Amazon startet SoundUnwound:
Musikdatenbank zum Mitmachen
und Kaufen

Amazon startet SoundUnwound, eine Datenbank für Musik, die Informationen über Musiker, Alben, Musikgenres und Labels bereitstellt. Nach dem Wiki-Prinzip können alle mitmachen.

Amazon mausert sich immer mehr zum Archivar im Web. Vom eigentlichen Kerngeschäft hat sich Amazon.com zwar schon vor längerem verabschiedet, dennoch dürften sie über eine der vollständigsten Datenbanken von Büchern, Autoren und Reviews verfügen. Mit der Internet Movie Database (IMDb) haben sie einen umfassenden Katalog zu Filmen und allen benachbarten Bereichen. Und mit SoundUnwound übertragen sie nun gemeinsam mit der IMDb dieses Modell auch auf Musik.

SoundUnwound hat Informationen über Musiker, Bands, Alben, Produzenten, Labels und Musikgenres und alles ist mit allem vernetzt.

Bands etwa werden mit einem Profil vorgestellt, haben eine Diskographie, sind Genres zugeordnet. Zusätzlich gibt es noch Photos, eine Fülle von anderen strukturierten Informationen und natürlich Empfehlungen von ähnlichen und also empfohlenen anderen Gruppen.

 

Einzelne Alben werden kurz besprochen, haben ein Tracks-Listing die ggf. mit 30 sekündigen Samples kurz angehört werden können, Infos zu den beteiligten Personen, Links zu externen Webseiten und Videos bei YouTube. Ein Link zum Kauf bei Amazon darf auch nicht fehlen.

Auch alle anderen Datentypen (Genres, Plattenlabels, Produzenten, Tontechniker, usw.) werden mehr oder weniger ausführlich vorgestellt und sind mit verschiedensten zusätzlichen Informationen annotiert.

Schon zum Start hat Amazon eine ansehnliche Menge an Infos zusammengetragen. Ganz interessant ist auch, dass Amazon den eigenen Crowdsourcing-Dienst Mechanical Turk verwendet hat, um den Grundbestand an Daten zu erstellen. Synergien sind überall.

Mittelfristig setzen sie aber auf die auf die Beteiligung der User, um die Infos aktuell, qualitativ hochwertig und vollständig zu halten. Jede Seite kann editiert werden und mitmachen kann dabei jeder, allerdings werden die Änderungen redaktionell überprüft.

Das Design ist zwar etwas weniger anachronistisch als das der IMDb, aber den ganzen Schritt zu einem modernen Look sind sie noch nicht gegangen. Insgesamt wirkt die Seite aber sehr übersichtlich und aufgeräumt.

Fazit:

Für Amazon ist das ein smarter Zug und weiterer Schritt zur geheimen Dominanz im Web 2.0. Man kann glaub ich davon ausgehen, dass SoundUnwound-Seiten bald recht gute Positionen in den Suchmaschinen einnehmen werden, die den geneigten Konsumenten dann direkt zum Shop geleiten.

Aber auch für den an Musik interessierten User ist die Seite ein Gewinn. Zwar gibt es mit last.fm, Pandora, Hypemachine und anderen Diensten sicher bessere Möglichkeiten, sich mit anderen Usern zu vernetzen und neue Musik kennenzulernen, aber als Katalog und für schnelle Infos könnte SoundUnwound bald beliebter sein als etwa die Wikipedia, gerade weil sich SoundUnwound nicht unbedingt an nonkommerzielle Prinzipien und oft eher zur Langeweile führende editoriale Prozesse halten muss.

 

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5 Kommentare

  1. Mit allmusic haben sie in dem Feld allerdings einen sehr mächtigen Konkurrenten. Dürfte interessant werden, zu beobachten, ob Amazons Angebot hier eine Chance hat.

  2. Nicht ganz das gleiche Konzept aber als Musik- und Musikerdatenbank auch Discogs sehr gross.

  3. Vielleicht ein genialer Schachzug von Amazon in Richtung eines eigenen Musikstreaming- und/oder Downloaddienstes? Man wird sehen, wie es weitergeht und ob hier gerade ein neuer iTunes & Co. – Konkurrent das Licht der Welt erblickt…!?

  4. @Andreas den gibt’s sogar schon: http://www.amazonmp3.com/ – derzeit allerdings nur in den US. War übrigens der erste grosse Store der Tracks ohne DRM angeboten hat.

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