Instant Businessweb:
Cisco kauft Jabber
Cisco hat bekanntgegeben, den Instant-Messaging-Anbieter Jabber für eine nicht genannte Summe zu kaufen. Ein gekonnter Schachzug.
Wikipedia über die Jabber-Technologie:
Jabber [..] ist eine Sammlung XML-basierter Netzwerkprotokolle, die hauptsächlich für Instant Messaging verwendet werden. Der Kern des Protokolls (XMPP) ist ein Internetstandard für Instant Messaging.
Jabber, Inc. benutzt für seine Produkte überwiegend OpenSource-Technologien wie das mitentwickelte XMPP, die Produkte selbst sind aber nicht unbedingt OpenSource.
Während Jabber, sowohl die OpenSource-InstantMessaging-Alternative als auch das Unternehmen, auf der Konsumenten-Ebene bisher eher wenig Erfolg hatte, wird das von dem Unternehmen und der Open-Source-Community entwickelte XMPP-Protokoll als Grundlage für diverse Instant-Messaging-Dienste verwendet. XMPP findet sich zum Beispiel in Apples iChat und Googles Gtalk wieder. Microblogging-Dienst Twitter setzt bekanntermassen XMPP zum Ausliefern seines gesamten Nachrichtenstromes an andere Anbieter ein.
Das Instant Web wird immer wichtiger: XMPP wird als das Protokoll gehandelt, dass dem Instant Web am geeignetsten als technische Grundlage dienen kann. Wie Podtech-Gründer John Furrier anmerkt: Alle größeren Entwicklungen im Web drehen sich aktuell um das Instant Web oder Realtime-Web. Präsenz, Live Video, Konversationen in Real Time (Twitter, Friendfeed). XMPP und das darauf aufsetzende Jabber könnten sehr leicht in das Zentrum dieser Entwicklung rücken.
Für Cisco, das vermehrt auf Angebote im Bereich der Kollaboration setzen will – Cisco-CTO Padmasree Warrior sieht dort einen Markt von 34 Milliarden Dollar entstehen – , ergibt der Kauf von Jabber Sinn. Eine bessere Grundlage für einen Realtime-Austausch über das Web wird man aktuell nicht finden. Bleibt zu hoffen, dass Jabber, Inc. auch unter der Fuchtel von Cisco weiter die XMPP Standards Foundation finanziell unterstützen wird.
Jabber, lang schon der Liebling der Nerds, könnte über den Business-Umweg doch noch seinen verdienten Weg auf die Desktops der Konsumenten finden. Zu wünschen wäre es.
















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CommunityIM basiert beispielsweise auf Jabber, damit hat Jabber den Weg auf die Desktop von mehreren 10 Millionen Benutzern gefunden … die Benutzer selbst müssen Jabber nicht kennen, aber wer eigenes IM aufbauen möchte ohne es neu zu erfinden, setzt heute primär auf Jabber. Facebook scheint leider nicht dazu zu zählen, entsprechend schwach ausgebildet ist bislang die IM-Funktionalität bei Facebook.