medienlese.com am Kiosk:
Die Woche der Frauenzeitschriften

Was tut sich auf dem Zeitschriften- und Zeitungsmarkt? Der medienlese.com-Überblick mit Stimmen zum Missy Magazin und jeder Menge Redesigns.

Die Suche nach der Nische: Auf Zeit Online schreibt Elisa Simantke von gescheiterten Versuchen, dem Segment der Frauenzeitschriften mit seinen knapp einhundert Ratgeber-Heften einen Titel mit Anspruch hinzuzufügen. So seien Allegra und Brigitte Young Miss gescheitert – zumindest in Heftform. Erfolgreiche Projekte wie das Indie-Pornoheft Jungsheft oder das Migrantinnen-Magazin Gazelle hätten zudem stark auf das Internet gesetzt – das Missy Magazin versucht es trotzdem. Kleine Auflage, kein Internet-Vorlauf. Leider schreibt Simantke nicht, ob sie das Heft schon untergehen sieht – oder warum eben gerade nicht.

Inhaltlich setzt sich Cordula Trapp mit dem Missy Magazin auseinander und schreibt auf Meedia:


“Missy” präsentiert, wie auch jede andere Frauenzeitschriften, ein recht einseitiges Bild von Weiblichkeit. Was auch nicht weiter schlimm wäre, wenn die Macherinnen nicht versuchen würden, ihren Lifestyle moralisch aufzuladen. Ästhetik und Ethik haben leider noch nie gut zusammengepasst.

Wohlwollend schreibt Nina Apin auf taz.de: “Feministische Höhenflüge” gebe es zwar keine, aber das Heft sei unterhaltsam – Popkultur mit weiblicher Brille.

Noch mehr Frauenzeitschriften

Viele Hefte: Über 350.000 Exemplare von Rewes Discounter-Frauenzeitschrift Laviva wurden seit Anfang Oktober für 80 Cent verramscht – damit ist die gedruckte Auflage zu mehr als 50 Prozent losgeschlagen. Unterdessen hat Burda eine einstweilige Verfügung erwirkt, ganze Seiten sollen der eigenen Zeitschrift Freundin etwas zu ähnlich sehen. Jetzt verhandeln die Anwälte. Mehr bei kress.de.

Weniger Hefte: Die Frauenzeitschrift Glamour aus dem Condé-Nast-Verlag stellt den Erscheinungsrhythmus um. Künftig soll das Magazin monatlich am Kiosk liegen, bisher gab es alle 14 Tage ein neues Heft. Mehr bei kress.de.

Komisches Heft: Zur ProSieben Casting-Show “Popstars” gibt es jetzt Popstars – Just 4 Girls – das offizielle Magazin für knapp drei Euro am Kiosk. Bei kress.de ist man schon gespannt.

Größeres Heft: Das Frauenmagazin Petra bekommt ein Facelift und ein größeres Format spendiert. Das Heft für junge, unkonventionelle, lebenshungrige und ehrgeizige Frauen erscheint erstmals Mitte Januar neugestaltet. Mehr dazu bei Horizont.net.

… und die Wirtschaft

Das Wirtschaftsmagazin Impulse kommt mit weniger Ressorts und frischer Optik, um am Kiosk künftig mehr als nur 2000 Exemplare abzusetzen. Mehr Platz soll es außerdem für große Geschichten mit ordentlich viel Hintergrund geben. Mehr bei Horizont.net.

In neuer Aufmachung erscheint auch die Schweizer Wirtschaftszeitung Cash Daily – Ringiers Gratiszeitung ändert außerdem den Namen zu Cash. Mehr bei NZZ Online.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

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1 Kommentar

  1. Tessa
    schrieb am 23. Oktober 2008 um 13:00 Uhr (#)

    eine hohe auflagenzahl muss nicht zwingend das ziel einer zeitschrift sein, denn diese bürgt nicht unbedingt für qualität. je größer die zielgruppe, desto mehr weichen ton, themen und haltung auf, desto weniger angesprochen fühlt sich die ursprünglich angesprochene zielgruppe und wendet sich ab. allegra und young miss hatten eine völlig andere konzeption als die missy, einen vergleich finde ich schwierig.
    es ist schade, dass missy nicht aufs netz setzt, denn dort fehlen qualitätsangebote wie beispielsweise broadsheet, jezebel oder xx factor in den usa.
    frau trapps meinung, missy würde einen lifestyle propagieren und moralisch aufladen, muss ich stark widersprechen. dies für frauen nicht zu tun, ist ja eigentlicher kern des anliegens der redaktion.

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