Knut polarisiert
Ein neuer Medienhype ist da. Nach Feinstaub, Günter Grass, Natascha Kampusch und Second Life gibt es nun Knut, das kleine, süsse Eisbärbaby, das bald gross und monströs ist und wenn es niemand einsperrt oder an den Nordpol schickt, Moderatoren gefährden könnte .
Egal, ob man nach Bildern von Knut, Videos von Knut oder Text über Knut sucht, überall erscheint zurzeit der kleine Eisbär aus dem Berliner Zoo. Sein eigenes, in Kinderspielmanier (wir reden mit Eisbärenstimmen) gehaltenes Blog quillt geradezu über von Kommentaren und Audio- und Videoaufnahmen. Eine eigene Fernsehshow und einen eigenen Song hat er auch. Es scheint, als hätte sich Knut innert kürzester Zeit die ganze Welt zum Freund gemacht (auf myspace.com sind es immerhin schon 161).
Doch:The Cute Knut sorgt aber nicht nur für Begeisterung. Wie gut tut Knut? fragte Polylux und im Colbert Report wurde gar zu seiner Ermordung aufgerufen. Ein schockierendes Interview mit der schwer angeschlagenen Mutter von Knut förderte erschreckende Details über die ehemalige Angestellte des DDR-Staatszirkus zutage. Dramatisches auch von anderer Seite: Bild schockte Knut und seinen “Menschen-Papa” mit der Schlagzeile “Bald müssen sie getrennt schlafen” und die Main-Rheiner fragte: “Hat Knut geweint?“. Weiter enthüllte der Tagesspiegel, dass Knut auf Staatskosten lebt und die Süddeutsche analysierte die Machenschaften des Plüschtiermarkts.
Aufmunterung für das “Eisbärchen” gab es dafür aus dem Zürcher Zoo: “Zürcher Affe Sirih macht Knut Mut” schreib der Blick in sein Ressort “Tierwelt”. Wie war das nochmal mit der Relevanz? Ganz einfach: Resonanz ist Relevanz.
Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.
















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Und wage es, Knut zu beschimpfen, dann hast du das ganze Pack, das Knut sooooo süüüüüß findet, am Hals.
Sehr schön zusammengefasst, lieber Ronnie. Danke.