Wochenrückblick Nr. 41

Pleiten und Pannen: Bild empfahl isländische Bank, Blick am Abend bekommt Zahlen durcheinander und .ch muss Hauszustellung beenden – der medienlese.com-Rückblick auf die 41. Kalenderwoche.


“In fünf, sechs Jahren haben wir Tamedia in die Knie gezwungen”, zitierte Artur Vogel, Chefredakteur des Bunds (Tamedia) und bisher bekannt unter dem Namen Artur K. Vogel, einen Ausspruch von Sacha Wigdorovits von Ende 2007. Das ging so nicht auf. Stattdessen musste Wigdorovits, bisher treibende Kraft hinter der Gratiszeitung .ch, das Projekt zusammen mit der Aufgabe des einzigartigen und enorm teuren Verteilkonzepts verlassen. Die Investoren glauben dennoch weiterhin an das Projekt. Trotz Verlust des Alleinstellungsmerkmals der Zeitung soll an “an einer ausserordentlichen Generalversammlung das Aktienkapital von 10 auf 18 Millionen Franken” erhöht werden.

Auf tagesanzeiger.ch, der Website von Tamedias Tages-Anzeiger, heißt es dazu: “Werber haben ‘.ch’ schon abgeschrieben”. Das könnte sein, muss aber doch unter dem Gesichtspunkt gelesen werden, dass Tamedia mit News und 20 Minuten der grösste Konkurrent von .ch war und ist.

Hauszustellung von .ch: Schon abgeschrieben? (Keystone)
Hauszustellung von .ch: Schon abgeschrieben? (Keystone)

Claus Strunz, ab dem 15.10.2008 neuer Chefredakteur des Hamburger Abendblatts, ist offenbar bestens gerüstet für seine Aufgabe. Immerhin gehörte er, in der Vergangenheit und nach eingener Einschätzung, zu den “Top-Ten-Journalisten” auf der Kontaktliste von Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Der Blick am Abend hatte grosse Mühe mit Grafiken und Zahlen, was mindestens zwei aufmerksamen Gratiszeitung-Lesern auffiel. Scharfe Fotos von der Rubrik zu machen, ist offenbar gar nicht so einfach, weitere, noch extremere Beispiele zu finden, aber schon.

Das Strassenmagazin Surprise darf seine Hefte nicht mehr in Bahnhöfen verteilen und heute.de titelte einen Artikel mit “Die Donald Ducks Deutschlands: Aldi & Co.”, merkte es aber nach einiger Zeit, dass da was nicht stimmt daran. Die Bild-Zeitung empfahl seinen Lesern Mitte September noch im Artikel “Wie lege ich mein Geld gut und sicher an” die inzwischen verstaatlichte isländische Bank Kaupthing Edge.

Meistgeklickt bei “6 vor 9″ wurde das Kuschelgespräch zwischen dem “Torwart der Herzen” und Johannes B. Kerner, meistgelesen Klaus’ Beitrag zur Klickwährung.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

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3 Kommentare

  1. mds
    schrieb am 12. Oktober 2008 um 19:29 Uhr (#)

    Die Bild-Zeitung empfahl seinen Lesern Mitte September noch im Artikel “Wie lege ich mein Geld gut und sicher an” die inzwischen verstaatlichte isländische Bank Kaupthing Edge.

    Dito «Kassensturz» in der Schweiz (so genannten Konsumentensendung im schweizerischen Staatsfernsehen) … umgekehrt kann man keinem Sparer vorwerfen, dass er sich eine Bank sucht, die einen Realzins bezahlt.

  2. Schreibt hier auf dem Blog Peter Hogenkamp
    schrieb am 13. Oktober 2008 um 06:50 Uhr (#)

    Scharfe Fotos von der Rubrik zu machen, ist offenbar gar nicht so einfach.

    Gleiche Hardware: iPhone. Mit dem scharfe Fotos zu machen ist in der Tat nicht einfach – dafür kann man sie schnell zu Flickr hochladen. Früher hatte ich viele scharfe Fotos auf meiner kompakten Digitalen, die aber nie ein Mensch zu sehen bekam.

  3. Beobachter
    schrieb am 13. Oktober 2008 um 10:29 Uhr (#)

    Die Bild-Zeitung empfahl seinen Lesern Mitte September noch im Artikel “Wie lege ich mein Geld gut und sicher an” die inzwischen verstaatlichte isländische Bank Kaupthing Edge.

    Gut, wer die “Bild” “liest” macht das schon aus anderen Gründen als zur Informationsbeschaffung, aber wer auch noch seine Anlagestrategie dort bezieht, ist wirklich mit dem Klammerbeutel gepudert. Da habe ich nun überhaupt kein Mitleid.

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