Die 9 besten neuen Startups aus dem deutschen Sprachraum 2008

Auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz sind 2008 viele Startups an den Start gegangen. Nicht wenige Anbieter sind oft naturgemäß keine Erwähnung wert. Von denen, die sich von der Masse abheben, haben wir die unserer Meinung nach neun besten, ausgeklügelsten und erfolgversprechendsten Startups ausgesucht und stellen sie hier vor.

Simply The Best

Simply The Best

Die von uns ausgewählten neun besten neuen Startups 2008 sind: Wuala, Amiando, Mento, berlin.unlike, Statista, SoundCloud, Songbeat, picabee und wer-kennt-wen.de.

Im Folgenden stellen wir jedes Startup einzeln kurz vor. Sie werden in keiner bestimmten Reihenfolge vorgestellt, stehen also alle auf einer Stufe.

 

 

Wuala

Das Schweizer Startup Wuala hat das Thema Onlinespeicher radikal neu gedacht. Mittels eines ausgeklügelten Verfahrens werden die einzelnen Teile der online gespeicherten Dateien verschlüsselt auf den Festplatten vieler Nutzer abgelegt. Die online gespeicherten Daten kann man nun für bestimmte Gruppen freigeben oder öffentlich stellen. Durch die Verteilung des Speichers und der Trafficlast auf viele Schultern ergeben sich viele interessante Einsatzmöglichkeiten, die mit der jüngst vorgestellten Programmierschnittstelle (API) noch vergrößert werden. Wuala wurde von ReadWriteWeb zu einem der zehn besten internationalen Produkte 2008 gewählt. (Marcel Weiß)

Amiando

Amiando geht sehr innovativ und vorausdenkend an den Bereich des Ticketverkaufs im Netz heran. Amiando bietet seinen Kunden eine modulare Aufbauweise, die außerdem eine flexible Einbindung des Amiando-Angebots in externe Sites ermöglicht. Als eines der wenigen hiesigen Startups hat Amiando begriffen, dass das gekonnte Andocken an andere Dienste, wie etwa Facebook, für den langfristigen Erfolg wichtig ist. Weitere Entwicklungen wie die ViralTickets runden das Angebot ab. Amiando wurde von Exciting Commerce zum “Exciting Commerce Star des Jahres 2008″ gewählt. (Marcel Weiß)

Mento

Mento ist das Kunststück geglückt, das Genre soziales Bookmarking auf schlüssige Weise weiterzudenken. Twitter, FriendFeed und Google Reader haben die info-ökonomischen Verhaltensweisen von vielen fundamental verändert. An der Grenze zum Tumble-Log angesiedelt reinterpretiert Mento Bookmarking unter diesen neuen Bedingungen. Auch das Design von Mento spielt durchaus in der ersten Liga mit. (Markus Spath)

berlin.unlike

Auch berlin.unlike ist es gelungen, eine bestehende Kategorie – in diesem Fall Städteführer – zu verschieben und ein genuin eigenes Angebot zu unterbreiten. Wie Mento zielt auch berlin.unlike auf eine neue Generation von Internet-Usern. Die Integration mit dem mobilen Web und mit Plattformen wie Twitter, MySpace oder Facebook ist quasi nativ eingebaut. (Markus Spath)

Statista

Statista ist eine jener Sites, wo es einfach toll ist, dass es sie gibt. Wir schwimmen, ich will nicht sagen ertrinken, in Daten, und Statista gelingt es, nachvollziehbare Häppchen herauszuschälen und für die persönlich interessanten Bereiche Informationen aufzubereiten. Auch das Design und die Umsetzung von Statista sind grossartig. Statista wurde von deutsche-startups.de zum Startup des Jahres gewählt. (Markus Spath)

SoundCloud

Ein paar musikbegeisterte Schweden ziehen nach Berlin, dem Mekka für urbane Menschen aus aller Welt, um dort ein Internetstartup zu gründen. Heraus kommt SoundCloud, eine Plattform, auf der Interpreten und Labels neue Produktionen vorstellen und Feedback ihrer treuesten Fans einholen können. SoundCloud sieht toll aus, hat zahlreiche clevere Features (inklusive einer Programmierschnittstelle) und will seine Plattform über ein Freemium-Modell monetarisieren. Rund 2.000 Plattenlabels haben bisher eigene Tracks bei SoundCloud hochgeladen, vorrangig aus dem Bereich elektronischer Musik. (Martin Weigert)

Songbeat

Gäbe es einen Pluspunkt für Risikofreude, würde Songbeat zwei davon bekommen. Das Berliner Startup bietet eine kostenlose Musiksuchmaschine für den Windows-Desktop. Songbeat zapft dazu andere Suchdienste für Musik an, deren gefundene Titel es mit einem Klick auf die heimische Festplatte befördert. Was den Nutzern gefällt, dürfte die Plattenbosse erzürnen. Das Kapital für die Stammeinlage der gerade gegründeten Songbeat GmbH kommt aus den Einnahmen der kostenpflichtigen Premium-Accounts. (Martin Weigert)

picabee

Bei picabee können User Fotos hochladen und sich diese kostenlos entwickeln und nach Hause schicken lassen. Refinanziert wird dies durch Werbung, die am Rand der Bilder und in Form eines kleinen Logos auf den Fotos erscheint. Zahlreiche netzwertig.com-Leser haben den Service ausprobiert und waren sehr zufrieden, wie die Kommentare zu unserem Review zeigen. Wie sich die schwache Werbekonjunktur in Folge des Wirtschaftsabschwungs in nächster Zeit auf picabee auswirkt, bleibt abzuwarten. An potenziellen Nutzern wird es dem attraktiven Service, der nur auf Einladung verfügbar ist, 2009 mit Sicherheit nicht mangeln. (Martin Weigert)

wer-kennt-wen.de

Auch wenn wer-kennt-wen.de (WKW) bereits im Oktober 2006 online ging, feierte das gern als Volksnetzwerk betitelte Social Network seinen richtigen Durchbruch erst 2008. Von einer Million auf über fünf Millionen wuchs die Mitgliederzahl des Dienstes zwischen Januar und Dezember 2008. WKW bekommt zwar keinen Preis für Innovation, aber darauf legt man es auch gar nicht an. Die Site, an der RTL Interactive beteiligt ist, richtet sich an alle Altersgruppen, was sie von den anderen führenden sozialen Netzwerken abhebt und ihr eine ideale Position verschafft, um in den nächsten zwölf Monaten die Vorherrschaft unter den Networks in Deutschland an sich zu reißen. (Martin Weigert)

Haben wir 2008 gestartete und unbedingt erwähnenswerte Startups sträflich vernachlässigt? Ergänzt die Liste in den Kommentaren!

 

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32 Kommentare

  1. Vielen Dank für die Erwähnung in dieser Liste. Wir fühlen uns geehrt und freuen uns ausserordentlich!

    An dieser Stelle dürfen wir die Blumen insofern zurückgeben, als dass Ihr auf jeden Fall ganz oben in der Liste unserer Top 9 Blogs des Jahres stehen würdet.

  2. Schade das Amazee.com aus der Schweiz nicht dabei ist, wuerde glaub ich besser passen als wkw…

  3. @Andi: Danke!

    @Malte: Stimmt, Amazee ist auch toll. Ist irgendwie durchgerutscht..

  4. Ich glaube in die Liste gehören schon noch mehrere als die genannten. Meine Favouriten sind plista und bettenjagd.

  5. Freude herrscht! ;-)

  6. Danke! We’re totally proud to be on the list with all these great start-ups!

  7. Auf die Gefahr hin eine dumme Frage zu stellen, aber welchen Vorteil hat Wuala gegenüber dropbox für den Ottonormaluser? Einfacher ist es sicher nicht.

  8. @Twiek: In der Liste geht es um Startups aus D-A-CH. Alle haben in ihren Märkten Konkurrenten oder Marktbegleiter.
    Davon abgesehen: Welche Oberfläche besser ist, die von Wuala oder die von Dropbox, dürfte Geschmackssache sein. Dropbox dürfte für viele Einsätze besseres Handling bieten. Wuala dagegen ist aus unternehmerischer Sicht besser aufgestellt. Durch seine Architektur dürfte es weitaus kosteneffizienter arbeiten können als jeder seiner Konkurrenten, einschließlich Dropbox. Wuala dürfte sich deshalb auch für Einsatzarten anbieten, die weit über den normalen Hausgebrauch hinausgehen. Bin gespannt was auf deren API noch so umgesetzt wird.

  9. Frage: Was hat amiando in einer Liste der besten Startups 2008 zu suchen? Die gibts seit 2006.
    Nichts gegen amiando – finde es eine tolle Idee – aber wenn dann sollte die Liste schon halbwegs korrekt sein..

  10. ??? kurze Recherche:

    wuala – launch 2007
    soundcloud – launch 2007
    wkw – launch 2006/2007

    Zitat aus dem Einführungssatz:
    “…sind 2008 viele Startups an den Start gegangen…”

    Ich lese euch sehr gerne – aber bei anderen Artikeln seid ihr wesentlich korrekter..

  11. @Thomas: Stimmt, böser Fehler mit Amiando. Das ist durchgerutscht.
    Was den Rest angeht:
    Wuala und SoundCloud haben die geschlossene Beta 2007 gestartet, wir haben die Öffnung der Plattformen für die Allgemeinheit 2008 als offiziellen Start angesehen.
    Zu wkw schreibt Martin im Artikel:
    “Auch wenn wer-kennt-wen.de (WKW) bereits im Oktober 2006 online ging, feierte das gern als Volksnetzwerk betitelte Social Network seinen richtigen Durchbruch erst 2008. Von einer Million auf über fünf Millionen wuchs die Mitgliederzahl des Dienstes zwischen Januar und Dezember 2008.”

  12. Ich würde sagen mein http://www.rehacafe.de wäre einer Erwähnung wert: In dem Portal wird ein – sicherlich ziemlich neuartiger – Spagat versucht, zwischen den Bedürfnissen von Patienten und den Leistungsträgern des Gesundheitswesens (Kliniken, Kurorten, Selbsthilfeorganisationen etc.) Die Community soll zwischen 7 unterschiedlichen Zielgruppen als Kontaktdrehscheibe fungieren.

  13. Ralf: Es ist ja verständlich, dass du deinen Dienst anpreisen willst. Aber so ein ganz bisschen Skrupel solltest du doch eigentlich haben, eine durchschnittliche Gesundheits-Community (im Sinne von austauschbar – heißt nicht, dass sie schlecht ist!) einfach so auf unsere Liste der 9 besten Startups aus DACH 2008 setzen zu wollen, oder?!

    Aber wer weiß, vielleicht kommt ja 2009 bei euch der große Knaller und du bist im nächsten Jahr dabei!

  14. Ralf: Eigentlich wollte ich am Ende des Artikels nach dem Aufruf noch schreiben, dass man aber bitte nicht die eigenen Projekte anpreisen soll. Hab es dann nicht getan, weil ich es fälschlicherweise für selbstverständlich hielt..

  15. Marcel: Unabhängig von der Erwähnung meiner eigenen Site (kann gerne von Euch wieder entfernt werden, wenn Ihr das nicht gut findet) finde ich diese Liste und ihren Titel wirklich nicht besonders, da irreführend und die Auswahl zu klein: Der Titel hätte heißen müssen: “Einige Sites und Startups, die uns gut gefallen” Mit WKW wird außerdem wieder mal nur eine vielbesuchte Site promoted, die es bereits seit 2006 gibt. Schiere Größe und ein Riesenerfolg wird – wie immer – nochmal zusätzlich belohnt durch mehr Publicity.

  16. Erfolg ist ja auch das Kriterium der Liste, daher ist die Zusammenstellung gelungen und ich finde es unangebracht, irgendwelche 0815-Firmen hier bei den Kommentaren zu promoten.

    Man kann auch die Berichterstattung in der Presse über die vorgestellten Unternehmen verfolgen (amiando und wuala haben in den letzten Wochen erneut diverse Auszeichnungen bekommen), um zwischen wichtig und irrelevant zu unterscheiden.

  17. @ Andreas: Nicht Erfolg sollte laut Titel das Kriterium der Liste sein, sondern Qualität: ‘Die 9 besten’: Wer erfolgreich ist, muss nicht gleich auch der Beste sein. Fragwürdig ist für mich an dem Artikel nur die Ausschließlichkeit der Überschrift: Denn was heißt ‘Die besten’? Und die von dir angesprochene Presseberichterstattung kann man ja wohl kaum als Qualitätskriterium nehmen.

  18. So Ralf, nun haben wir Dich genug lange labern gehört. Gönne den Siegern den Erfolg und gut is. Neid ist selten der richtige Weg zum persönlichen Erfolg…

  19. @Ralf: den Link zu posten hätte ich mir erspart, das war aber auch dein einziger Fehler

    @Peter: das ist ein absolut niveauloses Kommentar

    Ich sehe auch eine Diskrepanz zwischen dem was der Artikel suggerieren will und der Wirklichkeit. Wenn man schreibt, “die besten Startups 2008″, dann sollten das auch Startups sein, ohne irgendwelches Rumgedruckse der Art “der war früher schwarzweiss, jetzt ist es bunt, daher neu”. Das ist doch Unsinn. Hat denn 2008 nicht mehr zu bieten gehabt außer jahrelang existierende Firmen?

    Welches Maß liegt hier zugrunde? Ich befürchte fast, dass durchaus Lobbyarbeit im Spiel sein könnte. Ich verfolge persönlich z.B. Amiando sehr genau und denke, dass der Ofen dort bald aus ist. Die Alexa Zahlen sind erst dramatisch gesunken und stagnieren seit Monaten. Die Preise mussten in meinen Augen dramatisch erhöht werden, die Konditionen wurden für Verkäufer mit jeder AGB Änderung permanent schlechter. Die Anzahl Mitarbeiter kann mit simplem Mathe nur durch einen Umsatz gehalten werden, der jenseits der Realität ist. Business Angels geben offen zu, dass noch viel zu tun ist. Das kann kaum ein Zeichen von andauerndem Erfolg sein.

    Dahingehend sind die Bewertungskriterien im Artikel vielleicht etwas undurchsichtig. Die anderen Firmen kenne ich nicht so und kann das nicht einschätzen. Ich persönlich finde, wenn man publizistisch tätig ist, so sollte man dies mit Sorgfalt tun, nicht anderen Artikeln hinterherlaufen und Dinge endlos wiederholen und auch nicht juryvergebene Preise als Maßstab heranziehen.

    Noch ein Eindruck von mir am Ende: Der Web 2.0 Markt in Deutschland ist sehr übersichtlich, gerade auf Investorenseite. Ich habe das Gefühl, immer die gleichen Leute zu treffen, die immer mit dem gleichen Elan Dinge anpreisen und ihre neuen teilweise suspekten Firmen mit teils hahnebüchenen Geschäftskonzepten in ihrem gesamten Netzwerk auf suspekte Weise promoten. Oder bin ich da der Einzige, dem das so geht? All die tollen Ideen, die das Gegenteil beweisen, will ich davon natürlich ausnehmen und wünsche Durchhaltevermögen in Zeiten knapper Finanzierungen!

  20. @Tom & Ralf: Reibt Ihr Euch jetzt wirklich an der Überschrift?
    Direkt darunter steht “Von denen, die sich von der Masse abheben, haben wir die unserer Meinung nach neun besten, ausgeklügelsten und erfolgversprechendsten Startups ausgesucht und stellen sie hier vor.” Eine Überschrift kann nur eine bestimmte Zahl an Zeichen beinhalten.

    Wir haben eine Liste erstellt, die nach unserer Meinung die innovativsten (z.B. Wuala) und erfolgversprechendsten (z.B. wkw) Startups aus D-A-CH darstellt.

    @Tom: “Lobbyarbeit” oder andere an den Haaren herbeigezogene Vorwürfe sind schlicht falsch. Wir haben die Startups intern in der Redaktion ermittelt, das war’s.

    Dass der “Web2.0-Markt” in D klein ist, liegt in der Natur der Sache. Ich sehe aber auch nicht, wie die hier von uns genannten Startups alle aus dem gleichen Dunstkreis kommen. Von daher kann es nicht soo schlecht sein. Du gehst vielleicht immer nur auf die gleichen Veranstaltungen? ;)

  21. Was ich bei unlike übrigens immer wieder interessant finde ist, dass sie für ihre Inhalte gerade nicht auf user-generated content setzen, sondern sich die besten Trendscouts für die jeweiligen Städte suchen. Diese inhaltliche Qualität macht einen ganz großen Teil von unlike aus. Dazu kommen dann die “2.0-Features” für den persönlichen Einsatz.

  22. @ Tom:

    Das sind aber interessante Gerüchte. Was sind deine Quellen? Im einzelnen würde mich interessieren:

    1) „Die Alexa Zahlen sind erst dramatisch gesunken und stagnieren seit Monaten“ -> Was haben Alexa-Zahlen mit dem Business-Modell von amiando (B2B) zu tun?

    2) „Die Preise mussten in meinen Augen dramatisch erhöht werden, die Konditionen wurden für Verkäufer mit jeder AGB Änderung permanent schlechter.“ -> Ich bin mir weder AGB-Änderungen noch Preiserhöhungen bewusst. Was heisst „in deinen Augen“ und „dramatisch“? Wurden die Preise nun erhöht oder nicht? Soweit ich weiss waren die Gebühren immer identisch (und das Angebot wurde gleichzeitig sukzessive ausgebaut).

    3) „Die Anzahl Mitarbeiter kann mit simplem Mathe nur durch einen Umsatz gehalten werden, der jenseits der Realität ist“ -> Wie kommst du darauf? Eine grössere Konferenz erreicht schnell einen Umsatz von mehreren 100.000 und amiando nimmt dabei seine Prozente, so kommen schnell ein paar 10.000 zusammen. Mit einigen Konferenzen pro Monat kann man also locker ein paar Dutzend Mitarbeiter beschäftigen (ich weiss nicht, wie viele Leute bei amiando arbeiten aber nehme kaum an, dass dies mehrere 100 sind)…

    4) „Business Angels geben offen zu, dass noch viel zu tun ist“ -> Wo steht das? Ich lese eigentlich nur Gutes über amiando und wenn ich mir deren Blog anschaue, dann werden die mittlerweile sehr gut verdienen mit all den Kunden…

    Ganz allgemein kenne ich wenige Startups, über welche in der letzten Zeit so positiv berichtet wurde und so viel Erfolg hatte wie amiando, daher überraschen mich deine Aussagen.

    Tom, bin gespannt auf Deine Ausführungen!

  23. @Hannes: Ok, dann mal ein paar Gedanken zu Amiando. Es ist in der Tat wahr, es gibt fast nur Positivberichterstattung über Amiando. Ich will hier nicht den Miesepeter spielen (lieber Realist, gerade in den aktuellen Zeiten gut, wie mir scheint) aber das allein sollte schon etwas stutzig machen. Es scheint wie ein Hype, bei dem die meisten Berichterstatter ungeprüft die wie immer enthusiastischen PR Meldungen weiterreichen.

    Seltsam ist z.B. die Anzahl genannter Events. Sehr schnell nach dem Start tauchte die Zahl 100.000 auf, derzeit wird mit 50.000 geworben. Wertet man die öffentlich verfügbare sitemap.xml aus, welche kommerzielle Events auf google publiziert, ist das Bild noch ganz anders. Dort sind lediglich weniger als hundert zu finden, die meisten winzig. Wenn wir annehmen, dass alle kommerziellen Events von google profitieren und dort aufgeführt werden, ist das erschreckend. Zu den Punkten:

    1) Das hängt natürlich vom Geschäftsmodell ab, aber Amiando ist keineswegs B2B, zumindest nicht reines. Ticketeinnahmen werden durch Endkundenkäufe gemacht, welche die Seite besuchen müssen, um einen Kauf zu tätigen. Alexa ist ein – wenn auch grober – Maßstab für die Frequentierung einer Seite. Das bedeutet also, dass Alexa indirekt die Anzahl an Ticketverkäufen durch Zählen der Besucher wiederspiegelt. Da es sonst nicht viel auf der Seite zu surfen gibt und dadurch die Anzahl von Seiten im Durchschnitt bei den Nutzern pro Kauf ähnlich sein sollten, ist das sogar genauer als bei vielen anderen Seiten. Wenn es sich um einen steigenden Erlös handeln soll, so muss diese Kurve nach oben zeigen, ansonsten stagniert der Verkauf, da nicht mehr Kunden hinzukommen, nur wechselnde Events.

    Außerdem sieht man eines ganz interessant: es gibt nun schon seit langer Zeit mehrsprachige Amiandoseiten, Felix Haas hat einen Vortrag über erfolgreiche Internationalisierung gehalten. Nun schaut man sich die Zahlen an und… naja: 5,8% Frankreich, 3.2% Schweiz und Spanien taucht gar nicht in den Top 5 auf. Erfolgreiche Internationalisierung war wohl eher technischer Natur gemeint. Ich vermute es wird bald wie kürzlich bei StudiVZ eine Konzentration auf die Kernmärkte stattfinden.

    2) Es gab bisher mindestens 2 AGB Änderungen. Zuerst wurden die Auszahlungen für Veranstalter um viele Wochen nach hinten verschoben (logisch, um dem Rückbuchungsrisiko zu entkommen aber welcher kleine Veranstalter kann sich diese Verzögerung leisten?) und dann der Preis von 5% auf 7,5% + 50cent erhöht.

    3) Aus 1) resultiert, dass mit der aktuellen Taktik unter Umständen ein Limit erreicht ist. Mittlerweile fehlt die Mitarbeiterangabe auf der Amiandoseite, vor ein paar Monaten waren es aber noch 25 (ich tippe inkl Praktikanten und Haustiere). 25 * 35.000€ (vorsichtige untere Gehaltsschranke) / 12 ergibt 73.000 Euro reine Gehaltskosten pro Monat! Eine Konferenz hat maximal 1.000 Besucher im Durchschnitt viel weniger, Preis im Durchschnitt 500€ (hohe Annahme, man bedenke die ganzen Miniveranstaltungen), 7.5% davon sind 36 Euro (warscheinlich noch nach oben gedeckelt durch individuelle Absprachen mit den Veranstaltern). Das heisst, man braucht mindenst zwei Riesenveranstaltungen, um überhaupt all die Leute bezahlen zu können. Zusätzlich gibt es gerade bei Konferenzen kollosale Konkurrenz durch traditionelle All-in-one Veranstalter. Jetzt geht davon ja auch noch die Mwst und Umsatzsteuer ab, Büros, Technik etc. Also ich bleibe bei meiner Behauptung. Sollte das hier ein Amiandoaner lesen, kann er gern gegenargumentieren.

    4) Es gab ein Video im Netz von einem Schweizer Investor, ich finde es aber leider nicht mehr. Außerdem kenne ich Einige über Umwege und habe “chitchat” mitbekommen. Das ist nicht als 100% seriös einzustufen, aber ich habe es dennoch mal aufgeführt.

    Ich freue mich auf die Diskussion!

  24. @Tom: Zu den anderen Punkten kann ich nichts sagen, nur zu Alexa:
    Alexa für deutsche Websites zu nehmen und da irgendwas in Richtung Erfolg oder Misserfolg herauszulesen, ist schlicht grober Unfug. Dass das unsinnig ist, dafür gibt es unzählige Beispiele, neuestes hier.

  25. Da scheint ja was los zu sein. ;)

    Das heute immer noch Alexa als Gradmesser benutzt wird erstaunt mich immer wieder. Die Seite sagt in Europa wirklich rein gar NICHTS aus…

    Noch zu amiando (kenne das Angebot nicht im Detail, höre aber von wenigen Startups so viel Gutes in den Medien wie von dieser Firma): Wenn man Kunden wie die UNESCO hat (gemäss Blog: http://wirsind.amiando.co…enefiz-gala-amiando/), dann glaube ich schon, dass man sich ein paar Mitarbeiter leisten kann…

  26. an Tom:

    Deine Argumente überzeugen nicht wirklich. Kannst Du Deine Aussagen nicht mit Fakten untermauern? Kommt mir ehrlich gesagt vor, wie wenn du amiando einfach schlecht machen willst…

    PS So schlecht kann die Auswahl hier nicht sein: Neue Bestmarke für wer-kennt-wen: http://deutsche-startups.…-fuer-wer-kennt-wen/

  27. Hannes, klar ist die Auswahl nicht schlecht! ;)

  28. Ich glaube, ganz am Ende des Jahres ist ein mit netzwirken.net ein Ding klammheimlich onliner gegangen, das Ihr nächstes Jahr, aufgrund seiner Thematik und dem viralen Dreh im Konzept, hier auflisten werdet.

  29. Besten Dank für die freundliche Erwähnung!

    No matter how you spin it, the 2009 is upon us and we’re making our New Year’s resolutions …

    Highlights of this year include launching five brand spanking new cities in February, our collaboration with the Berlin International Film Festival and new club memberships and special bonuses for our loyal fans.

    Now help us help you: take a minute to answer the following questions to make sure you’re getting exactly what you want from unlike.net

    UNLIKE SURVEY: http://tr.im/2b28

  30. Ich finde es gut das Wuala gleich als erstes erwähnt wurde.

    Ich war damals bei der geschlossenen Alpha dabei und bin mit der gesamten Entwicklung serh zufrieden. Die Firmenpolitik von Dominik und Luzius gefällt mir.

  31. Also, ein wenig mehr “consistency” wäre vielleicht schon angebracht, schliesslich ist der Titel der auschlagebende Aspekt, um mir einen Artikel durchzulesen.
    Allerdings finde ich, dass amiando eine wirklich innovative U’g ist, die sich permanent weiterentwickeln. Trotzalledem reicht mir persönlich das FB Invite feature:)
    Es gibt nunmal nur wenige startups, die wirklich Qualität aufweisen.
    Good luck to all of you.

    Greetz aus Manchester

  32. “Statista ist eine jener Sites, wo es einfach toll ist, dass es sie gibt.”

    Deutsch seien schwere Sprache

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