New York Times:
In fünf Jahren nicht mehr auf Papier?

Arthur Sulzberger Jr., Herausgeber der New York Times, gibt eigentlich keine Interviews. So viel zum Thema “Eat your own dog food” in der Medienbranche. Auf dem WEF in Davos liess er sich in Anwesenheit von Journalisten aber doch einige Statements zu seiner Firma und deren Zukunft entlocken.

Die New York Times ist klar eines der globalen Leitmedien und zudem ein Konzern, der im Online-Bereich relativ erfolgreich ist. Bereits hat die Online-Variante der Times mehr Leser (1.5 Mio.) als die gedruckte Ausgabe. Trotzdem ist die Firma unter massivem Druck und musste gerade kürzlich einen grossen Abschreiber auf ihre diversen Beteiligungen verdauen. Sulzbergers Aussagen zeigen auch, wie verunsichert derzeit Zeitungskonzerne selbst mit dem Kaliber einer NYT sind.

Sulzberger sieht sein Hauptprodukt jedenfalls unabhängig vom Transportmedium:

“I really don’t know whether we’ll be printing the Times in five years, and you know what? I don’t care, either.”

Eine mutige Aussage für einen Zeitungskönig. Sulzberger meinte sogar, dass sich die NYT in einer Wandlungsphase befindet, die erst enden wird, wenn die Zeitung nicht mehr auf Papier erscheint. Durch die viel niedrigeren Kosten des Onlinemediums im Vergleich zum Printprodukt geht Sulzberger davon aus, dass Medienkonzerne trotz der niedrigeren Internet-Umsätze gleich viel verdienen können.

Zum Thema Zukunftsentwicklungen:

“We live the Internet world. We have, for example, five people working in a special development unit, whose whole job is to initiate and develop things in the electronic world – Internet, cellular, whatever comes. And do you know who our biggest customer is, at the level of the group? Google!”

Na ja, dass ein Entwicklungsteam mit fünf Mann gegen ein paar zehntausend Informatiker bei Google, Yahoo und Konsorten viel zu bestellen haben werden, darf man wohl bezweifeln. Dass Google der grösste Kunde sein soll, bezieht sich vermutlich darauf, dass auf der NYT-Site viele Google Ads geschaltet sind. Da fragt man sich dann nur, wer da genau an wem verdient.

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