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Piraterie-Rekord mittels DRM

Electronic Arts hat mit dem Release des lang erwarteten Spiels Spore eine Bauchlandung par excellence hingelegt. Um dem unerwünschten, illegalen Kopieren entgegenzuwirken, hat EA das Spiel mit äußerst restriktivem DRM versehen. Man kann Spore dreimal installieren, für eine weitere Installation ist ein Anruf bei EA erforderlich. Zusätzlich kann man nur einen Spielstand abspeichern. Das heißt, Familien etwa können das Spiel nicht gemeinsam nutzen (und müssten dem Gesetz nach mehrere Kopien des Spiels erwerben, wenn mehrere Familienmitglieder damit spielen wöllten).

Diese recht starken Restriktionen haben ihre vorhersehbaren Auswirkungen. Spore wurde bereits über  500.000 Mal über BitTorrent heruntergeladen. 300.000 Mal allein am ersten Tag nach dem Release. Das macht Spore zum meistkopierten Spiel innerhalb so kurzer Zeit. Aktuell führt es die Liste der am meisten runtergeladenen Torrents auf ThePiratebay an. Ungewöhnlich für ein Spiel, wie TorrentFreak anführt.

Überraschend ist das nicht. Die Kunde von den Einschränkungen verbreiten sich heutzutage über Amazon-Bewertungen und berichtende Blogs rasend schnell. Und viele potentielle Kunden sind nicht bereit, für ein Produkt viel Geld zu bezahlen, das man effektiv nur mietet. Und das in einer kostenlosen Version verfügbar ist, die dem Original gar überlegen ist. Denn die gecrackte Version hat keine Installationsobergrenze.

Das einzige Erstaunliche an diesem Vorgang ist, dass die Verantwortlichen bei EA diese Auswirkungen nicht haben kommen sehen.

» mrtopf.de » Die Medienindustrie gegen den Rest der Welt, Folge 431

» DRM Helps Spore Make History as The Most Pirated Game Ever – ReadWriteWeb

» Spore: Most Pirated Game Ever Thanks to DRM | TorrentFreak

Hier erscheint jeden Morgen von Montag bis Freitag ein ausgewählter Link zu einem gelungenen Text. Viel Spaß bei der Lektüre!

8 Kommentare

  1. Michael
    schrieb am 15. September 2008 um 14:19 Uhr (#)

    Das ist wohl echt lustig. Da erzählen die Unternehmen immer sie seien innovativ und visionär dabei haben sie immer noch nicht aus Fehlern (siehe DRM) gelernt… Aber zum Glück ist der Markt bei fast allem selbstregulierend!

  2. Marc
    schrieb am 15. September 2008 um 15:23 Uhr (#)

    Das Grundproblem bei all diesen Angelegenheiten ist und bleibt doch die Frage nach der Monetarisierung von Inhalten.

    Wie so oft ist die größte Stärke auch gleichzeitig die größte Schwäche: im Internet, bzw. bei Spielen usw. ist das der digitale Charakter.

    Die “Konsumenten” nutzen die Techniken ja sehr gerne, jedoch häufig einfach so. Und das geschieht meiner Meinung nach meistens aus dem einfachen Grunde “weil es eben geht”. Man kann eben einfach eine CD kopieren, herunterladen usw. Das ist keine große Hürde.

    Die Leute würden genauso Sonnenbrillen, Computer, MP3 Player usw. kopieren, wenn es genauso einfach wäre, wie eine CD zu kopieren: schnell mal die D&G Brille vom Kumpel in den Fabrikator gelegt und fertig. Aber das geht (noch) nicht oder noch nicht in der breiten Masse.

    Das Problem liegt also in der Ansicht, bzw. der Einstellung der Verbraucher zu den Produkten, bzw. zu der herstellenden Firma. Jeder ist sich selbst am nächsten. Es müsste also ein Umdenken statt finden: weg vom ICH, ICH, ICH und Geiz hin zu einem gesteigerten Gesellschaftsgefühl. Oder zu einer Marktstrategie des Vertrauens und nicht des Abzockens.

    Wenn ein Kunde den wirklichen Wert einer Ware oder Dienstleistung erkennt und sich mit der Firma ein Stück weit identifizieren kann und sich NICHT bevormundet, ausgebeutet oder verarscht fühlt, würde es schon ein Stück weiter anders laufen.

    Das ist jedoch in der Tat eine schwierige Aufgabe, passt jedoch perfekt in unsere Zeit. Es geht um Bewusstsein und Bewusstheit. Die Erhöhung des menschlichen Bewusstseins von der tierischen Stufe (in der das Ich im Zentrum steht) hin zur geistigen Ebene. Und das Internet ist ein Spiegelbild dieser Entwicklung. Immer mehr geistige Inhalte werden ausgetauscht. Es ist auch noch sehr viel “Schmutz” oder “Rauschen” dabei (Informationsflut). Die eigentliche Aufgabe liegt darin, dass wir Menschen lernen verantwortungsbewusst mit den neuen Möglichkeiten umzugehen.

    Und letztendlich müsste man sich dann auch noch mal die Frage nach der Monetarisierung stellen. Was ist mit der Vollbeschäftigung? Ist das überhaupt noch ein anzustrebendes Ziel? Ist das überhaupt noch möglich oder halten wir da an alten Tatsachen fest? Man muss sich nur mal überlegen, dass vor einigen Jahrzehnten z.B. noch 5 Melkhelfer nötig waren, um 25 Kühe zu melken. Heute machen das 2 Leute mit 80 Kühen. Oder wenn ich mir den Rotterdammer Containerhafen anschaue, bei dem die Kräne und Containerfahrzeuge alle ferngesteuert fahren. Die Gesellschaft und auch die Politik muss sich die Frage stellen, was der Mensch mit diesen Errungenschaften der Technik machen möchte, bzw. mit der gewonnenen Zeit.

  3. Schreibt hier auf dem Blog Marcel Weiss
    schrieb am 15. September 2008 um 17:25 Uhr (#)

    @Michael: Ich find es auch faszinierend bis ermüdend mittlerweile, wie ganze Industrien es schaffen, grundsätzliche Marktgesetze zu ignorieren, und dann ob der Ergebnisse überrascht sind. In den oberen Etagen scheint teilweise kein Funken gesunden Menschenverstands mehr vorhanden.

    @Marc: Geschäftsmodell für Spore liegt doch auf der Hand: Du kassierst bei der Anmeldung am offiziellen Server zum Onlinespielen ab. Soweit ich weiß, ist World of Warcraft das erfolgreichste Spiel aller Zeiten. Spore ist prädestiniert für diese Art von Geschäftsmodell. Es würde sogar Sinn ergeben, die einzelnen Spiel-Kopien zu einem möglichst niedrigen Preis oder sogar kostenlos abzugeben. Sozusagen als Einstiegsdroge.

  4. Stefan S.
    schrieb am 15. September 2008 um 22:43 Uhr (#)

    Aber zum Glück ist der Markt bei fast allem selbstregulierend!

    Gut gebrüllt, Löwe! :-)

    @Marcel Weiss: Interessanter Artikel, danke! Selten musste ich mich dermassen über einen Einsatz von DRM wundern. Ich dachte SPORE sei “gut”. Aber bei so einer “Politik” gegenüber dem Endkunden werde ich auch die iPhone Version einfach links liegen lassen. Unglaublich, was da den Kunden zugemutet wird :-( EA muss da noch ganz, ganz viel lernen. Wie ein dermassen riesiger Konzern so unglaublich beschränkt denken kann ist mir ein absolutes Rätsel…

  5. Stefan S.
    schrieb am 15. September 2008 um 22:44 Uhr (#)

    Beim Redesign sind die

    BLOCKQUOTES

    völlig untergegangen :-(

  6. till
    schrieb am 16. September 2008 um 10:03 Uhr (#)

    @Michael:
    Kopierte Sonnenbrillen kannst Du schon kaufen. Qualitaet ist trotzdem anders. Und Qualitaet setzt sich auch durch.

    Natuerlich ist das mit dem “nur ein Spielstand” ein bissl extrem, aber bei Software denken die Leute immer anders. Z.B. ich hab 1x Office gekauft wieso soll ich dann fuer die Rechner in der Familie nochmal jeweils eine Lizenz kaufen? Ganz einfach, weil’s ein anderer Rechner ist der von jemandem benutzt wird. So einfach ist das.

    Bei Sonnenbrillen ist das halt offensichtlicher. Wenn ich die trage, kannst Du sie nicht tragen. Also brauchst Du eine eigene. Wenn es UV etc. Lichtschutzfaktor haben darf, dann doch lieber die fuer 80 EUR also die fuer 10 EUR.

    Oder Auto, Buch, etc..

    Klar koennte man auch Familienlizenzen verkaufen, aber darauf ist wohl noch keiner gekommen. Wobei halt auch die Frage ist, ob’s wirklich jemand kaufen wuerde. Oder ob nicht alle lieber eine kaufen und dann lieber nicht zusammen spielen.

  7. Marc
    schrieb am 16. September 2008 um 10:36 Uhr (#)

    Edit-Funktion?

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