Sozial Fernsehen:
toptv startet User-generiertes Rankingportal
Mit toptv startet ein von Usern generiertes TV-Rankingportal. Während die soziale Komponente enttäuscht, ist es als webbasierte Programmzeitschrift zu empfehlen.

Clay Shirky erzählt in seinen Vorträgen gerne die Geschichte der Verantwortlichen eines grösseren amerikanischen TV-Netzwerkes, die nach einem gemeinsamen Panel zu ihm kam, ihm zu seinen Thesen gratulierte, Begeisterung über die zahlreichen Möglichkeiten der Partizipation im Web ausdrückte, und dann fragte: Aber woher nehmen die Leute denn nur alle die ganze Zeit dafür?
Für Shirky war das natürlich ein gefundenes Fressen, einerseits weil die Frage von der Vertreterin des Mediums gestellt wurde, das wohl mehr Lebenszeit von Menschen konsumierte als jedes andere. Andererseits weil Fernsehen eines der Opfer der sich verschiebenden Mediengewohnheiten ist. Wir verbringen immer weniger Zeit vor dem Fernseher und immer mehr Zeit im Web.
Klar, Medienunternehmen arbeiten an der Reinterpretation des Fernsehens unter Internetbedingungen und Fernsehen ist sicher noch keine vom Aussterben bedrohte Medienart, aber ist ist schön zu sehen, dass es auch Startups gibt, die sich dieses Problems annehmen:

toptv ist eine User getriebene Programmzeitschrift, auf der Mitglieder Fernsehsendungen bewerten und kommentieren können, woraus Empfehlungen für besonders sehenswerte Sendungen abgeleitet werden können.
Herzstück der Site sind die Programminformationen, die es für so ziemlich jede Sendung gibt, oft auch ausführlich. Registrierte Mitglieder können dann einzelne Sendungen als Top oder Flop markieren, darüber diskutieren, in einen externen Kalender importieren und sich ähnliche bzw. zeitgleich ausgestrahlte Sendungen anzeigen lassen.

Auf Basis der Reaktionen werden die TV-Tipps und TV-Flops des Tages berechnet. Redaktionstipps und ein Blog gibt es auch, ebenso wie rudimentäres Social Networking. Man kann sich etwa Freunde zusammenklicken.
Allerdings war’s das dann auch schon. Was die Seite dann doch nur beschränkt nützlich macht. Abgesehen vom Befreunden und vom Zählen der Tops und Flops wird die soziale Komponente nicht berücksichtigt, hier gibt es noch einigen Raum für Verbesserungen. Zumindest eine übersichtliche Liste der Schau-Tipps meiner Freunde ist das mindeste, was man erwarten könnte. Auch eine Art individueller Empfehlungsmechanismus auf Basis von den abgegebenen Bewertungen wäre naheliegend.
Laut deutsche startups stecken die Macher von toptv auch hinter tvitter, das wir vor einiger Zeit kurz vorgestellt haben. Ebenfalls Fernsehen und das soziale Web verbinden will Telewebber, das wir hier vorgestellt haben.
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3 Kommentare zu diesem Artikel
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Wolfgang
boah. die ci ist ja hässlich. da hab ich gar keine lust, mir das auch nur anzuschauen.
Oliver Springer
Was ist schlecht daran, wenn die soziale Komponente klein ist? Das braucht doch nicht jede Website, die auf User Generated Content setzt oder irgendwie Web 2.0 ist.
Eine Anbindung an ein Social Network ist was anderes, aber selbst eine Community aufzubauen, mal so nebenbei, erscheint mir auch gar nicht sinnvoll.
Doch zum Angebot: Abgesehen von der Enttäuschung, dass kein Pay-TV berücksichtigt wird, frage ich mich vor allem, was es für einen Nutzwert bringt, wenn einzelne Serienfolgen als Tipps genannt werden. Momentan am meisten empfohlen wird “Monk”.
Die Serie steht ohne Frage auf meiner Vormerkliste, aber eine Serie möchte man doch von Anfang an schauen und wird nicht - weil es gerade empfohlen wird - irgendwo mittendrin anfangen wollen.
Welchen Sinn ergibt mithin diese Empfehlung?
Markus Spath
“Was ist schlecht daran, wenn die soziale Komponente klein ist? Das braucht doch nicht jede Website …” braucht ja nicht jede. Aber sie bieten das Befreunden an, hören aber auf halber Strecke auf und machen nichts damit. Ergebnis ist quasi ein digg, auf dem man nur die Startseite, aber nicht den Strom der Freunde sieht.