Mit SearchWiki auf Platz 1 bei Google. Garantiert.

Mit SearchWiki erlaubt Google, die Suchergebnisse zu modifizieren und an die eigenen Bedürfnisse anzupassen.

Wer schon immer einmal mit seiner Webseite für einen bestimmten Begriff als Nummer eins bei Google erscheinen möchte, der darf sich freuen: Dank SearchWiki können die Surchergebnisse von Google nach Belieben umgestaltet werden.

SearchWiki ist kein neues Produkt von Google, sondern ein neues Feature, das sichtbar ist, wenn man mit dem Google-Account eingeloggt ist.

Auf den Suchergebnisseiten sieht man dann einige neue Steuerungselemente. Ergebnisse können umgerankt werden, unerwünschte Seiten lassen sich ausblenden, eigene Ergebnisse können hinzugefügt werden, und die Ergebnisse kann man kommentieren.

Beispiel: netzwertig.com auf Platz 1 für die Suche nach ‘Blog’
Beispiel: netzwertig.com auf Platz 1 für die Suche nach ‘Blog’


Kleiner Haken an der Sache: Sämtliche vorgenommenen Modifikationen (ausser den Kommentaren) sieht man nur selbst. Die organische Suche von Google ist von den Änderungen nicht betroffen.

Hmm, wie war nochmal der Name dafür, eine Site, die man schon kennt und die man später wiederfinden will, zu speichern und ggf. kurz zu annotieren? Ach ja: Bookmark. Im Grunde ist SearchWiki nur eine umständlichere Lösung für ein gelöstes Problem. Nur dass die Erinnerungshaken nicht an Tags, sondern an Suchanfragen gekoppelt werden, was ein wesentlich ineffizienteres Verfahren ist.

Auch die Kommentare zu Seiten sind bestenfalls nett. Abgegebene Kommentare zu Seiten sind öffentlich. Unter Umständen kann man sich also einen Eindruck zu Seiten verschaffen, bevor man sie besucht. Doch mit hoher Wahrscheinlichkeit bringen sie überhaupt nichts. Die Seite ‘Google’ hat jetzt schon über Tausend Kommentare, die von “Probably the best search engine in the world….” über “sometimes it’s missing” und “test” bis hin zu “i hate this comment feature” reichen.

Das einzige wirklich nützliche Feature dürfte die Möglichkeit sein, bestimmte Ergebnisse nachhaltig auszublenden. Doch ob hier der Aufwand in Relation zum Nutzen steht, sei einmal dahingestellt.

Bemerkenswert hingegen ist, dass Google offensichtlich nichts besseres zur Verbesserung der Such-Erfahrung eingefallen ist. Google ist dafür bekannt, die Suchseite mit grösster Sorgfalt zu beschützen. Selbst vor minimalsten Änderungen werden wochenlange Usability-Tests vorgenommen.

Doch SearchWiki ist eine deutliche Änderung ohne Opt-In und ohne die Möglichkeit zum Opt-Out, also kein kleines Experiment an einem Dienst mit geringerer Priorität. Google glaubt, dass das der Weg nach vorne ist.

Besteht im Bereich Suche gar wieder Hoffnung für Yahoo? Mit SearchMonkey und BOSS hat Yahoo in den letzten Monaten jedenfalls die wesentlich interessanteren Konzepte vorgestellt.

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6 Kommentare

  1. Schreibt hier auf dem Blog Marcel Weiss
    schrieb am 21. November 2008 um 17:02 Uhr (#)

    Interessant fand ich Battelles Kommentar:

    “Clearly Google will learn a ton about search behavior through this new set of features, and presumably that will improve core search results. But what I find interesting in all this is what is says about what Google knows, and therefore decided to do. Google knows folks come to the site for repeat navigation – to find places they have already visited. And they know that they go there for discovery – to find things they’ve never visited but hope to find. A move like this seems to point Google toward bringing the two together, and potentially, re-portalizing the web.

    What do I mean by that? Well, it’s clear that Google is the starting point for a very large percentage of folks on the web. But while many of us start there, we don’t spend much time there – we use Google as a way to jump from place to place. If, however, we can customize Google to become a one stop shop with all our favorite places, as well as comments and social connections, we may well change our behaviors and spend more time at that start place.”

    Das wichtige Wort dabei ist “re-portalizing”.

  2. Schreibt hier auf dem Blog Markus Spath
    schrieb am 21. November 2008 um 17:17 Uhr (#)

    Interessanter Gedanke, wobei Google das Web nicht re-portalizing muss, das ist eh portalized genug (Yahoo, Facebook, …) – aber es gibt tatsächlich Hinweise darauf, dass sich Google portalizen will (Profile haben ja auch neuerdings die Möglichkeit Fotos einzubinden, die zum Lifestream-Aggregator auszubauen wäre kein grosser Schritt.)

    Und immer wieder spannend zu sehen, wie unbeholfen sie sich bei allem anstellen, was nicht in die Kernkompetenz fällt.

  3. Manuel
    schrieb am 21. November 2008 um 18:20 Uhr (#)

    Ich bin Batelles Meinung “… presumably that will improve core search results” – ich glaube google wird die Erkenntnisse die gewonnen werden in die organische Suche mit einfließen lassen quasi als “Human Faktor” zur Berechnung der Suchergebnisseite. Portalizing ist dabei bestenfalls ein Abfallprodukt.

  4. Peter
    schrieb am 21. November 2008 um 19:28 Uhr (#)

    >> Nur dass die Erinnerungshaken nicht an Tags, sondern an Suchanfragen gekoppelt werden, was ein wesentlich ineffizienteres Verfahren ist.
    Ich benutze zwar den neuen Googledienst nicht, bin aber nicht eurer Meinung. Normalerweise weiss ich noch, was ich als Suchworte eingegeben hatte, nicht aber unbedingt, welche Tags, das ich in die Welt streue – gilt besonders für Begriffe, die sehr nahe beieinander liegen.

  5. Dülp
    schrieb am 21. November 2008 um 19:31 Uhr (#)

    Scheint für mich auch offensichtlich, dass es eigentlich nicht um den Nutzen für den User geht, der das Angebot aktiv nutzt, sondern um die Suchergebnisse für andere zu verbessern.

  6. Thomas Stachl
    schrieb am 22. November 2008 um 18:30 Uhr (#)

    Für Google ist das sich auch wieder eine Möglichkeit mehr von dem User zu erfahren. Wer speichert was wo und so weiter.

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