Wochenrückblick:
zehn.de, Switch, Der Bund

Ole Reißmann, 14. Dezember 2008 18:30 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

Die 50. Kalenderwoche geht zu Ende – bald schon ist das Jahr geschafft. Wir blicken zurück auf eine Woche voller Innovationen, Rückblicke und Rettungsversuche.

Unser Bild der Woche diesmal – obwohl wir nicht das Blog für den ambitionierten Amateurfotografen sind – ein ganz klassisches Nachrichtenbild. Einfach weil es einen Moment sehr passend präsentiert. Gerade schrieben wir noch von Blochermania in den Schweizer Medien, schon ist Blocher kein Thema mehr: Seit Mittwoch ist Ueli Maurer neuer SVP-Bundesrat.

Wie geht es weiter mit dem Bund? Der Verlag prüft Kooperation und Co-Produktion, schon gibt es eine Petition zur Rettung der Zeitung mit namhaften Unterzeichnern. Der Bund soll nicht zerstückelt werden, fordern Stände- und Nationalräte, Wirtschaftsführer, Professoren und der Sänger der Band ZüriWest. “Es Blatt im Wind” heißt ein Lied auf der aktuellen CD …

Der Burda-Verlag macht weiter in Internet und startete das Portal zehn.de: Top-Ten-Listen für Männer. Kostprobe: “Die 10 besten Spritspartipps für Autofahrer”, “Die 10 schlimmsten Stylingsünden der Männer”, “Die 10 besten Roulette-Tipps”. Im Gegensatz zum stern.de-Ableger shortlist liegt der Fokus nicht auf Amazon-kompatiblen Shopping-Listen, sondern auf ausführlichen Tipps – jeder Tipp ein neuer Klick. Das interessanteste an zehn.de ist die Technik dahinter: Die Seite läuft nicht auf eigenen Servern, sondern nutzt Services von Google und Amazon. Die Web-2.0-Gemeinde nennt diese Art der Auslagerung leicht nebulös “Cloud-Computing”. Sollte die Seite richtig durchstarten, müssen keine Techniker hastig neue Server aufsetzen.

Strategien für Journalisten: Das Blog KoopTech veröffentliche “5+ Partisanenstrategien für Journalisten”. Wie können Journalisten und Redaktionen Innovationen provozieren? Einer der guten Vorsätze fürs neue Jahr: Nicht immer nur acht Stunden am Tag im Büro sitzen, sondern sich Freiräume schaffen und eigenen Ideen nachgehen. Da werden die jungen Web-2.0-Unternehmer, die von Szenepapst Michael Arrington auf dem heiligen Branchenportal TechCrunch schon ob dem Bedürfnis nach Mittagspausen jüngst verspottet wurden, ganz neidisch.

Die FAZ feierte sich selbst und druckte sämtliche dieses Jahr auf der Titelseite erschienen Bilder als Jahresrückblick. Immerhin etwas Abwechslung zu den unzähligen und allgegenwärtigen Chroniken, Rückblicken und Jahresschauen. Noch besser ist allerdings der Jahresrückblick der ProSieben-Serie “Switch Reloaded”. Die vergangenen Dienstag ausgestrahlte Sendung gibt es kostenlos im Internet – das sollte man nun wirklich nicht verpassen.

Auf medienlese.com diese Woche: Die Zeit nun mit eigener Ausgabe für die Schweiz, verletzliche Journalisten, Bildblog für alle, einem Tag, an dem es nur “6 vor 9″ gab, ein stilvoller Zeitschriftenladen in Berlin, aktuelle Magazine und zum dritten Mal der Hinweis auf das Weblog von Weißgarnix. Unsere Leser interessierte in der letzten Woche vor allem für das Interview mit Philosoph Peter Sloterdjik in der Zeit.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

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2 Kommentare

  1. mds
    schrieb am 14. Dezember 2008 um 19:34 Uhr (#)

    Wie geht es weiter mit dem Bund? Der Verlag prüft Kooperation und Co-Produktion, schon gibt es eine Petition zur Rettung der Zeitung mit namhaften Unterzeichnern. Der Bund soll nicht zerstückelt werden, fordern Stände- und Nationalräte, Wirtschaftsführer, Professoren und der Sänger der Band ZüriWest. “Es Blatt im Wind” heißt ein Lied auf der aktuellen CD …

    … leider findet sich in dieser Petition kein Wort darüber, wie der «Bund» gerettet werden soll. Die einfachste Lösung wäre vermutlich, den Aufwandüberschuss des «Bundes» auf die Unterzeichner der Petition zu verteilen – damit wäre die Zeitung für den Moment gerettet. Ich fürchte bloss, derart ernst ist das Anliegen der Petitionäre doch nicht …

  2. Thomas
    schrieb am 17. Dezember 2008 um 15:27 Uhr (#)

    Dieses Bild ist ein verdienter Sieger! :)

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