Aus .Mac wird MobileMe:
Apples Schritt in die Cloud

mobilemeApple startet mit MobileMe einen eigenen Service für Cloud-Hosting und das Synchronisieren von Dateien zwischen Mac, PC, iPhone und iPod touch. Microsoft und Nokia planen bereits ähnliche Dienste.

Mit dem Verkaufsstart des lange erwarteten UMTS-GPS-iPhones wird Apple nicht nur dem mobilen und standortbasierten Web endlich richtiges Leben einhauchen, sondern auch den Bedarf der User an einem geräteunabhängigen Zugriff auf ihre Daten verstärken. Kein iPhone-Besitzer möchte in einer Situation landen, in der ein benötigtes, wichtiges Dokument unerreichbar auf dem Bürorechner liegt, oder in der mit dem iPhone geschossene Bilder manuell auf das heimische Notebook transferiert werden müssen. Apple ist sich dessen bewusst und hat gestern im Rahmen der World Wide Developer Conference den baldigen Launch des Cloud-Hosting-Services MobileMe angekündigt.

MobileMe ist eine Weiterentwicklung von Apples Onlineservice .Mac. und soll in zirka einem Monat online gehen. Ganz im Stile des Cloud-Konzeptes steht die unkomplizierte Synchronisation von Daten wie Mails, Terminen, Kontakten, Fotos und anderen Dokumenten im Vordergrund. MobileMe-Nutzer erhalten 20 Gigabyte Speicherplatz, die sie für Backup und das Synchronisieren von Dateien zwischen Mac-Rechnern, PCs, iPhones und dem iPod touch einsetzen können.

In der Kommunikation der Anwendung fokussiert sich Apple – wenig verwunderlich – auf das iPhone. E-Mails, die an eine MobileMe-Adresse geschickt werden, landen im Push-Verfahren auf dem Smartphone. Fotos, die mit dem iPhone geschossen werden, lassen sich direkt bei MobileMe ablegen, von wo aus sie mit Freunden geteilt oder auf andere Geräte übertragen werden können.

mobileme

Apple begibt sich mit MobileMe in direkte Konkurrenz zu Microsofts Cloud-Innovation Live Mesh. Der Dienst soll es ermöglichen, Inhalte zwischen verschiedenen Computern, Smartphones, Spielkonsolen und Festplattenrekordern auszutauschen, die auf Windows Betriebssystemen laufen (langfristig ist auch Support für Mac OS geplant). Auch Nokia geht mit seinem Webportal Ovi in eine ähnliche Richtung. Ovi soll Handy, Computer und Internet zusammenführen und Services wie Synchronisation, Unterhaltung, Spiele und andere Tools unter einem, von unterschiedlichen Geräten aus erreichbaren Web-Dach zusammenfassen.

Anders als Live Mesh und Ovi wird Apples MobileMe kostenpflichtig sein. Laut Apple schlägt der Zugriff für ein Jahr mit 99 Dollar zu Buche. Bestehende .Mac-Konten werden automatisch auf MobileMe umgestellt.

Die Entscheidung von Apple CEO Steve Jobs, einen handfesten Cloud-Service zur unkomplizierten Verbindung der mobilen und stationären Internetnutzung anzubieten, ist ein konsequenter und logischer Schritt. Mit MobileMe soll das iPhone-Erlebnis noch stärker auf das Web ausgedehnt werden. Gleichzeitig setzt man ein deutliches Zeichen: Das iPhone ist kein Telefon, sondern ein Multimediagerät, für das man das Notebook auch einmal ganz zu Hause lassen kann. Der Preis könnte den ein oder anderen abschrecken, aber monatlich weniger als 10 Dollar für 20 Gigabyte, mutmaßlich sicheren Speicherplatz und verschiedenste Push-Dienstleistungen, sind vertretbar.

Mehr zum Thema:

Mehr lesen

Nachhaltigkeit als Marketingargument: Wie die Netzgiganten sich  um unsere Umwelt sorgen

21.5.2012, 0 KommentareNachhaltigkeit als Marketingargument:
Wie die Netzgiganten sich um unsere Umwelt sorgen

Die führenden Internet- und IT-Konzerne Google, Apple und Microsoft versuchen, auf ihre Bestrebungen zum Schutz der Umwelt und knapper Ressourcen aufmerksam zu machen. Wie ernst man die Initiativen aber nehmen kann, ist unklar.

Linkwertig: Freiheit, Krieg, Apple, Facebook

26.4.2012, 0 KommentareLinkwertig:
Freiheit, Krieg, Apple, Facebook

Apple freut sich über ein weiteres Rekord-Quartal, Facebook ist im Vergleich ein armes Würstchen und mehr.

Facebook, Apple und Google: Das komplizierte Verhältnis  im mobilen Web

23.4.2012, 4 KommentareFacebook, Apple und Google:
Das komplizierte Verhältnis im mobilen Web

Weil es keine andere Wahl hat, setzt Facebook im mobilen Bereich alles auf HTML5. Dabei benötigt es jedoch die Unterstützung der Browser aus dem Hause Apple und Google - bisher vergeblich.

Nachhaltigkeit als Marketingargument: Wie die Netzgiganten sich  um unsere Umwelt sorgen

21.5.2012, 0 KommentareNachhaltigkeit als Marketingargument:
Wie die Netzgiganten sich um unsere Umwelt sorgen

Die führenden Internet- und IT-Konzerne Google, Apple und Microsoft versuchen, auf ihre Bestrebungen zum Schutz der Umwelt und knapper Ressourcen aufmerksam zu machen. Wie ernst man die Initiativen aber nehmen kann, ist unklar.

Automatisierung von digitalen Prozessen: Wappwolf verarbeitet  Dateien aus Dropbox

29.11.2011, 0 KommentareAutomatisierung von digitalen Prozessen:
Wappwolf verarbeitet Dateien aus Dropbox

Das aus Österreich stammende, seit kurzem im Silicon Valley beheimatete Startup Wappwolf erlaubt das automatisierte Verarbeiten von Dateien. Ab sofort funktioniert dies auch für Dropbox.

Europa-Expansion: Twilio liefert Telefonie- und SMS-Funktionen aus der Cloud

8.11.2011, 5 KommentareEuropa-Expansion:
Twilio liefert Telefonie- und SMS-Funktionen aus der Cloud

Twilio erlaubt es Webdiensten, Startups und mobilen Apps, über die Cloud betriebene Telefonie- und SMS-Funktionen per API in die eigenen Services zu integrieren.

Eine Frage der Lernkurve: Warum Apples Siri  witzige Antworten gibt

5.11.2011, 0 KommentareEine Frage der Lernkurve:
Warum Apples Siri witzige Antworten gibt

«What’s your favorite color?» «My Favorite color is… well, I don’t know how to say it in your Language. It’s sort of greenish, but with more dimensions.» Apples Siri gibt überraschend witzige Antworten auf banale Fragen. Warum eigentlich?

Neue Schnittstellen von iOS 5: Turbo für Location-Dienste  wie foursquare

13.10.2011, 6 KommentareNeue Schnittstellen von iOS 5:
Turbo für Location-Dienste wie foursquare

iOS 5 bringt neue Entwickler-Schnittstellen mit, die Applikationen besseren Zugang zu den Standortinformationen der Anwender gewähren - selbst wenn Apps geschlossen sind.

Siri: Apples bescheidener Diener  und unscheinbarer Revolutionär

5.10.2011, 12 KommentareSiri:
Apples bescheidener Diener und unscheinbarer Revolutionär

Das iPhone 4S bringt den sprachgesteuerten persönlichen Assistenten Siri mit. Apple läutet damit eine Ära ein, in der wir mit unseren Computern, Tablets und Smartphones sprechen.

2 Kommentare

  1. MTH
    schrieb am 10. Juni 2008 um 21:34 Uhr (#)

    Das tönt sehr interessant. Dann muss die Synchronisation nur noch so einfach sein wie bei DropBox und ich bin neuer Kune von MobileMe.

  2. Jan S.
    schrieb am 13. Juni 2008 um 15:19 Uhr (#)

    Hi Martin,
    ich warte auch schon lange lange auf die Durchsetzung der Ära des Cloud Computings und war natürlich hoch erfreut, als man während der Apple-Keynote am Montag Mobileme vorstellte. Fand ich im Grunde deutlich interessanter als das neue iPhone.
    Und da ich bereits iPhone-Besitzer bin ist das Produkt natürlich noch interessanter.

    Offensichtlich wird das Problem mit den Datenmengen gut gelöst, und wenn man mit der Niedrigpreis-Strategie des iPhones in Verbindung mit mobileme es tatsächlich schafft die ersten Nutzer für sich zu gewinnen, wird es für Apple wie immer ein Kinderspiel sein Standards durchzusetzen.

    Ich freue mich drauf und bin bei Launch auf jeden Fall sofort dabei! (sofern dieser auch zeitnah angelegt ist)

Pingbacks

Pingbacks anzeigen...

Diesen Artikel kommentieren

Wir sind sehr an einer offenen Diskussion interessiert, behalten uns aber vor, beleidigende Kommentare sowie solche, die offensichtlich zwecks Suchmaschinenoptimierung abgegeben werden, zu editieren oder zu löschen. Mehr dazu in unseren Kommentarregeln.