die offensichtlich zwecks Suchmaschinenoptimierung abgegeben werden, zu editieren oder zu löschen. Mehr dazu in unseren Kommentarregeln.