Mobiles Livestreaming mit Bambuser – vielleicht bald mehr als eine Spielerei
Hier in Schweden lässt sich ein interessantes Phänomen beobachten: Obwohl es wirklich nicht an innovativen nordeuropäischen Webangeboten mangelt, taucht immer mal wieder ein Startup auf, von dem ohne nennenswerte Marketingbemühungen plötzlich jeder spricht. Der Hype beschränkt sich dabei nicht auf die nationale Web-Szene, sondern erfasst schnell auch viele Menschen, die man eigentlich nicht als extrem internetaffin bezeichnen würde. Vor einem Jahr war Jaiku aus Finnland der große Hit, danach folgte die Spotify-Welle (die noch immer anhält) und in diesen Tagen ist es nun der Handy-Streaming-Dienst Bambuser, der schlagartig in aller Munde ist.
Mit Bambuser kann man Videos live vom Handy oder der Webcam ins Netz streamen. Während in letzter Zeit mit internationalen Vertretern wie Justin.tv, Kyte und Yahoo Live oder dem deutschen make.tv eine ganze Reihe von Anbietern an den Start gegangen sind, die User ihre mit der Webcam aufgenommenen Clips ins Netz übertragen lassen, ist der Markt für das mobile Livestreaming bisher eher dünn besiedelt. Bambusers Hauptkonkurrenten sind die zwei US-Startups QIK und Flixwagon, denen die Schweden jedoch zwei Dinge voraus haben: Bei Bambuser kann sich trotz Alpha-Phase schon jeder registrieren, während man bei QIK und Flixwagon auf einer langen Warteliste landet. Außerdem laufen die zur Übertragung benötigten mobilen Applikationen von QIK und Flixwagon nur auf einigen Nokia-Geräten. Bambusers Streaming-Client dagegen unterstützt nahezu alle aktuellen Nokia-Handys sowie ausgewählte Symbian-Modelle von Panasonic, Samsung, Sony Ericsson, LG, Lenovo und Motorola.
Fredrik Wass vom schwedischen bisonblog hat eine gute Erklärung dafür, was den besonderen Reiz von Bambuser ausmacht: Noch vor zehn Jahren bedurfte es teurer und professioneller Technik, um bewegte Bilder und Ton in Echtzeit zu übertragen. Heute benötigt man nur noch ein Mobiltelefon. Besonders interessant dürften Bambuser und ähnliche Dienste für Personen sein, die häufig zu Sportveranstaltungen und Konzerten gehen oder an Tagungen und Konferenzen teilnehmen. Mit Bambuser erhalten sie die Möglichkeit, das Event live und unkompliziert anderen Menschen zugänglich zu machen. Die schwedische Zeitschrift Nöjesguiden verwendete Bambuser im Rahmen eines Experiments, bei der eine Mitarbeiterin eine Woche lang ihre Wohnung nicht verlassen durfte. Wie es ihr dabei erging, davon konnten sich Besucher in regelmäßigen Abständen über den Bambuser-Stream informieren.
Mitglieder von Bambuser können ihre Streams in beliebige externe Seiten einbetten und mit den Zuschauern direkt vom Handy aus chatten. Seit kurzem hat man außerdem die Möglichkeit, seine Übertragung mit einem Geotag zu versehen. Über ein Google Maps-Mashup lassen sich Streams direkt nach Region auswählen und anschauen. Die Nutzung des Dienstes ist kostenlos. Informationen zum Geschäftsmodell liegen mir leider nicht vor. Wer die Applikation ausprobieren möchte, sollte über eine Datenflatrate verfügen oder in den Optionen eine geringere Bildqualität auswählen, um nicht am Monatsende nach einem Blick auf die Mobilfunkrechnung seine Bambuser-Sessions zu bereuen.
Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.


















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01. April 2008 um 22:14
Hi,
da ich keine Datenflatrate habe ist der Dienst für mich uninteressant.
Könntest du genauere Angaben zum Handy-Client machen? Ist das ein Javaprogramm oder wie muss ich mir das vorstellen?
Viele Grüße
ikonos
02. April 2008 um 0:29
hammer. da sitzt ein italiener vor der webcam und macht italienisch unterricht mit mir.
und der pole stemmt gewichte für mich.
youtube live mit chatfunktion. fernsehen interaktiv hoch zwei.
jetzt muss ich mir ustream doch mal anschaun.
02. April 2008 um 8:53
ikonos, jo ich denke mal, dass das ein Javaprogramm ist. Wenn man es startet, gelangt man automatisch in den Kameramodus. Ein Klick auf “Connect” und der Client fragt nach dem gewünschten Verbindungspunkt zum Netz und nach deinem Bambuser-Login. Anschließend wird live gestreamt.
dagassa, jo gleich das volle Programm ;)
02. April 2008 um 12:28
Da in Deutschland Handy Datenflats noch nicht allzu weit verbreitet sind, die meisten Handybesitzer allerdings eine Festnetzflatrate besitzen, ist möglicherweise der Dienst von http://www.1000mikes.com ganz amüsant.
Funktioniert ähnlich wie qik.com, beschränkt sich aber auf die Übertragung von Audiosignalen. Gesendet wird, indem man per Handy auf eine Festnetznummer anruft, was, wie bereits erwähnt, für viele mittlerweile kostenlos ist.
Kommen stellenweise ganz lustige Kommentare und Beschreibungen von irgendwelchen Events dabei herum.
Schöne Grüsse,
Tobias
02. April 2008 um 14:11
Ich denke es ist keine Java-Anwendung, denn sonst würden auch Java-Telefone von Sony Ericsson (nach denen habe ich jetzt mal geschaut), wie das K800i, unterstützt werden. Da dort aber nur Symbian auswählbar ist, wird es auch eine solche Anwendung sein.
02. April 2008 um 14:16
Da hast du natürlich Recht! Dateiendung ist .sis bzw. .sisx
20. April 2008 um 12:26
kyte.tv hat jetzt auch die live funktion. sogar ab dem handy. irgendiwe sieht das alles bei kyte etwas professioneller aus.
14. Mai 2008 um 10:07
Letzendlich gibt es sowas – zumindest im musikalischen Bereich – ja auch in Deutschland. Bei http://www.Ligx.de kann man auch problemlos eigene Events live streamen. Halt nur noch eine Frage der Zeit, dass es auch vom/auf dem Handy funzt…
31. Dezember 2012 um 18:42
Interessant, so wie UStream usw..
Die Bildqualität ist wohl nicht aus technischen Gründen so gering, sondern um Platz zu sparen.
Aber gerade bei der Domumentation von Dingen die man belegen will, ist Baildqualität sehr wichtig.
Also wenigstens 720p, was heute wohl jedes Smartphone kann.
YouTube bzw. Google hätte die Server und Kapazität, die könnten so eine App mit HD anbieten. Aber die gibt es scheinbar nicht.
Solch eine App sollte dann auch nur den upload, aber nicht das löschen ermöglichen.
Dass dass z.B. Polizei usw. keine Aufnahmen vom Server löschen können.
Eine App die Videoliveupload noch mit Fotos und Audios kombiniert, wäre DIE App.