Blogwerkers privat:
Unsere Lieblingsmagazine (Teil 1)
No Depression, Monocle, Cosmopolitan, Hörbücher: Wir lieben einfach Magazine. Zu welchen Zeitschriften die Blogwerk-Mitarbeiter am liebsten greifen, wollen wir gerne verraten.
Dem Kanon der allerbesten Zeitschriften der Welt wollen wir nichts entgegensetzen, nicht die 50 Favoriten der Chicago Tribune mit doppelt so vielen Lieblingsmagazinen toppen – nur vorstellen, was wir persönlich gerne lesen. Hier sind die Lieblingsmagazine der Blogwerker, die spontan und unter Zeitdruck dem Aufruf gefolgt sind: Preist Eure geliebten Zeitschriften! Als da wären …
Klaus Jarchow (medienlese.com): Mein Lieblingsmagazin kommt aus den USA und heißt No Depression. Dieses “Alternative Country (Whatever That Is) Bimonthly Magazine” hatte eine ganz eigene Ästhetik entwickelt, die hervorragend zu den Themen jener ‘Weird American Roots & Folk Music’ passte, die im Blatt zelebriert wurde: Da stand ‘T-Bone Burnett’ neben ‘Blue Mountain’, ‘Johnny Cash’ neben ‘Uncle Tupelo’, ‘Porter Wagoner’ neben ‘Shelby Lynne’. Seit Juni gibt es eine weitere Neuerung, mit der ND die Konsequenzen aus jenen Entwicklungen zieht, die auch hier, in den Blogs, oft diskutiert werden: Es gibt keine Printausgabe mehr. Dafür gründen die Macher in Kooperation mit der University of Texas ein halbjährliches ‘Bookazine’ (whatever that will be). Die (lesenswerte) Begründung, weshalb die Herausgeber ihre Arbeit wieder mehr zum Hobby machen möchten, findet sich hier: Es geht um ihre Form der Reise zur ‘new media frontier’ und um die journalistische Qualität und Begeisterung, die sich nur ein ‘Semi-Pro’ bewahren kann …
Florian Steglich (medienlese.com): Monocle. So müssen Magazine sein: Schönes Format, angenehmste Typographie, fantastisches Papier, stimmige Illustration und immer überraschender Inhalt. Die Erstausgabe erschien mit einer Titelgeschichte über die japanische Marine, das war programmatisch. Immer zielsicher haarscharf an der Aktualität vorbei, verwirrend un-national (nicht: globalisiert), snobistisch, eskapistisch und herrlich absurd – es scheint etwa zum Redaktionsstatut zu gehören, ein Faible für europäische Straßenbahnen zu haben. Verlässlich wie sonst nur ein Buch, weil ich darin niemals von all den Nicht-Themen lesen müssen werde, die mir aus (längst nicht mehr nur den Pamoramaseiten der) anderen Medien entgegenkreischen. Verschwendung von Zeit und Geld im besten Sinne, und zeitlos dabei. Und dann präsentierte es ganz gefällig mit München (Platz 1) und Zürich (Platz 3) auch noch jene zwei Städte unter den lebenswertesten der Welt, in denen ich mich am meisten aufhalte. Was für eine angenehme Begleitung!
Fabienne Steiner (Vermarktung): Habe mir vor allem Frauenzeitschriften wie die Annabelle und Amica zu Gemüte geführt. Seit ich aber bei einem Kosmetikkonzern gearbeitet habe, hat sich das schlagartig geändert. Sogar die sogenannten Produktetests der Journalistinnen sind oftmals nur ein Fake. Als ich in so einem Test den Originaltext unserer PR-Leiterin gelesen habe, hat es mir ziemlich abgelöscht. Seit dem lese ich keine einzige Frauenzeitschrift mehr. Die Redaktorinnen werden ganz gezielt mit Geschenken und Reisen gekauft. Irgendwelche Doof-Ratgeber für Männer brauche ich nicht und kann mir mal einer erklären wer sich all die sauteuren Handtaschen wirklich leisten kann? Eben. Totale Verblödung der Gesellschaft. Die UK-Cosmopolitan kaufe ich jeweils am Flughafen, wenn ich nach London gehe. Dort hats preiswerte Outfits drin, die dann sogar im entsprechenden Kleiderladen beschildert sind, so dass schnell gefunden. Super.
Markus Kirchsteiger (medienlese.com): Time kommt seit Jahrzehnten in seiner klassischen Aufmachung in die Kioske: Ein roter Rahmen und der Schriftzug Time am oberen Ende des Covers. Und auch das Layout im Heft ist so einfach, dass man es fast schon altmodisch spoten könnte. Dennoch passt das nüchterne und sachliche Design genau zum Image des Magazins. Abgesehen vom Ressort People und einigen Lifestyle-Stories bietet Time noch immer Fakten, Hintergrund und Einordnung – besser gesagt: hard news wie man sie als Nachrichtenjunkie liebt.
Zeit Wissen: Wissensmagazine sind in den letzten Jahren vor allem in Deutschland wie Pilze aus dem Boden geschossen. Trotzdem bleibt Zeit Wissen für mich das beste Wissensmagazin im deutschsprachigen Raum. Flotte Grafik, sehenswertes Layout, spannende Themen und guter Schreibstil befördert Zeit Wissen für mich um die entscheidende Nasenlänge vor alle anderen Magazine.
hörBücher: Seit ein paar Monaten ist dieses Magazin zum Thema Hörbücher meine absolute Lieblingszeitschrift. Ich war schon immer ein Fan von Hörbüchern, doch dieses Magazin ist die erste Publikation, die Orientierung im Hörbuch-Dschungel gibt, hinter die Kulissen blickt und das Lesen zu einem Genuß macht, dessen Ende man für immer verschieben möchte.
Fortsetzung folgt – ergänzende Hinweise auf Print-Perlen gerne in den Kommentaren …
Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

























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Sieht so aus, wie wenn ein paar Provinzler versuchen, Kosmopoliten zu spielen. Der Beitrag ist so was von neospiessig.
Jetzt kommt es mir in den Sinn … wenn ich medienlese.com anschaue, dann sieht Eure Lektüre aber ganz anders aus: die WOZ !
Dann bin ich aber der Comspolitan, gell?