Yahoo BOSS trifft TechCrunch:
Suchmaschinen-Innovation
geht auch ohne Google

Markus Spath, 27. November 2008 20:11 Uhr, 3 Kommentare Kommentare

Yahoo und TechCrunch kooperieren und entwickelten eine Suchmaschine für das Blognetzwerk. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, deutet die Möglichkeiten von Yahoos offener Suchtechnologie aber nur an.

Im Juli haben wir Yahoos neue Suchplattform BOSS ausführlich vorgestellt. Zur Erinnerung: Mit BOSS lassen sich eigene Suchmaschinen entwickeln, die zwar auf der Suchtechnologie von Yahoo basieren, die aber mit eigenen Daten angereichert werden können.

Mit sogenannten vertikalen Linsen (vertical lenses) wird die Entwicklung von BOSS-basierten Suchmaschinen jetzt noch leichter. Mit den vertikalen Linsen kann man:

  • eigene proprietäre Inhalte in Echtzeit indizieren
  • das Ranking der Ergebnisse modifizieren
  • die Suchergebnisse strukturieren und nach verschiedenen Kriterien filtern
  • eigene Inhalte mit Inhalten anderer Quellen vermischen

Erster Entwicklungspartner, der in den vollen Genuss der vertikalen Linsen kam, war niemand geringerer als TechCrunch, das größte Techblog der Welt. Und das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen.

TechCrunch Suche
TechCrunch Suche

Die neue Suche von TechCrunch sucht primär in den Blogs des TechCrunch-Netzwerks und der Startup-Datenbank CrunchBase. Werden darin genügend Suchergebnisse gefunden, dann werden diese bevorzugt angezeigt. Das kann man niemandem auf seiner eigenen Suche verübeln. Wurden gesuchte Dienste von TechCrunch weitgehend ignoriert, dann füllen andere Blogs und der Rest des Web die Suchergebnisse auf.

Interessanter ist es aber fast, wenn TechCrunch schon viel darüber geschrieben hat. Filtern kann man nämlich nicht nur nach Blog oder Kategorie der CrunchBase, sondern auch nach Autor oder Anzahl an abgegebenen Kommentaren. Wer also wissen möchte, welche Posts von Michael Arrington über Techmeme auf TechCrunch kaum Kommentare angezogen hat, dessen Stunde ist gekommen.

Die TechCrunch-Suche ist aber nicht nur für die Ego-Suche von Startups interessant, die sich dann über die Gunst der zugeteilten Aufmerksamkeit freuen oder den Mangel derselben jammern können, sondern auch für den interessierten Leser. TechCrunch hat die Entwicklung des Web gut dokumentiert und die neue Suche hilft dabei, Themen und Trends zu rekonstruieren.

Doch um von TechCrunch wieder ein bisschen zu abstrahieren: Die Suche von TechCrunch ist zwar nett, deutet aber nur an, was alles möglich ist, wenn man strukturierte Daten zur Verfügung hat. Organische Suchergebnisse nach Facetten zu strukturieren und filtern zu können, kann in einigen Szenarien eine mächtige Mischung sein.

Derzeit stehen die vertikalen Linsen nur einigen Partnern zur Verfügung. Die Technologie wird aber bald über die BOSS API auch allgemein zugänglich gemacht.

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3 Kommentare

  1. Roy
    schrieb am 1. Dezember 2008 um 10:20 Uhr (#)

    Strukturierte Daten sind recht leicht zu durchsuchen. Auch die angegeben Modifaktionsmöglichkeiten sind eher Stand der Technik.

    Was passiert jedoch mit unstrukturierten Daten, immerhin 80% aller Daten? Und nach welcher Suchmodifikation sollen diese ausgeliefert werden, wenn keine Struktur besteht bzw. ein Mensch gemessen an der Breite der Daten diese erst gar nicht erfassen kann?

  2. Schreibt hier auf dem Blog Markus Spath
    schrieb am 1. Dezember 2008 um 10:35 Uhr (#)

    @Roy es geht in diesem Fall nicht darum, dass strukturierte Daten leicht zu durchsuchen sind, sondern darum, dass einer der grossen Suchmaschinen die Möglichkeit offeriert, Daten bei sich einzuschleusen.

  3. Roy
    schrieb am 1. Dezember 2008 um 10:41 Uhr (#)

    Oh, diese bahnbrechende Innovation habe ich jetzt übersehen :-)

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