Enterprise:
Socialtext 3.0 macht
Unternehmens-Wikis sexy

Markus Spath, 1. Oktober 2008 16:13 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Socialtext, eines der bekanntesten Enterprise-Wikis, hat sich eine Frischzellenkur verpasst und integriert einige bewährte Funktionalitäten in der neuen Version Socialtext 3.0.

Socialtext besteht fortan aus drei Anwendungen: Workspaces, People und einem Dashboard.

Workspace ist bei Socialtext die Bezeichnung für Wikis. Der Terminus ‘Wiki’ wurde von Socialtext zwar noch nicht ganz verdrängt, aber Workspaces dürfte von ihnen wohl als verkaufbarer eingestuft worden sein.

Ein Workspace enthält alles, was man von einem modernen Wiki erwarten kann, etwa einen WYSIWYG-Editor, Revisionen, Export in verschiedene Formate, Tags, Kommentare oder Anhang von Dokumenten. Nett: mit Socialtext Unplugged können die Wikis auch offline verwendet werden.

Das Dashboard ist eine Reinterpretation von persönlichen Startseiten wie Netvibes. Auf dem Dashboard kann man sich alle Informationen zusammenklicken, die für die eigenen Aktivitäten wichtig sind und die man beobachten möchte. Socialtext offeriert dafür einige Widgets, die man per Drag&Drop hinzufügen oder verschieben kann.

Beispiele für Widgets sind:

  • My Conversations – Änderungen auf Wikiseiten, die man selbst erstellt oder an denen man mitgearbeitet hat.
  • My Colleagues – Updates von Kollegen, denen man folgt.
  • Workspace Page – Änderungen an konkreten Seiten. Oder ein
  • RSS Viewer – mit dem sich beliebige Feeds anzeigen lassen.

Neben den eingebauten Widgets gibt es auch noch eine ganze Reihe an Widgets von Drittanbietern.

People ist die neue social networking Komponente. Wie bei jedem sozialen Netzwerk bekommen Mitglieder ein eigenes Profil, das neben den Kerndaten auch die letzten Aktivitäten anzeigt. Natürlich kann man sich aus dem Pool aller Mitglieder selektiv Freunde abonnieren, deren kollektiver Output sich in der Folge auch einfach beobachten lässt.

Informationen entstehen an den unterschiedlichsten Stellen, besonders in grösseren Unternehmen mit komplexeren Mitarbeiterstrukturen kann es mitunter nützlich sein, eine solche flache Form der Kommunikation zu verwenden.

Gleichzeitig mit Socialtext 3.0 wurde außerdem Socialtext Signals angekündigt, ein weiterer Twitter-Klon im Kontext Enterprise. Wie Yammer wurde Signals ursprünglich für den internen Gebrauch entwickelt, hat sich bewährt und wird bald ins vorgestellte Produktportfolio integriert.

Socialtext gibt es in unterschiedlichen Preisklassen. Die gehostete Lösung ist bis 5 User kostenlos. Und wer will, kann mit der Open Source Version sein Glück versuchen.

Fazit:

Socialtext 3.0 ist ein in sich stimmiges Produkt und ein gutes Wiki. Die neuen Features sind sinnvoll, spielen gut zusammen und helfen nicht zuletzt auch dabei, Enterprise-Wikis etwas attraktiver zu machen. Ein echter Wow-Effekt bleibt aber aus, weil die neuen Features doch eher Altbekanntes assimilieren und dabei keine wirklich neuen Türen öffnen.

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