Samstag App Fieber:
Zomma, Bikelogger, 7Lists, CommenZ

Markus Spath, 14. Juni 2008 18:12 Uhr, 5 Kommentare Kommentare

Heute möchten wir Euch ein paar kleinere, aber empfehlenswerte Dienste aus dem deutschen Sprachraum vorstellen:

zommaDass man auch mit allereinfachsten Mitteln eine Art Community aufbauen kann, demonstriert die Musikvideo-Community zomma. Gänzlich in WordPress realisiert kann man auf zomma Musikvideos, die man auf den Streifzügen auf Video-Sharing-Seiten wie YouTube oder Sevenload findet, posten, bevoten und kommentieren. Die Videos sind nach Musikgenres geordnet, die Suche nach Künstlern erledigt die eingebaute Suche von WordPress.

Zomma ist sicher nicht weltbewegend oder disruptiv, aber so einfach, dass es schon wieder gut ist. Auch wenn es im Web unzählige Möglichkeiten des Musikkonsums gibt, könnte es für Musikfreunde hin und wieder einen Besuch wert sein. Neu eingestellte Videos kann man auch als Feed abonnieren.

Ganz im Trend der geo-lokalisierten Dienste liegt bikelogger, eine Community für Biker. Das Mashup kombiniert GPS-Daten, die man via GPX-Files aus dem Navigationsgerät importieren kann, mit Google Maps. Danach kann man sich mit anderen Mitgliedern messen, die Routen von anderen Bikern verfolgen oder andere Bikelogger, die benachbarte Touren unternehmen, kennenlernen.

Bei Seven Lists dreht sich alles – wie der Name vermuten lässt – um Listen. Listen können zu den unterschiedlichsten Themen (Unterhaltung, Technik, Lifestyle, usw.) angelegt werden oder aus schon bestehenden Listen anderer Mitglieder zusammengestellt werden. Die Idee ist, dass Seven Lists, nachdem man sieben Listen mit jeweils sieben Einträgen erstellt hat, genügend Daten über die jeweiligen Präferenzen kennt, um personalisierte Empfehlungen abgeben zu können, bzw. um andere Mitglieder vorzuschlagen, die ähnliche Interessen und Geschmacksvorlieben haben.

Die zweite Wahrheit im Web zu repräsentieren verspricht der soziale News-Aggregator commenZ. Wie bei vielen anderen Diensten auch kann man Artikel einstellen, bewerten und kommentieren, aber commenZ hat einen Twist: wenn man die commenZ-Erweiterung (Internet Explorer und Firefox werden unterstützt) installiert, werden beim Surfen Kommentare und Bewertungen von anderen Mitgliedern zu den jeweiligen Seiten angezeigt, so es welche gibt.

Der Ansatz ist interessant, weil es im Idealfall eine unabhängige Empfehlungsschicht über das Web zieht. Allerdings steht und fällt der Wert eines solchen Dienstes mit der Anzahl und der Aktivität an Usern mit dem Catch-22, dass es sich für die meisten nur dann lohnt mitzumachen, nachdem eine kritische Masse erreicht ist, die es aber eben deshalb schwer hat, jemals zu entstehen.

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5 Kommentare

  1. xconroy
    schrieb am 14. Juni 2008 um 20:12 Uhr (#)

    Hm, wenns nur um die “unabhängige Empfehlungsschicht” ginge, dann isses gar nicht mal so schlau, deswegen einen ganz neuen Dienst wie CommenZ aus dem Boden zu stampfen. Neu ist das ja auch nicht (gibt ja noch Dinger wie zpeech und so), hat sich aber nicht so richtig durchgesetzt.

    Ich fänds besser, wenns diese Browser-Erweiterung gleich für ein etabliertes Projekt wie digg gäbe (oder gibts das schon und ist nur an mir vorbeigerauscht?). Oder, idealerweise, eine Extension, in der man sich die Dienste, von denen man sich die Kommentare etc. anzeigen lassen will, selber einstellen kann (ob man nun digg oder del.icio.us oder sonstwas haben will).
    Und idealsterweise wird sowas direkt von Mozilla realisiert und als Opt-Out-Dingens in die nächste FF-Version eingebaut. Warum sollten die das nicht machen… könnte im Platzhirschkampf mit dem IE doch ordentlich Auftrieb geben.

  2. Schreibt hier auf dem Blog Markus Spath
    schrieb am 15. Juni 2008 um 01:35 Uhr (#)

    @xconroy Klar, es gibt die unterschiedlichsten Versuche Annotationen von Webseiten zu ‘sozialisieren’, alle haben ihre Vor- und Nachteile (bei zpeech muss man die zpeech-URL verwenden, bei Webride etwa auf ein Bookmarklet klicken, wenn man will kann man Weblin als eine Art Echtzeitannotationssystem begreifen, aber dann hat man wieder mit Avataren zu tun etc.)

    Die Idee mit einer konfigurierbaren Extension ist aber nicht schlecht.

  3. ben_
    schrieb am 15. Juni 2008 um 11:28 Uhr (#)

    Ma.gonlias “Roots” macht schon seit einer Weile fast das Gleiche wie commenz, nur ohne Browserplugin.

  4. doubletwist
    schrieb am 15. Juni 2008 um 11:33 Uhr (#)

    in der tat fände ich ein konfigurierbare browsererweiterung auch nicht schlecht, jedoch müssten sich die einzelnen dienste dann wieder mal zu einer einheitlichen schnittstelle zur übergabe ihrer daten an eine solche extension durchringen – und wenn man schon sowas wie ein “platzhirsch” in seinem bereich ist, macht ein solcher dienst das doch eher ungern.
    bei commenz sehe ich in der tat ebenso die problematik, dass die leute mitmachen sollen/müssen, damit der wirkliche nutzen der toolbar wirkung zeigt – dies von vorne herein allerdings schonmal zu skeptisch zu sehen, halte ich allerdings für fraglich, denn dienste wie z.b. yigg.de, digg.com,.. zeigen eindeutig, dass menschen bereit sind, sich mitzuteilen und anderen leuten zu sagen, was es neues gibt und was sie davon halten – und diese plattformen haben ja auch mal ohne jegliche nutzer angefangen…

  5. egal
    schrieb am 15. Juni 2008 um 12:11 Uhr (#)

    Mann kann darauf warten bis Zomma von der Musikindustrie auf Millionensummen verklagt wird. Die Musikvideos sind höchst illegal im Netz, denn lizensierte Musikvideos können in der Regel nicht per Embedding eingebunden werden!

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