Guardian kauft PaidContent.org

Die Guardian Media Group übernimmt das kleine Blogimperium PaidContent – für kolportiert über 30 Millionen Dollar.

PaidContent-LogoDie Neuigkeit, die Kara Swisher von AllThingsDigital heute zuerst veröffentlichte, ist inzwischen bestätigt (abgesehen von den finanziellen Details). Guardian News & Media, Teil der Guardian Media Group, übernimmt ContentNext, die Muttergesellschaft des bekannten PaidContent.org und mittlerweile dreier anderer Themenblogs. PaidContent beschäftigt sich mit der “Ökonomie der Inhalte”, der Medienwirtschaft unter dem Einfluss der Digitalisierung. Der Kauf sei “Teil der US-Expansion”, heißt es beim Guardian. Dort setzt man schon seit längerem darauf, im gesamten englischen Sprachraum zur “führenden liberalen Stimme” zu werden. Bereits ein Drittel der Besucher des Nachrichtenportals guardian.co.uk kommen aus den USA.

Ein Teil der Summe von mehr als 30 Mio. Dollar hängt von der zukünftigen Entwicklung von ContentNext ab. Das Unternehmen, 2002 mit dem vom Journalisten Rafat Ali gegründeten Blog PaidContent gestartet, verdient sein Geld unter anderem auch als Konferenzveranstalter und mit dem Verkauf von Studien. Mittlerweile beschäftigt ContentNext über 20 Mitarbeiter.

Rafat Ali bedauert in einem Posting bei PaidContent.org nur ein wenig, dass sie den “größten Scoop ihrer Firmengeschichte” leider nicht selbst haben bringen können.

We got scooped on the biggest story of our own company?s life. Such is our life.

Die Guardian-Gruppe stellt er als Wunschpartner dar – man habe eigentlich (noch) gar nicht verkaufen wollen, aber hier passe einfach alles zu gut.

Und tatsächlich: Der Guardian verfolgt eine offensive und vielgelobte Internet-Strategie, PaidContent ist dasjenige unter den professionellen Blogs, das es vom journalistischen Anspruch, der Seriosität, den exklusiven News und dem enormen Output (erdrückt alles andere im “Medien”-Ordner des RSS-Readers) her locker mit den “etablierten Medien” aufnehmen kann – man könnte auch sagen: in seinem Themenbereich alle Etablierten alt aussehen lässt.

Da tun sich zwei Vorreiter zusammen.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

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