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Facebook antwortet MySpace und kündigt Facebook Connect an

Von Marcel Weiss am 10. Mai 2008 um 00:50 Uhr Kommentare (6)
Kategorien: Meldungen

Facebook kündigt Facebook Connect an, das ähnliche Funktionalität haben wird wie MySpace Data Availability. Ein Initialpartner von Facebook ist Digg.

Wowza. Vor ein paar Stunden habe ich noch einen Artikel über Myspace und ihr ‘Data Availability’-Vorhaben geschrieben und angemerkt:

Der Stein ist endgültig ins Rollen gekommen, Pandoras Nutzerbüchse ist geöffnet (oder so). Wenn ein Social Network sich öffnet, noch dazu das derzeit nach Nutzerzahlen Größte, ist es nur eine Frage der Zeit, bis der Rest nachziehen muss.

Und jetzt das, nur ein Tag nach MySpace. Facebook hat am Freitag essentiell angekündigt, nachzuziehen und mit Facebook Connect etwas Vergleichbares anzubieten wie MySpace, nur unter eigenen Bedingungen und Spezifikationen. Man will “in den nächsten Wochen” starten.

Techcrunch:

It will allow users to “connect” their Facebook identity, friends and privacy to any website. Third party websites will be able to implement and offer more features of the Facebook Platform off of Facebook – the same features available to third party applications today on Facebook.

To make data portable, Facebook believes it’s about giving users the ability to take their identity and friends with them around the Web, while being able to trust that their information is always up to date and always protected by their privacy settings. The next iteration will be available publicly within the next several weeks.

Arrington geht auf TC auch noch auf ein paar weitere Details ein. So weit ich das sehen kann, wird Facebook im Gegensatz zu MySpace nicht auf OAuth setzen, sondern stattdessen auf eine eigene, proprietäre Lösung zur Authentifizierung. Das ist bedauerlich. Ebenso scheint man auch sonst keine DataPortability-Standards mit Facebook Connect umsetzen zu wollen.

Nichtsdestotrotz ist das im Grunde der Anfang dessen, worauf ich seit der Vorstellung des Facebook-API und der Plattform F8 vor einem Jahr gewartet habe: Die Öffnung in die andere Richtung, hin zum Web. Nicht nur, wie vorher, Drittanbieter reinzulassen, sondern die Daten auch aus Facebook rauszulassen. Was Facebook künftig zu einem -auch wenn ich wie eine Platte mit Sprung klinge- Infrastrukturanbieter macht.

Gamechanger

Das ist alles erst ein Anfang. MySpace’ Data Availability ist nur ein bisschen DataPortability. Und wie MySpace baut auch Facebook zunächst seinen Walled Garden ‘nur’ aus.

Trotzdem, nur damit wir uns richtig verstehen: Wie auch immer die ersten verfügbaren Versionen aussehen werden, die beiden Ankündigungen von Myspace und Facebook läuten essentiell die nächste Stufe in der Evolution der Social Networks ein. Die Social Networks die hier nicht dabei sein werden, werden aussehen wie Geocities einst neben dem ersten SocialNetwork Friendster (Ja, ich schaue Euch an, deutsche Anbieter!). Das ist ein One-Way-Ticket.

Nächster Stopp: DataPortability- und API-Standards.


siehe Techmeme für die Diskussion in den USA rund um die Facebookankündigung

Extrapreis für beste Überschrift geht bereits jetzt an VentureBeat: Facebook sees MySpace’s Twitter partnership and raises it Digg


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6 Kommentare

ben_

Rock and Roll! “… nur unter eigenen Bedingungen und Spezifikationen …” nach den Browserkriegen stehen uns Entwickler-Jedis jetzt also die API-Kriege ins Haus.


paulinepauline

kriegen wir da in deutschland nicht wieder probleme mit dem ollen datenschutz? wenn die user ihre (kontakt)daten mit nach draußen nehmen, dann bedeutet das doch, dass die daten von anderen auf anderen plattformen “weiterverarbeitet” werden. und dem müsste doch eigentlich jeder auf der herausgebenden plattform zustimmen. und wenn das nicht alle machen, wirds albern, weil man ein löchriges netzwerk mitnimmt. also wenn ich das richtig verstanden habe, wird es für deutsche netzwerke wieder schwierig, da mitzumachen. oder hab ich einen denkfehler?


markus

ist das der tod von studivz, xing etc?
die zeit um sich auf den lorbeeren auszuruhen ist definitiv vorbei..


Marcel Weiss

Ben_: Ja, bleibt nicht aus. Ich schätze aber, die werden schneller vorbei sein als die Browserkriege.
-
Paulinepauline: Nein, das dürftest Du ganz richtig sehen. Der Freigabe der eigenen Daten wird jeder zustimmen müssen.
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Markus: Die finden, wenn sie wieder in ihre Büros gehen, auf jeden Fall eine veränderte Welt vor. Das mit dem “ausruhen” ist vorbei, stimmt.


Carsten Pötter

Paulinepauline: Im Prinzip hast Du recht. Man wird sehen müssen, wie das implementiert wird. So wie es ausschaut, läuft das nur in eine Richtung: MySpace/Facebook -> andere Dienste, wobei die Daten im Prinzip nur ausgeliehen bzw. sogar nur beim anderen Dienst angezeigt werden. Damit wären die Daten bei Twitter, Digg,… weg, wenn der Facebook/MySpace Account gelöscht wird.

So schlecht wie das momentan aussieht, Datenschutzprobleme dürften dadurch nicht wirklich auftreten.


paulinepauline

soweit ich weiß, fällt sogar das wonaders anzeigen schon unter “weiterverarbeitung” :(


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