BetaBuzz:
Deutsche Telekom greift Startups unter die Arme

BetaBuzzDie Deutsche Telekom positioniert sich verstärkt als Unterstützer innovativer Webanbieter. Nach der Integration von fünf bekannten Web-2.0-Diensten in das Angebot von T-Online im August vergangen Jahres und der gestrigen Ankündigung einer engen Kooperation zwischen T-Online und dem Videoportal sevenload möchte man nun jungen Startups eine Möglichkeiten geben, ihre in der Beta-Phase befindlichen Services von den Nutzern ausprobieren zu lassen. Zu diesem Zweck wurde vor wenigen Tagen BetaBuzz gestartet, laut Eigenbeschreibung “das Testportal der Deutschen Telekom für neue Web 2.0-Dienste”.

Jeden Monat stellt BetaBuzz zwei bis drei neue Services mit einer Beschreibung, mit Anleitungen und Screenshots vor. Zur besseren Orientierung werden neue Angebot in eine der drei Kategorien “Informieren”, “Vernetzen” und “Unterhalten” eingeordnet. Die präsentierten Dienste können (ohne Registrierung) kommentiert und bewertet werden. Auch lässt sich einsehen, wie andere die Leistung des jeweiligen Startups beurteilt haben. Vorgestellte Services müssen nicht zwangsweise brandneu sein. Derzeit finden sich auf der Seite unter anderem Berichte zu Memoloop, MindMeister und Qiro. Angereichert wird BetaBuzz mit einer Art Magazin, das Hintergrundberichte zu einzelnen Startups verspricht und über allgemeine Web-2.0-Themen berichten will. In Kürze soll es auch einen eigenen Blog und ein Forum geben.

Was BetaBuzz nicht darstellt, ist ein Insider-Angebot rund um Web-Startups, das sich als Konkurrenz zu Blogs wie deutsche-startups oder gründerszene etablieren möchte. Aus Sicht von Web-2.0-Bloggern und -Aktivisten mag BetaBuzz oberflächlich und weniger gehaltvoll sein, als man bei Versprechen wie “Hier entscheidest du über die Trends von morgen” oder “Das Telekom-Portal will die deutsche Plattform für die Web 2.0-Szene werden” erwarten möchte. Das allerdings ist entschuldbar, denn BetaBuzz richtet sich an eine ganz andere Zielgruppe: neugierige Stammnutzer des T-Online-Portals, die keine Blogs lesen und bisher von der auf die Blogosphäre und einige wenige IT- und Internet-Magazine begrenzten Lowbudget-Kommunikation junger Internetunternehmen nicht erreicht wurden. Diese können sich für eine Vorstellung bei BetaBuzz bewerben. Das kostet offensichtlich nichts und ist somit eine attraktive Marketingmaßnahme für junge, aufstrebende Webunternehmen.

BetaBuzz darf sich vorwerfen lassen, den Web-2.0-Trend mit großen Worten aufzugreifen, während dieser als Marketing-Hype bereits am Abflauen ist. Davon abgesehen schafft die Deutsche Telekom mit BetaBuzz einen zusätzlichen Kommunikationskanal für Startups, der deren Angebote einer bisher unerreichten Zielgruppe näher bringt. Jeder, dem es am Herzen liegt, dass innovative Internetdienste einer breiten Masse zugänglich gemacht werden, kann sich darüber freuen.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

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4 Kommentare

  1. jo
    schrieb am 8. März 2008 um 17:56 Uhr (#)

    Die deutsche Plattform für die Web2.0-Szene wollen ja alle werden, irgendwie. Und eigentlich hätte BetaBuzz mit der Telekom im Rücken auch einen starken Geldgeber und damit brauchbare Chancen.

    Nur, das wird nicht reichen. Betabuzz kommt zur Zeit in etwa so authentisch rüber, wie die Computerbeilage des örtlichen Bauernboten. Stocksteif (Hint: Wenn der Disclaimer länger ist, als das mission statement, stimmt was nicht), auch das Pseudo-Retro-Design ist nicht innovativ, sondern ein Konglomerat ästhetischer Peinlichkeiten. Was soll das?

    Last but not least: Das Wording. Ja was denn nu? Duziduzi und Kumpelei? Wir/Ihr/Community? Dann bitte Hosen runter! Ich will wissen, wer sich mit mir verbrüdern will, wenn ich sein “Blog” lesen soll.

  2. Jesper
    schrieb am 10. März 2008 um 10:59 Uhr (#)

    Ganz so negativ wie mein Vorredner würde ich das Vorhaben der Telekom nicht sehen.

    Sicher, Plattformen für innovative Dienste gibts wie Sand am Meer.
    Jedoch fehlen den weniger Innovationsfreudigen Nutzern doch noch immer schlicht die Anknüpfungspunkte.
    Insofern kann ein Portal, das verschiedene Trends einer breiten Masse zugänglich macht, doch nur von Vorteil sein. Insbesondere natürlich für diejenigen Services die dort vorgestellt werden.

    Der Look, bedient zwar einen eigenen Geschmack.. offensichtlich setzt man sich dadurch aber von dem verschlissenen T-Online Image bewusst ab.
    Auch das ist m.E. ein notwendiger Schritt, den man aufgrund der allgemeinen Heterogenisierung schon längst hätte erwarten können.
    Ich bin jedenfalls gespannt was noch passiert (die Auswahl der Dienste jedenfalls finde ich vielversprechend).

  3. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 10. März 2008 um 11:04 Uhr (#)

    Jesper, ich sehe das wie du.

  4. Johscht
    schrieb am 13. März 2008 um 12:52 Uhr (#)

    Prinzipiell finde ich die Idee der Seite gut. klar gibt es schon viele andere, bessere Seiten, die sich mit dem Thema beschäftigen. Die Telekom hat allerdings einen Kanal der Infos der “breiten Masse” zugänglich machen kann und das kann Startups nur helfen.
    Die Umsetzung finde ich dagegen ein wenig dürftig. Der dunkle Hintergrund und die verpixelte Schrift sind Geschmackssache, entsprechen in meinen Augen aber nicht dem gewollten innovativen Inhalten.

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