medienlese – der Wochenrückblick

Die beiden letzten Ausgaben der Zeitschriften Facts und Cash erschienen. Cash liess sich von Stefan Aust erklären, wie man es besser gemacht hätte und Facts versuchte, 12 übrig gebliebene Stories zu verkaufen, die prompt von Tobistar den möglichen Abnehmern zugeordnet wurden. Der Chefredaktor des Schweizer Fernsehens, Ueli Haldimann, sagte über das neben der WOZ übriggebliebene Wochenblatt, die Weltwoche, es sei “jenes, das das intelligente Tischgespräch soufflieren will und dabei nur den Stammtisch nachplappert.” Der Tages-Anzeiger und Journalistin Barbara Bürer trennten sich, weil der Ressortleiter des Report-Teams das von ihr gewünschte Pensum von 60% nicht akzeptieren wollte. Er hatte sich ein Pensum von 70% vorgestellt. Rafael kritisierte die im Zug sitzenden Leser der Gratiszeitung Heute: “Finde ich schon faszinierend, am Abend auch immer die heute-lesenden homosapiens im Tram oder Zug zu sehen, die nicht auf die Idee kämen, sich mal mit dem Sitznachbarn zu Unterhalten. Sondern vorgekäuten Schund der Verblödungsklasse mit viel Werbung und Bildern konsumieren.”

Jaroslaw Kaczynski, Ministerpräsident von Polen, erzürnte eine Karikatur: “Ich warne die deutschen Regierenden. Deutschland darf keine Äußerungen tolerieren, die zum Schlimmsten führen können: zu einem Unglück in Europa und damit auch zu einem Unglück, das die Deutschen selbst betreffen wird.” Der Schweizer Bundesrat Moritz Leuenberger machte sich ganz andere Gedanken: “Manchmal laufe ich in meinem Beruf nämlich etwas die Gefahr, der These zu erliegen, es fände nur statt, worüber die Medien berichten. Das stimmt nicht. Es ist oft zufällig, wo die Medien sind und von wo sie berichten.”

Thomas Knüwer erklärte einmal mehr den richtig wichtigen Artikel vor dem Wort “Blog” und der Chef der Schweizer SP, Hans-Jürg Fehr, wendete einen offenen Blog an die Präsidenten der Bundesratsparteien. Das Kress-Redaktionsblog entschlüsselte den geheimen Code in der Spiegel-Kantine: “Sollten zwei Kollegen etwas vertraulich miteinander zu bereden haben, so setzen sie sich von Angesicht zu Angesicht gegenüber. Dann, so heißt es, wird sich niemand zu ihnen gesellen. Sitzt man aber nebeneinander, so darf man sein Tablett und sich ruhig am selben Tisch parken.” Die Süddeutsche stürzte sich auf die Meldung, München sei “die lebenswerteste Stadt der Welt” und PR-Berater Klaus J. Stöhlker sagte über den Herausgeber der neuen Schweizer Gratiszeitung .ch, Sacha Wigdorovits: “Ich holte ihn aus der toten Ecke und machte ihn zum Chef von ’20 Minuten’”. Tachles, das jüdische Wochenmagazin, fragte, ob der mit dem Ludwig-Börne-Preis in der Frankfurter Paulskirche geehrte Henryk M. Broder verrückt ist.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

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