TechCrunch50:
Popego – Lifestreaming für alle
mit wenig Zeit

Markus Spath, 10. September 2008 11:47 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

Popego verspricht, dem Rauschen der Lifestreams das Beste und Interessanteste zu entlocken.

Lifestreaming-Dienste wie FriendFeed oder die deutschen Cousins Lifestream.fm oder FreundeNews sind aus dem Leben der Info-Junkies kaum mehr wegzudenken. Aber auch wenn FriendFeed ein sehr nützliches Bündel an Funktionen sehr attraktiv verpackt, stehen wir eher am Anfang der Entwicklungen und die damit verbundenen Probleme beginnen sich erst abzuzeichnen.

Ein Hauptproblem ist – wie bei vielen anderen Medien auch – der plötzliche Überfluss an Informationen. Während es davor eher mühsam war, alles zusammen zu sammeln, was unsere Freunde auf den unzähligen Diensten an Outputs produzieren, stehen wir dank den Lifestreaming-Tools vor dem Problem, dass die geballte Ladung aller Outputs aller Freunde auch etwas überwältigend ist.

Popego, das in der Collaboration-Session der TechCrunch50 vorgestellt wurde, will das ändern, indem es versucht, für uns das Beste herauszufiltern.

Wie bei allen anderen Diensten meldet man sich an und fügt die eigenen Webservices hinzu. Popego läuft dann los und generiert auf Basis unserer Aktivitäten ein Interessenprofil von uns. Außerdem erkennt es unseren sozialen Graphen / unsere Kontakte auf anderen Seiten, ohne ihn explizit angeben oder importieren zu müssen.

Basierend auf den erkannten Interessen präsentiert uns Popego dann Blogbeiträge, die wichtig sind, und Musik, Fotos oder Videos, die uns gefallen könnten. Man kann dabei über Datentypen filtern, sein eigenes Interessenprofil adjustieren, und die Quantität der Infos bestimmen.

Ist alles schön und gut, aber ich sehe zumindest zwei Probleme:

FriendFeed hat die Messlatte doch sehr hoch gelegt. Vom Design kommt Popego sicher nicht heran und FriendFeed wird immer besser darin, Informationen auszublenden oder besser zu strukturieren.

Der über FriendFeed hinausgehende Wertvorschlag von Popego – ‘Du musst dich um das alles nicht kümmern, wir zeigen dir nur das Allerbeste’ – ist zwar ein schönes Versprechen, aber müsste auch extrem gute Ergebnisse liefern, was es zumindest derzeit nicht tut. Und sie müssen sehr viel besser werden, weil andere Dienste auch gute Top-Listen erstellen. Wer Fotos sehen will, der wird mit den interessanten Fotos von flickr jederzeit mehr als bedient. Wen Tech-Stories interessieren ohne selbst Blogs zu lesen, der wird mit Techmeme oder Rivva gut bedient.

Der Ansatz, dass sie dafür implizite Daten aus unseren bestehenden Beziehungen verwenden, ist zwar spannend, aber als Benutzer ist man schnell wieder weg, wenn sie ihn nur suboptimal einlösen.

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2 Kommentare

  1. Robert
    schrieb am 10. September 2008 um 11:58 Uhr (#)

    Im Moment schießen solche Dienste ja wie Pilze aus dem Boden. Ich habe selber seit Jahren einen Blog und keine Zeit oder Lust permanent Artikel auf die Seite zu stellen. Der Blog als solches ist meiner Meinung nach eh am sterben. Solche Dienste bieten da eine gute alternative. Hier mal eine alternative zu Friendfeed & Co: Yongfooks Sweetcron. Einfach mal ausprobieren. Also ich bin echt begeistert.

  2. Santi Siri
    schrieb am 16. September 2008 um 00:30 Uhr (#)

    I wish I could remember something of my Deutsch lessons. Thanks for blogging about Popego. We are still beta and wokring hard to scale our servers and calculations. Fortunately things are getting quite stable as our user base keeps growing :)

    Cheers

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