Warner Music wetzt die Messer und verklagt SeeqPod

SeeqPod
Länger als ein halbes Jahr konnte sich SeeqPod, eine beeindruckende Musiksuchmaschine, die das Netz (sehr erfolgreich) nach MP3-Dateien durchsucht und diese direkt abspielt, ungehindert ausbreiten. Die Frage, ob das Treiben des Dienstes juristisch einwandfrei ist, stand bisher unbeantwortet im Raum. Warner Music Group scheint – wen wundert’s – Einwände gegen die Vorgehensweise der Suchmaschine zu haben und hat SeeqPod verklagt, wie Silicon Alley Insider berichtet.

Sollte es dem Musikkonzern gelingen, SeeqPod in die Knie zu zwingen, dann wäre das nicht nur für das Startup aus dem kalifornischen Emeryville traurig. Per Schnittstelle greifen auch andere Webanbieter auf SeeqPods Songindex zu, z.B. Songbeat, das die Suchefunktion mit einer kleinen, kostenlosen Applikation auf den Desktop bringt. Auch Songza, ein Dienst, der bei YouTube hochgeladene Musikvideos als Audiotracks verfügbar macht, verkündete vor einigen Tagen, ab sofort ergänzend auf SeeqPods Songbestand zugreifen zu können.

In den USA wird bekanntlich viel und gern geklagt, doch nicht immer bedeutet das juristische Vorgehen eines Hollywood- oder Filmkonzerns sofort das Ende des verklagten Unternehmens. Silicon Alley Insider verweist auf das Beispiel des Social Music Networks imeem, welches im vergangenen Jahr ebenfalls von Warner Music wegen angeblicher Urheberrechtsverletzungen in die Mangel genommen wurde, sich dann aber mit dem Konzern einigen konnte und mittlerweile das Musik-Repertoire der Plattenfirma legal streamt.

Update: Weitere Hintergründe im SeeqPod-Blog und bei last100.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

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6 Kommentare

  1. Tobias Petry
    schrieb am 23. Januar 2008 um 16:59 Uhr (#)

    Ich habe die böse Vorahnung das Warner Music da Erfolg haben wird, denn mit den BitTorrent-Suchmaschinen war es das gleiche, die Reschtlage war nicht eindeutig, dummerweise entscheiden vor Gericht die Richter immer zu Gunsten der großen Konzerne (zumindest in Copyright-Fragen)

  2. Stefan
    schrieb am 24. Januar 2008 um 09:17 Uhr (#)

    Laut gedacht: Ich könnte mir gut vorstellen, dass Warner Music an der Technologie hinter SeeqPod interessiert sein könnte. Schließlich wäre so ein kleiner Bot, der das Internet recht erfolgreich nach MP3s durchsucht eine starke Waffe im Kampf gegen Urheberrechtsverstöße.

  3. Martin Weigert
    schrieb am 24. Januar 2008 um 10:18 Uhr (#)

    Stimmt, klingt nicht so unrealistisch.

  4. Denny
    schrieb am 24. Januar 2008 um 10:19 Uhr (#)

    Ich weiss nicht, was an der Suchmaschine illegal sein soll. Sie findet lediglich MP3-Dateien, die völlig ungeschützt auf irgendwelchen Webservern herumliegen. Diese Dateien kann man mit Google auch finden (filetype:mp3). Nur scheint Seeqpod zusätzlich noch die Meta-Informationen der Dateien, also die ID3-Tags, auszulesen, um so mehr Treffer zu landen.

    Ein Download der Dateien ist hier nicht möglich, jedenfalls nicht ohne die URL manuell abzutippen. Bei Google kann man die MP3-Dateien direkt herunterladen. Ergo? Sperrt Google ;)

  5. Martin Weigert
    schrieb am 24. Januar 2008 um 10:28 Uhr (#)

    Vielleicht ist es mehr die Tatsache, dass SeeqPod eine Oberfläche zum Abspielen und Teilen mit anderen anbietet?

  6. OleS
    schrieb am 25. Januar 2008 um 13:18 Uhr (#)

    Naja, ist aber schon so wie Denny sagt, denn man kann wirklich die gleiche Suche auch bei Google eingeben. Der Unterschied is doch eig. nur, dass Google das ganze Netz durchsucht und seeqpod eben von vorneherein nur die mp3-Files.
    Fänd es sehr schade um den Dienst, da Songbeat wirklich klasse ist. Vielleicht bringt SeeqPod auch einfach einen externen Player raus? :D

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