Songbird 1.0:
Musikplayer, Browser, Wundertüte

 

Der auf Mozilla basierende Musikplayer Songbird liegt jetzt in Version 1.0 vor. Besonders die von Firefox bekannte Addon-Strategie kann Songbird in ungekannte Höhen katapultieren.

Für jedes Betriebssystem gibt es unzählige Musikplayer. Der seit Dienstag in Version 1.0 verfügbare Open-Source-Musikplayer Songbird ist auf den ersten Blick nichts besonders und einer von vielen. Von nicht wenigen wird Songbird aber als der “Firefox der Musikplayer” bezeichnet. Das aber nicht weil der für Linux, Mac und Windows verfügbare Songbird auf Mozilla basiert. Sondern weil er die von Firefox bekannte Erweiterbarkeit via Addons mitbringt.

Nicht nur lassen sich damit unterschiedlichste Darstellungen der Mediabibliothek oder des gesamten Players bewerkstelligen, auch der Zugang zur Musik und zu Informationen zu ihr im Web wird revolutioniert. So gibt es bereits vernünftig arbeitende Addons zum Anzeigen des Songtextes des aktuell laufenden Songs und der Wikipedia-Informationen der Künstler. Andere Addons wie Mashtape ziehen sich ihre Informationen gleich aus mehreren Quellen wie flickr, Google News und YouTube.

Jeder Musikdienst kann bei Bedarf ein Addon für Songbird schreiben und somit mit geringen Aufwand einen Fuß auf den Desktop der Nutzer bekommen. Ohne ein komplettes eigenes Programm schreiben zu müssen. Und trotzdem bekommen sie vollen Funktionsumfang eines ausgewachsenen Musikplayers. So wie etwa die abgespielten Songs auf last.fm gescrobbelt werden können. Last.fm wird von haus aus unterstützt. Besonders einfach wird die Integration auch dadurch, dass Songbird einen ausgewachsenen Browser bereits mitbringt.

Der Browser und seine integrierte Medienerkennung macht es außerdem enorm leicht, MP3s auf Musikblogs anzuhören und herunterzuladen.

Das Interessante an dieser Verschmelzung der reichen Auswahl an Webangeboten mit der Bequemlichkeit einer dezidierten Desktop-Oberfläche ist, dass sie zeigt, wie leicht sich das Erlebnis des Medienkonsums über das Web verbessern lässt (Miro erreicht Ähnliches für TV/Webvideo). In ein paar Jahren könnte die Idee, Musik überhaupt besitzen zu müssen, um sie zu konsumieren, absurd erscheinen.

Eine nahtlose Welt des Musikkonsums über Web und Desktop, in der es keinen Unterschied mehr macht wo Musik und Metadaten zur Musik liegen, ist noch Zukunftsmusik (pun intended). Diese Vision ist aber mit Songbird in der Version 1.0 ein Stück weit näher gerückt.

Weitere Stimmen zu Songbird 1.0:

 

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6 Kommentare

  1. Kann mensch damit denn bereits seinen iPod beladen?

  2. Ohne die Möglichkeit auch CDs mit dem Teil abspielen zu können, fehlt mir aber dann doch eine wichtige Komponente. Zum Standardplayer für Mp3s etc. kann man Songbird auch nicht machen, oder ich finde die dafür nötige Einstellung einfach nicht…

  3. @Pascal iPod ja, iPhone nein (zumindest noch nicht)

    @Esleben Die Frage zum Standardplayer für MP3s wird iirc bei der Installation wie bei jedem Player abgefragt. Notfalls kann man das sicher auch in den Optionen einstellen. Ist auf jeden Fall möglich.

  4. Das momentan beste Organisationsprogramm für MP3s. iTunes wird gegen diese Programm verlieren, das steht für mich fest.
    Allein die Nutzung von Add-ons, über die intelligenten Playlisten bis hin das man im Prinzip in seinem Player browsen kann sind schon der Hammer.
    Abgerundet wird das ganze von einer schön aufgeräumten und wirklich sehr intuitiven Oberfläche.
    Ich denke das das ganze Konzept den Browser der Zukunft darstellt.

  5. Das beknackteste an Songbird war ganz klar, als die Designer das eigene, schwarze Gewand abgelegt haben und sich ganz dem iTunes-look-and-feal unterworfen haben. Ich brauch doch keine iTunes-Kopie, ich will was neues!

  6. Fabian, ich fand die alte Oberfläche von Songbird recht unübersichtlich. Deshalb hat man sich davon wahrscheinlich wieder verabschiedet.
    Den alten Look kann man sich aber sicher mit einem der Themes/Feathers wieder herstellen. Da gibt es ja einige, die das Aussehen recht radikal verändern.

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  5. [...] Spotify, das wir als eine Art “cloudbasierte iTunes” bezeichnet haben. Oder Songbird, ein Open-Source-Projekt, welches über Addons und den Import von Inhalten nahezu beliebig erweiterbar [...]