Die Gerüchteküche brodelt – jeder will jeden kaufen

Zwei Wochen ist es her, dass Microsoft sein Übernahmangebote an Yahoo publik gemacht hat. Wir haben uns seitdem mit der Berichterstattung zu diesem Thema zurückgehalten, da sich die Nachrichtenlage ohnehin stetig ändert. Die Beurteilung, welche Meldungen auf Tatsachen basieren und welche nichts weiter als gegenstandslose Gerüchte sind, fällt dabei schwer. Klar ist, dass Yahoo das ursprüngliche Angebote von Microsoft nicht akzeptiert hat und nun bestrebt ist, sich durch eine Kooperation mit anderen, milliardenschweren Unternehmen wie Google oder News Corp. vor einer feindlichen Übernahme durch den Redmonder IT- und Softwareriesen zu schützen.

Neben eines möglichen Microsoft-Yahoo-Deals kursierten in letzter Zeit in US-Medien und Blogs Berichte zu zahlreichen anderen eventuell stattfindenden, angeblich bereits durchgeführten oder “gut informierten Quellen zufolge” angestrebten Akquisitionen. VentureBeat hat eine schöne Liste mit den heißesten Übernahmegerüchten der letzten Wochen veröffentlicht und stellt amüsiert fest: “Everyone is buying everyone”:

Yahoo und Google
Nach Microsofts Übernahmeangebot wurde spekuliert, Yahoo und Google könnten im Suche- und Suchwortvermarktungsbereich zusammenarbeiten, um Microsofts Offerte abzuschmettern.

Yahoo/IAC/Alibaba/Apple/Time Warner/News Corp.
Als eine Zusammenarbeit von Yahoo und Google unwahrscheinlicher erschien, brachten Medien Unternehmen wie IAC (u.a. Ask.com, Bloglines, Match.com), Alibaba, Apple, Time Warner und News Corp. (Besitzer von MySpace) als mögliche “Yahoo-Retter” ins Spiel.

Google oder News Corp./Bebo
Ein anderer Schauplatz: Das bekannte Social Network Bebo sollte angeblich für eine Milliarde Dollar an Google oder News Corp. verkauft werden.

Bebo/CBS/Viacom/Comcast/Microsoft
Nachdem eine Akquisition von Bebo durch Google oder News Corp. in Frage gestellt wurde, tauchten weitere Namen möglicher Käufer auf: CBS, Viacom, der US-Netzprovider Comcast und Microsoft.

Microsoft/Ustream
Microsoft musste in den vergangen Wochen als potentieller Käufer für fast alles herhalten. So ist der Konzern angeblich auch am Social-Video-Dienst Ustream.tv interessiert.

Plaxo/Google/Comcast
Nach der Bebo-Story wurde Google auch Interesse am Social Network Plaxo nachgesagt. Gerüchte kommen und gehen, mittlerweile gilt Comcast als eventueller Käufer von Plaxo.

Yahoo/Maven
Yahoo ist nicht nur Übernahmeziel, sondern selbst auf der Lauer. Aus dem Vermutung, Yahoo stünde vor einer Übernahme des Videodienstleisters Maven, ist mittlerweile Realität geworden.

Man wird sehen, welche dieser Gerüchte sich im Laufe des Jahres noch bewahrheiten und welche neu hinzukommen.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

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6 Kommentare

  1. Justin
    schrieb am 16. Februar 2008 um 16:55 Uhr (#)

    Hallo,

    Am ende kauf keiner keinen!
    Aber die Gerüchteküche ist immer am kochen!

  2. Mirko Riedel
    schrieb am 16. Februar 2008 um 17:37 Uhr (#)

    … und notwendig um den Aktionären Aktivitiät zu zeigen. Dienst am Aktienkurs und Schutz tlws. vor eigenen Übernahmen.

  3. Nicolai
    schrieb am 16. Februar 2008 um 18:04 Uhr (#)

    Am Ende wird Google übernommen ;-)

  4. pete
    schrieb am 17. Februar 2008 um 02:11 Uhr (#)

    schon mal daran gedacht, dass das nur eine alter aktionärs trick war?
    yahoo +52% an einem Tag, wegen NICHTS (!)…

  5. Philipp
    schrieb am 17. Februar 2008 um 02:54 Uhr (#)

    Alter Aktionärstrick :D Ich lach mich scheckig :D Die Leute, die die Macht gehabt hätten, so etwas zur Schau zu stellen (was bei der Größenordnung schonmal völlig abwegig ist) hätten davon gar nicht profitieren können, da sie nicht kaufen durften (vor dem Anstieg) und nicht verkaufen dürfen (nach dem Anstieg), da Insiderhandel etc. Da steht die SEC ganz schnell vor der Tür.

    Google wird Yahoo weder übernehmen, noch mit ihnen zusammenarbeiten. Stichwort Kartellamt bzw. Monopolstellung.

    NewsCorp kann Yahoo nicht kaufen, ganz einfach weil sie den Preis nicht zahlen könnten. Bliebe eine Kooperation bzw. z.B. ein Tausch von MySpace gegen Yahoo Shares übrig. Macht aber auch nicht viel Sinn für die Yahoo Aktionäre, weswegen sie dem Management (wenn es einen solchen Deal avisieren würden) in den Allerwertesten treten würden.

    Im Endeffekt wird es ganz einfach kommen: Yahoos Aktionäre fallen dem Vorstand/Management in den Rücken und erzwingen einen Verkauf an Microsoft. Oder Microsoft erhöht das Angebot um 4-5 Dollar, dann kann das Management nicht mehr “Nein” sagen, ohne Klagen von Aktionären befürchten zu müssen. Oder: Microsoft hat irgendwann keinen Bock mehr, nimmt das Geld und kauft sich 120 andere Startups. Yahoo entwickelt sich weiter nach unten und stirbt irgendwann den langsam Tod, bis es dann zum “Assets ausschlachten” geht.

    Schönes Wochenende ;)

  6. Martin Weigert
    schrieb am 17. Februar 2008 um 09:55 Uhr (#)

    Bedenke, dass Yahoo in den letzten Wochen unzählige neue, sehr innovative Dienste gelauncht oder angekündigt hat. Ob sich Yahoo zwangsläufig “nach unten” entwickeln muss, da bin ich mir nicht so sicher. Vermutlich würde es aber weiter gesundschrumpfen und die Angestelltenzahl verringern.

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