Das Ironieverbot

“Du sollst nicht ironisieren!” – sobald es um den ‘uneigentlichen Sprachgebrauch’ geht, sind sich alle Journalisten einig, zusammen mit Wolf Schneider: Die Ironie gehört allenfalls in die Glosse, besser aber in die Gosse.

Obwohl doch der Pöbel dort unten, nach der festen Überzeugung der Pressevertreter, diese Ironie gar nicht goutieren könne. Denn die Ironie sei im Grunde wiederum viel zu chic für Proletenhände. Der Leser merkt’s – bei solchen Vorurteilen über ‘Ironie’ gibt es viel zu hinterfragen.

Zwei Faktoren bestimmen in meinen Augen die journalistische Aversion gegen die Ironie: 1. eine notorische Überheblichkeit dem Publikum gegenüber und 2. eine ebenso große Unkenntnis über Spielformen und Intentionen der Ironie. Konsens herrscht unter Ironieverächtern allenfalls darüber, dass die Ironie ‘das Gegenteil dessen, was jemand meine’ zum Ausdruck bringt.

Ironie – das versteht der Leser nie” – seit Jahrzehnten ist dies der große Merksatz, gelehrt in allen Journalismusseminaren, in denen sich die Eleven endlich einmal mit Stilfragen beschäftigen dürfen. Aber – stimmt das denn auch? Stellen wir uns einfach mal eine gewöhnliche Tageszeitung in der Provinz vor, meinethalben den ‘Steerthausener Torfkurier‘. Den wiederum liest auch der Schlossermeister Krause, der sich soeben mit der Zange in den Daumen kniff, als er bei der flotten Friseuse Käthe Kakelmann das Schloss auswechselte: “Au, das tut gut!” jubelt Krause, während er auf einem Bein durch das Coiffeurstübchen hüpft. “Denk doch einfach an was Schönes!“, antwortet ihm die Käthe, während sie das Pflaster aus dem Medizinschrank holt.

Wie bitte, liebe Journalistenschulen? Diese beiden Menschen aus dem ‘Publikum’ eurer Zeitung inmitten der tiefsten Provinz sollten nichts von Ironie verstehen? Obwohl sie soeben klassische (selbst-)ironische Redefiguren wie selbstverständlich gebraucht haben?

“Tscha, der hat es ja weit gebracht”, so heißt es hierzulande, wenn einer als Säufer endet. “Der hört das Gras wachsen”, lästern die Bauern über einen “Überstudierten”. Die ganze Volkssprache ist voll mit blanker Ironie – anders ausgedrückt, sie besteht aus ‘feinem Spott’, um die klassische Übersetzung des griechischen Wortes ‘Ironie’ hier einzuführen. Und selbst die gängigen Definitionen der Ironie lassen sich erneut ‘ironisieren’ – und jeder versteht’s immer noch.

Weshalb also darf der Journalist seinem Publikum gegenüber keine Ironie gebrauchen? Das muss dann doch wohl andere Gründe haben, als es uns der abgenudelte Merksatz der Journalistenschulen weismachen will. Vielleicht würde der Journalist sich ja durch Ironiegebrauch mit seinem Publikum zu sehr ‘gemein machen’, mit ihm ‘aus einem Napf fressen’? Vielleicht muss gerade deshalb jeder Artikel meilenweit von Witz und Spott entfernt erbaut werden, damit die Distinktion gewahrt bleibt, der Besserdünkel der Journalistenzunft, die so gern ‘Vorbild sein’ und ‘ernst genommen’ werden möchte? Vielleicht geht es also – ganz im Gegensatz zur Lehrmeinung – darum, eben nicht ‘zu populär’ zu werden? Das Katheder muss durch einen abweisenden, herrschaftlich ‘seriösen’ und ironiefreien Sprachgebrauch verteidigt werden. Für diese rollenspielerischen und statusverteidigenden Ansichten gäbe es in meinen Augen klarere Indizien als für die übliche volkspadagogische Begründung des allgemeinen Ironieverbots, wonach Ironie den Horizont des Lesers überstiege.

Ferner gibt es ‘die Ironie’ gar nicht. Das Thema ist ein wahrhaft ‘weites Feld’ (Fontane) – und wer nur die Ansicht vertritt, dass es darum ginge, ‘das Gegenteil des Gemeinten’ zu behaupten, der steht allenfalls am Feldrain der gewöhnlichen ‘Volksironie‘. Die Ironie, um mich mal möglichst allgemein auszudrücken, die hat es mit ‘gebrochenen Perspektiven’ zu tun, sie geht den Rissen in der Welt und in der ‘Wirklichkeit’ nach, manchmal durchaus auch, indem sie das Gegenteil in den Raum stellt. So konterkariert ein ‘ironischer Schriftsteller’ wie Thomas Mann ständig die bürgerliche Lebenswelt, indem er sie ‘aus Künstleraugen’ porträtiert. Die Buddenbrooks, der Felix Krull, der Leverkühn – sie alle sind personifizierte Ironiewesen auf zwei Beinen, ein Hauch von Spott und Uneigentlichkeit durchweht jede Zeile. Denn sie sind ‘alle gar nicht richtig wahr’ …

Ganz anders wieder der Begriff der ‘romantischen Ironie’, bei der es – Germanisten mögen mir verzeihen! – im Kern darum geht, den Entstehungsprozess des Werkes im Werk selbst mit abzubilden. Beispielhaft vielleicht in E.T.A. Hoffmanns ‘Kater Murr‘, wo – nebeneinander abgedruckt – der verspießerte Hauskater seine depperte Lebensgeschichte auf der Rückseite des hochkünstlerischen Manuskripts des Komponisten notiert, durch welchen Kontrast die ideale Welt der Kunst und die miefige Realität unmittelbarer Triebbefriedigung miteinander einen wahren Höllentanz aufführen. So rasend komisch, und zugleich so bitter kann Ironie manchmal sein, ohne dabei eine einzige Tatsache ‘zu verdrehen’. Sie wirkt dann, indem sie – im Plural und à la Watzlawick – ‘die Realitäten’ sprechen und sich widersprechen lässt.

Letztlich gibt es auch noch die ‘antike Ironie’, manchmal auch ‘sokratische Ironie’ genannt, weil sie so vorgeht, wie es der Athener Philosoph in seinen platonischen Dialogen tat. Hier geht es darum, einen Menschen beim Wort zu nehmen, um ihn dialogisch und am Narrenseil seiner eigenen Thesen in die Absurdität zu führen, damit er endlich ‘umdenkt’. Eine überaus pädagogische Methode, weil sie zwingend zur ‘Selbsteinsicht’ führt. Wenn nämlich der Ueli Ankenstampfer auf Grund seiner eigenen Vorannahmen (Prämissen) einsehen müsste, dass es nicht gut wäre, alle Ausländer aus der Schweiz hinauszuschmeißen, dann hätte der Blocher wieder einen Wähler weniger.

Insbesondere von dieser Ironie wäre dem deutschen Journalismus mehr zu wünschen, vielleicht indem er einen Pofalla, einen Heil, einen Lafontaine, einen Westerwelle usw. ruhig mal ironisch ‘beim Wort’ nimmt, um sie gegen die Wälle des Alltagsverstandes und der Realität anrennen zu lassen, wo sie sich die Hörner abstoßen können. Statt dass die Zeitungen, wie derzeit, einfach nur kommentarlos rezitieren, was die politischen Böcke blöken.

Nichts anderes als diesen Weg bin ich übrigens in diesem Blogbeitrag über den Hans-Ulrich Jörges gegangen, wofür ich in den Kommentaren wegen ‘Ironiegebrauchs’ dann die übliche Dresche bezog. Verkehrte Welt …

Denn die Ironie ist weder ‘abgehoben’ noch ‘unverständlich’ – im Gegenteil: sie ist ‘populär’, sie ‘zieht Leser an’, sie ‘mischt sich unter das Volk’, sie generiert sogar ‘Klicks’ und ‘Quote’, sie lässt aber die abgehobenen Journalistenorakel auf ihren Dreibeinen mit ihrer Hohepriestersprache weit hinter sich zurück.

Einen weiteren Grund, weshalb die Ironie im Zeitungsdeutschen nicht reüssiert, den stelle ich hier als Hypothese einfach mal in den Raum: Die Ironie, so meine Überzeugung, macht jeden Schreiber kenntlich. Das Ziel jeder Zeitung besteht aber andererseits in einem seitenübergreifenden ‘Objektivitätsideal’: Was in ihr steht, soll die Meinung der FAZ, der NZZ oder der Kronenzeitung sein, aber nicht die Ansicht von Karlchen Krawuttke oder Sybille Sterndeuter. Deshalb also darf die Ironie nicht auftauchen, weil die massenmedialen Festungen durch Ironie unterminiert würden, das Markenzeichen würde von der Titulatur zum Verfasser wechseln. Die Zeitungswelt würde wie die Literatur in Schreiber zerfallen. Ein Beispiel: eine der wenigen Zeitungen, wo der Ironie auch im Redaktionellen Raum gegeben wird, ist die taz. Dort lese ich in einem ‘Schwerpunkt’ über die 68er (29./30. 12. 2007, S. 15 – leider nicht online) folgendes:

Im Kino sahen wir ‘Easy Rider’, und am Ende, als Peter Fonda und Dennis Hopper von spießigen Farmern einfach abgeknallt wurden, musste ich an unseren Vizedirektor denken … Wir kauften uns Bananenlenker und fühlten uns wie Easy Rider auf ihren Harley-Choppern“.

Das ist blanke Selbstironie, die höchste Form der Ironie überhaupt, dazu noch Wir-Form und andere redaktionelle Scheußlichkeiten. Als Absender bleibt mir hier nicht die ‘taz’ in Erinnerung, sondern Mathias Bröckers. Durch den Gebrauch der Ironie tritt also der Autor wieder aus dem Schatten des Mediums. Gerade, weil die Ironie so viele Facetten hat, ist sie ein außerordentlich individuelles Stilmittel. Ja, ich erkenne sogar schlechte Autoren an missbrauchter oder unangemessener Ironie. Dass dies wiederum manchem Verleger nicht recht sein kann, der auf die Austauschbarkeit seiner Grauwertproduzenten achten muss, das mag zur Verachtung der Ironie in der Zeitungslandschaft beigetragen haben.

 

Kleine, unvollständige Liste berühmter Ironiker:

Sokrates
Voltaire
Fontane
Tucholsky
Heine
Karl Kraus
Novalis
Cervantes
Döblin
Börne
Jonathan Swift
George Bernard Shaw:
Ich bin bekannt für meine Ironie. Aber auf den Gedanken, im Hafen von New York eine Freiheitsstatue zu errichten, wäre selbst ich nicht gekommen.”

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

 

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29 Kommentare

  1. Nach meinen eigenen Erfahrungen mit Verwandten, Freunden, Bekannten und Kollegen wird Ironie sehr oft nicht oder falsch verstanden. Also lasse ich es lieber …

  2. Nach meinen Erfahrungen hängt das wiederum mit jenem Bild zusammen, das andere von einer Person hegen: Müssen sie bei ihr aus Erfahrung mit Ironie rechnen, fallen ihnen Einordnung und Umgang mit ‘uneigentlichem Sprachgebrauch’ erheblich leichter. Sie sind dann auf ihn schon gefasst. Aus irgendwelchen, mir unerfindlichen Gründen gilt ein Ironiker auch immer als ‘unseriös’. In dem Punkt schlägt ihn der größte Langweiler in der öffentlichen Meinung um Längen. Persönlich rede ich lieber ernsthaft mit einem Ironiker, als mit zehn Langweilern …

  3. Tja, nicht nur Ironie, schon Humor ist Geschmackssache und gilt im Journalismus oft als unseriös. Dabei sind die zu berichtenden Inhalte oft schon negativ genug und man will den Leser ja nicht wegekeln. Der soll ja nicht mit dem Gefühl “die Welt ist so schlecht, ich werf mich jetzt vor’n Zug” die Zeitung oder Website zuklappen, auch wenn man mit “alles absolut super hier, bei Oma Hempel im Garten ist Apfelernte” ebensowenig dauerhaft Leser locken kann.

    In Israel z.B. scheint man es da entspannter zu sehen: wenn man sowieso damit rechnen muß, jeden Moment in die Luft zu fliegen, ist in den News nichts mehr wirklich ernst. (Wenn allerdings der Nachrichtensprecher nachts im Wald mit einer Kollegin außerdienstlich erwischt wird, ist es auch dort vorbei mit lustig.)

  4. Ich hab nichts gegen Ironie, wie gesagt. Ich hab aber was dagegen, wenn jemand Ironie als durchgängiges Mittel einsetzt, um sich über den Gegenstand seines Textes oder andere Personen zu erheben. Dann ist es nämlich ein billiges Mittel und macht mir auch den Autor nicht gerade sympathisch.

  5. Zwischen ironie, Sarkasmus und Zynismus sind ja nur sehr sehr dünne, sehr durchlässige Trennwände.
    Sobald Ironie in Sarkasmus oder Zynismus abgleitet bekomme ich immer den Verdacht: hier weiß sich der Schreibende nicht mehr zu helfen in seiner Resignation.
    Ironie als Spott, der selbstbewußt und kraftvoll kommentiert, was da falsch läuft, ist mir sehr sympathisch.

  6. @ Frank: Ich würde es nicht so sehr an den einzelnen Ausdrucksformen festmachen, sondern an den Personen: Von einem Brecht, Tucholsky oder Döblin (meinethalben auch von einem Wiglaf Droste oder einem Hajo Friedrichs) gab oder gibt es ironische, sarkastische UND sogar zynische Statements. Trotzdem verlieren diese Menschen bei mir dadurch keineswegs an Sympathie, sofern nur Form und Inhalt zusammenstimmen.

    Es kommt für mich zunächst immer darauf an, wer einer ist, auf das gewisse ‘Darf der das?’.

    Am schlimmsten geht es übrigens in der Politik zu, wo eine gesunde Portion Zynismus seit jeher zum Geschäftsmodell gehört, nach dem alten Adenauer-Motto: ‘Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern?’. Wenn es bei manchen Figuren heute nicht mal zur Ironie mehr langt, dann werden sie mir auch nicht sympathischer. Ein Politiker ohne Peitsche, was ist das schon …?

  7. @ Michèle: Ich bin nicht Teil einer Pinguinkolonie, wo alle den gleichen Frack tragen und alle den gleichen Hering im Kopf haben müssen. Manchmal fühle ich mich eben einen Kopf größer – und wem das nicht passt, der soll mich diesen Kopf kürzer machen, wenn’s ihm denn gelingt. Ich bin auch alt genug, um zu wissen, dass die erreichte Position noch lange nichts über den ‘Rang’ oder die Bedeutung eines Menschen aussagt, mir fehlt es da vermutlich ein wenig an Ehrfurcht oder ‘Seilschaftdenken’. Es scheint mir eher so, dass eine gewisse Scharlatanerie zum Geschäftsmodell dieser Mediengesellschaft gehört, solange das bloß niemand ausspricht. Tue dich zum Exempel einfach mal bei den zahllosen ‘Windbeutelberufen’ um. Das ist meist dort, wo es auch die leckeren Schnittchen gibt. Und da soll ich nicht in Ironie verfallen … ?

  8. @Michèle, Frank: Es gibt sehr viel Zyniker in den Medien. Häßliche, menschenverachtende Zyniker. da hast Du Recht. Ich sehe diese Art Zynismus, der nicht mal mehr entlarvender Spott, sondern nur noch Zerfleischung ist, ebenso wie Arroganz, auch sehr negativ.

    Bei Klaus sehe ich derartiges nicht. Aber es ist Ursache dafür, daß Journalisten bei vielen nicht gerade beliebt sind.

    Humorvolle Ironie ist etwas durchaus Positives, Menschliches. Ja, das Verstehen ist das Problem. Kalte Ironie ist etwas anderes. Die ist nirgends gut.

    @Klaus: Naja, es gibt überall Windbeutel und Schnittchenfresser. Das ist auch kein Medienphänomen, ebensowenig wie Presserabatte. Auch Sekretärinnen werden zu “Lustreisen” eingeladen – dammit sie entsprechend buchen. Was heißt “auch” – bei Journalisten ist das ja gar nicht mehr so üblich. Und ebenso gibt es für Bäcker Rabatte.

    Typisch ist nur, daß einem mitunter dann genau die unterstellen, sich überall nur durchfuttern zu wollen, die selbst dieser Typus sind und von sich auf andere schließen. Nein, ist jetzt nicht auf Dich bezogen. Aber wenn ich von morgens bis nachts um 11 nonstop auf einer Messe bin, dann dort zur Heimfahrt (2 h) noch eine Suppe bekomme – und mich dafür am nächsten Tag rechtfertigen muß, und zwar vor jemand, der Buffets selbst so stürmt, als ob er noch nie eins gesehen hat…

  9. @Wolf-Dieter: Danke dir, eben genau diese Art Zynismus meinte ich auch, der bringt nämlich nichts außer Zorn und Frust, der bewirkt nichts Wesentliches im kopf oder Bauch…
    @Klaus: Prinzipiell gebe ich dir da durchaus recht, aber selbst ein Rucho wußte, wo Sarkasmus nicht mehr angebracht ist. Darum mag ich ihn ja auch. Natürlich kann nicht jeder alles und darf es darum auch nicht – aber die, die das beherrschen, wissen, wo sie es auch mal bleiben lassen müssen. Die “Halbgaren” wissen es eben nicht. Von mir aus hätte die Ironie zu diesem Stern-Journalist-Geblubber durchaus noch kräftiger sein können, aber sie wirkt auch so “verhalten” bereits sehr gut. Wers kann, der kanns.

  10. Vertipper. Ich meine natürlich nicht Rucho, sondern Tucho(lsky)

  11. @ Wolf-Dieter: Da hast du etwas in den falschen Hals bekommen: Mit ‘Windbeuteln’ meinte ich eher diejenigen, welche die Schnittchen auffahren, weniger diejenigen, die sie vertilgen …

    @ Frank: Genau, denn es gilt für alle Stilfiguren das gleiche, ob Ironie oder Metapher. Auch Sprachbilder sind etwas Feines, wer aber den Zahn der Zeit mit eisernem Besen Licht ins Dunkel bringen lässt, der kann es einfach nicht. Genau so wenig wie derjenige, der mit seiner Ironie unverstanden bleibt oder andere ungewollt verletzt …

  12. @Klaus: Och, die, die Schnittchen auffahren, sind keine Windbeutel, sondern Caterer. Die können da am allerwenigsten für.

    Aber ich fand die Szene in Don Alphonso’s “Liquide” so köstlich, wo eine langweilige Ansprache durch einen entschlossenen Zwischenruf “Das Buffet ist eröffnet!” nachhaltig sabotiert bzw. vorzeitig beendet wird :-)))

    PS: Manchmal gibt es statt Schnittchen ja auch Windbeutel ;o)

  13. Ironie als “feiner Spott” ist ein feines Stilmittel und für mich in Ordnung (Zynismus mag ich nicht so). Und zur Verstehbarkeit: Habt ihr mal mitbekommen, wie gut Kinder (von bestimmtem Alter an) Ironie verstehenß Wie herzlich sie darüber lachen können? Wie sie selber damit umgehen? (Beobachtet ihr überhaupt noch Kinder?)

  14. Interessanter Artikel und interessante Diskussion, aber beim Vergleich Ironie in der Presse – ironischer Volksmund müsste man vielleicht auch die Kommunikationssituation berücksichtigen. Face-to-face-Ironie verzichtet fast nie auf mimische und intonatorische Mittel, die dem Schreiber nicht zur Verfügung stehen. Und Smileys sind nicht umsonst so beliebt in Kommentaren :) :) :)

  15. Schon richtig – aber selbst dort, wo Mimik oder Stimmgebung unterstützend wirken könnten, in Radio oder TV also, ist Ironie nur selten zu finden (Harald Schmidt & Co. mal ausgenommen). Ich sehe nur einen Wald von ‘sprechenden Mikrofonständern’ …

  16. Ach, Herr Jarchow, Sie haben für Ihre Jörges-Tirade nicht etwa wegen Ironieverdachts Dresche bezogen – da gab es nur einen Kommentar, der sich allgemein auf Ihren ironisch gemeinten Adjektiv-Stil bezog, was immer damit wiederum gemeint sein sollte. Sie haben gegen Jörges kein ironisches Florett geschwungen, sondern einen polemischen Dreschflegel. Ich muss es ja wissen, bin schließlich einer der bedeutendsten zeitgenössischen Ironiker in Deutschland ;-)
    Gegen Ihre Wahl der Waffen ist überhaupt nichts einzuwenden, wohl aber gegen den Versuch, den Dreschflegel zu einem Florett umzudichten.
    Völlig einverstanden bin ich mit Ihrer Auffassung, dass Ironie in Printmedien nicht (nur) ihrer Missverständlichkeit wegen verpönt ist, sondern auch, weil sie den Schreiber kenntlich macht und aus dem Einheits-Look des Mediums heraushebt. Weshalb die Blogosphäre Deutschland ja einen Ironieaufschwung sondergleichen bescheren müsste. Und auch tatsächlich beschert.

  17. Ja,nech? Finde ich auch …

  18. (1) Kleine Arbeitshypothese: Die tatsächliche oder unterstellte Abneigung der Leser gegen Ironie entfiele, wenn die Trennung von Meinung und Bericht (stilistisch) klarer durchgehalten würde.
    Wenn ich schon in Berichten, z.B. mit SPIEGEL-Lustig-Sprech beim Meinungshändchen genommen werde, will ich mich in Meinungstexten nicht auch noch mit uneigentlicher Rede herumschlagen? – Das sollte ich einmal in meinem Leseverhalten beobachten.

    (2) Kleiner Zweifel: Den Satz, die FAZ sei ironiefrei, würde ich nicht unterschreiben. Bei diesem Blatt tropft die Ironie derart aus den Überschriften, dass ich keine Ente ins klug bedruckte Papier wickeln würde; eingedenk der D.O.N.A.L.D.isten, die dahintersteck(t)en.

    (3) Grundsätzlich: Parallel zum Witz lässt sich auch Ironie sortieren: Eklig ist der Judenwitz, (meistens) klug der jüdische Witz.

  19. (1) Eine solche Trennung ließe sich in meinen Augen nur schwer durchhalten: Erstens sind Berichte häufig camouflierte Meinungen im Objektivitätsgewand. Jedenfalls sobald sie über eine nackte Meldung hinausgehen. Allein schon, weil eine Anordnung, Auswahl und Gewichtung des Geschehens getroffen wird. Zweitens sind die meinungsfreudigeren Berichte in der Regel die lesbareren. Bis heute die beste Nachricht von den Parteiversammlungen der Weimarer Republik gibt uns Tucholskys Betrunkener – und zwar auf ironische Weise.
    (2) Das stimmt: Schon der Schirrmacher an der Spitze der hochbourgeoisen FAZ ist eine Ironie von Thomas-Mann’schem Ausmaß.
    (3) Eine ‘Froschperspektive’ eignet Witz und Ironie oft. Es ist eben komisch, dass Elefanten Angst vor Mäusen haben; nicht komisch ist es, dass Mäuse Angst vor Schlangen haben.

  20. Ist es nun Ironie oder Tatsache, daß Fontanes “weites Feld” auch nur bei Nobel-Graß abgeschrieben ist, wo es versandet? Ironie, Satire, Polemik, Sarkasmus, Stilmittel die durchaus Waffen sein können. Ist es vielleicht diese Erkenntnis, die aus obrigkeitsstaatlicher Zensurgewohnheit in Journalistenausbildung tradiert wurde? Freilich macht Ironie kenntlich, aber eben nicht nur den Schreiber, sondern auch den Sachverhalt und seine Personen, zuletzt noch im Umgang mit Ironie auch den Leser. Allein schon die Tatsache des Trotzes wider tierischen Ernst macht Ironie gelegentlich unabdingbar, und sei es um den Preis der Kenntlichkeit. In Zeiten, in denen “Starjournalisten” mit ihrem Konterfrei Artikel kennzeichen, kann eine erweiterete Ebene doch wohl nicht wirklich schaden? Soweit Gefahr von Überheblichkeit nicht ausgeschlossen werden kann, der Journalist des ohnehin elitären Anspruchs sich einen Kopf größer macht, ist es keineswegs Ironie, sich des gleichen Mechanismus zu bedienen, um nicht nur andere, sondern sich auch selbst zu kürzen. Erlaubt sein dürfte es allemal. Ironie dürfte z.T. deshalb so verpönt sein, weil sie eine individuelle Meinung reflektiert, die den Intentionen des Verleger/Verlages/Blattes zuwider läuft. Verzicht auf Ironie erscheint mir mehr eine politische als eine journalistische Entscheidung zu sein. Unabhängig davon gilt, was Karl Kraus für die Polemik sagt, wohl auch für Ironie: Sie soll den “Gegner” beunruhigen, nicht verletzen. Das Maß der Beunruhigung allerdings definiert der Betroffene.

  21. Der Aufhänger des Artikels, die These, dass manche Journalisten am liebsten naive und unwissende Leser haben (zur Festigung der Machtverhältnisse und so), beunruhigt mich, weil ich als naiver und relativ unwissender Leser zu erkennen beginne, dass ich zu der leicht manipulierbaren Masse der naiven und unwissenden Leser gehöre…

    Hört lieber auf, darüber zu reden, sonst emanzipiere ich mich noch und werde ein aufgeklärter Mensch, obwohl es ja eigentlich ganz bequem ist, die Obrigkeit anzubeten und dafür mit Brot und Wasser versorgt zu werden.

    Ein kleines Bisschen von-oben-herab ist der Artikel ja schon, aber das ist jeder Artikel, der den einfältigen Leser dazu zwingt zu bemerken, dass sein Horizont begrenzt ist. Das ist wohl so eine Art Naturgesetz.

  22. @ANDREAS: Selbst Journalisten sind ja hin und wieder Leser und tummeln sich, um nach dem Rechten bei den Kollegen zu schauen. Sie sind untereinander, also zu Lesern nicht weniger überheblich, als wir Normalleser sie mitunter wahrnehmen dürfen. Soweit das `Ironieverbot´ nicht auf tradierte Mechanismen der Journalistenschulen und noch dahinter in obrigkeitsstaatliche Medienlanschaft der Maulkörbe zurückreicht, mag die Geringschätzung der schreibenden gegenüber der lesenden Zunft tatsächlich eine Rolle spielen. Andererseits sind Satiren, Glossen, Streiflichter durchaus gängige Genres zumindest der großen Zeitungen. Selbst das Vier-Buchstaben-Blatt mit seinem Postillion FJ Wagner gönnt sich ja offensichtlich einen Ironiker. Oder meint der seinen Schmäh ernst?

    Die Ironie, Klaus Jarchow sagts mit Fontane: `ein weites Feld´. Zudem, Ironie macht ja nicht nur den Autor in gewisser Weise kenntlich, sondern vermag ohnehin abgedrehte Sachverhalte bis in Unkenntlichkeit zu überdrehen, ad absurdum zu führen. Und doch versteht auch der “naive, unwissende” Leser gerade solche Darstellung eher schneller und besser, als so mancher `Überstudierte´, indem er seinem gesunden Menschenverstand vertraut und nicht erst vom hohen Roß des Gebildetsein runtersteigen muß. Die Frage also ist, verträgt die Nachrichtenlage Ironie? Wenn ja, und ich meine ja, wieviel davon verträgt sie, ohne ihre Urheber gleich zum Pessimismusbeter und Nörgler, Besserwisser, Rechthaber abzustempeln?
    Außerdem, auch Obrigkeitsanbeter verdienen etwas mehr als Brot und Wasser. Wie wärs mit Brot und Spiele? ;-)

  23. @Teja: Du gehst aber immer noch davon aus, daß nur FJW Schmäh macht, das Blatt, in dem er schreibt, dagegen ernst gemeint ist. ;o)

    Aber das mit den Witzen, den Glossen und der Ironie ist wirklich problematisch. Einerseits kann man manche echte Entgleisung (mir fällt da die unangebrachte Bezeichnung einer Muslima als “sexuelle Müllabfuhr” ein, die der Frau enormen Ärger eingebrockt hat) im Nachhinein als Ironie, Witz, Glosse tarnen. Andererseits kommen Witze nie bei 100% der Leser an, egal, wie gut oder schlecht, die Geschmäcker sind nun mal verschieden. Dann tut irgendwer seinen Protest als Leserbrief, Forenposting oder Blogeintrag kund und enige Monate später wirste dann vom Chef rundgemacht, wenn Du den betreffenden Gag längst schon vergessen hast. Bei Hunderten von Texten im Jahr hast Du da auf Dauer kaum Chancen, mehr als 2-3 Jahre zu überstehen. Ganz abgesehen davon, daß der Chef ohnehin oft einen anderen Humor hat. Ich fand es immer wichtig, Texte mit Humor aufzulockern, die Mehrzahl meiner Leser goutierte es, aber mit den Chefs gab es meist irgendwann Ärger. Wobei die einen nicht zum Pessimisten abstempeln, sondern im Gegenteil zum oberflächlichen, nix wissenden Noob, nur weil man z.B. über einen mißglückten PR-Stunt eine Glosse schreibt statt einen traditionell-verbissenen Alt-68er-Polit-Text, der der Albernheit der Angelegenheit überhaupt nicht angemessen wäre.

    Insofern habe ich für mich die Konsequenz gezogen, doch lieber für die Chefs als die Leser zu schreiben, was aber nicht nur schlecht für das Blatt, sondern auch wesentlich schwierig ist, da die Leser einem im Allgemeinen doch recht klare Rückmeldungen geben, die Chefs aber nicht.

  24. @ Andreas: Zwischen dem ‘Zerrbild’, das die Journalisten (leider) oft von ihrem Leser haben, und der Realität des Publikums, das immer alle Facetten umfasst, gibt es glücklicherweise gewisse Unterschiede. U.a. bist du der Beweis.

    Etwas anderes ist es mit der Ironie ‘an und für sich’, die ein gewisses Von-Oben-Herab bedingt – auch die oben erwähnte ‘Volksironie’. Das ist deshalb notwendig, weil sie ja das Bessere durch das Ernstnehmen des Schlechteren erläutert. Insofern steht sie immer über den Dingen, ist immer ein wenig gegenüber dem Gesprächspartner avanciert. Daher auch der pädagogische oder ‘sokratische’ Eindruck des Besserwissens, der manchen sauer aufstößt. Gerade stumpfere Menschen finden oft, dass die Ironiker allesamt Ohrfeigengesichter tragen …

  25. @ WOLF-DIETER ROTH: Auf der anderen Seite vom Zaun bekomme ich als Leser von den Klassenkämpfen in den Redaktionen nichts mit und auch nichts ab. Als Gelegenheitstexter darf ich regelmäßig eine Quartalsschrift mit Textbeiträgen beglücken. Das seltene Blatt, eher Mitgliederpostille, zeichnet sich durch einen alt-68er Stil z.T. verquaster Soziologendiktion und Frankfurter Schule (Adorno, Horkheimer) mit ordentlich tierischem Ernst aus. Dagegen schreibe ich dann hier und da mit durchaus unübersehbarer Ironie an. Allerdings kenne ich `meinen´ Chefredateur nicht einmal. Wäre vielleicht eine interessante Studie: Sein Gesicht, wennn meine Texte eintrudeln.

    Aber einfach mal gefragt: Wäre nicht die Reaktion des deutschen Finanzministers, seine Haltung gegenüber dem Bürger Steuerzahler nach dem BFH-Urteil geradezu Ironiezwang gewesen? Oder darf man soviel Bösartigkeit einer Majestät artig direkt ansprechen?

    @KLASUS JATCHOW: Liegt das Zerrbild vielleicht daran, daß Journalisten ein Massenpublikum erreichen wollen/sollen, die Marketingfritzen mit ihrer Kenntnisse über Zielgruppen den im Grunde gar nicht so unwissenden Schreibern in die Suppe spucken und der Verleger sowieso ein anderes Ziel sowohl hinsichtlich Meinungsbildung als auch in Bezug auf Umsatz hat? Na ja, von den Feigen teilen Ironiker ja auch kräftig aus. Das mit dem Gesicht gilt erst, seit der Texter mit Foto Präsenz bekundet. Und dann gibts Fotos, da könnten Journalisten auch bei Lesern fündig werden. ;-)

  26. @Teja: Tja, als “Freier” (was nix mit Nutten zu tun hat, auch wenn manche Blogger das glauben ;-) kann es Dir auch passieren, daß Du irgendwann rausfliegst, weil der Redakteur sich einmal zu viel über Deinen Text geärgert hat. Es ist dann natürlich weniger dramatisch und die Gefahr ist geringer, wenn Du ihn nur alle paar Wochen piekst als täglich. Aber ich habe auch schon von einem Chr. Mails voller Fäkalien nachts um 1/2 3 erhalten, so ist es nicht. Wenn allerdings als Angestellter der Stil zwischen Dir und Deinem Chef nicht 100% kompatibel ist (und wo ist er das schon? Für die Leser mußt Du ja gerade Individualismus zeigen!), dann endet es irgendwann in einem Knall. Einen eigenen Stil dürfen oft nur die Alphatiere zeigen. Oder es geht eben ein paar Jahre gut, weil Dein Chef Dein Zeug gar nicht gelesen hat (ja, das kommt auch vor) und endet mit einem Dumpfen, wenn er es dann doch mal tut.

    Das mit dem Gesicht, das ist auch riskant im Zeitalter von Stalkern. Nicht ohne Grund haben viele in Xing Cartoons, Babyfotos oder welche im Gegenlicht, wo das Gesicht nicht erkennbar ist.

  27. @WOLF-DIETER ROTH: Man schreibt so vor sich hin und vergißt: Na klar meinen die Springerfritzen jeden ihrer Kaffeehaus-Züge ernst! Die arbeiten an einem großen Puzzle für den Machtpoker. Daß dabei nur Schmäh rauskommt?! Wer sowas macht, muß mit Sch(w)und rechnen, und wenn der FJW heißt. Einsam ist der dort nicht, eher in diesem Genre einsame Spitze. Wie sollte ich `immer noch´ davon ausgehen, vier Buchstaben könnten ernst gemeint sein, Wolf-Dieter? Mag ja ganz possierlich sein, das Tier Ernst, aber bei mir zu Hause?Nein danke! Kunst isses aber schon, so konstant daneben zu hauen, oder?

  28. @Arbiter: Es gibt ja auch Leute, die Coupé (wär mal was für eine Besprechung, aber ich mache sie lieber nicht ;-))) ernst nehmen. Hab mir mal die Chancen bei einer Blondine (in dem Fall nicht unbedingt optisch gemeint) schwer vermasselt, weil sie das Teil wohl zur “Einstimmung” ausgelegt hatte und ich nach dem Reingucken aus dem Lachen nicht mehr rauskam…

    Jaja, FJW, einer der letzten Abenteurer unseres Landes. Traut sich nur mit Frau Zypries an der Seite in die Berliner U-Bahn. Ist aber auch besser so. Oder würdest Du ihm gerne in der U-Bahn begegnen? Da erschrecken doch nur die Kinder!

    Kennst Du eigentlich die “Neue Spezial”? Ist leider eingestellt, aber immer noch Ideenlieferant vieler Kollegen…

  29. @ WOLF-DIETER ROTH: Huch, was Journalisten so alles in die Finger kriegen! `N Coupé hatte ich mal, waren vier Räder dran. Sind sogar Blondinen eingestiegen. U-Bahn lassen sie mich als Landei hier draußen nicht fahren. Das ist auch gut so, zumindest solange mein Pappendeckel und ich zusammen gehören, bis mein Methusalem uns scheidet. Für FJW werden sie schon auf irgend einem VOLKS-Fest `ne Geisterbahn aufbauen. Ob Angie da uch schon drin ist?

    Die schon wieder eingestellte “Neue Spezial” ist mir neu und eingestampft nicht begegnet. Außerdem bin ich auf dem und vielen anderen Gebieten so löchrig, selbst der olle Sokrates würde mich am Nasenring meiner Unwissenheit über die Agora schleifen. Recht hat er! Mal sehen, wie speziell man sich über die “Neue Spezial” wo noch kundig machen kann.

    Aber das mit den Blondinen noch mal, Wolf-Dieter: Kann man das auch optisch meinen?

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  1. [...] Brand Eins, selbst schon vom Namen her ein Marken-Produkt, hat die Mechanismen, die Medien so schief ticken lassen, in einem nun auch online verfügbaren Essay auf den Punkt gebracht: Platte Themen um Pseudo-Promis wie Dieter Bohlen oder Paris Hilton verkaufen sich gut und jede Trivialität wird hysterisch gackernd zur Bedrohung, zur Katastrophe aufgeblasen, wenn noch ein “Aufmacher” fehlt. Martin Sonneborns Georgien-Aktion gelang dies nur nicht, weil ihr Anspruch zu hoch lag und die Brisanz dieser “Entschuldigung” erst nach kurzem Nachdenken klar wird – etwas, was man dem normalen Leser und Fernsehzuschauer nicht zumuten kann. [...]