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Plattenkonzern EMI gibt Kopierschutz auf

Von Andreas Göldi am 2. April 2007 um 12:48 Uhr Kommentare (0)
Kategorien: Analysen

Nicht schlecht: Nur zwei Monate, nachdem Steve Jobs von der Musikindustrie gefordert hat, den digitalen Kopierschutz (DRM) für online gekaufte Songs aufzugeben, fällt auch schon der erste Plattenkonzern:

EMI gab gerade in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Apple bekannt, in Zukunft auf DRM verzichten zu wollen, zumindest für einen Teil des Katalogs. Im Moment scheint die freie Musik auf Apples iTunes-Store begrenzt zu sein, aber es ist wohl anzunehmen, dass EMI auch weitere Kanäle nutzen wird.

Das ist ein grosser Sieg für Apple und ein Glaubwürdigkeitsbeweis für Steve Jobs, denn nach dem Aufruf im Februar vermuteten viele, dass es sich nur um ein Manöver zur Ablenkung der Apple-kritischen europäischen Wettbewerbsbehörden handeln könnte.

Aber Apple scheint es ernst zu sein mit der freien Musik, und damit nimmt der iPod-Herstellern auch seinen Kritikern den Wind aus den Segeln. Und dem eh schon kaum übertreffbaren Image bei Musikfreunden schadet das garantiert auch nicht.

Die Konsequenzen könnten interessant sein: Auf der einen Seite gibt Apple damit einen potentiellen Lock-In-Mechanismus auf, der aber sowieso nur schwach ausgeprägt ist (der durchschnittliche iPod-User hat nur 20 gekaufte Songs auf dem Gerät). Der Wettbewerb bei den MP3-Playern verschiebt sich also definitiv zur Qualität der Geräte, und da ist Apple sicher nicht schlecht positioniert. Steve Jobs ist eben ein Hardware-Guy, und das zeigt sich auch hier wieder mal in aller Deutlichkeit.

Auf der Seite der Plattenkonzerne wird es jetzt richtig interessant, denn nach ziemlich dramatischen Rückgängen in den CD-Verkäufen (minus 20% gegenüber dem Vorjahr) musste ja mal endlich jemand handeln. Es wäre schön, wenn die Verkäufe in den Online-Stores nun dramatisch anziehen würden. Davon haben schlussendlich alle etwas.


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