Songza:
Konkurrenz für SeeqPod, aber keine Gefahr

Martin Weigert, 9. November 2007 16:32 Uhr, 14 Kommentare Kommentare

SongzaSeeqPod, die hervorragende Musiksuchmaschine, die ich vor einiger Zeit vorgestellt habe, bekommt Konkurrenz: Songza hat gestern seine geschlossene Beta-Phase beendet und präsentiert sich als optisch ansprechende No-frills-Suchmaschine für Musik. Im Gegensatz zu SeeqPod, das komplett auf Flash basiert und entsprechend verspielt daher kommt, setzt Songza auf AJAX und verzichtet auf viele der detaillierten Funktionen von SeeqPod. Wer es weniger glänzend mag, dem dürfte Songza vom Design her besser gefallen.

Songza ScreenshotWährend SeeqPod Musik-Blogs und andere Websites nach dem nachgefragten Song durchsucht, geht Songza einen anderen Weg: Es bezieht sämtliche Titel direkt von YouTube und gibt sie ohne Video als Audiostream wieder. Die Musikstücke können direkt im Browser gestreamt, bewertet, zu einer Playlist hinzugefügt oder mit anderen geteilt werden. Songzas Sharing-Optionen umfassen das Versenden des Songza-Links zum Titel per Mail an Freunde sowie das Einbetten des Songs in beliebige externe Seiten oder Blogs (in diesem Fall wird ein Flashplayer verwendet). Zudem wird zu jedem Track ein Link zum YouTube-Video angeboten. Gefundene Songs können in einer Playlist abgelegt werden. Da Songza jedoch bisher keine Registrierungsmöglichkeit anbietet, lassen sich Playlists nicht speichern und existieren somit nur so lange, bis man seine Cookies löscht.

Nachdem mir bewusst wurde, dass sämtliche Musikstücke bei Songza von YouTube bezogen werden, fragte ich mich im ersten Moment, wie man auf so eine fragwürdige Idee kommen kann. Es ist leichtsinnig genug, ein Konzept (von Geschäftsmodell möchte ich nicht sprechen) komplett auf einem anderen Webdienst aufzubauen und sich damit von diesem abhängig zu machen. Dann dessen Angebot auch noch abzuspecken (statt Video nur noch Audio), erscheint im ersten Momentan nicht sehr sinnvoll. Auf der anderen Seite ist es offensichtlich genau das Ziel von Songza, Nutzern schnell und ohne Schnickschnack die gewünschte Musik zu präsentieren. Ob es aber wirklich User gibt, die bewusst auf das Video verzichten, selbst wenn sie wissen, dass die Quelle des Songs ein YouTube-Video ist, erscheint mir recht unwahrscheinlich.

Einen möglicherweise positiven Aspekt für Anwender bringt Songzas Schmarotzen bei YouTube aber vielleicht doch mit sich: Immerhin hat sich Googles Videoportal mit zahlreichen Plattenfirmen über Lizenzzahlungen für ursprünglich illegal hochgeladene Musikvideos geeinigt, was diese und das Einbetten dieser in anderen Seiten damit im Grunde legal macht. Gleiches könnte auch für integrierte Songs via Songza gelten – kommen sie doch von YouTube. Eine Garantie hierfür gibt es aber nicht, zumal auch nicht hundertprozentig sicher ist, dass das externe Einbinden von YouTube-Musikvideos wirklich rechtlich wasserdicht ist. Wer auf Nummer sicher gehen will, lässt die Finger von Songzas integrierbarem Flashplayer.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

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11 Kommentare zu diesem Artikel

  1. ikonos

    schrieb am 9. November 2007 um 19:34 Uhr (#)

    Ist die Frage was Youtube, bzw. Google davon hält ;-), sie bezahlen die Kohle, mit der andere wiederum Geld zu machen versuchen

  2. stephan

    schrieb am 9. November 2007 um 23:57 Uhr (#)

    Mich kann Songza nicht wirklich begeistern. Youtube liefert sehr schlechte Soundqualität. Für mich bleibt seeqpod weiterhin die Entdeckung des Jahres.

  3. mike

    schrieb am 10. November 2007 um 10:24 Uhr (#)

    hi, mir kommen beide geschäftsmodelle sehr fragwürdig vor.
    ich mein bei beiden ist doch die rechtliche situatio nicht ganz eindeutig oder?
    ich meine seeqpod leistet gute arbeit für die musikindustrie, jetzt müssen sie die seiten
    nicht mehr einzelend raussuchen auf den ilegal ihre tracks liegen….?
    und wie sollen sich die dienste eigentlich finanzieren?

  4. Martin Weigert

    schrieb am 10. November 2007 um 17:53 Uhr (#)

    Ich glaube, beide Dienste haben noch kein richtiges Geschäftsmodell und fraglos begibt man sich mit dem Betreiben solcher Seiten aufs rechtliche Glatteis.

  5. Yella

    schrieb am 12. November 2007 um 21:53 Uhr (#)

    Kannte Seeqpod noch nicht und bin über das, nennen wir es mal “Repertoire”, sehr erstaunt. Auch toll umgesetzt. Schade, dass die wirklich innovativen Dinge, die ganz klaren Mehrwert für den Konsumenten stiften, immer halblegal sind (etwa Pandora seinerzeit, Online Videorecording Dienste heute, oder jetzt eben Seeqpod)

  6. Martin Weigert

    schrieb am 13. November 2007 um 09:17 Uhr (#)

    Mit simfy oder Spotify arbeiten ja mittlerweile auch Dienste an attraktiven Angeboten, die von vornherein eine Legalität anstreben. Schauen wir mal, wie die sich entwickeln.

  7. stephan

    schrieb am 22. November 2007 um 19:13 Uhr (#)
  8. koolomani

    schrieb am 29. November 2007 um 19:18 Uhr (#)

    Etwas was auf seeqpod basiert: http://iseeq.pytalhost.com

  9. Martin Weigert

    schrieb am 29. November 2007 um 20:53 Uhr (#)

    Hallo ihr Beiden, danke für die Tipps!

  10. Adam Parusel

    schrieb am 11. Januar 2008 um 18:18 Uhr (#)

    Schaut euch mal Mucelli an. Die Bedienung ist dort noch intuitiver, wie ich finde:

    http://www.mucelli.com

    Täglich werden dort die internationalen Charts aktualisiert und hin und wieder gibt es eine Playlist zu bestimmten Themen. Natürliche auch alles kostenlos.

  11. Martin Weigert

    schrieb am 11. Januar 2008 um 18:41 Uhr (#)

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