Deutschsprachiges Facebook:
bisher kein Ansturm deutscher Nutzer

Martin Weigert, 17. März 2008 14:41 Uhr, 23 Kommentare Kommentare

facebook_logo.gifDas, was wir bereits vermutet haben, scheint einzutreten: Der Start der deutschsprachigen Facebook-Version hat sich bisher nur bedingt auf die Nutzerzahlen ausgewirkt. Innerhalb von zwei Wochen nach dem Launch von facebook.de gewann das deutsche Netzwerk knapp 20.000 Mitglieder hinzu (von 350.000 am 03. März auf knapp 370.000 am heutigen Tag). In den 14 Tagen davor waren es rund 13.000 neue Mitglieder. Die relativ geringe Differenz von 7.000 Usern in zwei Wochen (500 pro Tag) kann als über den Daumen gepeiltes Wachstum betrachtet werden, das in Folge des Deutschlandstarts generiert wurde. Eine Mitgliedschaft im Ländernetzwerk ist zwar nicht obligatorisch, hat sich aber für die Analyse des Nutzerwachtum als verlässlicher Indikator erwiesen. Es verdichten sich damit die Anzeichen dafür, dass es Facebook in Deutschland aufgrund der starken Konkurrenz und kräftiger Netzwerkeffekte im Bereich der Social Networks für die Altersgruppe von 14 bis 39 Jahren schwer haben wird, schnell organisch zu wachsen.

Vor einer Woche ging Facebook außerdem mit seiner französischen Plattform online. Innerhalb von sieben Tagen traten fast 37.000 Mitglieder dem Frankreich-Netzwerk bei. In der Vorwoche waren es gut die Hälfte. Bei unseren Nachbarn im Westen scheint das ohnehin schon beliebte soziale Netzwerk Dank der französischsprachigen Version weiter an Popularität zu gewinnen.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

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23 Kommentare

  1. marcel weiß
    schrieb am 17. März 2008 um 15:41 Uhr (#)

    Die relative Steigerung des Wachstums kann sich schon sehen lassen. ISt halt nach wie vor auf recht kleinem Niveau. Zusätzlich glaube ich aber auch, und Markus von hackr.de hatte das beim Dtl-Launch schon beobachtet, dürfte es auch gelinde ausgedrückt nicht sehr klug von facebook gewesen sein, den Deutschlandstart nicht zu einem großen Event zu machen. Was wurde denn gemacht? Einfach die Spracheinstellung freigeschalten.
    Anstatt eine Party auszurichten, und auch die Berichterstattung in den MSM weiter zu forcieren, wurde das einfach zum Nonevent. Und das beim deutschsprachigen Markt, der ja nun weiß Gott nicht klein ist.

    Dazu kommt, dass man im Gegensatz zu zB MySpace keine Dependanzen im Ausland aufmacht. Weiterer Fehler.
    usw.

    Frage mich wirklich, wer sich die internationale ‘Strategie’ bei Facebook ausdenkt.

    P.S.: Ist das im ersten Satz eigentlich das majestätische ‘Wir’? ;)

  2. Sebastian
    schrieb am 17. März 2008 um 15:52 Uhr (#)

    sehe ich ähnlich marcel, wer hat schon mitbekommen das Facebook jetzt auch deutsch spricht!? niemand außer denen die schon dabei waren und im netz ihre News lesen.

  3. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 17. März 2008 um 15:55 Uhr (#)

    True true Marcel.

    Bezüglich des “Wir”: Genau ;) Im Ernst: Letztlich ist das hier ja ein Zwei-Mann-Blog. Mit dem “wir” statt “ich” möchte ich verständlich machen, dass das hier zweinull.cc ist, nicht “Martins Blog”. So ungefähr. Dumm natürlich, wenn es deplatziert wirkt. Tut es das?

    @ Sebastian, glaubst du denn, dass die Leute sofort zu Facebook rennen würden, wenn sie wüssten, dass es auf Deutsch ist? Auch wenn ich grundsätzlich davon überzeugt bin, dass eine lokalisierte Version von Webangeboten für den Erfolg wichtig ist, denke ich, dass die Sprache im Facebook-Fall eine recht geringe Rolle spielt.

    1. marcel weiß
      schrieb am 17. März 2008 um 16:05 Uhr (#)

      Deplatziert klingt ein bisschen hart. Ich finde es nur bisweilen belustigend.
      Auch in einem Teamblog spricht nichts dagegen, darauf hinzuweisen, dass ein Artikel die Meinung des Autors widerspiegelt und nicht im internen Dikurs mühsam geformt wurde. Bei imgriff.com springe ich auch je nach Fall zwischen wir und ich hin und her. ‘ich’ fühlt sich oft authentischer und ehrlicher an, während ‘wir’ oft offizieller und staatstragender (und unsinnigerweise objektiver) wirkt.

      Aber wie gesagt, ich fand es nur lustig. Du machst das schon. :)

  4. Ralf Geschke
    schrieb am 17. März 2008 um 16:09 Uhr (#)

    Was haltet Ihr eigentlich von der deutschsprachigen Variante? Ich bin z.B. noch immer in der englischen Einstellung unterwegs (was nach der Umstellung auch erstmal explizit konfiguriert werden musste). Warum? Ganz einfach: Die vielen Applikationen, die das Leben auf Facebook so “schön” machen, sind in den meisten Fällen nicht lokalisiert. Also bleiben nur die Facebook-Standard-Apps, ansonsten hätte man eine Mischung zwischen Sprachen, was ich z.B. als eher störend empfinde. Und obzwar die Apps fast schon zuviel des Guten sind, auf manche möchte man dann doch nicht verzichten.
    Fazit: Die reine Facebook-Lokalisierung bringt in der Praxis meines Erachtens wenig bis gar keine Vorteile, eher im Gegenteil.

    Beste Gruesse,
    Ralf

  5. Tobias Petry
    schrieb am 17. März 2008 um 16:50 Uhr (#)

    Martin, interessant wäre mal ein Artikel über die Aktzpetanz von MeinVz.de ;)
    Aber das mit Facebook war klar, wenn jemand klammheimlich sowas macht, passiert auch nichts, man muss großes Getöse darum machen.

  6. Georg Krüger
    schrieb am 17. März 2008 um 17:31 Uhr (#)

    bin ich auch der meinung. facebook hätte da mehr tatata drum machen sollen.
    “DAS erfolgreichste Netzwerk startet nun auch in Deutschland – Sei dabei”
    Dann hätte man alleine durch PR schon – einige User mehr gewinnen können. So aber bleibt facbook was für leute die sehr internetaffin sind.

    meinVZ hat einen großen fehler begagen, sie haben sich nicht darauf vorbereitet, dass der umzug der studiVz mitgleider sofort funktioniert. ich habe meine überlauf zu meinVZ schon am ersten tag angemeldet. doch da hat sihc bis jetzt nichts getan. daher bleib ich einfach bei studiVZ…..

    ein wollte ich noch sagen: wir würde alles bessern machen :-) die sollen uns mal ranlassen ;-)

  7. Jan S.
    schrieb am 17. März 2008 um 17:57 Uhr (#)

    Aber was will man denn erwarten? Es gab meines Erachtens nach keine Marketingkampagnen, wodurch potentielle neue Nutzer erreicht werden könnten.
    Nicht jeder hat mitbekommen, dass Facebook nun ein deutsches Language-Pack installiert hat (vielmehr ist es schließlich nicht), denn nicht jeder hängt wie wir auf Blogs und informiert sich über das zweinull-Zeitgeschehen.

    1. Tobias Petry
      schrieb am 17. März 2008 um 19:44 Uhr (#)

      da hast du Recht Jan, das Ansprechen der breiten Masse ist mit solchen Dingen schwer. Aber wie willst du das lösen? Fernsehwerbung hat auch keinen Nutzen und das Effektivste bleibt nunmal Mundpropaganda, und diese lässt sich leider nicht steuern.

  8. Mirko Riedel
    schrieb am 17. März 2008 um 18:27 Uhr (#)

    Für mich spiegelt das Auftreten von Facebook typisch amerikanische Überheblichkeit wider. Die denken doch tatsächlich, mit einer miserablen deutschen Version hier die Massen anzulocken. Amerikaner denken, wo sie einlaufen da liegen alle zu Füßen. Klar als Nabel der Welt kann sich so eine Denke auch bei jungen Internetunternehmen wie Facebook breit machen.

  9. neon
    schrieb am 17. März 2008 um 18:36 Uhr (#)

    Wer weiß, wer weiß. Vielleicht kommt der große PR-Trommelwirbel ja noch… ;)

  10. Martin Weigert
    schrieb am 17. März 2008 um 21:06 Uhr (#)

    Man kann es auch so sehen: Der Start der deutschsprachigen Version hat Facebook ungefähr… nichts gekostet (abgesehen von den Ressourcen für die Entwicklung der Übersetzter-App, die nun für XX(X) Sprachen dieser Welt eingesetzt wird). So dumm ist das gar nicht. In Deutschland mag die Rechnung aufgrund bestehender Marktkonstellationen nicht aufgehen, in Frankreich aber vielleicht schon. In Skandinavien hat es auch geklappt – extreme Penetration des Marktes, ganz ohen Marketingbudget. So schwach die Strategie für uns in Deutschland erscheint, so klug könnte sie sein – austesten, wo man ohne Investionen Wachstum erzielen kann, und die “Problemmärkte” später explizit mit neuer Taktik angreifen (Marketingkampagne, Akquisition etc.).

    Tobias, da dürfte es schwierig werden, an aussagekräftige, eindeutige Zahlen zu kommen, inbesondere aufgrund der engen Verknüpfung von meinVZ und studiVZ.

  11. Daniel Thomaser
    schrieb am 17. März 2008 um 22:58 Uhr (#)

    Man darf nicht vergessen, dass ich Facebook die Samwer-Brüder ins Boot geholt hat (bzw. sie hat einsteigen lassen). Dies zeugt von der Bedeutung des deutschen Marktes und ich glaube nicht, dass man es beim status quo beruhen lässt.
    Das wird noch spannend werden in diesem Jahr.

  12. Georg Krüger
    schrieb am 17. März 2008 um 23:47 Uhr (#)

    ich denke auch, dass da noch etwas kommen wird. ich stimme da martin zu. warum nicht erstmal ..still mit einer deutschen version online gehen und erstmal die ganzen Geeks vorbeischauen lassen…die meckern sich dann einen in blogs aus…und erzhlen was man alles besser machen muss und wie man am besten dies und das macht.. :-).

    so da hat man sich 1. die marketingkosten gespart und 2. zeit für teure strategieplanausrbeitung :D crowd sourcing…

  13. pete
    schrieb am 18. März 2008 um 01:05 Uhr (#)

    Wieso sollten die Leute von StudiVz auf Facebook wechseln??

    Die glauben doch alle, dass StudiVz von den Universitäten kommen würde. Das Liegt
    1. Am Namen STUDI Vz
    2. Am IMMATRIKULIEREN
    anstatt einloggen.
    Deswegen gibs doch jetzt “meinVZ” – damit sich auch andere in das Holzbrink SN trauen…
    Außerdem ist das wohl eine der ersten 1:1 Kopien, die schneller gemalt hat, als das orginal.

    Facebook heißt so viel wie Jahrbuch in den USA, das kennen die Leute! Hier kann niemand was damit anfangen!!

  14. Tim
    schrieb am 18. März 2008 um 01:12 Uhr (#)

    Facebooks “Krautsourcing” in allen Ehren, aber die deutsche Sprachversion wirkt etwas hölzern und im direkten Vergleich an vielen Stellen sehr “unhip” (von den zahlreichen Grammatik- und Interpunktionsfehlern sowie einigen Ausdrucksschwächen einmal ganz abgesehen).

    Beispiele:

    “Tim hat an die Pinnwand der Veranstaltung XYZ geschrieben.” (an oder auf?)
    “Informationen zur Arbeit” (Arbeit oder Beruf? Oder dienstlich?)
    “Gepostete Objekte” (Denglisch?)
    “Du bist in two Netzwerken …” (two anstatt zwei)
    “… durch anstupsen …” (Anstupsen groß)

    Naja, bei 5% Wachstum alle zwei Wochen würde sich Facebook in Deutschland bis Ende des Jahres gegenüber heute trotz allem immer noch knapp verdreifachen — und die erste Million (Nutzer) ist ja bekanntlich immer die schwerste. ;-)

  15. Mark
    schrieb am 18. März 2008 um 09:08 Uhr (#)

    Was nicht unterschätzt werden sollte ist der Umstand, dass gerade neue Mitglieder nicht unbedingt automatisch Mitglied im Germany-Network werden. Das braucht meiner Erfahrung nach etwas Zeit, weil Facebook erst einmal anspruchsvoller ist. Ich habe seit dem Deutschlandstart doch einige neue Freunde in Facebook aus meinem Umfeld, aber die wenigstens wissen gleich damit umzugehen und werden Mitglied des Germany-Networks.

  16. Martin Weigert
    schrieb am 18. März 2008 um 09:39 Uhr (#)

    Mark, das stimmt.

    Tim, mag sein, aber auf niedrigem Niveau. Während 20.000 innerhalb von zwei Wochen für manch anderes Social Network viel wäre, ist es für Facebook gemessen an seinem bisherigen Wachstum in anderen Teilen der Welt verschwindend gering.

  17. Tobbi
    schrieb am 21. März 2008 um 16:26 Uhr (#)

    War mE bis dato (leider) zu erwarten. Viele (in Dtschl.) StudiV-User denken wahrscheinlich, sofern sie überhaupt von Facebook gehört haben, Facebook sei die Kopie und nicht andersherum ;)
    Außerdem werden die meisten keinen Vorteil für sich sehen zu wechseln.

    Ich persönlich mochte die *VZs nie und war dort auch nicht angemeldet. FB hingegen finde ich klasse XD

    Gruß,
    Tobbi

  18. Oliver Springer
    schrieb am 27. März 2008 um 00:52 Uhr (#)

    @Georg: Seh ich auch so. Also wenn wir bei facebook was zu sagen hätten…da müssten sie vorher neue Server kaufen für den großen Ansturm.

    Noch mal Zustimmung: Die Blogger erstmal kritisieren lassen und dann bei denen lesen, wie man’s richtig macht. Billiges “Geek-Sourcing”! ;-)

    @Tobias: Mundpropaganda lässt sich nicht steuern? So pauschal würd ich das nicht sagen. Sie lässt sich nicht kontrollieren, aber man sie anstoßen und unterstützen. Offen oder heimlich.

    @Tim: Deutsche Version unhip? Nicht so glatt, nicht die ewig gleichen Worthülsen wie bei gut eingedeutschten bzw. deutschen Communitys – das find ich gerade gut. Ich fürchte nur, dass das verschwinden wird, wenn sie diesen Teil professionalisieren.

    @neon: Denk auch, dass da noch was kommt in Sachen PR-Wirbel. Dennoch hat facebook die Chance verschenkt, im Zuge der Einführung der deutschen Sprachversion viel Aufmerksamkeit zu bekommen. Da hätten sie mit minimalem PR-Budget einen gewaltigen Mediawert bekommen können.

    Nutzerzahlen: Das sind wirklich bescheidene Zahlen. Ja, viele Internetnutzer mit SN-Affinität haben nicht nur noch nicht mitbekommen, dass facebook jetzt auf Deutsch genutzt werden kann, die meisten wissen nicht einmal, was facebook ist.

    So habe ich bei facebook bis jetzt auch nur 9 Freunde. Hey, stupst mich mal an! ;-)

  19. Jens
    schrieb am 2. Juli 2008 um 12:30 Uhr (#)

    Hallo Martin!

    Mich würde wirklich interessieren, wo Du eigentlich die Zahlen der deutschen User bei Facebook her bekommst.

    VG jens

  20. Tim
    schrieb am 6. Oktober 2008 um 20:24 Uhr (#)

    Die FAZ meldet: “Facebook verdoppelt Nutzerzahl in Deutschland auf 1,26 Millionen” (http://bit.ly/10xP0O)

    Das bedeutet, dass Facebook seit März um einiges schneller gewachsen ist, als das von vielen zunächst geschätzt wurde.

    Wie letztes Jahr hier schon kurz angedeutet: “It’s Facebook’s for the taking!” (http://bit.ly/2ZCy9q) ;-)

  21. rn
    schrieb am 6. Oktober 2008 um 20:39 Uhr (#)

    Eben diese Zahlen bestätigte Mark Zuckerberg heute in Berlin, auf einer eher mäßigen Marketing Veranstaltung für Facebook. Jetzt gibt es zur deutschen Version eine Art Stadt-Ralley und man kann “Facebook-Botschafter” werden. Ich verstehe nicht, wozu eine alles-umgreifendes Social Network bitte eine schlichte und mäßige “oldschool” offline Marketing Veranstaltung braucht.

    Laut netzwertig sind die Einstiegsbarrieren zwischen in neue Netzwerke nicht so hoch, wie bisher immer beschrieben – dann müsste doch eigentlich Facebook ganz natürlich in Deutschland wachsen. Es braucht bloß etwas Zeit bis es sich herumspricht.

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