Simple as StudiVZ

Martin Weigert, 15. März 2007 21:05 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Dieser Tage habe ich mich gefragt: Was ist eigentlich das Besondere an StudiVZ? 1,8 Millionen registrierte Nutzer allein auf der deutschsprachigen Plattform - dafür muss es doch einen besonderen Grund geben? Um diesen herauszufinden, habe ich mich nun auch angemeldet, um einfach mal ein bisschen zu stöbern. Und ich habe eine Erkenntnis gewonnen: Es muss die Einfachkeit, die Textbasiertheit, das Fehlen jedweder revolutionärer Techniken und Funktionen sein, was StudiVZ zu diesem Erfolg verholfen hat.

Sowohl die Startseite als auch sämtliche Mitgliederseiten hätten schon Teil einer Community aus dem Jahr 2000 gewesen sein können. Und wären schon damals nicht innovativ gewesen. Es gibt keine Flash-Gimmicks, abgesehen von den dafür vorgesehen Bereichen keine Fotos und Bilder, und eigentlich rein gar nichts, was einen überraschen könnte. Man sucht danach, aber man findet nichts.

Und genau genommen kann man nicht einmal von textbasierter Darstellung sprechen, denn selbst Text gibt es nicht mehr als nötig. Das, was dann aber doch zu lesen ist, bedient sich einer äußerst einfachen, teilweise teeniehaften Sprache. Gesucht wird mit der “Super-Suche”, das Postfach heißt “Nachrichtendienst” und Kommaregeln werden nicht immer genau genommen.

Die gesamte Seite wirkt unschuldig, uninnovativ und simpel. Und wir lernen: Genau das ist offenbar das Mittel zum Erfolg! Simple as Google, simple as StudiVZ. Bei den Machern der gerade mit Venturekapital von Bertelsmann gelaunchten Community Bloomstreet hat man davon offensichtlich noch nichts gehört.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

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